Regionalliga Nordrhein
Gerechtes Unentschieden – aber für Aachen eigentlich zu wenig
BTB und Borussia Mönchengladbach trennen sich in der für den Kampf um den Klassenerhalt wichtigen Partie mit einem 28:28.

Warum nur? Trainer Simon Breuer hätte an diesem Samstagabend in eigener Halle gegen Borussia Mönchengladbach viel lieber beide Punkte mit seiner Mannschaft geholt. (Foto: Thomas Schmidt)

BTB Aachen – Borussia Mönchengladbach 28:28 (17:13). So richtig weiter brachte dieses Ergebnis am Samstagabend weder die Aachener noch die Mönchengladbacher, weil beide im unteren Drittel der Tabelle einen Sieg viel eher hätten gebrauchen können. Ein bisschen mehr wusste aber die Borussia mit dem einen Zähler anzufangen, weil sie dadurch ihre Serie nach 0:6 Punkten am Anfang der Saison auf vier Spiele hintereinander ohne eine weitere Niederlage ausbaute (ein Sieg, drei Unentschieden) und nun bei insgesamt 5:9 Punkten auf Rang elf angekommen ist, der am Ende den sicheren Klassenerhalt bedeutet. Außerdem musste Mönchengladbach nach Roten Karten frühzeitig auf Vladyslav Slabospytskyi (22.) und in der Mitte der zweiten Halbzeit auf Felix Semrau (46.) verzichten. „Für uns war es sehr wichtig, einen Punkt zu holen“, fand Borussia-Trainer Ronny Rogawska, „das war eine sehr coole Teamleistung.“ Der BTB auf der anderen Seite holte zwar nach dem 30:30 gegen den VfL Gummersbach II erneut was Zählbares, entschied allerdings erneut ein Heimspiel gegen einen Konkurrenten aus dem unteren Drittel nicht für sich. Dass die Mannschaft von Trainer Simon Breuer mit jetzt 4:10 Zählern den bisherigen letzten Platz an Gummersbach II (3:11) abgab, war daher nur ein schwacher Trost. „Im letzten Angriff hatten wir die Situation, doch noch zu gewinnen, aber vom Verlauf her war das Unentschieden wahrscheinlich gerecht“, stellte Breuer fest, „alles in allem ist es natürlich schade und es gilt, in den nächsten drei Wochen noch Punkte auf unsere Seite zu ziehen, um den Anschluss in der Tabelle zu halten.“ Aachen macht im Kampf um den Klassenerhalt am 7. Dezember beim direkten Tabellen-Nachbarn HSG Refrath/Hand (Zwölfter/5:9) weiter, ehe es am 13. Dezember zum Derby gegen den HC Weiden (Vierter/10:6) antritt und das Jahr 2025 am 20. Dezember beim OSC Rheinhausen (Achter/6:6) abschließt. 

Die Gastgeber hatten bis zum 6:2 (9.) einen starken Start mit vielen guten Aktionen und nach dem 8:6 (14.) setzten sie sich bis zum 11:6 (17.) weiter ab. Anschließend machte der BTB aus dem 12:10 (22.) das 16:11 (27.) und beim 17:13 (30.) am Ende der ersten Halbzeit sprach unverändert viel für Aachen – das nun jedoch eine zuerst fünf Gegentreffer in Folge und insgesamt eine aus seiner Sicht üble 1:8-Serie erlebte, die im 18:21-Rückstand (42.) mündete. „Wir haben sehr gut angefangen. Wir haben leider ein paar dumme Fouls gemacht und hätten uns in der ersten Halbzeit deutlicher absetzen können. Trotzdem hatten wir eine ordentliche, aggressive Abwehr mit einem sehr guten Torhüter Bendikt Schüler hintendrin. Nach der Pause haben wir, wie in fast jedem Spiel, eine wahnsinnige Delle drin. Dann ist es einfach schwierig, ein Spiel zu gewinnen – das gilt es für uns zu verbessern. Danach haben wir alles reingesetzt.“ Ab dem 24:24 (53.) war tatsächlich wieder jeder Sieger möglich, ehe die Borussia, die in Matthias Hoffmann ebenfalls einen guten Torhüter hatte, beim 28:26 (58.) mit einem Plus von zwei Toren in die letzten 130 Sekunden ging. Zwei Treffer von Oscar Panse brachten dem BTB das 27:28 (59.) und 28:28 (60.), bevor auf den letzten Drücker beim erneuten Ballbesitz und in einer letzten Auszeit sogar noch einmal ein Sieg in Reichweite rückte, der die Aachener definitiv glücklich gemacht und Mönchengladbach in tiefen Frust gestürzt hätte. Rogawska war in erster Linie froh, dass genau das nicht passierte: „In der zweiten Halbzeit war die Chancenverwertung besser und kurz vor Schluss haben wir zwei Tore Vorsprung – aber durch zwei Fehler bei uns konnte BTB ausgleichen. Es wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen, aber ich bin froh über den Punkt.“ 

BTB Aachen: Zaghloul, Schüler – Jacobs (9/2), Wudtke (4), Denert (2), Büchel, Käsgen, Klinkenberg, Wagner (2), Münster, Kepp, Schmitz (1), Panse (3), Herzog, Schnalle (6), Tölke (1).

Borussia Mönchengladbach: Heck, Hoffmann, Erkes – Prinz, Weis (9/2), Herholz, Bremges (1), Semrau (1), Weisz (6), Berner (5), Lipok (3), Markovic, Slabospytskyi (2), Erkes, Roth (1/1).