| 07. Februar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Klasse gemacht! Stanko Sabljic (links), der spielende Sportliche Leiter bei Interaktiv, wusste genau, bei wem er sich nachher besonders zu bedanken hatte. Ohne die späte Glanzparade von Torhüter Sebastian Bliß hätte Interaktiv wohl kaum beide Punkte aus Friesenheim mitgenommen. (Foto: Thomas Schmidt)
HLZ Friesenheim-Hochdorf II – Interaktiv.Handball 24:26 (11:12). Sie feierten, als hätten sie soeben eine Meisterschaft geholt. Und viel weniger war der Sieg für die Ratinger bei den ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden Friesenheimern tatsächlich auch nicht wert. Das Team von Trainer Filip Lazarov hielt durch den Sieg einen bisherigen Tabellen-Nachbarn auf Distanz (13./15:25) und es festigte seine schon vorher nicht schlechten Chancen auf den Klassenerhalt erneut: Der wenigstens vorläufig erreichte Rang zehn und 17:23 Punkte bedeuten, dass der Aufsteiger unverändert ein ordentliches Polster nach unten hat. Bis zu den SG Schalksmühle-Halver Dragons (10:30) beträgt die Lücke sieben Punkte, bis zu jenen Homburgern (5:33) sind es zwölf und 13 bis zum Letzten TSG Haßloch (4:34). Dem Duell mit den Bergischen Panthern (Elfter/15:23) am 21. Februar kann Ratingen deshalb relativ gelassen entgegensehen. Eine Art Sieggarant war auf der Zielgeraden Torhüter Sebastian Bliß, der 15 Sekunden vor der Schluss-Sirene beim Stande von 25:24 durch eine starke Parade den Ausgleich verhinderte – und auf der anderen Seite machte Mark Szabo fünf Sekunden vor dem Ende durchs 26:24 alles klar für die Gäste. Deshalb ließ sich nachvollziehen, dass der spielende Sportliche Leiter Stanko Sabljic hinterher vor allem erleichtert wirkte: „Das war ein enges und kampfbetontes Spiel mit vielen Ausfällen in beiden Mannschaften. Wir bringen uns durch eigene Fehler wieder in eine enge Situation, haben aber am Ende gewonnen. Wir sind sehr froh und wir bedanken uns bei Friesenheim für ein hartes, aber faires Spiel.“
In der sechsten Minute dürfte Interaktiv kaum einen Blick auf die Anzeigetafel gewagt haben – 0:3, Start halbwegs in den Sand gesetzt. In der zwölften Minute wirkten wiederum die Hausherren relativ konsterniert, denn Interaktiv hatte die Partie durch einen 5:0-Lauf zur eigenen 5:3-Führung gedreht, war ab jetzt komplett auf Augenhöhe unterwegs und ließ sich selbst vom erneuten Rückstand beim 7:9 (22.) in der vor allem in der ersten Halbzeit torarmen Partie nicht mehr dauerhaft irritieren oder sogar abschütteln – im Gegenteil. Nach dem 12:11 (30.) am Anfang des zweiten Durchgangs legte Ratingen sogar zu und vom 16:15 (40.) bis zum 19:15 (44.) die Grundlage für den späteren wichtigen Sieg. Dabei fand das Team von Trainer Filip Lazarov vorübergehend auf nahezu alle Versuche der Gastgeber eine aus seiner Sicht passende Antwort und erst der Endspurt nach dem 23:19 (52.) brachte neue Spannung, weil Friesenheim immer näher herankam – 24:24 (58.). Nun erzielte Luca Elias Schulz das 25:24 (60.), ehe das HLZ seine letzte Auszeit auf der Suche nach einem Ausweg nahm. Der Rest waren kurz darauf die Bliß-Parade, das Szabo-Tor zum 26:24 und ganz viel Jubel bei den Gästen.
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz (1), Szabo (1), Perschke, Sibbel (1), Körber (9), Nuic (2), Poschacher, Koenemann (3), Maric (5/1), Stock (2), Sabljic (2), Eckardt.
TV Homburg – TuS 82 Opladen 22:31 (11:13). Kurz nach der Pause bot sich die Gelegenheit, auf die Straße zu einem Sieg ab- und einzubiegen, und die Opladener griffen entschlossen zu – indem sie nach einer zum Teil ziemlich mühseligen ersten Halbzeit schnell alle Zweifel am Ausgang der Partie beseitigten. Als Maximilian Kroner den Treffer zum 24:14 (47.) erzielte, konnten sie nach einem 11:3-Lauf zum ersten Mal auf eine Zehn-Tore-Führung bauen, die für den Rest des Abends viel Ruhe brachte. Erstens bewies der TuS 82 damit im neuen Jahr eine seltene Art der Konstanz: Heimniederlage gegen das HLZ Friesenheim-Hochdorf II (23:29), Auswärtssieg bei der TSG Haßloch (34:13), Heimniederlage gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (22:25), Auswärtssieg in Homburg. Zweitens brachte der am Ende komplett ungefährdete Erfolg im Saarland zwei wichtige Punkte für die eigene Sicherheit und Opladen festigte bei jetzt 18:24 Zählern seinen neunten Tabellenplatz. Der Blick nach hinten fällt von dort aus so beruhigend aus wie bisher, weil die Konkurrenz auf den drei Abstiegsrängen unverändert weit entfernt liegt. Bis zu den SG Schalksmühle-Halver Dragons (10:30) beträgt die Lücke wie zuvor acht Punkte, bis zu jenen Homburgern (5:33) sind es 13 und 14 bis zum Letzten TSG Haßloch (4:34). Chancenlos muss der TuS 82 darüber hinaus auch am 21. Februar auch beim TV Kirchzell (Achter/19:21) nicht sein.

Die Gäste gerieten mit dem 0:1 (2.) und 3:4 (11.) zweimal ins Hintertreffen und sie hatten übers 7:5 (18.), 8:8 (22.) und 11:11 (29.) einige Mühe mit den Hausherren, weil sie sich deren zum Teil hanebüchen hoher Fehlerquote in manchen Szenen anpassten. In Überzahl gelangen dem TuS 82 allerdings in der letzten Minute des ersten Durchgangs innerhalb von nur 20 Sekunden zwei Wirkungstreffer: Zunächst schaffte Birger Dittmer das 12:11 (30.), ehe sich Homburg im eigenen Angriff einen Ballverlust erlaubte und Keeper Beckert das Spielgerät in die Pausensirene hinein durch einen Wurf über das ganze Feld in den hier leeren Kasten der Homburger zum 13:11 unterbrachte. Nach der Pause ging dann alles sehr schnell, denn übers 15:12 (34.) setzte sich der TuS 82 auf 17:12 (36.) und 21:13 (42.) bis zu jenem 24:14 ab. Dass der Rest des Duells anschließend eine 7:8-„Niederlage“ brachte, konnten die Gäste locker wegstecken, und vom 28:21 (56.) legten sie ja mit einer kleineren Serie zum 31:21 (59.) auch final wieder einen kleineren Gang zu. Beachtlich: Beim Sieger trugen sich zwölf der 14 eingesetzten Feldspieler in die Torschützenliste ein. Trainer Stefan Scharfenberg war sowieso zufrieden: „Die Jungs waren von Anfang an bereit und wir haben die Führung in der zweiten Halbzeit deutlicher ausbauen können. Wir gewinnen das Spiel auch in dieser Höhe zu Recht und wir konnten uns mit zwei wichtigen Punkten belohnen. Jetzt können wir Karneval genießen.“
S 82 Opladen: Beckert (1), Klein – Servos (2), Wolfram (4), Dittmer (5), Jagieniak (1), Kroner (6), Dasburg (1/1), Schmitz, F. Johannmeyer, Sonnenberg (6/1), Kostorz, Werschkull (1), L. Johannmeyer (1), Hess (1), Swiedelsky (2).
TSG Münster – Longericher SC 33:33 (23:21). Irgendwie war es wohl das passende Ergebnis am Ende einer Partie mit zwei Halbzeiten, die unterschiedlicher kaum hätten ausfallen können – weil beide Seiten in der Summe vor der Pause mit wenig erfolgreicher Abwehrarbeit auf 44 Tore kamen und nachher die Produktion auf genau die Hälfte und damit 22 Treffer drosselten. Die Kölner hatten dabei auf der Zielgeraden die realistische Chance, sich für die bittere 29:38-Pleite aus der Hinrunde zu revanchieren, da sie nach dem 33:31 (58.) von Benjamin Richter mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die letzten zweieinhalb Minuten gingen. Dann brachte Patrick Weber die TSG durch einen im Nachwurf verwandelten Siebenmeter auf 32:33 (58.) heran und Lars Zeiser schaffte 3o Sekunden darauf den 33:33-Ausgleich (59.). Auch der letzte Angriff gehörte in der 60. Minute den Hausherren, die genau 20 Sekunden vor dem Ende zu ihrer letzten Auszeit zusammenkamen – und letztlich keinen weiteren Treffer mehr erzielen konnten, sodass es beim Unentschieden blieb. Der LSC behauptete dadurch mit nun 25:15 Punkten seinen sechsten Platz und die TSG Münster als bester Aufsteiger macht unverändert als Siebter weiter (24:14). Rund ums nächste Wochenende steht bei den Kölnern nicht der Handball im Vordergrund, sondern der rheinische Karneval, und in der 3. Liga geht es am 21. Februar gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (Fünfter/ebenfalls 25:15) weiter.
Mit dem 1:0 (1.) von Lennart Niehaus, dem 2:1 (3.) von Jonas Kämper und dem 3:2 (4.) von Lukas Martin Schulz legten die Gäste vor – und sie kassierten anschließend sofort eine 0:4-Serie bis zum 3:6 (7.). Beim 7:11 (13.) oder 9:13 (15.) schien den Longerichern die Partie ebenso fast zu entgleiten wie etwas später beim 15:19 (24.), doch sie kämpften sich immer wieder heran und lagen mit dem 21:23 (30.) am Ende der ersten Hälfte in Reichweite. Was folgte, waren der sehr sparsame Umgang mit Torchancen auf beiden Seiten besonders bis zum 26:26 (43.) und viel LSC-Moral nach dem 29:30 (49.). Beim Stande von 30:30 verpasste Lukas Martin Schulz zwar zunächst die erneute Führung, weil er einen Siebenmeter nicht zu nutzen wusste (51.), doch das 31:30 (56.) holte fast fünf Minuten später Richter nach, der außerdem wenig später jenes 33:31 beisteuerte – das letztlich trotzdem nicht zum Erfolg reichte. Maximal glücklich durfte der LSC damit eher nicht sein, maximal unglücklich unter dem Strich auch nicht. Und deshalb war es wohl das passende Ergebnis.
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (3), Henrich (1), Richter (2), Bertenbreiter (3), Niehaus (4), Leitz (4), Schulz (6/1), Kaysen (3), Kremp (1), Becker, Kämper (6).