| 26. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Sicherheitsfachleute: Lukas Ellwanger und erst recht Torhüter Mathis Stecken dahinter rührten beim Essener Sieg gegen Weiden massiven Beton an. (Foto: Thomas Schmidt)
HSG am Hallo Essen – HC Weiden 25:22 (12:11). Zwei Serien sind gerissen und Weiden konnte so die Chance nicht nutzen, zum Spitzenreiter TV Korschenbroich aufzuschließen (20:6 Punkte), der an diesem Spieltag 24 Stunden zuvor mit einem 29:32 beim HC Gelpe/Strombach durchaus überraschend zwei Zähler eingebüßt hatte. Jetzt erwischte es die Weidener nach vier Siegen in Folge ebenfalls mal wieder und die Mannschaft von Trainer Marc Schlingensief liegt als Zweiter (18:8) unverändert zwei Punkte hinter dem Tabellenführer. Hauptgrund für den Essener Sieg und die Niederlage des HC: Die Gäste, die zuletzt sechs Mal hintereinander die 30-Tore-Marke klar übertroffen hatten, blieben diesmal bei 22 Treffern stehen – was ein Minusrekord für die laufende Serie ist. Der wesentliche Faktor dafür hatte besonders einen Namen und er verrichtete seine Arbeit zwischen den Essener Pfosten: Mathis Stecken. Schlingensief war ebenfalls beeindruckt. „Unsere Torhüter Tom Keller und Harvey Riechmann hatten schon einen guten Tag“, urteilte Weidens Coach, „aber Mathis Stecken hat da noch mal einen draufgesetzt.“ Das sah der Kollege Niklas Rolf aus HSG-Sicht ganz ähnlich: „Wir hatten eine starke Abwehr, Mathis hat ein Sonderlob verdient.“ Essen, das vor einer Woche bei der HSG Refrath/Hand noch eine weitgehend träge Leistung abgeliefert und deshalb mit 27:29 verloren hatte, stabilsierte durch den Sieg seinen fünften Platz (15:11) und zeigte erneut, dass es im Grunde für jeden Gegner in der Regionalliga eine Gefahr sein kann.
Weiden lag mit dem 7:5 (17.) in der intensiv umkämpften Partie vorne, fand dann jedoch offensiv für ein paar Minuten gar kein Durchkommen mehr und Essen drehte das Duell durch einen 6:0-Lauf zum eigenen 11:7 (24.). Aus dem 11:12 (28.) am Ende der ersten Halbzeit machte der HC direkt den 12:12-Ausgleich (31.) und er ließ sich auch vom 13:16 (35.) nicht aus der Bahn werfen – 16:16 (38.). Übers 20:17 (47.) und 21:18 (52.) für Essen ging es anschließend nach dem 21:21 (55.) in einen extrem spannenden Schluss-Abschnitt, in dem beim 22:22 (58.) zweieinhalb Minuten vor dem Ende jeder Gewinner möglich war. Im Finale gab dann nicht zuletzt die riesige Erfahrung zweier Essener den Ausschlag: Dennis Szczesny (32), in der vergangenen Saison noch für den Zweitligisten TuSEM unterwegs, legte das 23:22 (59.) vor und Simon Ciupinski (37) erhöhte auf 24:22 (60.), bevor erneut Szczesny mit dem 25:22 genau 15 Sekunden vor dem Ende letzte Unklarheiten beseitigte. HSG-Trainer Rolf, der seinen früh verletzten Top-Torschützen Matthias Blum nach zehn Minuten nicht mehr einsetzen konknte, fand das gut so: „Unter dem Strich ist das ein sehr verdienter Sieg. Wir haben den Kampf angenommen, wir haben gut und konsequent verteidigt wir haben im Angriff immer wieder Lösungen gefunden. Ich bin sehr, sehr stolz auf die gesamte Mannschaft, die eine super Reaktion gezeigt hat. Alles in allem hat die Mannschaft umgesetzt, was ich mir gewünscht habe. Wir haben den Ball deutlich besser laufen lassen als in den letzten Wochen. Das war ein sehr guter Abschluss der Hinrunde.“
Die Niederlage änderte aus Schlingensiefs Sicht nichts an seinem Urteil über die vergangenen Wochen und Monate. „Am Ende des Tages müssen wir auch dem personellen Aderlass ein bisschen Tribut zollen, sodass uns die Körner hinten fehlen“, fand Schlingensief, „wir haben sehr stark und intensiv in der Abwehr gearbeitet, wir haben daraus aber zu wenig Profit geschlagen, weil wir im Angriff zu hektisch und zu unüberlegt abgeschlossen haben. Kein Vorwurf an meine Mannschaft – sie hat alles auf dem Platz gelassen So eine schlechte Abschlussquote wie diesmal wird höchstwahrscheinlich in der laufenden Saison nicht mehr passieren. Daraus ziehen wir die Lehren und wir blicken trotzdem auf eine gute bis sehr gute Hinrunde zurück, auf die wir sehr stolz sein können.“ Die Rückrunde beginnt für Weiden am kommenden Samstag mit der Aufgabe beim Vorletzten Borussia Mönchengladbach (13./5:17), ehe es über das Heimspiel gegen die HSG Refrath/Hand (Sechster/13:11) zum Gipfeltreffen nach Korschenbroich geht.
HSG am Hallo Essen: Stecken, Wessels – Sinkovec (2), Ciupinski (3), Blum, Basholli (1), Neitsch, Enders (2), Szczesny (8), Ellwanger, Lange, Basic (2/1), A. Bekston (2), Schupe (5).
HC Weiden: Keller (1), Riechmann – T. Meurer (1). J. Frauenrath (3), Scheidtweiler (2), Wolff, Stolzenberg (2), Xhonneux (5/1), Rojko (1), Bösel (2), K. Frauenrath, Richter (1), Bergerhausen (3), Eissa (1).