| 01. Februar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Gute Güte! Interaktiv-Trainer Filip Lazarov konnte mit dem Auftritt in Gelnhausen wenig anfangen. Dass die Ratinger einen schweren Stand haben würden, war klar – weniger, dass sie verdient die höchste Saison-Niederlage einstecken mussten. (Foto: Thomas Schmidt)
TV Gelnhausen – Interaktiv.Handball 33:18 (18:7). Mit 18 Toren des eigenen Angriffs lässt sich kein einziges Spiel gewinnen in der 3. Liga – und dass sie nach der Pause ihre stockende Produktion von bis dahin sieben Toren auf elf Treffer steigerten, dürfte für die Ratinger bei der Heimfahrt aus dem Südosten von Hessen zurück ins Rheinland an diesem Samstagabend kein Trost gewesen. Dazu war der Leistungsunterschied über die 60 Minuten dann doch ein wenig zu groß: Der Aufsteiger hatte beim Tabellenzweiten (30:6 Punkte), der zu den Kandidaten für den Sprung in die 2. Bundesliga zählt, nicht den Hauch einer Chance. Unter dem Strich durfte Interaktiv sogar froh darüber sein, dass es nicht noch heftiger kam – was weniger mit einem klaren Sprung nach oben beim Außenseiter zu tun hatte, sondern in erster Linie mit dem vorübergehend bei den Hausherren zu erkennenden Verwaltungsmodus, in dem erstaunliche viele und vorher nicht zu sehende Schludrigkeiten vorkamen. Gelnhausen konnte dann jedoch fast wie auf Knopfdruck wieder in einen höheren Gang schalten und festigte in der Summe seine Position hinter dem Ersten HG Saarlouis (34:4) souverän, während den personell dezimierten Gästen durchgängig nur der Versuch einer Schadensbegrenzung blieb. „Das war für uns ein Spiel zum Vergessen“, fand Ratingens spielender Sportlicher Leiter Stanko Sabljic, „Glückwunsch an Gelnhausen, das eine Top-Leistung gezeigt hat. Wir sind 60 Minuten nicht ins Spiel reingekommen. Wir blicken ab Montag auf die nächsten Aufgaben.“ In der Tabelle und für den weiteren Kampf um den Klassenerhalt richtete die bisher deutlichste Saison-Niederlage tatsächlich keinen nachhaltigen Schaden an: Auf Rang zwölf liegt Interaktiv mit 15:23 Punkten unverändert weit vor den drei Abstiegsplätzen, die sich zurzeit die SG Schalksmühle-Halver Dragons (8:30), der TV Homburg (5:31) und die TSG Haßloch (4:32) teilen.
Obwohl sich Gelnhausen mit dem richtigen Einstieg in den Abend noch viel Zeit ließ, sahen die Ratinger nur ein einziges Mal einen Gleichstand auf der Anzeigetafel – mit dem 0:0 in den vier Minuten nach dem Anpfiff. Ab dem 1:0 (5.) war der TV praktisch nicht mehr aufzuhalten und er erhöhte im Eiltempo auf 4:0 (7.), ehe Dusan Maric für Interaktiv auf 1:4 (8.) verkürzen konnte. Näher als bei diesen drei Treffern Rückstand war das Team von Trainer Filip Lazarov in der Folge nicht mehr dran und bereits beim 5:13 (21.) drohte eine Lücke im zweistelligen Bereich – die dann erst mit dem 7:17 (28.) passierte und am Anfang des zweiten Abschnitts bis zum 8:21 (39.) auf bittere 13 Tore klettert. Weil sich die Ratinger nun nicht völlig aufgaben und Nachlässigkeiten der Gastgeber annahm, konnten sie übers 11:21 (40.) oder etwas später beim 15:25 (53.) das Ergebnis wenigstens halbwegs im Rahmen halten – ehe sie auf der Zielgeraden mit einem 8:3-Finale des Favoriten doch richtig unter die Räder kam. Gelnhausen war in der Summe für den von einem personellen Engpass geplagten Aufsteiger der falsche Gegner zum falschen Zeitpunkt und etwas Zählbares durfte deshalb keiner ernsthaft erwarten. Mehr Hoffnung dürfte Mannschaft und Trainer für die nächste Aufgabe am kommenden Samstag beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II haben (13./15:23), das sich zumindest mal in der Region aufhält, in der sich Interaktiv auskennt.
Interaktiv,Handball: Plessers, Bliß – Schulz (3), Venedey, Szabo (4), Sibbel (1), Körber (2), Schröder, Koenemann, Maric (7/2), Stock, Sabljic (1), Eckardt.
TuS 82 Opladen – HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II 22:25 (11:5). Das dürften bei dem einen oder anderen in der Bielerthalle Erinnerungen geweckt haben: Bereits im Dezember 2025 hatten die Opladener zu Hause in gleich mehreren Partien eine richtig gute erste Hälfte gezeigt, den Vorsprung aber jeweils nicht behaupten können. So hielt die Mannschaft von Trainer Stefan Scharfenberg am 6. Dezember gegen den Tabellenführer HG Saarlouis gut mit und führte zur Pause mit 12:10, doch am Ende stand eine 20:27-Niederlage zu Buche, was eine Bilanz von 8:17 Toren für die zweite Hälfte bedeutete. Nur eine Woche später führte der TuS 82 am 13. Dezember gegen die MT Melsungen II nach 30 Minuten gar mit 18:11. Gegen den Nachwuchs des Bundesligisten reichte es dann letztlich wenigstens zu einem 28:28-Unentschieden. Und nun folgte gegen die Gäste aus Hessen, die als Zweitvertretung der HSG Wetzlar in der 3. Liga unterwegs sind, die dritte Partie aus der Kategorie „Stark angefangen, noch stärker nachgelassen“. Im ersten Abschnitt zeigten die Opladener eine konzentrierte Leistung, hatten den Gegner in der Abwehr sehr gut im Griff und leisteten sich gleichzeitig vorne wenige einfache Fehler, sodass die HSG nicht zu einfachen Toren kam. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie allerdings stetig in Richtung des Tabellendritten, der die Angelegenheit am Ende routiniert nach Hause brachte. Opladen ist trotz der Niederlage weiter Neunter – was die Folge eines etwas schiefen Bildes in der Tabelle ist. Die 16:24 Punkte des TuS sind nicht wirklich besser als die 15:21 von Melsungen oder die 15:23 der Bergischen Panther, von Interaktiv.Handball Düsseldorf/Ratingen oder die des HLZ Friesenheim/Hochdorf II. Alle vier Teams könnten in ihren zusätzlichen Spielen aus eigener Kraft an Opladen vorbeiziehen. Da ist es für den TuS 82 sehr beruhigend, dass die SG Schalksmühle/Halver Dragons mit 8:30 Zählern auf dem ersten Abstiegsplatz ein ganzes Stück entfernt liegt.

Dutenhofen-Münchholzhausen eröffnete die Partie mit dem 1:0 (2.), kam danach aber nicht richtig in die Gänge. Es dauerte über elf Minuten, bis die Gäste wieder erfolgreich waren. Das Manko aus Opladener Sicht: Auch den Hausherren fehlte in der Offensive die Durchschlagskraft und so erzielte Sören Servos nach fast einer Viertelstunde lediglich das 4:1 (14.), das die HSG mit dem 4:2 beantwortete (14.). Opladen erhöhte auf 7:2 (19.), verpasste es in der Folge jedoch, sich weiter abzusetzen. Immerhin: Zwei Siebenmeter von Markus Sonnenberg machten aus dem 9:5 (27.) noch den 11:5-Halbzeitstand (28./30.). Maximilian Kroner eröffnete den zweiten Durchgang mit dem 12:5 (31.) und es deutete hier noch wenig auf eine Wende hin, doch die Gäste bekamen nun schnell den besseren Zugriff auf die Partie und legten innerhalb von fünf Minuten einen 5:1-Lauf hin. Bis zum 10:13 (37.) hatte sich Opladen damit nach der Pause bereits so viele Gegentreffer eingefangen wie im gesamten ersten Durchgang. Nach dem 16:12 (42.) kassierte Wetzlars Matthias Schwalbe eine Zeitstrafe – und die Überzahl brachte den Hausherren weniger als nichts, sondern auf der anderen Seite bloß zwei Gegentore zum 16:14 (44.). Scharfenberg reagierte mit einer Auszeit und sein Team mit dem 18:14 (46.), doch im Anschluss ging den Gastgebern die Luft aus. Über das 18:17 (47.) und 20:20 (52.) geriet der TuS beim 21:22 (57.) erstmals seit dem 0:1 wieder in Rückstand. Nach dem 21:23 (58.) nahmen die Opladener ihre letzte Auszeit und sie gingen mit dem siebten Feldspieler im Angriff voll ins Risiko. Kroner verkürzte zwar tatsächlich auf 22:23 (59.), aber im Gegenzug holte die HSG einen Siebenmeter zum 22:24 heraus (60.). Der finale TuS-Angriff brachte vor allem einen weiteren Ballverlust und den Gegenstoß zum 22:25-Endstand.
TuS 82 Opladen: Beckert, Klein – Servos (4), Wolfram (3), Dittmer (2), Jagieniak (1), Kroner (3), Dasburg (1/1), Schmitz, F. Johannmeyer (2), Sonnenberg (2/2), Kostorz, Werschkull, L. Johannmeyer (1), Hess (2), Swiedelsky (1).
Bergische Panther – TSG Münster 33:39 (13:21). Diese Partie gegen den Aufsteiger hatten die Panther schon am Ende der ersten Halbzeit verloren, weil sie einfach kein Mittel fanden, um die Angriffswucht der TSG auch nur halbwegs einzudämmen. Vor allen Dingen Münsters Rückraumspieler Patrick Weber entwickelte sich bald zum unkontrollierbaren Albtraum aus der Sicht der Panther und am Ende standen 17 Treffer auf Webers Konto – 13 aus dem Spiel heraus und vier per Siebenmeter, die er natürlich mit einer Quote von hundert Prozent bei seinen vier Versuchen verwandelte. Völlig verdient war der Sieg der auf Platz sieben geführten Gäste (23:13 Punkte) alleine auch deshalb, weil sie mit dem 1:0 (2.) den ersten Treffer des Spiels markierten und die Panther nach deren 1:1 (3.) durch Aaron Exner kein weiteres Mal zum Gleichstand kommen und in der Summe überhaupt sowieso selten zur Entfaltung kommen ließen. Was die Hausherren nachher vielleicht als positiv mit in die kommenden Aufgaben nehmen durften: Sie fielen in der Mitte der zweiten Halbzeit, als für einige Zeit ein komplettes Heimdebakel drohte, nicht völlig auseinander und hielten die Differenz wenigstens in einem nicht ganz so schmerzhaften Rahmen. Für den weiteren Kampf um den Klassenerhalt änderte sich zudem aus der Sicht der Panther wenig: Auf Rang elf haben sie mit ihren 15:23 Punkten ein ausreichendes Polster auf die drei Abstiegsplätze, auf denen sich im Moment die SG Schalksmühle-Halver Dragons (8:30), der TV Homburg (5:31) und die TSG Haßloch (4:32) aufhalten. Einfacher wird es im Übrigen für die Mannschaft des Trainergespanns Alexander Oelze/Jens-Peter Reinarz am 8. Januar (Sonntag) ebenfalls nicht, denn es kommt der Tabellenzweite TV Gelnhausen (30:6).
Bis zum 5:7 (10.) und 6:8 (13.) hatten die Panther noch direkten Kontakt zum überlegenen Gegner, der sich danach schnell auf 11:6 (16.) absetzte und bis zur Pause immer nachzulegen wusste – 12:8 (18.), 14:8 (20.), 19:10 (26.). Mit dem 24:14 (33.) kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit begann die Phase, in der Münster immer wieder bei einer Zehn-Tore-Führung blieb und erst nach dem 30:20 (44.) lief der Motor weniger rund. Für die letzten 16 Minuten und 35 Sekunden bis zur Schluss-Sirene konnten die Gastgeber hinterher sogar einen 13:9-„Sieg“ für sich notieren – ohne dass die TSG irgendwie in Gefahr geriet. Bester Panther-Werfer war Aaron Exner mit sechs Toren, während Florian Müller, Maurice Meurer und Sam Lindemann jeweils fünf Treffer beisteuerten. An jedem anderen Abend wären das definitiv gute bis sehr gute und wichtige Werte gewesen, doch diesmal stahl ihnen Patrick Weber die Schau – der offensichtlich nicht von ungefähr in der Torschützenliste der 3. Liga den dritten Platz belegt.
Bergische Panther: Eigenbrod, Mohr – Müller (5), Hermann (4), Flemm (1/1), Meurer (5), Taymaz, Lindemann (5), Zulauf, Exner (6), Lorenz, Vornehm (1), Schütte, Ballmann (3), Schön (3), Elsässer.
SG Schalksmühle-Halver Dragons – Longericher SC 35:42 (16:20). Kurz vor dem Ende führen die Kölner durch den Treffer von Malte Nolting mit 40:34 (49.) und eingangs der letzten Minute ist die Partie bei den akut vom Abstieg bedrohten Dragons längst entschieden. Der LSC hat zum dritten Mal in der laufenden Saison die 40-Tore-Marke erreicht – wie beim 40:30 gegen die Dragons aus der Hinrunde am 12. September 2025 und wie beim 40:20 vom 3. Oktober 2025 gegen die MT Melsungen II. Das scheint zunächst Jonas Kämper alles nicht zu reichen, denn er erhöht auf 41:34 und auf das 41:35 der Hausherren antwortet Loic Kaysen praktisch in die Schluss-Sirene hinein mit dem 42:35, sodass der LSC nicht nur mit zwei Punkten, sondern auch mit einem Trefferrekord für diese Serie nach Hause fährt. Dass Longerich verdient gewinnt, ist unstrittig – und eine Ursache für den später ziemlich ungefährdeten Sieg liegt in der offenkundig viel höheren Kaderbreite des Teams. Hier verteilen sich die 42 Treffer auf insgesamt zwölf der 13 zur Verfügung stehenden Feldspieler mit Kämper (11), Lukas Martin Schulz (9/5) und Kaysen (6) als treibenden Kräften. Dort sind Felix Jaeger (11/2) und Fynn Luka Voss (10) zwar besonders erfolgreich für die Dragons, die aber insgesamt weit weniger kompakt daherkommen und stattdessen sehr viele Fehler produzieren. Logische Folge: Während der LSC mit nun 24:14 Zählern seinen sechsten Tabellenplatz behauptet, hängt Schalksmühle-Halver weiter auf dem ersten der drei Abstiegsplätze fest (14./8:30).

Nach dem 2:3 (6.) schaffte der LSC mit einem 5:0-Lauf innerhalb von dreieinhalb Minuten die 7:3-Führung (9.) , ehe die Dragons in die Partie zurückkamen, beim 11:11 (16.) oder 14:14 (20.) gleichauf lagen und erneut selbst zweimal führten – 15:14 (23.), 16:15 (23.). Longerich gab nun jedoch den Wiederholungstäter, erzielte zum zweiten Mal fünf Treffer hintereinander und ging deshalb mit einem 20:16 (30.) in die Pause. Dass die Hausherren im zweiten Abschnitt auf 23:25 (40.) verkürzten, brachte Longerich dann nicht mehr vom Kurs ab und es fand fast immer die aus seiner Sicht richtigen Antworten. Ab dem 28:24 (44.) gab es regelmäßig mindestens ein Polster von vier Treffern und spätestens mit dem 37:30 (55.) bestand nicht mehr der leiseste Zweifel daran, wer die Platte als Gewinner verlassen würde. Gefährlicher dürfte für die Kölner nun die nächste Aufgabe am kommenden Samstag bei der TSG Münster werden – bei jenem Aufsteiger, der als Siebter (23:13) ein direkter Tabellen-Nachbar und dem LSC aus der Hinrunde noch in vor allem sehr unangenehmer Erinnerung ist. Damals kassierte er eine 29:38-Heimniederlage und die damalige Zahl der Gegentore ist ebenfalls ein Saisonrekord – allerdings eher einer, auf den sie in Köln keinen großen Wert legen.
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (2), Henrich, Richter (1), Gerfen (1), Bertenbreiter (1), Niehaus (3), Leitz (2), Schulz (9/5), Kaysen (6), Nolting (4), Kremp (1), Becker (1), Kämper (11).