| 01. März 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Das tut weh: Der erneut aus dem handballerischen Ruhestand zurückgeholte Kreisläufer Philip Schneider (mit Ball) und der TV Korschenbroich investierten eine Menge für einen Sieg gegen Unitas Haan – den aber dessen Keeper Christopher Seher und Philipp Hinkelmann (links) am Ende mit dem 27:27 verhinderten. (Foto: Sven Frank)
TV Korschenbroich – Unitas Haan 27:27 (12:10). Die Korschenbroicher, vor gar nicht so langer Zeit relativ souverän an der Tabellenspitze und auf einem guten Kurs in Richtung Meisterschaft, treten auf der Stelle – was beinahe noch positiv klingt. Die 7:7 Zähler aus den bisher sieben Partien im Kalenderjahr 2026 haben das einstige Polster oben aufgebraucht und das Team von Trainer Frank Berlinger konnte dabei nur eins seiner vergangenen fünf Spiele für sich entscheiden. Berblinger war dennoch weit davon entfernt, seiner Mannschaft nach dem Unentschieden gegen Haan (Sechster/19:15) auch nur den kleinsten Vorwurf zu machen: „Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem Punkt, den wir heute geholt haben – in Anbetracht der Tatsache, wie es bei uns personell aktuell gerade aussieht nach dem Kreuzbandriss von Mats Wolf. Dazu kommt, dass Ben Büscher krankheitsbedingt ausgefallen ist. Aber die Jungs haben das super gemacht und von Anfang bis Ende wirklich alles auf der Platte gelassen und alles in die Waagschale geworfen.“ Als Zweiter hinter dem Spitzenreiter TSV Bayer Dormagen II (23:9) führen die Korschenbroicher (23:11) nun ein Quartett an, zu dem noch der Dritte HSG am Hallo Essen (23:11), der Vierte OSC Rheinhausen (22:10) und der Fünfte HC Weiden (22:10) gehören. Und wie es wirklich um die aktuellen Möglichkeiten des TVK im weiteren Kampf um Meisterschaft und Aufstieg aussieht, dürfte sich an den beiden folgenden Spieltagen zeigen: Am nächsten Samstag steht die Aufgabe bei den zurzeit offensichtlich formstarken Rheinhausenern auf dem Programm, am 14. März folgte jene in der Waldsporthalle gegen die Dormagener.
Die Partie schien den aus der Sicht der Gastgeber erhofften Verlauf zu nehmen, denn übers 5:2 (13.), 9:6 (22.) und 12:9 (29.) fand Korschenbroich immer wieder passende Antworten. Haan gab allerdings selbst nach dem 13:17 (36.) am Anfang der zweiten Halbzeit nicht auf, kämpfte sich in die Partie zurück und übernahm beim 20:19 (44.) sogar selbst die Führung. Für den Rest des Abends gab es ein Duell auf Augenhöhe mit viel Spannung – 26:24 (58.), 26:26 (60.). Dann erzielte Florian Krantzen genau 30 Sekunden vor der Schluss-Sirene das 27:26 für den TVK, ehe Phillip Rath auf den letzten Drücker zum 27:27 für die Unitas erfolgreich war. „Wir hätten zwei Punkte mitnehmen können“, meinte Trainer Berblinger, „aber auf der anderen Seite kann man sagen, wenn Unitas ein bisschen cleverer gespielt hätte in der zweiten Halbzeit, dann hätte sie auch ohne Probleme die zwei Punkte mitnehmen können. Die Jungs haben hundert Prozent Charakter gezeigt, sie haben die Aufgabe sehr, sehr gut angenommen.“ Mehr kann und will er im Moment nicht verlangen von seiner Mannschaft.
TV Korschenbroich: Köß, Bartmann, Krüger – Schiffmann (7), Krantzen (5/2), Schneider, Hartz (6), Brinkhues, König (4), Zimmermann (3), Franz (2), Bitzel.
Unitas Haan: Seher, Joest – Schulz (1), Mensger (1), Richartz, Wöstmann (5/1), Riemann, Brandenburg, Maesch (2), Korbmacher (6), Hinkelmann (2), Rath (3), Völker (4), Bleckmann (2/2), Austrup (1).
OSC Rheinhausen – HC Weiden 41:31 (17:13). Es war zunächst ein Verfolgerduell mit zwei Mannschaften, die sich inzwischen im vorderen Drittel der Tabelle etabliert haben. Auf der Platte lag aber in der Summe an diesem Abend ziemlich viel zwischen den beiden Konkurrenten und von einem Treffen auf Augenhöhe konnte zu keinem Zeitpunkt die Rede sein. Und so erlebten die Weidener, vor einer Woche noch feiernder Gewinner im Spitzenspiel gegen den TV Korschenbroich (31:24), relativ bittere 60 Minuten ohne erkennbare Chance, sich bei einem der direkten Konkurrenten was Zählbares zu sichern. HC-Trainer Marc Schlingensief fasste die Partie relativ ernüchtert zusammen: „Das war heute ein ziemlich gebrauchter Tag der Mannschaft. In den ersten zehn Minuten sind wir förmlich überrannt worden, danach haben wir uns einigermaßen gefangen. Die Abwehr hat sich stabilisiert und vorne gab es bessere Lösungen. Als die Partie zu kippen drohte, haben wir gegen Ende der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir den stark aufspielenden Angriff des OSC absolut nicht unter Kontrolle bekommen.“ Während Weidens Coach nicht nur mit den 24 Gegentreffern im zweiten Durchgang wenig anfangen konnte, hatte der Kollege Sascha Wistuba ziemlich nachvollziehbar am Auftritt der Rheinhausener kaum etwas auszusetzen. „Das war heute eine richtig gute Leistung“, stellte Wistuba fest, „unser Matchplan ist voll aufgegangen, am Ende hatten wir für alles eine Lösung. Den Grundstein haben wir dafür heute in der Abwehr gelegt – was die Jungs da weggeschafft haben, war unglaublich.“ Rheinhausen (jetzt Vierter) zog durch den Sieg über das bessere Torverhältnis vorbei an den Weidenern (von Rang zwei auf Platz fünf abgerutscht) und beide liegen bei jeweils 22:12 Punkten auf der Lauer hinter dem TSV Bayer Dormagen II (25:9), den Korschenbroichern (23:11) und der HSG am Hallo Essen (23:11).
Die Gäste erlebten bereits mit dem 0:3 (2.) nach exakt 99 Sekunden einen miserablen Start und Trainer Schlingensief musste direkt nach dem 4:10 (11.) seine erste Auszeit nehmen. In der Folge kam Weiden tatsächlich übers 11:13 (23.) und 13:15 (27.) besser ins Spiel, konnte davon aber nicht lange profitieren – 13:18 (32.). Bis zum 15:19 (37.) blieben die Gäste danach halbwegs dran, ehe sie zunehmend den Kontakt verloren und praktisch schon mit dem 18:26 (44.) geschlagen waren. Rheinhausen brachte den Sieg ungefährdet über die Zeit und schraubte den Unterschied durch die Treffer von Justin Kauwetter zum 40:31 (59.) und Noah Adrian zum 41:31 (60.) sogar noch in den zweistelligen Bereich – was für die Gäste gleichbedeutend war mit der höchsten Niederlage in dieser Saison. Schlingensiefs logische Schlussfolgerung: „Wir werden unsere Lehren aus dem Spiel ziehen und nächste Woche wieder voll angreifen.“ Die Rheinhausener, die in den vergangenen drei Begegnungen 114 Treffer erzielt haben, wollen nun vor allem nicht abheben, sondern lieber auf dem Boden bleiben. „Das ist sicher eine schöne Momentaufnahme, dass wir uns im oberen Tabellendrittel etabliert haben“, findet Trainer Wistuba, „wir müssen aber die Kirche im Dorf lassen und dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Unser einziges Ziel ist es, diese Leistung gegen Korschenbroich kommende Woche wieder abzurufen.“ Während der OSC auf den TVK trifft, erwarten die Weidener den TV Aldekerk (Siebter/17:17).
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (2/1), Rippelmeier (3/1), Mook, Ernst (6), Kauwetter (3), Dreier, Zwarg (7), Hüller (8), M. Molsner (4), Käsler (1), Kölsch (3), Schlögl (4).
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (7/1), J. Frauenrath (5/4), Scheidtweiler (4), Wolff (1), Xhonneux (1), Rojko (5), Bösel (1), K. Frauenrath (2), Richter, Deutz (3), Bergerhausen (1), Eissa (1).
BTB Aachen – TSV Bayer Dormagen II 22:32 (8:16). Die Hoffnungen der Aachener, erneut ihre Heimstärke durchzubringen und im Kampf um den Klassenerhalt gegen den Spitzenreiter für eine Überraschung zu sorgen, hielten nur ein paar Minuten und nach dem 4:2 (5.) ging auch alles ziemlich schnell, weil die Dormagener ohne Unterlass aufs Tempo drückten und durch einen 7:0-Lauf bis zum 9:4 (16.) für die entscheidende Weichenstellung sorgten. Immer wieder ein oft unüberwindbares Hindernis für die Aachener war dabei Dormagens Keeper Max Conzen (33), der bis zur Pause nur acht Gegentreffer kassierte und durch seine Erfahrung im ansonsten sehr jungen Bayer-Team einen wertvollen Fixpunkt abgab. Aus dieser Kategorie hatte der BTB an diesem Abend vor allen Dingen im Rückraum nicht besonders viele Spieler, weil Tim Schnalle ohnehin schon verletzt fehlte und Carsten Jacobs, einer der Top-Torjäger in der Regionalliga, bereits sehr frühzeitig ebenfalls nicht mehr für Gefahr sorgen konnte. Aachens Trainer Simon Breuer, dessen Mannschaft auf Rang zwölf (11:23 Punkte) akut gefährdet ist, sah die Sache realistisch-nüchtern: „Wir sind gut reingekommen, haben dann leider einfach eine ganze Menge freie Bälle liegen lassen oder wir sind an Max Conzen gescheitert. Danach hat uns ein bisschen die Überzeugung gefehlt. Insgesamt ist uns auch Durchschlagskraft abhandengekommen mit Carsten Jacobs in der ersten Minute und Tim Schnalle schon vor dem Spiel. Da haben uns einfach zwei wichtige Akteure sehr gefehlt. Für uns gilt es jetzt, den Blick nach vorne zu richten. Und ich hoffe natürlich, dass die beiden Verletzten zurückkommen und wir wieder in die Erfolgsspur zurückgekommen können.“ Besonders am kommenden Sonntag beim VfL Gummersbach II (Letzter/7:23) und am 21. März bei Borussia Mönchengladbach (Vorletzter/10:22) steht der BTB tatsächlich stark unter Druck.
Kurz nach der Pause war der Rückstand für die Gastgeber mit dem 9:18 (34.) und 10:19 (35.) fast schon zweistellig, ehe sich Aachen durch viel Kampf auf 15:20 (41.) heranarbeitete. Für eine echte Wende kam der BTB allerdings zu keinem Zeitpunkt in Frage und nach dem 18:25 (51.) wurde es dann doch noch mal deutlicher – 19:29 (54.), 21:31 (57.), 22:32 (60.). Dormagens Coach Peer Pütz nahm den klaren Sieg fast gelassen zur Kenntnis: „Das sind auf jeden Fall zwei wichtige Auswärtspunkte für uns. Wir kommen ein bisschen schlecht ins Spiel, haben aber die Nerven bewahrt. Wir haben das Spiel relativ schnell gedreht und eine sehr deutliche Führung bis zur Pause rausgespielt mit einem sehr guten Max Conzen im Tor und einem sehr guten Innenblock. Am Anfang der zweiten Halbzeit machen wir es noch mal ein bisschen unnötig und trotzdem nicht richtig spannend, aber Aachen kommt auf fünf Tore ran. Da waren wir ein bisschen zu inkonsequent vorne, wir hatten ein paar technische Fehler und zu viele Fehlwürfe. Danach haben wir die Führung wieder souverän ausgebaut.“ Ihre Spitzenposition verteidigen wollen die mit 25:9 Punkten auf Platz eins liegenden Dormagener zunächst am kommenden Sonntag gegen Unitas Haan (Sechster/19:15), bevor am 14. März das Spitzenspiel beim Zweiten TV Korschenbroich (23:11) auf dem Programm steht.
BTB Aachen: Zaghloul, Schüler – Huckemann (2), Jacobs (3/2), Horn (1), Wudtke (1), Büchel (3), Käsgen, Klinkenberg, Wagner (2), Schmitz, Münster (5), Herzog, Denert (4/1), Panse (1); Kepp.
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (2), Srugies (1), Hinrichs (1), Kasper (1), Emmerich (2), Döpner (2), Ostrowski (4), Bahns (4), Kopp (4), Scholl (4), Adam (7/4), Schindler, Scheel, Hein.
TSV Bonn rrh. – HSG am Hallo Essen 31:32 (15:16). Es war ein schmerzhaftes Finale für die Bonner – und trotzdem kein ungerechter Sieg der Essener, die fast immer eine Führung in der Hand hielten und dann in der Schlussphase auch das Glück auf ihrer Seite hatten. Beim Stande von 31:31 (55.) erzielte zunächst Simon Ciupinski das 32:31 (56.) für die Gäste, ehe Mathis Blum einen Siebenmeter nicht nutzen konnte – und der TSV dadurch die Chance auf den erneuten Ausgleich bescherte. Kurz darauf ging es allerdings Bonns Luca Bohrmann beim Strafwurf nicht besser, sodass Essen unverändert mit einer knappen Führung in die letzten anderthalb Minuten ging. Dort gab es dann nur noch ein Auszeiten-Duell (59./Essen, 60./Bonn), aber keine weiteren Tore mehr. TSV-Trainer Florian Benninghoff-Lühl war ebenso enttäuscht wie ehrlich: „Leider schaffen wir es zum zweiten Mal im Topspiel zu Hause nicht, uns für eine wirklich gute Leistung zu belohnen. Den Punkt hätten wir meiner Meinung nach verdient gehabt. Trotzdem ist es nicht unverdient, dass Essen die beiden Punkte mitnimmt.“ Ähnlich war es seiner Mannschaft, die er mit nun 14:20 Zählern selbst in der Abstiegszone angekommen sieht, bereits vor zwei Wochen beim 35:36 gegen den Spitzenreiter TSV Bayer Dormagen II (25:9) gegangen. Deutlich freundlicher sieht die Lage momentan beim Aufsteiger Essen aus (23:11), der bereits zum fünften Mal hintereinander gewann und nun als Dritter gemeinsam mit dem Zweiten TV Korschenbroich (ebenfalls 23:11) der erste Verfolger der Dormagener ist. „In den letzten fünf Minuten haben wir drei Pfostentreffer plus einen verworfenen Siebenmeter, wodurch es mit plus eins in die letzten zwei Minuten reingeht. Bonn verwirft in der Phase auch einen Siebenmeter, den Dean Christmann gut entschärft hat. Ich würde sagen, dass wir schon als verdienter Sieger vom Platz gehen, weil wir das ganze Spiel geführt haben – bis auf eine Führung von Bonn. Am Ende sind wir glücklich, dass wir gewonnen haben und uns weiter oben festsetzen konnten“, sagte der HSG-Vorsitzende Alexander Gerke, der ein Sonderlob für Keeper Dean Christmann und den achtfachen Torschützen Simon Ciupinski verteilte.
Essen drehte das 1:2 (3.) bald in eine eigene 5:2-Führung (6.) und blockte bis zur Pause fast jeden Versuch der Hausherren für eine Wende ab – 10:7 (14.), 12:9 (17.), 14:11 (24.), 16:15 (30.). Dank eines guten Starts in den zweiten Durchgang drehte Bonn dann tatsächlich den Spieß zum 17:16 (32.) und 18:17 (32.) um, doch die HSG konnte die Partie wieder kippen und nach dem 19:18 (33.) legte sie erneut egelmäßig vor. Was für die TSV sprach: Sie ließ sich selbst vom 25:28 (44.) oder vom 27:31 (50.) nicht komplett aus der Bahn werfen und sorgte vielmehr mit einem 4:0-Lauf zu jenem 31:31 für eine spannende Schlussphase, in der nur noch ein einziges Tor fiel: Dass ausgerechnet Simon Ciupinski mit dem 32:31 zur Stelle war, passte sogar irgendwie zum Auftritt der Essener, bei denen Dennis Szczesny im Übrigen ein erfolgreiches Debüt erlebte. Der vor der Saison vom Zweitligisten TuSEM gekommene Ex-Profi war diesmal für den persönlich/privat verhinderten Coach Niklas Rolf als Spielertrainer gefordert. Während die Essener nun relativ selbstbewusst in die Aufgabe am kommenden Wochenende gegen den HC Gelpe/Strombach (Neunter/14:20) gehen können, wartet auf die TSV Bonn rrh. die für den weiteren Verlauf der Saison zentral wichtige Aufgabe beim Vorletzten Borussia Mönchengladbach (10:22). Benninghoff-Lühl wünscht sich, dass seine Mannschaft danach wieder etwas in der Hand hat: „Wir müssen uns vorwerfen, dass wir aus den Ballgewinnen, die wir erzielen konnten, leider vier Mal das leer Tor nicht treffen, wieder zu viele Siebenmeter liegen lassen und einfach zu viele technische Fehler machen. Mit ein, zwei weniger hätte das schon für einen Punkt gereicht. Ich hoffe, dass die Jungs die positiven Sachen mitnehmen und ich freue mich auf nächste Woche.“
TSV Bonn rrh.: Krouß (1), Meißenburg – Krohn (3/1), Hoffmann (3), Bullerjahn (4), Santen, Fricke (5/1), Bitzer (4), Danz, Fischer (5/1), Kästner, Worm (4), Bohrmann (2).
HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann – Blum (8/4), Sinkovec (5), Ciupinski (6), Neitsch, Enders (2), Szczesny (1), Ellwanger (3), Lange, Basic (1/1), Genkel, A. Bekston (1), Basholli (1), Schupe (2).
TV Aldekerk – HSG Refrath/Hand 30:24 (19:13). Rund um die Vogteihalle war die Erleichterung riesig, weil die Mannschaft zuletzt zweimal hintereinander verloren hatte und vor allen Dingen durchs desaströse 29:37 beim Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach (13./10:22) mitten in einer tiefen Krise gelandet war. Auch Trainer Tim Gentges atmete auf: „Wir haben in dieser Höhe absolut verdient gewonnen und ich glaube, die Wiedergutmachung, die wir schuldig waren, haben wir eindrucksvoll gezeigt. Die richtigen Antworten und die richtigen Fragen untereinander haben die Jungs eigenständig geklärt und so funktioniert es dann halt. Heute habe ich wieder eine Mannschaft gesehen, die mit absoluter Leidenschaft, mit Willen, mit Kampf, mit Mut und mit Spielwitz agiert hat, vorne wie hinten. Es hat einfach alles gepasst und selbst eine Schwächephase haben wir weggepackt. Das macht richtig Mut und so müssen wir es durchziehen. Das heißt jetzt aber, dass wir das von Woche zu Woche bestätigen müssen.“ Die Gelegenheit dazu bekommen die nun auf Platz sieben mit 17:17 Punkten geführten Aldekerker schnell, denn am nächsten Samstag treten sie beim heimstarken Fünften HC Weiden an (22:12). Refrath/Hand, das die dritte deutliche Pleite hintereinander einstecken musste, erwartet als Achter (15:17) den um den Klassenerhalt kämpfenden Aufsteiger SSV Nümbrecht (Elfter/12:22). Für HSG-Coach Kelvin Tacke kam die Niederlage in Aldekerk insgesamt nicht überraschend: „Es war die erwartet schwere Aufgabe. Zusätzlich sind vor dem Spiel bei uns noch zwei Rückraumspieler verletzt ausgefallen. Die Jungs haben es aber streckenweise echt gut gemacht. Leider hatten wir in beiden Halbzeiten, wenn wir uns auf zwei oder drei Tore rangearbeitet hatten, immer Phasen, wo wir zu viele Fehler produziert haben, durch die wir immer wieder zurückgeworfen wurden.“

Fliegen für den Sieg: Tim Könnes (mit Ball) und seine Aldekerker konnten den Abwärtstrend stoppen, während Christian Bürger, Lukas Dibowski (von links) und Jan Speckmann (rechts) mit den Refrathern zum dritten Mal hintereinander verloren. (Foto: Carsten Wulf)
Der Sieg der Aldekerker war allein deshalb komplett verdient, weil sie kein einziges Mal in Rückstand lagen und ab dem 3:2 (6.) durch Sjuul Rutten immer führten. Beim 10:5 (17.) deutete sogar einiges auf einen hohen Sieg hin, aber Refrath kam noch einmal zurück und war beim 10:12 (22.) wieder dichter dran. Was sich der TVA exakt so gewünscht hatte und was dann überhaupt nicht zu den Ideen der HSG passte: Acht Minuten später war die Partie durch einen 7:2-Lauf zum 19:12 (30.) bereits vor der Pause fast entschieden. Und in der Folge ließen die Hausherren auch nichts mehr anbrennen – im Gegenteil. Übers 23:14 (37.) und 27:18 (45.) schien sich der TVA sogar auf den Weg zu einem Erfolg mit zehn oder mehr Toren Unterschied zu begeben, bevor das letzte Viertel des Spiels den Gästen gehörte. Refrath setzte nun seinerseits die Akzente und zu einer 6:0-Serie an, die der HSG gut sechs Minuten vor Schluss das 24:27 (54.) und neue Spannung brachte. Was hier keiner ahnte: Jenes Tor von Lukas Dibowski war die letzte Refrather Antwort. Anschließend machten Fabian Küsters, Thomas Plhak und noch einmal Küsters mit dem 28:24 (55.), 29:24 (57.) und 30:24 (58.) alles klar für die Gastgeber.
TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann – Grützner, Kirschbaum (3), Poot (2), Brockmann (3), Plhak (7/4), Hahn (2), Könnes (4), Perey (2), Küsters (2), Kahl (3), Niederholz, Rutten (2).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Branding, Willers (5), Merz (3), Faust (2), Geerkens (1), Bürger (3), Georgi (2), Noll (2/2), Speckmann (1), Tent, Baur, Kufner (2), Dibowski (3), Capota.
SSV Nümbrecht – Borussia Mönchengladbach 34:32 (18:13). Kein Zweifel: Eine Woche nach dem 37:29 über den TV Aldekerk (Siebter/17:17), der den Mönchengladbachern Luft verschaffte im Kampf gegen den Abstieg, war diese Niederlage beim Mit-Aufsteiger ein schmerzhafter Rückschlag – weil sie gegen einen direkten Konkurrenten aus dem Keller der Tabelle passierte. Die Folge: Mönchengladbach rutschte bei nun 10:22 Zählern direkt wieder auf den ersten sicheren Abstiegsplatz zurück, den es gerade erst verlassen hatte, und hinter dem Team von Trainer Ronny Rogwaska ist jetzt wieder nur das Schlusslicht VfL Gummersbach II (7:23). zu finden. Rogawska sah zwar insgesamt ausgerechnet in dieser wichtigen Partie eine deutlich zu hohe Fehlerquote in allen Bereichen, wirkte aber hinterher trotzdem nicht völlig frustriert: „Was schön war zu sehen, war der Charakter, den wir gezeigt haben in der zweiten Halbzeit, wo wir wieder als geschlossene Mannschaft aufgetreten sind.“ Einen direkten Kontakt hat die Borussia zu den auf Rang elf vorgerückten Nümbrechtern (12:22) und dem Zwölften BTB Aachen (11:23), in Sichtweite befinden sich auch noch der Neunte HC Gelpe/Strombach (14:20) und der Zehnte TSV Bonn rrh. (14:20), den Mönchengladbach am nächsten Samstag zu einer für beide wegweisenden Partie erwartet, bevor am 10. März das Nachholspiel gegen Gummersbach II auf dem Programm steht, am 14. März die Aufgabe in Gelpe/Strombach und am 21. März die gegen den BTB Aachen. Kurzformel: Der März dürfte für Mönchengladbach der Monat der Wahrheit werden.
In der sechsten Minute sahen sich die Gäste beim Stande von 1:5 bereits zu ihrer ersten Auszeit gezwungen und es folgte auch eine klare Steigerung – 6:6 (12.), Anschließend erwischte es die Borussia jedoch wieder knüppeldick – weil sie zunächst mit 6:11 (17.) ins Hintertreffen geriet und kurz darauf beim Stande von 7:11 Aaron Jennes durch eine Rote Karte verlor (19.), die ihr Coach für verfehlt hielt. Was ein Plus für die Mönchengladbacher war: Sie blieben selbst nach dem 11:18 (29.) dran, machten danach in der zweiten Halbzeit aus dem 15:20 (33.) wieder eine offene Partie und schafften mit dem 25:25 (48.) durch den von Domenik Roth verwandelten Siebenmeter sogar den Ausgleich. Genau drei Minuten und acht Sekunden darauf hatten sich allerdings alle Hoffnungen auf was Zählbares mit einem 0:5-Lauf zum 25:30 (53.) wieder in Luft aufgelöst und ab jetzt ging es nur um ein halbwegs hinnehmbares Ergebnis. Für einen Sieg kam Mönchengladbach nicht mehr in Frage – und die beiden Treffer von Manuel Bremges und Felix Semrau zum 31:34 und 32:34 in der letzten Minute fielen zu spät. „Nümbrecht setzt sich wieder auf 30:25 ab, was wir wieder selbst verschuldet haben“, fand Rogawska, „wir haben freie Chancen ausgelassen und Siebenmeter verworfen. So haben wir uns selber geschlagen.“ Oft werden sie sich das nicht mehr erlauben können.
SSV Nümbrecht: Orth, Rydzewski, Schoger – Urbach (1), Hampel (4), Last, Witthaut, P. Donath, Hartmann (4), Schröter (1), Schanz (1), Dissmann (5), D. Donath (5), Weber (8/4), Henrichs (2), Miebach (3).
Borussia Mönchengladbach: Heck, Erkes – Prinz (1), Dicks, Jennes (1), Weis (2), Herholz, Bremges (7), Semrau (3), Weisz (1), Berner (3), Nix (2), Lipok (2), Markovic (1), Slabospytskyi, Roth (9/5).
HC Gelpe/Strombach – VfL Gummersbach II 32:21 (19:12). Der Druck wird immer größer und die Aussicht des VfL, mit der jüngsten Mannschaft der Liga den Klassenerhalt zu schaffen, immer kleiner. Erschwerend kam hinzu, dass die Gummersbacher im Derby gegen einen ebenfalls nicht auf Rosen gebetteten direkten Konkurrenten aus dem unteren Drittel keinen Auftritt zeigten, der ihnen irgendwie Hoffnung machen könnte. In der Summe stand nach den 60 Minuten sogar die bisher höchste Niederlage in dieser Saison auf der Anzeigetafel und Trainer Jan Schwenzfeier redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Man muss heute ganz klar sagen, dass das unsere mit Abstand schlechteste Saisonleistung war. Wir haben eigentlich über die komplette Spielzeit weder in der Abwehr noch noch im Angriff stattgefunden. Wir haben es leider gar nicht geschafft, das umzusetzen, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Trotz der schwierigen Kadersituation war das einfach in allen Belangen viel zu wenig und deswegen geht auch das Ergebnis in der Höhe in Ordnung.“ Mit ihren 7:23 Zählern hängt seine Mannschaft weiter auf dem letzten Tabellenplatz fest – hinter den in Reichweite liegenden SSV Nümbrecht (Elfter/12:22), BTB Aachen (Zwölfter/11:23) und Borussia Mönchengladbach (13./10:22). Verbessert hat sich im Kampf um den Klassenerhalt die Lage des HC Gelpe/Strombach, der als Neunter mit 14:20 Punkten weitermacht. Was Schwenzfeier und seinen Gummersbachern jetzt alleine helfen könnte, sind Erfolge am 8. März gegen die Aachener und am 10. März im Nachholspiel bei den Mönchengladbachern.
Mit dem 1:0 (1.) von Tim Rath, dem 2:0 (2.) von Fanou Ulmerich und dem 3:2 (4.) von Paul Britz fing der Abend gut an für den Tabellenletzten, doch genau drei Minuten später hatte nach einer 4:0-Serie zum 6:3 (6.) bereits Gelpe/Strombach die Kontrolle – und gab sie fortan nicht mehr wirklich ab. Gummersbach konnte noch auf 5:6 (7.) verkürzen, verlor aber übers 7:9 (14.) bis zum 7:12 (16.) zum ersten Mal deutlicher den Anschluss und fiel dann nach dem 12:15 (24.) ebenso schnell wie aussichtslos zurück. Vor der Pause zogen die Gastgeber über einen weiteren 4:0-Lauf auf 19:12 (30.) weg, ehe sie am Anfang der zweiten Halbzeit zwei Tore zum 21:12 (33.) hinterlegten, sodass die Partie spätestens hier entschieden war. Mit dem 25:15 (39.) lag die Lücke zwischen beiden Teams zum ersten Mal im zweistelligen Bereich., den sie später nach dem 29:19 (53.) auch nicht mehr verließ. Ebenfalls bitter für den Verlierer: Die nur 21 erzielten Tore zeigten erneut klar auf, wo die größte Problemzone liegt. Im Durchschnitt erzielt Gummersbach nur 26,6 Tore pro Spiel – so wenige wie sonst keiner in der Regionalliga. Dass sie demgegenüber mit den 29,73 Gegentoren pro Spiel im Mittelfeld der Klasse zu Hause sind, bringt sie trotzdem nicht weiter.
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Banaschewitz, Löpker – Dräger, Schürmann, Fischer (1), Maier (8/2), Viebahn (2), Heinzerling (8), Roth (1), Müller (2), Meinhardt (8), Walch (2), Kolken.
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (2), Kübler, Bohnenkamp, Rath (6), Haglund, Kiesewalter (4), Kasch, Hartmann, Fleisch, Krieg (2), Patzelt, Ulmerich (3), Riedel (4).