| 22. Februar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Warum nicht immer so? Die Opladener überraschten ihre Trainer Stefan Scharfenberg (rechts) und Fabrice Voigt (links) in Kirchzell maximal positiv. Dadurch hat der TuS 82 für den Rest der Saison einen ordentlichen Abstand nach unten und noch mehr Sicherheit. (Foto: Thomas Schmidt)
TV Kirchzell – TuS 82 Opladen 28:29 (15:15). Es geht auch anders bei den Opladenern. Die Mannschaft von Trainer Stefan Scharfenberg hatte in der jüngeren Vergangenheit mehrere Partien mit stark schwankenden Leistungen abgeliefert – zuletzt am 31. Januar beim 22:25 gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II, als eine 11:5-Halbzeitführung im zweiten Durchgang komplett verpuffte. Ein viel besseres Gesicht zeigte der TuS nun bei der rund 300 Kilometer weiten Dienstreise nach Bayern: Diesmal steigerten sich die Gäste nach einem schwachen Start, kämpften sich mehrfach nach Rückständen zurück und zeigten in der durchaus hektischen Schlussphase die nötige Ruhe. Als Folge davon nahm Opladen zwei wertvolle Punkte mit auf die Heimreise und kletterte sogar an den Hausherren vorbei in die obere Tabellenhälfte. Als Achter (20:24 Zähler) hat Scharfenbergs Team nun einen deutlichen Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz, den weiter die SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./11:31) einnehmen. Entsprechend erleichtert zeigte sich der TuS-Coach: „Wir gewinnen ein sehr hartes und enges Spiel, nehmen zwei Punkte mit, die für uns natürlich unwahrscheinlich wichtig sind. Wir starten nicht so gut ins Spiel und beim 3:7 oder 4:8 haben wir schon vier Freie von den Außenpositionen gehabt. Wir stabilisieren uns dann, nehmen den Kampf noch mal anders an und können gleichstellen zur Pause. Die zweite Halbzeit geht genauso weiter und ich kann nur ein Lob an die Jungs aussprechen, die vorne wie hinten die Umstellungen gut umgesetzt haben und ruhig geblieben sind. Heute hatten wir am Ende irgendwo auch den kühleren Kopf.“

Die Gäste lagen bereits mit 0:3 (4.) hinten, bevor Markus Sonnenberg der erste Treffer für sein Team gelang (5./1:3). So richtig fand der TuS aber noch nicht in die Begegnung und kurz darauf hieß des 1:5 (7.). In der Folge traf nun auch Opladen etwas besser, kam jedoch zunächst nicht näher als auf drei Tore heran – und vom 7:10 (15.) gerieten die Gäste sogar mit 7:12 (17.) in Rückstand. Allerdings war es jetzt vor allem Kirchzell selbst, das Scharfenbergs Team noch vor der Pause die Türe wieder weit aufmachte: Nach dem 15:10 (23.) verlor der TV seinerseits komplett den Faden und er schwächte sich zudem durch die Rote Karte gegen Levgen Zhuk (24.) und die Zeitstrafe gegen Yann de Waha (27.) selber. Opladen nutzte die Gunst der Stunde und glich zum 15:15 aus (29.). Die Hausherren kamen anschließend besser aus der Kabine zurück und die zweite Halbzeit begann erneut mit drei Treffern in Serie für die Bayern. Diesmal antwortete der TuS auf das 15:18 (33.) aber schnell und glich erneut aus – 18:18 (38.). Als Luca Kostorz mit dem 21:20 (42.) die erste Gäste-Führung des Abends erzielte, kam Opladen erst recht ernsthaft für Zählbares in Frage. Die Partie blieb trotzdem vollkommen offen und das 25:24 des TuS (50.) beantwortete Kirchzell erneut mit drei Toren in Folge – 25:27 (55.). Die vielleicht entscheidende Szene des Spiels passierte dann in der 58. Minute: Niklas Ihmer hätte das 29:27 für die Hausherren erzielen können, traf aber stattdessen Opladens Keeper Colin Beckert am Kopf. So gab es eine Zeitstrafe gegen Ihmer und Ballbesitz für die Gäste, die in Überzahl das 28:28 (59.) und 29:28 (60.) erzielten. Weil Malte Wolfram gleichzeitig bei diesem letzten Treffer noch gefoult wurde, sah de Waha die nächste Zeitstrafe. In doppelter Unterzahl kam Kirchzell zwar tatsächlich noch einmal zum Abschluss, doch den freien Wurf parierte Beckert mit einem Reflex per Bein. Der Rest ging im Opladener Jubel unter.
TuS 82 Opladen: Beckert – Wolfram (3), Dittmer (2), Kroner, Dasburg, Schmitz (6/1), F. Johannmeyer (3), Sonnenberg (3/1), Kostorz (3), Werschkull, L. Johannmeyer (5), Hess (2), Swiedelsky (2).
Interaktiv.Handball – Bergische Panther 26:26 (9:12). Wer zwölfeinhalb Minuten vor dem Ende Polster von sechs Toren aufgebaut hat und dann doch keinen Sieg mit nach Hause nimmt, muss sich wohl ärgern. Und die Frage, wie die Panther diesen Abend nach dem 25:19 (48.) durch Maurice Meurer fast noch komplett aus der Hand gegeben hätten, wird sich vielleicht nie schlüssig beantworten lassen. Es war am ehesten eine Mischung aus nachlassender Konzentration mit deutlich mehr Fehlern als zuvor und einer vor allen Dingen kämpferischen Steigerung bei den Hausherren, die sich ausgerechnet in der entscheidenden Phase eine zweite Welle leisteten – nach jener aus der ersten Halbzeit, als sie im Anschluss ans 8:6 (13.) von Mark Szabo sechs Gegentreffer hintereinander zum 8:12 (30.) kassierten und die eigene ewig wirkende Flaute von fast 14 Minuten erst mit dem 9:12 (30.) erneut durch Szabo beendeten. Weil sich beide Seiten durchaus gleichwertig ihre Momente mit fehlender Drittliga-Tauglichkeit leisteten und in der Summe auch in Sachen Einsatz und Leidenschaft auf Augenhöhe unterwegs waren, ging die Punkteilung in der Summe in Ordnung. Wem dieser eine Zähler mehr hilft? Keinem oder doch beiden. weil er im weiteren Kampf um den Klassenerhalt hilft. Aufsteiger Interaktiv (18:24) blickt dabei von Rang zehn aus ein Stück beruhigter in den Rückspiegel, wo auf dem ersten der drei Abstiegsränge zuerst die SG Schalksmühle-Halver Dragons auftauchen (14./11:31), die immerhin noch auf Rettung hoffen dürfen – anders als der Vorletzte TSG Haßloch (6:36) und der Letzte TV Homburg (5:37). Ebenfalls ein ausreichendes Polster auf die Drachen haben die Bergischen Panther (16:26), die von Platz elf aus ins letzten Viertel der Saison gehen.
Beide Seiten schienen sich zu einem Duell mit einem absoluten Niedrigstand bei den erzielten Toren verabredet zu haben. Weil zudem die Keeper Sebastian Bliß (Interaktiv) und Robin Eigenbrod (Panther) immer wieder starke Paraden zeigten, fielen die Treffer eher spärlich – 7:3 (13.), 8:8 (22.). Anschließend fügten die Hausherren vor der Pause nur noch jenes Szabo-Tor hinzu, während die Gäste wenigstens weitere vier Mal erfolgreich waren und den Start in den zweiten Abschnitt durch eine 3:0-Serie mit dem 15:9 (33.) krönten. Dann begann die fast ein wenig dahintrudelnde Partie nach jenem 25:19 für die Gäste praktisch von vorne – und diesmal fanden die Panther kaum mehr einen guten Weg zum Kasten der Ratinger, die den Schluss-Abschnitt tatsächlich mit 7:1 für sich entscheiden und so ein Unentschieden aufs Konto überweisen konnten. Ganz nebenbei haben sie nun bei einer möglichen Punktgleichheit am Ende der Serie den direkten Vergleich mit Interaktiv gewonnen – dank des 29:28 am 26. September 2025 in Burscheid. Eine erstaunliche Parallele mit umgekehrten Vorzeichen: Damals hatten die Panther rund zehn Minuten vor dem Ende mit 21:27 (50.) zurückgelegen, ehe sich über einen 8:1-Lauf und den Treffer von Sam Lindemann auf den letzten Drücker zum glücklichen Sieg kamen.
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz, Venedey, Szabo (3), Sibbel, Kübler (2), Körber (5), Seher, Nuic, Poschacher, Koenemann (1), Maric (7/5), Stock (5), Sabljic (3), Eckardt.
Bergische Panther: Eigenbrod – Müller (2), Hermann (1), Flemm (1), Meurer (8), Taymaz (2), Lindemann (3), Exner (5), Vornehm, Schütte, Ballmann (4), Elsässer.
Longericher SC – HSG Nieder-Roden 43:31 (22:14). Die Partie war längst gewonnen, aber die Kölner hatten sich zwei neue Ziele ausgesucht. Das erste erreichten sie gut drei Minuten vor dem Ende, als Mats Bertenbreiter sein Team mit dem 40:29 (57.) an die 40-Tore-Grenze heranführte, die der LSC im Übrigen in dieser Saison schon zum vierten Mal erreichte. Das zweite folgte kurz darauf mit dem 43:30 (60.) von Lennart Leitz, denn diese 43 Tore sind ein neuer Offensiv-Rekord für die Serie 2025/2026. Weil Philip Wunderlich in der letzten Minute noch den für die HSG eigentlich bedeutungslosen Treffer zum 31:43 erzielte, entging den Hausherren am Ende der höchste Saisonsieg, denn diesen Stempel muss sich nun der Erfolg über Nieder-Roden mit dem 40:28 vom 3. Oktober 2025 gegen die MT Melsungen II teilen – was der LSC ziemlich sicher locker hinnehmen kann. Der Sieg zahlte sich für Longerich sowieso auch in der Tabelle aus: Mit 27:15 Punkten liegt er jetzt vor der HSG Nieder-Roden (Siebter/25:17) und es konnte sogar auf den fünften Platz klettern, weil sich die bisher dort angesiedelte TSG Münster (nun Sechster/27:15) mit einem 31:31 gegen die gefährdete SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./11:31) begnügen musste.
Größere Mühe hatte der LSC nach dem einzigen Rückstand beim 1:2 (2.) nicht und ab dem 3:2 (3.) von Lennart Niehaus übernahm er schnell die Kontrolle. Nach dem 6:3 (8.) kam die HSG zwar mit dem 6:6 (12.) und 9:9 (17.) jeweils wieder zum Ausgleich, doch für den Rest des später fast einseitigen Spiels bestimmte Longerich den Rhythmus. Der Zwischenspurt vom 12:10 (20.) zum 15:10 (23.) war ein erster richtiger Hinweis für die Kräfteverhältnisse und das 21:12 (29.) kurz vor der Pause machte früh alles klar. Nachher verkürzte Rodgau Nieder-Roden auf 18:24 (36.), doch die Kölner Antwort fiel deutlich aus – 28:19 (42.), 32:23 (47.), 34:24 (50.). Für dem Rest des längst gelaufenen Spiels pendelte sich das Polster der Gastgeber bei zehn Toren ein, ehe Loic Kaysen (58.), Lars Becker (58.) und Lennart Leitz eine 3:0-Serie zu jenem höchsten Vorsprung beim 43:30 hinterherlegten. Fast logisch angesichts der Trefferflut: Unter dem Strich erzielten elf der zwölf auf dem Spielbericht stehenden Kölner mindestens ein Tor.
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora, Henrich (4), Richter (4), Bertenbreiter (3), Niehaus (1), Leitz (3), Schulz (7/2), Kaysen (6), Nolting (8), Kremp (3), Becker (1), Kämper (3).