| 25. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Der nächste Gegentreffer: An Sebastian Bliß und seinem Keeper-Kollegen Nicholas Plessers lag es allerdings nicht, dass Interaktiv zuerst den Faden und dann die gesamte Partie verlor. (Foto: Thomas Schmidt)
Interaktiv.Handball – HG Saarlouis 23:32 (10:14). Irgendwie schien dem Spitzenreiter aus dem Saarland die ganze Angelegenheit über weitere Strecken ein wenig lästig zu sein. Die Mannschaft von Trainer Jörg Lützelberger, die den Aufstieg in die 2. Bundesliga als Ziel hat, spielte jedenfalls nicht die Sterne vom Himmel – was sie allerdings auch nicht brauchte, um die Partie beim Aufsteiger deutlich zu ihren Gunsten zu entscheiden. Interaktiv, das eine optimale personelle Besetzung und eine Leistung mindestens in der Nähe des Maximums gebraucht hätte und doch wenig davon auf die Platte bringen konnte, hielt nur im ersten Drittel dieses Duells am Sonntagnachmittag mit. Dann erlaubte sie sich vor der Pause jenen Durchhänger, den Saarlouis sehr gerne annahm, um sich den entsprechenden Raum zu verschaffen. Nach dem 9:9 (18.) von Dusan Maric gab es eine besonders hohe Fehlerquote beim Außenseiter und in der Summe eine offensive Durststrecke von mehr als zwölf Minuten. Als Nicolas Körber unmittelbar vor dem Ende der ersten Halbzeit den nächsten Interaktiv-Treffer erzielte, war es nach einer 5:0-Serie des Tabellenführers das 10:14 (30.), das die Gäste wiederum sehr gelassen zur Kenntnis nahmen, und nachher ließen sie keinerlei Zweifel mehr daran aufkommen, wer sich die beiden Punkte sichern würde. Während Saarlouis (34:4) vorne seinen ersten Platz vor dem TV Gelnhausen (28:6) behauptete, gehört Interaktiv jetzt zu einem Viererpaket mit Klubs, die jeweils 15:21 Zähler auf dem Konto haben. „Spitzenreiter“ sind hier die Bergischen Panther vor der MT Melsungen II, Interaktiv und dem HLZ Friesenheim-Hochdorf II. Alle vier verfügen zurzeit über ausreichend Abstand auf den ersten Abstiegsplatz, den die SG Schalksmühle/Halver Dragons einnimmt (14./8:28).
Die Gastgeber, gestützt auf einen hier stark haltenden Torhüter Sebastian Bliß, drehten das 0:2 (3.) in eine eigene 3:2-Führung (4.), gerieten beim 5:6 (15.) wieder ins Hintertreffen und glichen regelmäßig aus – bis zu jenem 9:9. Ab hier passte bei den Hausherren für eine aus ihrer Sicht quälend lange Phase wenig zusammen und der Favorit musste bloß auf die passenden Gelegenheiten zu seinen Gunsten warten, ohne viel Glanz anzubieten. Was Saarlouis bereits in der ersten Halbzeit zusätzlich entgegenkam: Die Ratinger ließen gleich drei Siebenmeter-Chancen aus (6./Tomislav Nuic, 20./Dusan Maric, 28./Luca Elias Schulz). Was dennoch für die Gastgeber sprach: Sie gaben sich nicht frühzeitig geschlagen, sondern versuchten weiter viel und verkürzten sogar auf 15:17 (39.). Saarlouis antwortete darauf allerdings in aller Ruhe über seine individuelle Stärke und wieder mehr Konsequenz, sodass die Frage nach dem Sieger bereits mit dem 22:16 (45.) beantwortet war, bevor auf der Zielgeraden sogar ein Sieg mit mehr als zehn Toren Unterschied möglich zu sein schien – 27:19 (50.), 31:20 (56.). Das immerhin wusste Interaktiv durch das 23:32 (59.) von Richard Sibbel letztlich zu verhindern in einer Partie, in der es im Grunde zu keinem Zeitpunkt für zwei Zähler in Frage kam. Ob die Aussichten darauf am kommenden Samstag größer sind? Beim Zweiten Gelnhausen tritt die Mannschaft von Trainer Filip Lazarov sicher wiederum nicht als Favorit an.
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz (6), Venedey, Szabo (1), Perschke, Sibbel (3/1), Kübler, Körber (5), Nuic (1), Poschacher, Koenemann (2), Maric (2), Stock (1), Sabljic (1), Eckardt (1).