| 22. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Auf ihn mit Gebrüll: Welche Gefahr von Oliver Dasburg (mit Ball) ausgeht, ist ligaweit bekannt. Mit 122 Treffern aus 17 Einsätzen ist der Rückraumspieler. der außerdem 24 Siebenmeter verwandelt hat, immer noch der beste Feldtorschütze in der 3. Liga – obwohl er sich zuletzt beim 23:29 gegen Friesenheim-Hochdorf II mit einer für seine Verhältnisse übersichtlichen Ausbeute (3/1) begnügen musste. Ähnliches könnte Dasburg jetzt sicher noch einmal verkraften – wenn Opladen gleichzeitig zwei Punkte im Gepäck hätte. (Foto: Thomas Ellmann)
Sicher. Zu Panik besteht noch immer keinerlei Anlass. Wenn sich aber einer aus dem Westen zumindest ein paar mehr Gedanken als früher über den weiteren Kampf um den Klassenerhalt machen muss, ist es der TuS 82 Opladen. Auf dem zwölften Platz liegt das Team von Trainer Stefan Scharfenberg mit seinen 14:22 Zählern nur noch einen Punkt besser als das HLZ-Friesenheim II – als jener Gegner, an dem die Opladener am vergangenen Wochenende mit ihrer 23:29-Heimniederlage ziemlich deutlich scheiterten. Nun liegt Friesenheim auf Rang 13 mit 13:21 Punkten nahezu gleichauf und es hat ein Spiel weniger ausgetragen, also eine zusätzliche Partie in der Hinterhand. Die größere Gefahr wartet für den TuS 82 Opladen allerdings eine Position weiter hinten, wo sich die SG Schalksmühle-Halver Dragons als 14. weiter relativ klar hinter dem rettenden Ufer befindet – und trotzdem bei 8:26 Punkten nicht um Lichtjahre entfernt. Dass es den Drachen jedenfalls deutlich besser als dem Vorletzten TSG Haßloch (4:30) und dem Schlusslicht TV Homburg (3:29) geht, hat viel mit dem jüngsten 37:29 gegen den TV Kirchzell (15:19) zu tun, der inzwischen als Neunter zum Feld der Klubs gehört, die ihren Blick eher nach unten als nach oben richten können, denn bereits der Longericher SC (20:14) markiert hier als Siebter eine sehr deutliche Trennlinie. Was für die Opladener sowohl eine Chance als auch ein Risiko birgt: Sie treten am Samstag in Haßloch an. Durch einen Sieg bliebe der Abstand zu den Dragons, die bei der HSG Hanau (Sechster/20:12) gefordert ist, zumindest auf gleicher Höhe erhalten. Im günstigsten Fall kann der TuS 82 sein Polster auf acht Punkte ausbauen, im ungünstigsten Fall bleiben von den derzeit sechs Punkten mehr lediglich vier übrig und der Druck steigt weiter. Klar ist, dass Mannschaft und Trainer das unbedingt verhindern wollen. Und klar war auch direkt im Anschluss an die HLZ-Pleite, was aus Scharfenbergs Sicht dringend besser werden muss. „Von den Lösungen, die wir uns erspielen, und von der Qualität der Möglichkeiten war der Sieg auf jeden Fall möglich und damit kann man ein Handballspiel gewinnen – aber nicht mit der Abschluss-Quote an der Stelle.“

Vielleicht hilft es dem TuS 82 sogar, dass er diesmal nicht zu Hause auf den Prüfstand tritt – weil die Bielerthalle in dieser Saison irgendwie ein Teil des Problems zu sein scheint. Das größte aus der Sicht des Vereins insgesamt: Die Spiel- und Trainingsstätte steht in dieser Saison ab Ende März wegen Reparatur- und Sanierungsarbeiten nicht mehr zur Verfügung. Daraus hat sich in den vergangenen Monaten ein verdichtetes Heimspiel-Programm ergeben und selbst die für das zweite Mai-Wochenende als Saison-Abschluss vorgesehene Partie gegen den aktuellen Spitzenreiter HG Saarlouis hat Opladen im vergangenen Dezember bereits hinter sich gebracht (20:27). Als Rest sind vier weitere Heimspiele geblieben – am 31. Januar gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, am 28. Februar gegen die HSG Hanau, am 21. März gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (vorgezogen aus dem April), am 27. März gegen die Bergischen Panther. Dass dem immerhin noch acht Auswärtsspiele gegenüberstehen, muss dabei erstaunlicherweise nicht mal ein echter Nachteil sein: Mit den bisher erzielten 8:14 Punkten aus elf Einsätzen gehört Opladen nicht direkt zu den heimstärksten Klubs der 3. Liga Süd-West und die Auswärtsbilanz mit 6:8 Punkten aus sieben Spielen liest sich wohl kaum schlechter. Erstens: Vermutlich könnte der TuS 82 nun in Haßloch mit einem ähnlich knappen Ergebnis wie jenem 29:28 aus der Hinrunde leben. Zweitens: Die TSG konnte mit dem 30:29 gegen Homburg am 13. September 2025 sowie dem 37:23 in Kirchzell am 13. Dezember 2025 überhaupt erst zwei Mal gewinnen. In der Summe liegt der TuS 82 in jedem Bereich der Statistik vorne, mit 531:537 (minus sechs) zu 472:568 (minus 96) unter anderem sehr klar im Torverhältnis. Ob die Opladener was draus machen können, ist jetzt wieder eine andere Frage.
Einen Hauch besser als die Opladener liegen auf Platz acht die Bergischen Panther als Anführer einer Vierergruppe, zu der außerdem Kirchzell, der Aufsteiger Interaktiv.Handball und die MT Melsungen II gehören (alle 15:19 Punkte). Trotz ihres viele Sorgen lindernden 34:28 zuletzt gegen die HSG Hanau gilt die Mannschaft des Trainergespanns Alexander Oelze/Jens-Peter Reinarz für die Aufgabe beim Nachbarn Longericher SC (Siebter/20:14) als Außenseiter. Im mehr als vier Monaten alten September-Duell der Hinrunde hatten die Panther den LSC bei einer 31:28-Führung immerhin am Rande einer Niederlage, mussten dann aber in den beiden letzten Minuten drei Kölner Tore hinnehmen – darunter das von Nico Pyszora zum 31:31 genau sechs Sekunden vor der Schluss-Sirene. Noch höher sind direkt die beiden nächsten Hürden für den Aufsteiger Interaktiv.Handball, der am Sonntag den Tabellenführer HG Saarlouis erwartet und am 31. Januar zum Zweiten TV Gelnhausen fährt (32:4). Lazarov muss zwar im Rückraum mit einem schmalen Kader auskommen, traut den Ratingern jedoch einen couragierten Auftritt zu: „Wir haben mit ernsthaften personellen Problemen aufgrund verletzter Spieler zu kämpfen, aber das wird uns nicht daran hindern, unser Bestes zu geben und zu versuchen, das beste Team der Liga zu überraschen.“
Wie hoch besonders die Hürde gegen den Tabellenführer (26:6) aus dem Saarland einzuschätzen ist, lässt sich besonders hier ablesen: Saarlouis hat bisher als einziger Drittligist in acht Heimspielen keinen einzigen Zähler abgegeben (16:0) und insgesamt sowieso als klares Ziel den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Was Interaktiv einbringen kann: Die Mannschaft von Trainer Filip Lazarov bewies kurz vor Weihnachten mit einem 33:33 gegen die Longericher, dass sie im Grunde voll klassentauglich ist, und sie holte zuletzt mit einem 29:26 beim Letzten Homburg zwei wertvolle Zähler. Einpreisen wird Interaktiv nun weder gegen Saarlouis noch in Gelnhausen einen Erfolg, während auf dem Programm im nächsten Monat doch mehr Druck liegt: Dann treten die Ratinger am 7. Februar beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II, am 21. Februar gegen die Bergischen Panther und am 28. Februar bei den SG Schalksmühle-Halver Dragons an.