3. Liga
Longerichs neue „Taktik“: Ohne Druck zu mehr Leistung
LSC freut sich aufs neue Jahr und den "Kaltstart" gegen den Tabellenführer HG Saarlouis. Panther treten in Kirchzell an. TuS 82 Opladen und Interaktiv pausieren noch.

Wohin laufen wir? Loic Kaysen, Severin Henrich und Malte Nolting (von links/im Hintergrund: Torhüter Lennart Kull) hoffen zunächst, dass ihren Longerichern in Saarlouis gegen den Spitzenreiter zumindest ein starkes Spiel gelingt. (Foto: Thomas Schmidt)

Neues Jahr, neues Glück? Irgendwie scheint der Longericher SC auf der Suche zu sein, ein Stück weit auch auf der Suche nach sich selbst. Wozu das Team von Trainer Chris Stark in der Lage ist, hatte es unter anderem in der vergangenen Saison mit dem dritten Platz und 43:17 Punkten in der Abschluss-Tabelle nachgewiesen – hinter dem Meister HSG Krefeld Niederrhein (59:1) und dem Zweiten TV Gelnhausen (52:8), aber vor dem Vierten HG Saarlouis (40:20). Diesmal starteten die Kölner zwar übersichtlich (4:6), anschließend allerdings durch: Nach 14:2 Zählern aus sieben Spielen ohne Niederlage war sogar die Chance da, das Halbzeit-Ergebnis von 21:9 Punkten aus 2024/2025 zu übertreffen. Daraus wurde letztlich nichts, weil der LSC unmittelbar vor der Pause über Weihnachten/Neujahr gegen zwei Teams aus dem unteren Drittel mit wenig zufrieden sein musste – 35:37 gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II (13./11:19), 32:32 beim Aufsteiger Interaktiv.Handball (Elfter/13:19), als Lennart Niehaus vier Sekunden vor dem Ende durch einen verwandelten Siebenmeter soeben ein Unentschieden rettete. Folge: Als Siebter bildet Longerich mit einem klar erkennbaren Rückstand nach oben zurzeit eher das Ende der oberen „Hälfte“ ab und gleichzeitig ist der Abstand zum Achten TuS 82 Opladen (14:20) als Spitzenreiter der unteren „Hälfte“ aus neun Klubs mit durchweg negativen Konten trotzdem groß. Daraus folgt, dass sich der LSC momentan im Niemandsland aufhält. 

Longerich will nun mit dem Beginn der Rückrunde entsprechend reagieren – gerade deshalb, weil es am Samstag gegen den Tabellenführer HG Saarlouis (28:4) mit einer der höchsten denkbaren Hürden weitergeht. Die Kölner nehmen sich ein Stück weit zurück, sie verzichten auf eine Art Kampfansage und sie sehen sich als Außenseiter. „Saarlouis hat vor der Saison klar formuliert, dass es hoch will“, sagt LSC-Trainer Stark, „und es steht völlig zu Recht an der Spitze der 3. Liga. Sie überzeugen vor allem durch eine sehr starke Physis. Was das Spielerische angeht, können andere Mannschaften gut mithalten – wie wir an einem guten Tag auch. Den hatten wir vor der Weihnachtspause das eine oder andere Mal nicht, sodass wir den direkten Kontakt zur absoluten Spitzengruppe ein bisschen verloren haben. Das führt dazu, dass wir das ein Stück befreit und ohne Druck angehen. Wir haben nichts zu verlieren und versuchen, über diese Herangehensweise gerade am Samstag zu einer guten Leistung zu kommen. Das wird ein Kaltstart ins neue Jahr, auf das wir uns auf jeden Fall freuen.“ Natürlich hätte niemand in Köln etwas dagegen, wenn es trotzdem zu einer Überraschung reicht und vielleicht sogar zu einem besseren Resultat als jenem 28:34 vom Saison-Auftakt am 23. August 2025 im Saarland.

Ebenfalls relativ frei von einer besonderen Belastung können die Bergischen Panther als Neunter beim gleichauf liegenden Zehnten  TV Kirchzell (jeweils 13:17) mit dem Handballjahr 2026 beginnen. Beide verfügen über ein ausreichendes Polster auf die drei Abstiegsränge, die derzeit die SG Schalksmühle-Halver Dragons (6:24), die TSG Haßloch (4:26) und der TV Homburg (3:27) einnehmen. Noch nicht im Einsatz sind der TuS 82 Opladen und Interaktiv.Handball (Elfter/13:19), die ihr ursprünglich für den kommenden Samstag vorgesehenes West-Duell auf den 30. November vorgezogen hatten. Jenes 33:30 in Ratingen war dann für die Opladener ein wichtiger Schlüssel für mehr Ruhe und demnächst folgen zwei weitere Gelegenheiten, im Duell mit direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt was für zusätzliche Sicherheit zu tun – am 17. Januar gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II und am 24. Januar bei der TSG Haßloch. Ähnliches gilt jedenfalls teilweise bei Interaktiv, das am 17. Januar beim Letzten Homburg antritt. Anschließend greifen die Ratinger jedoch am 25. Januar gegen Saarlouis und am 31. Januar in Gelnhausen ins derzeit höchste Regal in der 3. Liga Süd-West.