| 03. November 2025 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Nachgezählt: Tim Meurer erzielte zwar in Dormagen als bester Weidener Torschütze sechs Tore, konnte sich dafür aber hinterher nichts kaufen. Und vermutlich hätte er seine komplette Ausbeute gerne gegen was Zählbares für den HC eingetauscht. (Foto: Thomas Schmidt)
TSV Bayer Dormagen II – HC Weiden 36:27 (16:11). Für die einen wars die Fortsetzung einer Serie und deshalb nach dieser vom elften Spieltag (10./11. Januar 2026) vorgezogenen Partie ein ausgesprochen angenehmer Sonntagabend. Dabei hatten die Dormagener selbst nicht mal ansatzweise damit gerechnet, dass sie sich derart klar würden durchsetzen können. „Das war gegen einen wirklich guten Gegner ein überraschend souveräner Sieg für uns. Insgesamt haben die Jungs ein sehr gutes Spiel gemacht und sich in der zweiten Halbzeit auch im Angriff noch einmal deutlich gesteigert“, fand TSV-Trainer Peer Pütz, der den Erfolg nachvollziehbar sehr gerne entgegennahm. Sein junges Team, das mit zwei Unentschieden und einer Niederlage (2:4 Punkte) in die Saison gestartet war, buchte nach dem 38:25 über den BTB Aachen (Zwölfter/2:8) und dem 31:25 beim VfL Gummersbach II (Elfter/2:8) den dritten Sieg hintereinander auf sein Konto – und sicher den bisher wertvollsten, weil die Weidener zu den Stamm-Mitgliedern des oberen Drittels zählen. Dort sind die Dormagener nun ebenfalls angekommen, die als einzige Mannschaft der Regionalliga bereits sechs Spiele ausgetragen haben: Auf dem zweiten Platz liegen sie bei 8:4 Zählern hinter dem aktuellen Ersten HSG am Hallo Essen (8:2), aber momentan vor dem Dritten TV Korschenbroich (7:1), dem Vierten TV Aldekerk (6:2) und dem Fünften Weiden (6:4), der in Dormagen die höchste Niederlage seit mehr als zweieinhalb Jahren hinnehmen musste. Damals verlor der HC am 4. Februar 2023 in eigener Halle gegen den TV Korschenbroich mit 29:40.

Die Gastgeber schafften mit dem 5:1 (10.) einen Start nach Maß, ehe sich Weiden zu berappeln schien und übers 2:6 (11.) durch drei Treffer in Folge den Amschluss fand – 5:6 (16.), 6:7 (18.). Ähnlich eng blieb das Duell aber nicht lange, weil Dormagen, gestützt auf eine gute Abwehr und einen noch besseren Keeper Max Conzen, mit einer eigenen 4:0-Serie zum 11:6 (22.) antwortete, ab jetzt bereits bis zur Pause immer mindestens auf ein Vier-Tore-Polster bauen konnte und beim 16:11 (30.) eine tragfähige Basis in den zweiten Durchgang mitnahm. Hier gabs dann keinerlei Gefahr mehr und den Gästen fehlten diesmal offensichtlich die Mittel, um wenigstens für ein bisschen Spannung zu sorgen. Deswegen war beim 23:15 (38.) frühzeitig alles entschieden und das 25:19 (42.) kurz darauf des knappste Polster. Ab dem 31:21 (49.) schien der auf 34:22 (52.) enteilende TSV sogar für ein Resultat jenseits der zehn Tore Unterschied in Frage zu kommen, sodass Weiden bloß noch die Chance auf eine Art Schadensbegrenzung blieb. Das gelang zwar in den letzten acht Minuten, doch ein wirklicher Trost konnte die 5:2-Wertung für den finalen Abschnitt kaum sein. HC-Trainer Marc Schlingensief fasste das Geschehen ebenso ernüchtert wie gefasst zusammen: „Von Anfang an sind wir nicht gut ins Spiel gekommen und haben im Angriff schlechte Entscheidungen getroffen. Diese Fehler hat Dormagen wie erwartet eiskalt bestraft. In der Abwehr haben wir auch nicht den nötigen Zugriff auf die agilen Angreifer erhalten. In der zweiten Halbzeit lief es zwar im Angriff besser, aber Torhüter- und Abwehrleistung waren nicht ausreichend. Von daher geht die Niederlage auch in der Höhe so in Ordnung.“
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (4), Srugies (1), Hinrichs, Hahn, Kasper, Emmerich (6), Döpner, Ostrowski (1), Rausch (1), Schmidt, Bahns (8), Scholl (9/4), Hein (5), Scheel (1).
HC Weiden: Schroif, Keller – T. Meurer (6). J. Frauenrath (4/2), Scheidtweiler (4), Wolff (3), Xhonneux (4), Rojko (2), Bösel, K. Fauenrath, Richter, Bergerhausen (2), S. Meurer, Stolzenberg (1), Riechmann, Eissa (1).
VfL Gummersbach II – HC Gelpe/Strombach 27:25 (16:14). Derby oder Nicht-Derby? Für die Gummersbacher war das an diesem Samstagabend im Nachholspiel des vierten Spieltages (vom 11./12. Oktober) keineswegs die Frage. Für das extrem junge Team von Jan Schwenzfeier ging es nach vier Niederlagen hintereinander eher darum, sich irgendwie mal anzumelden in der Regionalliga – und weil das gelang, atmete Gummersbachs Trainer Jan Schwenzfeier erleichtert durch: „Mich macht stolz, dass wir das erste Mal in dieser Saison erwachsen gespielt haben, als Herren-Mannschaft – obwohl wir noch einen Herrenspieler weniger hatten als sonst. Es ist gut, dass wir diesen Reifeprozess gegangen sind. Ich bin sehr zufrieden.“ Sicher ein Handicap für den VfL: Ihm fehlte in Malte Petersen ein als Führungskraft vorgesehener Rückraumspieler, der wegen einer schweren Knieverletzung aus der Partie vor zwei Wochen gegen den TSV Bayer Dormagen II (25:31) für die gesamte Saison ausfallen wird. Petersen, Jahrgang 2006, ist ebenso erst 19 Jahre alt wie Konstantin Kasch – und alle anderen Talente aus dem Kader fürs Spiel gegen den HC kamen aus den Jahrgängen 2007 und 2008. Trotzdem setzten sich die Hausherren am Ende vor allem dank einer starken Defensiv-Leistung durch und sie sicherten sich so den ersten Erfolg, der sie bei nun 2:8 Zählern zumindest vorerst vom letzten Platz auf Rang elf klettern ließ. Dort kann aber von Sicherheit noch lange keine Rede sein, weil es weiter sehr eng zugeht: Der Zehnte Unitas Haan (2:6) liegt ebenso fast gleichauf wie der Zwölfte BTB Aachen (2:8) und auf Rang 13 die HSG Refrath/Hand (1:7) ebenfalls nicht weit weg. Alleine sieglos ist inzwischen lediglich das neue Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (0:6). Der HC Gelpe/Strombach, vorher mit einem positiven Konto unterwegs, behält trotz der Niederlage den neunten Platz (4:4 Punkte).

Die Gäste gingen mit dem 2:1 (3.) von Arvid Pötz in Führung – zum ersten und gleichzeitig letzten Mal. Bis zum 6:6 (13.) ließ sich dann noch nicht erkennen, in welche Richtung sich die Waage neigen würde, ehe Gummersbach vom 8:7 (14.) auf 11:7 (18.) erhöhte. Bis zum 13:9 (22.), 14:11 (24.) und 16:13 (30.) kurz vor der Pause sowie übers 18:15 (33.) und 19:16 (34.) am Anfang des zweiten Durchgangs hielt der VfL die Drei-Tore-Führung, doch Gelpe/Strombach blieb dran, versuchte etwas später selbst nach dem 19:22 (44.) alles für eine Wende und war beim 21:22 (46.) wieder dicht dran. In der Summe fanden die Hausherren jedoch immer wieder zu den aus ihrer Sicht passenden Lösungen – 24:21 (51.), 26:23 (56.), 27:24 (59.). Nach dem 25:27 (59.) von Pötz für Gelpe/Strombach überstanden die Gummersbacher auch die restlichen anderthalb Minuten und selbst die Unterzahl nach der Zeitstrafe gegen Patrick Kiesewalter genau 23 Sekunden vor der Schluss-Sirene richtete keinen Schaden mehr an. Schwenzfeier konnte acht Sekunden vor dem Ende seine letzte Auszeit nehmen und in der dortigen Besprechung praktisch den Premierensieg für 2025/2026 absichern.
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (1), Bohnenkamp (1), Rath (4), Paulsen, Haglund (2/2), Kiesewalter (2), Kasch (6), Hartmann (4/4), Patzelt, Ulmerich (1), Riedel (6).
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger, Schürmann, Makowiecki (1), Maier (6/5), Altjohann, Pötz (6), Viebahn (8), Heinzerling (2), Müller, Meinhardt, Walch (2), Rostalski.
HSG am Hallo Essen – BTB Aachen 34:31 (16:17). Die Aachener wurden hinterher das Gefühl nicht los, dass in dieser vom sechsten Spieltag (15./16. November) vorgezogenen Partie vielleicht etwas mehr drin gewesen wäre – und etwas Zählbares hätte ihnen mit dem Blick auf die kommenden Wochen zweifellos weitergeholfen. „Schade, dass nichts dabei rumgekommen ist“, fand Trainer Simon Breuer, „wir haben ein gutes Spiel gemacht. Nachher haben Kleinigkeiten entschieden – der eine oder andere Abpraller ist mehr in die Essener Hände gefallen, wir haben in der entscheidenden Phase den einen oder anderen zu viel vergeben. Letztlich haben wir das in der zweiten Halbzeit vorne für ein paar Minuten nicht ganz so top gemacht, aber alles in allem war es unsere bestes Auswärtsspiel.“ Der Essener Kollege Felix Linden bescheinigte den Gästen ebenfalls eine sehr anständige Vorstellung, fand die Leistung der Essener selbst jedoch nicht überragend: „Das war bestimmt nicht unsere beste Saisonleistung und ein schwieriges Spiel für uns. Aachen hat das sehr gut gemacht.“ Insgesamt änderte das alles trotzdem nichts daran, dass sich die Wege beider Mannschaften zumindest fürs Erste getrennt haben: Die HSG, der Aufsteiger, ist nach fünf Runden ungeschlagen und sie übernahm wenigstens vorübergehend bei 8:2 Zählern die Tabellenspitze – während die bei 2:8 Punkten und dem zwölften Platz angekommenen Aachener zusehen wollen, dass die Position im unteren Drittel eben kein Dauer-Aufenthaltsort wird. Für die Aufgabe am Freitagabend gegen den direkten Tabellen-Nachbarn VfL Gummersbach II (Elfter/2:8) ergibt sich in Breuers Augen jedenfalls nur eine Konsequenz: „Jetzt müssen wir schauen, dass wir zu Hause wieder zwei Punkte einfahren.“

Ein größerer Leistungs-Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten war in der ersten Halbzeit mit wechselnden Führungen nicht zu erkennen. Essen drehte das 0:2 (2.) in ein eigenes 6:4 (10.), bevor ab dem 8:7 (16.) immer wieder Aachen vorlegte – 11:9 (20.), 14:12 (25.), 17:15 (30.). Dass kurz nach der Pause der Treffer von Lars Klinkenberg zum 18:17 (32.) die letzte Führung des BTB sein sollte, ahnte da wohl niemand, doch trotz heftigstens Widerstandes reichte es nur mit dem 19:19 (37.) und 21:21 (40.) noch zwei Mal zum Ausgleich. Was entscheidend für die Wende war: Von der 42. Minute bis zur 46. Minute erzielte Ex-Profi Dennis Szczesny (vom Zweitligisten TuSEM Essen zur HSG gekommen) drei Treffer innerhalb von 224 Sekunden – 23:21 (42.), 26:23 (45.), 27:23 (46.). Weil Matthis Blum und Simon Ciupinski anschließend sogar das 28:23 (47.) und 29:23 (49.) folgen ließen, blieb den Gästen in der Folge nur die Aussicht, sich weiter anständig zu verkaufen und ein verkraftbares Ergebnis mitzunehmen. Das gelang auch, zumal Oscar Panse und Kai Münster in den letzten 69 Sekunden trotz inzwischen geklärter Verhältnisse auf 30:34 (59.) und 31:34 (60.) verkürzten.
HSG am Hallo: Stecken, Christmann – Blum (8/4), Basholi (2), Sinkovec (2), Reissig, Enders (4), Bekston, Neitsch (6), Szczesny (5), Ellwanger (4), Lange, Ciupinski (2), Basic (1), Genkel.
BTB Aachen: Zaghloul (1), Schüler – Jacobs (9), Wudtke (2), Denert (6), Büchel (1), Käsgen, Klinkenberg (1), Wagner (1), Münster (2), Schmitz, Panse (4), Herzog (2), Tölke (2).