3. Liga
Opladen ärgert Saarlouis, Panther holen vier Punkte
TuS 82 hat beim 25:29 bis in die Schlussphase hinein die Hand an was Zählbarem. Für die Bergischen Panther ist das 42:39 gegen die Dragons doppelt wertvoll.

Gezogen und gezerrt: Opladens Kapitän Oliver Dasburg (links), hier bedrängt von Jonas Kämper (Longericher SC), war in Saarlouis mit zehn Toren mal wieder der erfolgreichste Werfer des TuS 82 – trotz intensiver Versuche der Gastgeber, die Kreise des Rückraumspielers einzuengen. (Foto: Thomas Ellmann)

HG Saarlouis – TuS 82 Opladen 29:25 (15:12). Eigentlich lagen die Opladener ja schon vor dem Beginn der Partie mit 0:3 hinten, weil in ihrer Spalte auf dem offiziellen Spielbericht neben den 13 eingetragenen Namen noch ausreichend Platz war und Stefan Scharfenberg den personellen Mangel verwalten musste – anders als sein HG-Kollege Jörg Lützelberger, der für den Spitzenreiter sämtliche 16 Positionen besetzen konnte und deshalb bessere Möglichkeiten zur Verfügung hatte. Hinterher gab es auch deshalb keine Kritik des Opladener Trainers, der das Zeugnis für seine Mannschaft an diesem Abend eher mit guten Noten versah: „Wir verlieren knapp und kriegen am Ende noch mal ein, zwei unnötige Tore, weil wir ein bisschen aufmachen. Meine Mannschaft macht ein sehr, sehr gutes Spiel nach einer schwierigen Trainingswoche mit Erkrankungen. Die Marschroute war, befreit aufzuspielen, sich mit einem guten Spiel auch zu belohnen für das Jahr irgendwo. Das ist den Jungs gelungen. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat.“ Der Verlauf der Partie bestätigt die Einschätzung, dass diesmal bis zum Schluss möglichweise doch was Zählbares drin gewesen wäre – anders als vor zwei Wochen in der vom Saisonfinale im Mai 2026 vorgezogenen Heimspiel, als die Opladener zwar nach der ersten Halbzeit mit 12:10 führten, aber im zweiten Durchgang komplett die Kontrolle verloren und letzlich beim 20:27 chancenlos waren. Während der TuS 82 das Handballjahr 2025 mit 14:20 Punkten als Achter und damit als aktutelles Schlusslicht der oberen Hälfte abschließt, befindet sich Saarlouis als Kandidat für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga weiter auf seiner Lieblingsposition: Die HG (28:4) führt die Klasse an vor dem TV Gelnhausen (25:5), der HSG Rodgau Nieder-Roden (23:7) und der TSG Münster (21:9).

Was die Opladener hinterher durchaus als Gewinn sehen durften: Sie lieferten dem Favoriten einen engagierten Kampf – und schafften es damit als einziges der bisher sieben Gäste-Teams, die im siebten Heimspiel zum siebten Mal erfolgreiche HG unter der Marke von 30 erzielten Treffern zu halten. Dass der TuS 82 keineswegs ins Saarland gereist war, um die Punkte dort mehr oder weniger freiwillig abzuliefern, stellte er dabei von der ersten Minute an und mit der 3:2-Führung (5.) unter Beweis. Nach einer 0:5-Serie zum 3:7 (10.) als Folge einer hier viel zu hohen Fehlerquote fand der Außenseiter besonders ab dem 5:10 (20.) wieder in die Partie zurück – 8:10 (23.), 10:12 (27.). Noch besser sahen die Aussichten dann nach dem 12:15 (30.) am Ende der ersten Halbzeit durch den guten Start in den zweiten Durchgang aus, als dem TuS 82 übers 15:15 (34.) mit dem 17:16 (37.) und 18:17 (38.) jeweils eine neue Führung gelang. Wie dicht beieinander beide Teams über weite Strecken waren, zeigte sich auch ein paar Minuten später, als HG-Spieler Muhamet Durmishi beim Stande von 19:20 aus Opladener Sicht eine Zeitstrafe kassierte (44.) und Len Johannmeyer in Überzahl frei zum Wurf kam – und mit seinem Versuch am Pfosten scheiterte. Die direkte Folge: Mehr Erfolg hatte in derselben Minute Yves Kunkel, der für Saarlouis sehr humorlos auf 21:19 (45.) erhöhte. Eine Art erster Entscheidung fiel allerdings erst, als der nie aufgebende TuS 82  nach dem 21:21 (46.) und 22:22 (47.) drei Gegentore hintereinander zum 22:25 (49.) hinnehmen musste. Ihrer Sache komplett sicher sein durfte sich Saarlouis trotzdem erst kurz vor Schluss, als Kunkel und Lars Weißgerber aus dem 27:25 (58.) nach dem Tor von Luca Kostorz innerhalb von 19 Sekunden das 28:25 (60.) und 29:25 (60.) machten.

In der Summe nahm der TuS 82 trotz der verlorenen Punkte ein überwiegend gutes Gefühl mit in die Pause über Weihnachten/Neujahr, zumal der Abstand zum ersten der drei Abstiegsränge (platz 14) zurzeit mindestens sieben Zähler beträgt (SG Schalksmühler-Halver Dragons/6:24). „Wir stellen gute Aufgaben und wir reagieren gut auf Aufgaben, die wir gestellt bekommen“, fand Scharfenberg, „ich kann allen Spielern ein gutes Spiel attestieren. So kann man in die Pause gehen und jetzt den Körper pflegen und dann im neuen Jahr wieder angreifen.“ Weil Opladen den für 10./11. Januar 2026 vorgesehenen Rückrunden-Beginn bereits hinter sich und hat und dort am 30. November mit dem 33:30 bei Interaktiv.Handball wertvolle Punkte sammeln konnte, geht es fürs Team nun erst am 17. Januar 2026 gegen das gefährdete HLZ Friesenheim-Hochdorf II weiter (13./11:19). In dieser Partie und eine Woche später bei der noch stärker bedrohten TSG Haßloch (15./4:26) bieten sich vermutlich zwei weitere Chancen, den Abstand nach unten auszubauen.

TuS 82 Opladen: Stiller, Beckert – Wolfram (2), Jagieniak, Dasburg (10/4), Schmitz (5), F. Johannmeyer, Sonnenberg, Kostorz (1), Werschkull (2), L. Johannmeyer (1), Hess (2), Swiedelsky (2).

 

Bergische Panther – SG Schalksmühle-Halver Dragons 42:39 (20:20). Für die, die es mit keiner von beiden Mannschaften halten, war es vor allem ein sehr unterhaltsamer Abend – aber für alle anderen eine echte Herausforderung, weil beide Seiten intensiv an einer Berg- und Talfahrt mit der einen oder anderen Richtungsänderung beteiligt waren. Dass die Panther durch einen Katastrophen-Start mit ncht nur einmal sieben Treffern Rückstand und einem noch immer schwachen Beginn für den zweiten Durchgang viel selbst zu diesem Wechselbad beitrugen, dürften sie allerdings schnell zu den Akten legen – weil ihnen der Erfolg am Ende der Hinrunde und des Handballjahres 2025 zwei wichtige Punkte für den weiteren Kampf um den Klassenerhalt bescherte. Für den Fall einer Niederlage wäre das Polster auf drei Zähler zusammengeschrumpft, doch jetzt können sich die Panther als Neunter bei 13:17 Punkten ziemlich beruhigt in die Pause über Weihnachten Neujahr begeben. Schalksmühle (14./6:24), ein direkter Kontrahent, liegt bei vergößertem Abstand weiter auf dem ersten Abstiegsplatz. Dahinter folgen noch die TSG Haßloch (4:26) und der TV Homburg (3:27). 

Die Gastgeber erzielten zwar durch Aaron Exner das 1:0 (2.), konnten daraus aber keinen Schwung und keine Sicherheit mitnehmen – 3:7 (7.), 5:12 (12.), 7:14 (14.). Mit dem 10:14 (17.) war die Mannschaft des Trainergespannes Alexander Oelze/Jens Peter Reinarz halbwegs zurück und den 11:16-Rückstand (18.) konnte sie übers 15:19 (25.) dank einer 4:0-Serie zum 19:19 (29.) ausgleichen. Anschließend stellte der zweite Durchgang die Panther erneut vor größere Herausforderungen, weil sie sich diesmal nach dem Wiederbeginn einen 23:26 (36.) erlaubten. Passend zum gesamten Verlauf: Der allgemeine Widerstand brach wiederum nicht zusammen. Jetzt reichten den Hausherren plötzlich ihrerseits fünf Minuten, um die Partie durch einen 6:0-Lauf bis zum 29:26 (41.) zu ihren Gunsten zu drehen. Erstaunlich: Jenes 29:26 erzielte Sam Lindemann, als die Panther gerade in Unterzahl waren – nachdem der erst 24 Sekunden zuvor auf die Platte gekommene Simon Wolter für ein heftiges Einsteigen die Rote Karte gesehen hatte (40./Gesichtstreffer gegen Christopher Börner). Näher als bis zwei Treffer wie beim 31:33 (49.) kamen die Dragons dann im letzten Drittel nicht mehr heran, auch auf der Zielgeraden behielten die Panther die Kontrolle – 37:33 (53.), 40:35 (58.).

Bergische Panther: Eigenbrod, Mohr – Müller (5), Hermann (4/1), Flemm (1/1), Meurer (7), Taymaz (1), Luciano, Lindemann (3), Zulauf, Exner (4), Vornehm, Ballmann (11), Schön (3), Elsässer (3).