Regionalliga Nordrhein
Wunder-Wochenende: Alles spielt für Korschenbroich
TVK ist nach 39:32 gegen Rheinhausen alleine ungeschlagen und Tabellenführer. Die Konkurrenz von Essen bis Aldekerk und Dormagen verliert. Unten sind Aachen und Mönchengladbach am stärksten gefährdet.

Dreimal Max: Max Hartz (mit Ball) steuerte zum Sieg des TV Korschenbroich (Nummer 10 Max Eugler) über den OSC Rheinhausen (Nummer 44 Max Schlögl) sechs Treffer bei. Belohnung fürs letztlich klare 39:32: Der TVK macht als Spitzenreiter weiter. (Foto: Sven Frank)

Dieser Spieltag war wie gemalt für den TV Korschenbroich, der den Abstieg aus der 3. Liga zumindest bis hierhin schon mal repariert hat. Erstens: Die Mannschaft von Trainer Frank Berblinger löste ihre eigene Hausaufgabe mit dem vor allem über eine starke zweite Halbzeit herausgearbeiteten 39:32 gegen den OSC Rheinhausen am Ende ziemlich glatt. Zweitens: Der TVK ist nach dem fünften Spieltag in der durch zahlreiche Verlegungen hier und da leicht schiefen Tabelle bei 9:1 Punkten alleine noch ungeschlagen. Und drittens liegt er damit auf Platz eins, weil er nicht geringer Teil der Konkurrenz leer ausging. Der vorherige Erste HSG am Hallo Essen verlor beim HC Gelpe/Strombach mit 29:32 und der TV Aldekerk, Mit-Absteiger aus der 3. Liga, zog in eigener Halle mit 27:29 gegen den HC Weiden den Kürzeren. Zum guten Abschluss aus Korschenbroicher Sicht zog dann noch am späten Sonntagvormittag der zuvor drei Mal in Folge siegreiche TSV Bayer Dormagen II  bei der Unitas Haan nicht unbedingt erwartet mit 31:35 den Kürzeren. Und weil derzeit so viel in Bewegung ist, scheint die Saison 2025/2026 noch intensiver/enger zu werden als die vergangene Serie 2024/2025 – die ja auf ihre Art durch den erhöhten Abstieg besonders aus dem Rahmen fiel. Vorne gibt es hinter den Korschenbroichern ein extrem massives Feld aus mehr oder weniger ernsthaften Verfolgern: Essen und der HC Weiden stehen bei jeweils 8:4 Zählern vor den Dormagenern (8:6) sowie einem Trio aus Aldekerk, TSV Bonn rrh. und Gelpe/Strombach, die alle auf 6:4 Punkte kommen. Der Achte OSC Rheinhausen (5:5) und der Neunte SSV Nümbrecht (4:4) bilden aktuell so etwas wie das Mittelfeld, ehe dahinter fünf Mannschaften mit derzeit negativen Konten folgen: Unitas Haan (4:6), HSG Refrath/Hand (3:7), VfL Gummersbach II (3:9), BTB Aachen (3:9) und Borussia Mönchengladbach (1:7) als einzige immer noch sieglose Mannschaft. Wer am Ende runter muss? Einen erhöhten Abstieg über die zwei Regelplätze hinaus dürfte es kaum geben. Bei einem oder zwei Absteigern aus der 3. Liga würde sich nichts ändern – weil für diesen Fall die Regionalliga zur Saison 2026/2027 mit 15 oder 16 Klubs an den Start gehen soll. Erst bei drei Absteigern aus der 3. Liga gäbe es einen dritten Absteiger aus der Regionalliga in die Oberliga.

 

BTB Aachen – VfL Gummersbach II 30:30 (11:15). Der Start war für die Aachener ein Albtraum, weil sie bei einem Sieben-Tore-Rückstand ungebremst auf ein Debakel zuzusteuern schienen. Deshalb durften sie froh sein, dass ihnen wenigstens ein Unentschieden gelang – durch den Treffer von Carsten Jacobs zum 30:30 auf den letzten Drücker. BTB-Trainer Simon Breuer wurde hinterher deutlich: „Vom ganzen Ablauf her muss man von einem Punktgewinn sprechen – vor allem auch, weil wir kurz vor Schluss das letzte Tor mit einem Siebenmeter erzielen. Insgesamt war das zu wenig, um in dieser Liga bestehen zu können. Wenn man die ersten 20 Minuten herschenkt, wird es natürlich eng.“ Die inzwischen erreichten 3:9 Zähler und der vorletzte Platz sind tatsächlich alles andere als ein Ruhekissen für Aachen, das erst am 29. November gegen den sieglosen Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach (1:7) weitermacht. Breuer hat eine klare Meinung: „Wir brauchen auf jeden Fall eine ganz klare Leistungssteigerung.“ Immerhin etwas mehr konnte sein Kollege Jan Schwenzfeier mit dem Unentschieden für die Gummersbacher anfangen, die als Zwölfter bei identischen 3:9 Punkten weiter ein direkter Nachbar sind. „Mich macht stolz, dass wir uns, obwohl das Momentum kippt und Aachen in Front liegt, noch mal berappeln und selber noch mal in Führung gehen. Dass wir am Ende „nur“ einen Punkt holen, ist natürlich maximal bitter. Andererseits sind wir eine extrem junge Mannschaft und spielen am Ende mit einem Rückraum aus dem Jahrgang 2008.“

Der BTB schien mit dem 2:1 (4.) einen brauchbaren Start erwischt zu haben, verabschiedete sich aber schnell als gleichwertiger Gegner – 3:4 (8.), 3:10 (16.), 5:12 (20.), 7:14 (21.). „Ich finde, dass wir das in der ersten Halbzeit fantastisch verteidigt haben, und im Angriff sind wir gerade in den ersten 20 Minuten mit dem Sieben gegen Sechs sehr effizient“, fand Schwenzfeier, während Breuer den Kopf zu schütteln schien: „Wir brauchen 60 Minuten mit voller Einsatzbereitschaft und das haben wir die ersten 20 Minuten überhaupt nicht hinbekommen. Danach sind wir emotional voll ins Spiel eingestiegen und haben gekämpft. Nach der Pause hatten wir eine sehr, sehr gute Phase, in der so ein bisschen alles stimmte – Einsatz, Bereitschaft, Effizienz, weniger Fehler.“ Durch die 4:0-Serie zum 11:14 (27.) sah es für die Hausherren bereits besser aus und in der zweiten Halbzeit schaffte der BTB zunächst die Wende – 15:16 (36.), 18:19 (39.), 20:20 (41.), 25:23 (47.). Der VfL konnte allerdings antworten und er legte nach dem 25:25 (51.) immer wieder vor. Mit dem 30:29 (59.) von Fanou Ulmerich ging Gummersbach erneut mit einem kleinen Vorteil in die entscheidenden 107 Sekunden, die in der letzten Minute erst das Auszeiten-Duell der beiden Kontrahenten brachten und letztlich das späte Jacobs-Tor zum 30:30. In Schwenzfeiers Augen einer der Ursachen: „Zur Wahrheit gehört, dass wir heute dreieinhalb fitte Rückraumspieler hatten. Und von daher war es zu erwarten, dass wir ab einem gewissen Punkt einbrechen. Das ist dann direkt nach der Halbzeit passiert.“ Der VfL II setzt den Kampf um den Klassenerhalt erst am 26. November mit der vom kommenden Wochenende (15./16. November) verlegten Partie gegen Unitas Haan fort (Zehnter/4:6).

BTB Aachen: Zaghloul, Schüler – Jacobs (8/3), Wudtke (1), Denert, Büchel, Käsgen (2), Klinkenberg (1), Wagner (1), Münster (7), Kepp, Schmitz (2), Panse, Herzog, Schnalle (8), Tölke.

VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Bohnenkamp (2), Rath (2), Paulsen, Haglund (3), Kiesewalter (7), Kasch (3), Hartmann (5/2), Patzelt (2), Ulmerich (1), Riedel (5).

 

TSV Bonn rrh. – Borussia Mönchengladbach 34:34 (16:15). Vielleicht war es am Ende das gerechte Ergebnis – obwohl sich die Hausherren für die in den großen „Tag des Bonner Handballs“ eingebetteten Partie etwas mehr ausgerechnet hatten. Trainer Florian Benninghoff-Lühl war allerdings ehrlich: „Wir müssen am Ende sehr, sehr glücklich sein, weil wir in der letzten Minute den Ball haben, mit einem hinten sind und die geplante Aktion nicht funktioniert. Wir sind eigentlich auf der Verliererstraße, weil Gladbach in Ballbesitz ist und nur noch 20 Sekunden zu spielen sind. Wir erzwingen dann einen technischen Fehler und Daniel Fischer macht den Ausgleich.“ Beim 32:29 (54.) schien Bonn in der jederzeit umkämpften Partie bereits auf dem Weg zum erhofften Erfolg zu sein und selbst beim 33:31 (57.) hatte die TSV noch viele Vorteile auf ihrer Seite. Auf der Zielgeraden erwies sich aber besonders Mönchengladbachs erfahrener Linkshänder Niklas Weis als Spielverderber, indem er nach dem 33:33 (58.) auch das 34:33 (59.) für die Borussia erzielte. Genau 60 Sekunden vor Schluss nahm Bonn seine letzte Auszeit und drohte danach trotzdem leer auszugehen, ehe Fischers 34:34 acht Sekunden vor dem Ende wenigstens das Unentschieden rettete. „Trotzdem bin ich ein bisschen enttäuscht, dass wir den Sack mit der Drei-Tore-Führung nicht vorher zugemacht und uns mit zwei Punkten belohnt haben“, fand Benninghoff-Lühl.

Die Gastgeber, die in Keeper René Krouß einen überragenden Rückhalt hatten, brauchten tatsächlich einen längeren Anlauf und bis zum 3:6 (10.) lief nicht viel zusammen. Nachdem der starke FInn Hoffmann zum 7:7 (13.) ausgeglichen und auch das 8:7 (14.) erzielt hatte, bekam die TSV das Duell immer besser unter Kontrolle und zog übers 12:8 (21.) auf 15:10 (24.) weg, ehe sich Mönchengladbach mit Nachdruck zurückmeldete – 14:15 (28.), 15:16 (29.), 16:16 (33.), 18:16 (34.). Bis zum 18:19 (38.) lief Bonn erneut hinterher und die Borussia dachte nicht daran, sich ohne Kampf geschlagen zu geben. Nach der nächsten Wende lagen die Hausherren dann mit 22:20 (41.) und 26:24 (48.) vorne, bevor sie sogar drei Treffer zwischen sich und den Gegner legten – 30:27 (52.), 32:29 (54.). Es war jenes Polster, das aus Bonner Sicht gerne hätte reichen dürfen und doch sechs Minuten darauf nur übersichtlich viel wert war. Das galt im Übrigen auch für Mönchengladbach, das seinen ersten Punkt in der laufenden Saison mitnahm und doch als einziges Team der Klasse weiter auf den ersten Sieg wartet. Trainer Ronny Rogawska konnte mit dem Unentschieden trotzdem einiges anfangen: „Wenn du 30 Sekunden vor Schluss mit einem führst und den Ball hast, hoffts du natürlich auf zwei Punkte. Aber der eine ist ein guter Punkt für uns bei einer Mannschaft, die im letzten Jahr Zweiter war.“

TSV Bonn rrh.: Krouß (2), Meißenburg – Krohn (1), Hoffmann (11/3), Bullerjahn (3), Santen, Heitkötter (1), Fricke (3), Bitzer (1), Weber, Fischer (2), Worm (8/1), Czerwinski, Bohrmann (2/1).

Borussia Mönchengladbach: Heck, Hoffmann, Erkes – Prinz, Dicks, Jennes (1), Weis (9), Bremges (5), Weisz (9/2), Berner (2), Westhofen, Lipok (2), Markovic (2), Slabospytskyi, Roth (4).

 

TV Aldekerk – HC Weiden 27:29 (13:15). Die Stimmungslagen auf beiden Seiten klafften meilenweit auseinander. Kein Wunder: Der TVA hatte sich wesentlich mehr ausgerechnet, erlebte aber eine Enttäuschung, während die Weidener eine Wiedergutmachung betrieben für den schwachen Auftritt kürzlich beim TSV Bayer Dormagen II (27:36). TVA-Trainer Tim Gentges wirkte leicht frustriert: „Glückwunsch nach Weiden. Wer zwei Tore mehr erzielt, gewinnt verdient. Aber das hat nicht Weiden gewonnen, wir haben es verloren. Unsere Fehlerquote gerade bei der Tor-Ausbeute war einfach wieder viel zu hoch. Das Spiel hat gezeigt, woran wir noch zu arbeiten haben. Aber es zeigt auch, dass wir eigentlich vom Stil und der Taktik her genau das Richtige spielen. Wir belohnen uns da zu wenig.“ Kollege Marc Schlingensief bewertete den Abend und den Erfolg in dieser schwierigen Auswärtspartie nachvollziehbar deutlich entspannter. „Es war auf beiden Seiten kein absolut fehlerfreies Spiel, eher vom Kampf geprägt“, fand der HC-Coach, „und den haben wir heute mehr als angenommen. Ich in sehr zufrieden mit der gesamten Mannschaft Das war eine geile Teamleistung.“

Links: 23 Kai Frauenrath Beim Wurf: 23 Fabian Küsters Rechts: 4 Jonas Scheidtweiler

Verflogen: Fabian Küsters (mit Ball) und die Aldekerker hatten zwar ausreichend Chancen, aber insgesamt keine ausreichende Trefferquote. Unter dem Strich eine Kleinigkeit besser machten es Kai Frauenrath (links) und Jonas Scheidtweiler (rechts) mit den Weidenern. (Foto: Ralf von der Heyden)

Aldekerk erwischte mit dem 2:0 (7.) und 4:2 (10.) den besseren Start, konnte sich aber nicht absetzen und verlor nach dem 5:5 (12.) sogar die Kontrolle. Mit dem 9:6 (18.) lag Weiden zum ersten Mal drei Tore vorne, doch der TVA sorgte mit der üblichen Leidenschaft in der Vogteihalle im Rücken für ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Gäste aber übers 12:12 (27.) und 13:13 (28.) mit dem 15:13 (30.) am Ende des ersten Abschnitts wiederum eine Führung erzielten. Es folgten die letztlich entscheidenden gut sieben Minuten der Partie: Während Aldekerk hier das Tor gar nicht fand, nutzte der HC die Gunst der Stunde zu vier Treffern hintereinander und erhöhte auf 19:13 (38.). Die Gastgeber kamen zwar noch einmal zurück und sie waren beim 21:22 (49.) oder 22:23 (52.) wieder dicht dran, doch Weiden blieb auf Kurs – 26:22 (57.), 28:25 (59.). „Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit haben wir komplett verschlafen“, sagt Tim Gentges, „das hat Weiden gnadenlos ausgenutzt. Die Fehler waren am Ende des Tages einfach viel zu viele, um das Spiel noch zu drehen.“ Marc Schlingensief, in dessen Mannschaft sich nicht zuletzt Keeper Tom Keller eine gute Note verdiente, hatte auch in diesem Bereich weniger zu bemängeln: „Das war die erhoffte Reaktion zu letzter Woche.“

TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann – Grützner (1), Kirschbaum (2), Poot, Brockmann (1), Hahn, Plhak (8/7), Könnes (5), Perey (3), Tobae, Küsters (3), Kahl (2), Thelen (2), Gangelhoff.

HC Weiden: Schroif, Keller – T. Meurer (2). J. Frauenrath (3/2), Scheidtweiler (5), Wolff (2), Xhonneux (5), Rojko, Bösel, K. Fauenrath (3), Richter,  Bergerhausen (2), Stolzenberg (5), Riechmann, Eissa (2).

 

TV Korschenbroich – OSC Rheinhausen 39:32 (21:21). In der ersten Halbzeit war die komplette Abwesenheit von Abwehrarbeit ebenso auffallend wie das von beiden Seiten mit höchster Intensität betriebene Tempodiktat. Weil sich hier beide Seiten vollständig auf Augenhöhe begegneten, gabs bei wechselnden Führungen fast keinen Vorsprung mit mehr als einem Tor Unterschied – was sich aber mit dem Beginn der zweiten Halbzeit gründlich änderte. Für Korschenbroichs Trainer Frank Berblinger sah eine relativ einfache Erklärung: „Es war das erwartet schwere Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir in der Deckung nicht wirklich Zugriff gekriegt. In der zweiten Halbzeit waren in der Deckung alle aggressiv und haben kompakt geschoben – und Sven Bartmann fängt an, an die Bälle zu kommen.“ Weil das defensive Paket zumindest aus der Sicht der Gastgeber wieder stimmte und die Anzahl der Gegentreffer für den zweiten Durchgang um beinahe 50 Prozent schrumpfte, hatte Rheinhausen am Ende keine echte Chance mehr, etwas Zählbares mitzunehmen. Völlig unzufrieden wirkte Rheinhausens Trainer Sascha Wistuba, einst als Spieler selbst in Korschenbroich tätig, dennoch nicht: „Das Ergebnis fällt meines Erachtens drei bis vier Tore zu hoch aus. Die Moral des Teams ist da und wir haben durchaus bewiesen, dass wir mit unserem Tempohandball mit den Besten der Liga mithalten können. Wir müssen aber unser Zusammenspiel von Abwehr und Torhüter deutlich steigern, um in den nächsten Spielen wieder als Sieger vom Platz zu gehen.“

Beide Seiten bevorzugten direkt am Anfang den Turbohandball und Gastgeber Korschenbroich legte bis zum 6:5 (8.) regelmäßig vor, ehe vorübergehend der OSC den Kurs bestimmte – 11:10 (13.), 15:14 (19.). Über drei weitere Richtungswechsel mit einem 17:16 (22.) für den TVK, einem 19:18 (26.) für die Gäste und dem 21:20 (29.) für Korschenbroich ging es mit dem 21:21 (30.) in den zweiten Durchgang. Hier brauchte der Drittliga-Absteiger nur gut sechs Minuten, um aus dem Gleichstand eine 25:21-Führung (37.) zu machen, die als tragfähige Basis für den Rest des Duells diente. Rheinhausen verkürzte zwar auf 23:25 (39.), kam aber nie mehr für was Zählbares in Frage. Nach dem 34:31 (54.) wurde es auf der Zielgeraden durch drei Tore hintereinander zum 37:31 (57.) und zwei vom 37:32 (58.) zum 39:32 (60.) vielmehr noch richtig deutlich. TVK-Coach Berblinger wollte das Ergebnis trotzdem nicht überbewerten: „Wir sind heute sehr glücklich über die zwei Punkte. Nächste Woche in Dormagen gibt es den nächsten Prüfstein. Darauf werden wir uns ab Montag vernünftig vorbereiten.“ Einfach wird es sicherlich nicht beim Vierten TSV Bayer Dormagen II.

TV Korschenbroich: Bartmann (1), Vall – Schiffmann (7), Krantzen (8), Eugler (2), Hartz (6), Brinkhues, Wolf (4), König (6/5), Zimmermann (2), Büscher (3), Franz, Bitzel.

OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (4/3), Rippelmeier, Genzmer, Ernst (1), Kauwetter (4), Dreier, Zwarg (2), Hüller (11/2), M. Molsner, Käsler (3), Kölsch (2), Schlögl (5).

 

HC Gelpe/Strombach – HSG am Hallo Essen 32:29 (18:14). Für Essens Trainer Felix Linden hatte sich die erste Niederlage in dieser Saison bereits vor einer Woche angedeutet, als dem Aufsteiger nur mit Mühe und erst in der letzten Viertelstunde ein 34:31 gegen den BTB Aachen gelungen war: „Am Ende ist das ein verdienter Sieg für Gelpe, sie haben das über das ganze Spiel in allen Mannschaftsteilen besser gemacht. Wir sind auf keiner Position auf unser Leistungs-Maximum gekommen. Das war auch schon ein bisschen die Tendenz des letzten Spiels.“ Die Hausherren aus dem Oberbergischen hielten sich dabei an den bisher bekannten Rhythmus: Heimsieg, Niederlage auswärts, Heimsieg, Niederlage auswärts, Heimsieg. Dass deshalb nun am nächsten Samstag beim Letzten Borussia Mönchengladbach erneut eine Niederlage folgt, werden sie in Gelpe/Strombach verhindern wollen – und gleichzeitig mit massivem Widerstand der Borussia rechnen. „Wir haben das in der Abwehr von der ersten bis zur letzten Minute sehr stark gespielt“, sagte HC-Trainer Daniel Rodriguez, der seinem Team gegen Essen eine gute Gesamtleistung bescheinigte, „in der zweiten Halbzeit war das ein Kampf, das Momentum war dann eher bei Essen. Aber wir haben uns in einer Auszeit wieder sortieren können. Vorne haben wir mit guten Lösungen sehr geduldig gespielt und verdient gewonnen.“ Essener Vorteil: Die HSG ist erst am 30. November wieder im Einsatz und sie hat ausreichend Gelegenheit, den aktuellen Stand der Dinge zu analysieren. „Wir werden die spielfreie Zeit nutzen, um unsere Leistungen zu reflektieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen“, kündigte Linden an.

Essen ging zwar durch den frühen Treffer von Marijan Basic mit 1:0 (2.) in Führung – schaffte aber nach dem 1:1 (2,) weder einen zweiten Ausgleich noch gar eine zweite Führung. Mit dem 2:6 (6.), 6:10 (12.) oder 8:13 (15.), 9:15 (20.) und 11:17 (24.) drohte dem Klassen-Neuling die Partie bereits vor der Pause vollends zu entgleiten. Essen startete dann tatsächlich so etwas wie eine Aufholjagd, die bis zum Ende der ersten Halbzeit das 14:18 (29.) brachte und am Anfang der zunächst torarmen zweiten sogar den 17:18-Anschluss (38.). Weil die Gastgeber vom 23:20 (43.) auf 26:20 (47.) und 27:21 (48.) erhöhten, wurde der Weg für die HSG erneut weiter – unter dem Strich zu weit. Tim Schupe und Matthis Blum verkürzten zwar auf 28:30 (58.) und 29:30 (59.), doch Gelpe/Strombach hatte erneut wirkungsvolle Antworten: Arvid Pötze und Jerome Dräger besorgten in der letzten Minute innerhalb von 27 Sekunden die beiden Tore zum 32:29-Endstand.

HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger (2), Schürmann (1), Makowiecki (2), Maier (6/3), Altjohann (1), Pötz (6), Heinzerling (8), Meinhardt (5), Walch, Schimanski, Kolken (1).

HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann – Blum (9/2), Basholi (5), Sinkovec, Reissig, Enders, Neitsch (4), Szczesny (3), Ellwanger (3), Ciupinski, Basic (4/3), Schupe (1).

 

SSV Nümbrecht – HSG Refrath/Hand 25:28 (13:9). Im kompletten ersten Durchgang sah alles ganz danach aus, dass der Aufsteiger aus dem Oberbergischen auch seinen vierten Einsatz in der höheren Klasse ohne Niederlage würde überstehen können – während den zuvor noch sieglosen Refrathern im fünfte Spiel die vierte Niederlage zu drohen schien. Nachher kam alles aber ganz anders, weil sich die Gäste nie aufgaben, erst für ein völlig ausgeglichenes Duell sorgten und dann in der letzten Phase sogar auf den Weg zum Erfolg einbogen. HSG-Coach Kelvin Tacke wirkte erleichtert: „In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht zu unserem Offensivspiel gefunden und wir hatten viel zu viele Fehlwürfe. Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir es geschafft, unseren Matchplan umzusetzen, und wird sind Schritt für Schritt zurückgekommen. Ab der ersten Führung sind wir bis zum Ende konsequent und maximal kämpferisch geblieben.“ Dass Manuel Seinsche gleichzeitig weniger begeistert aussah, ließ sich angesichts der späteren Wende nachvollziehen. Die Ursachen dafür lagen für Nümbrechts Coach auf der Hand: „Was ein bisschen schade war, dass wir wirklich viele Chancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt haben. Dann wäre das Halbzeit-Ergebnis noch komfortabler gewesen. Wir schaffen es ab der 40. Minute leider nicht mehr, die Abwehr zu knacken, kassieren dadurch viele einfache Tore und müssen uns dann knapp geschlagen geben.“

Bis zum 9:5 (20.), 10:6 (22.) und 12:7 (25.) hatte Nümbrecht erstaunlich sicher alles im Griff, Und im zweite Durchgang deutete beim 14:10 (32.) ebenfalls noch nicht viel auf größere Schwierigkeiten hin – was sich praktisch wie aus dem Nichts gründlich ändern sollte. Refrath glich durch vier Tore in Folge zum 14:14 (37.) aus, war ab jetzt voll drin in dieser Partie und ließ sich nicht mehr abschütteln. Übers 18:18 (47.) und 22:22 (52.) ging es in eine enge Schlussphase, in der Michel Geerkens und Christian Bürger die Gäste mit 23:22 (55.) und 24:22 (55.) zum ersten Mal in eine richtig günstige Position brachten. Trotzdem blieb es selbst nach dem 26:24 (58.) für Refrath durch Lukas Dibowski turbulent – mit drei Zeitstrafen und einer Roten Karte. Die ging genau 63 Sekunden vor dem Ende an Nümbrechts Dominik Donath, dem sofort der Teamkollege Marcel Miebach mit einer Zeitstrafe nach draußen folgte. Pascal Noll nutzte den personellen Vorteil kurz darauf zum nun entscheidenden 27:24 (60.) für die Gäste, die nun ein Kunststück fertigbrachten und anschließend ebenfalls zwei Zeitstrafen kassierten. Es traf nach dem offiziellen Eintrag im Spielbericht 28 Sekunden vor Schluss im Parallelflug Jan Schallenberg und Marius Schrage.

SSV Nümbrecht: Rydzewski, Schoger – Benger (3), Urbach, Schieferdecker, Last, Witthaut, P. Donath, Hartmann (7), Schröter (2), Dissmann (9/9), Lang (3), D. Donath (1), Henrichs, Bitzer, Miebach.

HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Krause, Branding (1), Willers (1), Schallenberg (6), Faust (1), Hohenschon (1), Geerkens (2), Bürger (1), Georgi (1), Schrage (2), Noll (4/1), Speckmann (1), Dibowski (7), Capota.

 

Unitas Haan – TSV Bayer Dormagen II 35:31 (15:12). Irgendwie passte es zu diesem Spiel am ungewohnten Sonntagvormittag, dass sich die elektronisch verarbeiteten Daten nicht offiziell verarbeiten ließen. Sicher war jedenfalls, dass sich die zuvor durch drei Siege hintereinander weit nach oben gekletterten Dormagener hinten relativ anfällig zeigten, kein einziges Mal führten und nur vier Mal ein Unentschieden auf der Anzeigetafel sahen – mit dem 0:0 beim Anpfiff sowie nach dem 0:3 mit dem 3:3 (11.), 4:4 (12.) und 5:5 (14.). Ab dem 5:6 (15.) lag Dormagen immer hinten und für ein größeres Polster sorgte Haan direkt am Anfang der zweiten Halbzeit mit den Toren zum 16:12 (32.) und 17:12 (34.). Das Beste aus Sicht der Gäste: Sie gaben sich keineswegs geschlagen – im Gegenteil, denn übers 22:21 (42.) und 24:23 (37.) sowie beim 29:28 (53.) für die Unitas blieb es spannend. Entscheidend waren erst die drei Tore hintereinander, durch die Haan aus dem 31:29 (56.) anderthalb Minuten vor der Schluss-Sirene eine 34:29-Führung machte (59.). Bayer-Trainer Peer Pütz fasste die Partie knapp zusammen: „Wir haben einfach nicht so gut gedeckt wie in den letzten Spielen und wir hatten gerade am Anfang viele Fehlwürfe und viele einfache technische Fehler. So sind wir immer einem Rückstand hinterhergelaufen, haben uns mehrmals gut zurückgekämpft, es aber nie geschafft, das Spiel wirklich mal komplett zu drehen.“