3. Liga
Erleichterung: Opladen und die neue Sicherheit
TuS 82 gewinnt beim Vorletzten Haßloch deutlich mit 34:23 und hat jetzt ein Acht-Punkte-Polster auf die Abstiegszone. Longericher SC setzt sich im Endspurt mit 33:31 gegen die Bergischen Panther durch.

Geht doch! Fabrice Voigt, bei den Opladenern vor anderthalb Jahren aus der ersten Reihe zurückgetreten und dann „nur“ noch Co-Trainer, vertrat den fehlenden Chefcoach Stefan Scharfenberg in Haßloch mit durschlagendem Erfolg. (Foto: Thomas Ellmann)

TSG Haßloch – TuS 82 Opladen 23:34 (13:19). Fabrice Voigt ballte unmittelbar nach der Schluss-Sirene die Fäuste, denn seine Mission war damit erfolgreich erledigt. Voigt, einst selbst Chefcoach der Opladener und diesmal für den aus beruflichen Gründen fehlenden Stefan Scharfenberg wieder in vorderster Linie verantwortlich, hatte damit in dieser Form selbst nicht gerechnet – wie überhaupt kein Opladener. Nach 1:7 Punkten aus den vergangenen vier Spielen ohne Sieg und der zuletzt wenig begeisternden Leistung beim 23:29 in eigener Halle gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II (13./15:21) stand ein Fragezeichen hinter dem Leistungsvermögen des TuS 82 – und die Mannschaft für die Aufgabe beim Vorletzten durchaus nicht gering unter Druck, weil eine weitere Niederlage womöglich doch größere bis echte Abstiegsgefahr gebracht hätte. Dass Opladen die Partie etwa verlieren könnte, war allerdings bereits nach der ebenso beherzt wie konzentriert geführten ersten Halbzeit vom Tisch, und auch nachher behielten die Gäste jederzeit die Kontrolle, sodass sie verdient einen glatten Erfolg mit in den Bus nach Hause nahmen. Eine dazu jedenfalls für Opladen passende Nachricht trudelte kurz nach der Schluss-Sirene ein: Sämtliche Konkurrenten aus dem tieferen Keller gingen leer aus – darunter auch die SG Schalksmühle-Halver Dragons, die nach ihrem 31:38 bei der HSG Hanau mit 8:28 Punkten als 14. weiter auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Weil der TuS 82 nun fürs Erste Neunter ist und dabei sein Konto auf 16:22 Zähler aufstocken konnte, blickt er nun bis zu den Dragons sogar auf ein Acht-Punkte-Polster. Der Vorletzte Haßloch (4:32) und der Letzte TV Homburg (3:31) dahinter scheinen den Anschluss bereits völlig verloren zu haben.

Obwohl der TuS 82 seinen Top-Torschützen Oliver Dasburg über die komplette Distanz auf der Bank lassen und in Birger Dittmer einen weiteren Rückraumspieler ersetzen musste (beide krank), produzierte der Angriff diesmal von Beginn an auf Hochtouren. Nach dem 1:0 (2.) von Sören Servos und dem 2:0 (3.) von Malte Wolfram kam Haßloch zwar ebenfalls in die Partie, musste aber im Anschluss ans 8:8 (11.) in einer mit viel Tempo versehenen Partie bald abreißen lassen. Opladen brauchte genau fünf Minuten, um aus diesem Unentschieden über eine kompakte Abwehr und eine sichere Chancenverwertung die bereits komfortable 13:8-Führung (17.) zu machen. Mit dem 19:12 (28.) kurz vor der Pause und dem 20:13 (33.) direkt danach gab es schon jeweils sieben Tore Unterschied – und bei jenem Polster schien sich der Abend für einen längeren Zeitraum einzupendeln, wobei Haßloch die Opladener zu keinem Zeitpunkt ernsthaft unter Druck zu setzen wusste. Pünktlich zum letzten Viertel schalteten die Gäste gegen offensichtlich nicht aus Zufall weit unten in der Tabelle stehende Hausherren dann noch einmal in einen höheren Gang, unterbanden hinten viele Angriffsversuche der TSG entschlossen und nutzten deren zahlreiche Fehler zu einfachen Toren. Konsequenz daraus: Übers 24:18 (46.) brachte eine 5:0-Serie das 29:18 (50.) und für den Rest des längst einseitigen Duells blieb der Abstand im zweistelligen Bereich. 

Interims-Cheftrainer Voigt wirkte insgesamt vor allen Dingen erleichtert und er sah den klaren Erfolg als Belohnung für die intensive Vorbereitung im Training: „Das war ein souveräner und sehr wichtiger Sieg für uns, es war ein Sieg der Mannschaft. Wir haben in der Woche hart gearbeitet und wir hatten einige Rückschläge. Oliver Dasburg war krank, Birger Dittmer war krank. Die Mannschaft hat das heute überragend gemacht, wir hatten sehr viel Energie und sehr viel Willen. Jeder Spieler hat seine Aufgabe auf dem Feld wirklich überragend ausgefüllt und wir hatten eine sehr starke Abwehr. Im Angriff haben wir relativ schnell gezeigt, dass wir mit unseren Lösungen heute nicht aufzuhalten waren. Wir können rundum zufrieden sein – wohl wissend, dass das jetzt ein kleiner Schritt mal wieder war. Heute feiern wir und ab Montag arbeiten wir wieder hart. Dass ist das, was wir brauchen, um Punkte zu holen in dieser Liga.“ Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am nächsten Samstag gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, die als aktueller Dritter (26:10) zur oberen Etage gehört. Und so gut wie sicher dürfte damit vor allem sein, dass die HSG den Opladenern mehr Widerstand entgegensetzen wird.

TuS 82 Opladen: Beckert, Klein – Servos (9), Wolfram (2), Jagieniak, Kroner (2), Dasburg, Schmitz (4), F. Johannmeyer (1), Sonnenberg (7/1), Kostorz, Werschkull (2), L. Johannmeyer (4), Hess (2), Swiedelsky (1).

 

Longericher SC – Bergische Panther 33:31 (13:13). Vielleicht werden sich die Panther jene Sequenz noch einmal anschauen, in der kurz vor der Pause viel passierte. Und womöglich werden sie dann festsellen (müssen), dass sie hier zum ersten Mal die gute Chance auf mehr aus der Hand gaben. Joe Ballmann hat kurz zuvor erst die 13:11-Führung (27.) für die Gäste erzielt und nun findet er erneut einen Weg durch die Longericher Abwehr. Passend zum diesem Zeitpunkt: Der LSC, der als Vertreter der oberen Hälfte im Duell mit einem Kontrahenten, der „nur“ den Klassenerhalt anstrebt, nicht zum ersten Mal manches schuldig bleibt, kann die Aktion von Ballmann lediglich sehr regelwidrig stoppen: Severin Henrich greift dem Rückraumspieler in den Arm – und kassierte dafür mit Recht die direkte Rote Karte. 28 Minuten und 36 Sekunden sind zu diesem Zeitpunkt gespielt. Anschließend tritt Louis Elsässer zum gleichzeitig verhängten Strafwurf an – und scheitert. Loic Kaysen bringt den LSC auf der anderen Seite auf 12:13 (60.) heran, sodass die Panther wenig später ihre letzte Auszeit nehmen, um den Rest der ersten Halbzeit zu planen. Offiziell stehen jetzt n0ch 34 Sekunden an verbleibender Spielzeit auf dem Programm. Was immer die Trainer Alexander Oelze/Jens-Peter Reinarz nun im Gesprächskreis mit ihrer Mannschaft besprochen haben – das darauf Folgende war es sicher nicht. Es gibt keinen eigenen Abschluss mehr, sondern einen Ballverlust. Den nutzen die Kölner durch Nico Pyszora tatsächlich zum Ausgleich und die Panther gehen nicht etwa mit einem Vorsprung von drei Treffern (14:11) in die Pause, sondern mit einem 13:13-Unentschieden. Jenes Drei-Tore-Plus steht zwar nachher mit dem 18:15 (40.) doch auf der Anzeigetafel, aber der LSC antwortet wieder schnell und behält letztlich in der bis zum Schluss spannenden Partie beide Punkte. Der Sieg zahlt sich für die Kölner auch aus, denn mit dem auf 22:14 Zähler verbesserten Konto gelingt ihnen zumindest vorübergehend der Sprung auf den sechsten Platz. Die Panther, zuvor Achter, rutschen dagegen zunächst mit 15:21 Punkten auf Rang elf ab – wo sie aktuell immer noch ausreichend Raum zu den SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./8:28) auf  dem ersten Abstiegsplatz sehen. 

Bis zum 6:5 (13.) legte Longerich regelmäßig vor, konnte jedoch die Panther nie richtig distanzieren – im Gegenteil. Treffer von Aaron Exner (14.), Sam Lindemann (15.) und Louis Elsässer (16.) brachten die Wende zugunsten der Gäste, die nach dem 10:10 (23.) des LSC von Benjamin Richter mit dem 12:10 (24.) und jenem 13:11 antworteten – das ihnen die bis dahin beste Perspektive bot. Ebenso abwechslungsreich wie spannend blieb anschließend der zweite Durchgang, in den die Hausherren mit dem 15:13 (32.) besser starteten, bevor sie sich eine acht Minuten währende Durststrecke ohne einen eigenen Treffer erlaubten. Kein Wunder: Die Panther nahmen die Gelegenheit dankend an und erzielten fünf Tore in Folge zum 18:15 (40.). Das war allerdings in der Summe doch nur die Basis für die nächste der insgesamt nicht wenigen Kehrtwenden an diesem Abend und ab dem 19:19 (44.) blieb bis zum Schluss fast jedes Ergebnis möglich – 23:23 (48.), 27:27 (53.), 28:28 (54.), 30:28 (57.). Ballmann (59.), Lindemann und Pascal Hermann verkürzten auf 29:30 (59.), 30:31 (59.) und 31:32 (60.), ehe Lukas Martin Schulz den Kölner Sieg durch sein 33:31 genau 19 Sekunden vor der Schluss-Sirene sicherte. So ausglichen wie die gesamte Partie sah im Übrigen auch das Strafenverhältnis aus: Bei Longerich gab es neben der Roten Karte gegen Henrich bloß drei weitere Zeitstrafen und vier Siebenmeter, bei den Panther standen lediglich drei Siebenmeter und drei Zeitstrafen in der Statistik.

Longericher SC: Kull, Babic – Wörmann (2), Pyszora (6), Henrich, Richter (2), Gerfen, Bertenbreiter (3), Niehaus (6), Leitz, Schulz (5/3), Kaysen (3), Kremp, Becker, Kämper (6/1).

Bergische Panther: Eigenbrod, Mohr – Müller (4), Hermann (2), Flemm (1/1), Meurer (5), Taymaz (4), Lindemann (6), Exner (2), Lorenz, Vornehm, Schütte, Ballmann (4), Schön (1), Elsässer (2/1).