| 08. März 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Wer hat einen Plan für uns? Trainer Frank Berlinger (Mitte), Max Zimmermann (links) und Max Hartz (rechts) erleben gerade mit ihrem TV Korschenbroich sehr eine schwierige Zeit. Alle drei zusammen wollen/müssen versuchen, den personellen Notstand des einstigen Tabellenführers so gut wie möglich zu bewältigen. (Foto: Sven Frank)
OSC Rheinhausen – TV Korschenbroich 31:22 (14:11). War es das schon beim Versuch, nach dem Abstieg aus der 3. Liga die direkte Rückkehr dorthin ins Auge zu fassen? Die Korschenbroicher jedenfalls, am Anfang des Jahres 2026 noch die klare Nummer eins im Kampf um die Meisterschaft, sind in den vergangenen Wochen komplett vom Kurs abgekommen – und ihnen scheint nun wie ein Mühlstein um den Hals zu hängen, dass sie nur über eine knapp bemessene Kadertiefe verfügen. Erstens: Nach zwei Auftakt-Erfolgen im Januar konnte Korschenbroich nur eins seiner folgenden sechs Spiele gewinnen – beim 30:22 gegen den um den Klassenerhalt kämpfenden BTB Aachen (Zwölfter/11:23). Dass der TVK jetzt bereits zum dritten Mal hintereinander nicht gewinnen konnte, begann vor zwei Wochen mit dem 24:31 im Spiel beim HC Weiden, wo allerdings die Knieverletzung von Mats Wolf (Kreuzbandriss) viel folgenschwerer war als der Verlust der beiden Punkte. TVK-Trainer Frank Berblinger war nun ohnehin weit davon entfernt, seinem Team einen Vorwurf zu machen: „Ähnlich wie letzte Woche hatten wir nach einer recht schmalen Trainingswoche wieder einen recht kleinen Kader. In der zweiten Halbzeit kommen wir richtig gut raus und sind auf minus zwei dran, dann kriegen wir dreimal zwei Minuten und sind dreimal in Unterzahl. Das hat uns ein bisschen das Genick gebrochen. Und hinten raus ist es einfach so gewesen, dass uns irgendwann die Kräfte verlassen haben. Die Jungs haben alles versucht.“ Als Vierter (23:13) sind die Korschenbroicher längst nicht mehr der Gejagte, sondern der Jäger hinter dem TSV Bayer Dormagen II (27:9), der HSG am Hallo Essen (25:11) und eben den Rheinhausenern (24:12). Der zum vierten Mal hintereinander siegreiche OSC ist dabei der krasse Gegensatz zu Korschenbroich und er hat sich durch 12:4 Zähler aus acht Begegnungen im neuen Jahr weit oben festgesetzt.
Dass der TVK einen ausgesprochen schwierigen Abend erleben würde, deutete sich früh an. Eine Führung konnten sich die Gäste nie erarbeiten und einen Gleichstand sahen sie lediglich vier Mal auf der Anzeigetafel – mit dem 0:0 beim Anpfiff, mit dem 1:1 (2.) durch Steffen Brinkhues kurz darauf, mit dem 4:4 (11.) von Max Zimmermann und dem 5:5 (13.) durch Max Hartz. Rheinhausens Viererserie zum 9:5 (17.) war anschließend ein erstes klares Zeichen für die Richtung in dieser Partie, in der Korschenbroich aber trotz aller Widrigkeiten nie aufgab und sich weder vom 8:13 (26.) noch vom 12:16 (33.) komplett aus der Bahn werfen ließ. Mit dem 17:18 (38.) waren die Gäste sogar wieder dran, doch in den folgenden fünf Minuten büßten sie endgültig alle Chancen ein: Beim Stande von 17:20 (39.) gab es kurz hintereinander Zeitstrafen gegen Brinkhues (40.) und Zimmermann (41.) sowie die Rote Karte (41./dritte Zeitstrafe) gegen Fritz Bitzel. Logisch: Rheinhausen nutzte die Gunst der Stunde mit drei Mann mehr auf der Platte und als Korschenbroich wieder seine Sollstärke erreicht hatte, führte der OSC mit 22:17 (42.). Hier war der Abend vorzeitig entschieden und auf der Zielgeraden legten die Hausherren vom 26:21 (54.) bis zum 30:21 (57.) trotzdem nach gegen längst geschlagene Korschenbroicher. „Das Ergebnis ist einen Ticken zu hoch“, fand Berlinger, „aber der Sieg absolut verdient für Rheinhausen.“ Bei Sascha Wistuba, der zusammen mit Nico Biermann ein Trainer-Duo beim OSC bildet, herrschte eine Mischung aus Staunen und Bodenhaftung: „Mit dem Sieg haben wir so nicht gerechnet. Der TVK hat sich nicht aufgegeben und beim 18:17 hätte das Spiel durchaus noch mal kippen können. Die dreifache Bestrafung für Korschenbroich nutzen wir aber konsequent aus und setzen uns entscheidend ab. Wir hatten ab dann für vieles die richtige Antwort. Mit einem überragenden Abwehr- und Torwartspiel legen wir den Grundstein für diesen wichtigen Sieg. Natürlich sind wir mächtig stolz auf das, was in den letzten Wochen hier gewachsen ist. Es ist toll, wie das Team auf und neben der Platte agiert. Und trotzdem wird es eine heiße Endphase.“
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (5/2), Flach, Rippelmeier, Mook, Ernst (6), Kauwetter (1), Dreier, Zwarg (4), Hüller (5), M. Molsner (2), Käsler (6), Kölsch (2), Schlögl.
TV Korschenbroich: Bartmann, Krüger – Schiffmann (5), Krantzen (2/1), Eugler (3), Hartz (2), Brinkhues (2), König (1), Zimmermann (3), Büscher (2), Franz (2), Bitzel.
HC Weiden – TV Aldekerk 28:32 (14:18). Für die einen soll es der Abschied aus der Krise gewesen sein, für die anderen war es eher der Abschied aus dem Kampf um die Meisterschaft und vielleicht sogar um einen der Plätze ganz vorne. Was die Weidener doppelt traf: Sie hatten in den acht Heimspielen zuvor eine makellose Bilanz von 16:0 Punkten erzielt und kürzlich als Abschluss ihrer Serie den TV Korschenbroich mit 31:24 bezwungen. Nun gab es aber nur eine Woche nach dem 31:41 beim OSC Rheinhausen zum zweiten Mal im Kalenderjahr 2026 die zweite Niederlage hintereinander, sodass die Mannschaft von Trainer Marc Schlingensief inzwischen einiges an Boden verloren hat. Auf Rang fünf haben die Weidener aktuell bei 22:14 Zählern natürlich geringere Chancen als der Erste TSV Bayer Dormagen II (27:9), der Zweite HSG am Hallo Essen (25:11), der Dritte Rheinhausen (24:12) und der TV Korschenbroich (23:13). In Aldekerk, das vor erst zwei Wochen nach dem 29:37 bei der stark gefährdeten Borussia Mönchengladbach (13./10:24) in den Alarmmodus gestürzt war, herrscht dagegen beinahe wieder der reine Sonnenschein. „Das war richtig, richtig gut“, fand Trainer Tim Gentges, „manchmal sind es kleine Stellschrauben, die vielleicht nachjustiert werden müssen – und dann funktioniert so eine Mannschaft wieder ganz anders. Sinnbildlich dafür ist die Leistung von Thomas Brockmann in den letzten zwei Spielen und erst recht heute – wie ausgewechselt. Wir können stolz darauf sein und wir sehen, zu was wir in der Lage sind. Wir haben zwei Punkte mitgenommen und das verdient, weil wir immer die richtigen Antworten gefunden haben. Es zerreißt sich gerade wieder jeder für jeden, hinten wie vorne. Wir sind wirklich glücklich.“ Von Platz sieben (19:17) aus will der TVA, der nach dem jüngsten 30:24 über die HSG Refrath/Hand (Achter/17:17) erneut einen Sieg holte, nun auch den anderen Teams von vorne das Leben so schwer wie möglich machen.
Die Gastgeber konnten aus dem 0:1 (3.) und 1:2 (4.) eine 3:2-Führung (6.) machen und sie lagen auch beim 5:4 (10.) noch einmal vorne, kassierten dann aber einen 0:4-Lauf zum 5:8 (13.) und rannten ab jetzt vorerst hinterher. Die eigene 4:0-Serie vom 10:13 (20.) bis zum 14:13 (26.) reichte in der ersten Halbzeit ebenfalls nicht für eine dauerhaft Wende, weil Aldekerk sogar eine 5:0-Serie auf die Platte legte und mit dem 18:14 (30.) beste Aussichten für den zweiten Durchgang hatte. Hier kamen die Hausherren nur mit dem 20:22 (42.) erneut in direkten Kontakt, ehe der Rest für den TVA spätestens ab dem 26:20 (48.) und 28:21 (53.) gut kontrollierbar war. Für Tim Gentges ließ der Abend insgesamt wenig zu wünschen übrig: „Wir haben unseren taktischen Fahrplan hervorragend umgesetzt und was wir da in der Abwehr weggearbeitet haben in Verbindung mit einem guten Torhüter – Hut ab. Ich glaube, der Weg ist jetzt wieder der richtige, aber das müssen wir von Woche zu Woche beweisen.“ Vom richtigen Weg kann bei den Weidenern auf der anderen Seite nicht wirklich die Rede sein. „Glückwunsch nach Aldekerk, die völlig verdient die Punkte holen“, sagte Trainer Marc Schlingensief, „nach dem 10:13 schaffen wir augenscheinlich die Wende. Dieses Momentum können wir aber nicht nutzen – im Gegenteil, Die letzten vier Minuten kassieren wir einen 0:4-Lauf, der sich auf ein 0:6 erhöht nach der Pause. Danach geht noch mal ein Ruck durchs Team und wir haben sogar die Chance auf den Anschlusstreffer. Den verpassen wir allerdings und dann werfen wir fast zehn Minuten kein Tor – was die Entscheidung darstellt. Im Gegensatz zur letzten Woche haben wir nicht aufgesteckt und uns dagegen gewehrt, aber mehr als etwas Ergebniskosmetik war nicht drin. Leider gab es neben der Niederlage insgesamt vier Verletzungen, zwei davon wahrscheinlich schwerer.“
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer, Scheidtweiler (5), Wolff (4), Xhonneux (3/2), Rojko (2), J. Frauenrath (1), Bösel (1), Fiedler (4), S. Meurer (1), Richter (2), Deutz, Bergerhausen (3/1), Stolzenberg (1), Eissa (1).
TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann – Grützner (3), Kirschbaum (1), Poot (1), Brockmann (6), Plhak (12/5), Hahn, Könnes (2), Perey (3), Küsters (2), Rutten (2).
Borussia Mönchengladbach – TSV Bonn rrh. 27:28 (11:11). Was der Borussia immerhin und gleichzeitig nur bleibt, ist die Hoffnung darauf, dass es mit dem Klassenerhalt doch was werden möge – was angesichts der jüngsten Berg- und Talfahrt fürs Team von Trainer Ronny Rogawska aber keine Selbstverständlichkeit ist. Auf dem Weg zu einer Position am rettenden Ufer hatte der Aufsteiger zuletzt in eigener Halle etwa die höher eingestuften HC Weiden (38:35) und TV Aldekerk (37:29) bezwungen – und nun war die knappe Niederlage gegen die Bonner eine Woche nach dem 32:34 beim ebenfalls gefährdeten Mit-Aufsteiger SSV Nümbrecht ein weiterer Rückschlag. Der HC Gelpe/Strombach (Zehnter/14:22), der BTB Aachen (Elfter/13:23) und die Nümbrechter (Zwölfter/12:24) bilden zusammen mit Mönchengladbach (13./10:24) und dem Schlusslicht VfL Gummersbach II (7:23) die direkte Gefahrenzone, aus der am Ende sicher zwei Teams die Klasse in Richtung Oberliga verlassen müssen. Davon scheint zumindest für den Moment bei den Bonnern nicht mehr intensiv die Rede zu sein, weil die mit fünf Niederlagen hintereinander miserabel ins Jahr 2026 gestartete und ziemlich weit nach unten durchgereichte Mannschaft von Trainer Florian Benninghoff-Lühl im Augenblick ihre Hausaufgaben erfolgreich abhakt: Nach dem 26:24 kürzlich in Gummersbach brachte die TSV nun erneut zwei wichtige Punkte in einem Duell mit einem direkten Konkurrenten auf ihr Konto – das damit bei Rang neun mit 16:20 Zählern wieder ein bisschen freundlicher aussieht. Entsprechend erleichtert zeigte sich der TSV-Coach, zumal die Partie auf der Zielgeraden beinahe gekippt wäre: „Wir gewinnen glücklich, am Ende aber verdient. Die Jungs haben vor allem in der Abwehr ab der ersten Minute einen mega Job gemacht, was uns auch über Tempogegenstöße zu einfachen Toren kommen lässt. Am Ende sind wir eigentlich mit drei vorne und haben eine Überzahlsituation, machen aber den Sack nicht zu. Das hätte einfacher sein können und wir haben heute das Spielglück in den letzten paar Sekunden wirklich für uns gebraucht – und wir sind froh, dass es ausnahmsweise mal bei uns war.“ In der Summe wars darüber hinaus vielleicht wirklich ein Ausgleich fürs einen Monat alte 35:36 gegen den Tabellenführer TSV Bayer Dormagen II und das 31:32 vor zwei Wochen gegen den Zweiten HSG Am Hallo Essen. Borussia-Coach Rogawska konnte dem Blick auf die Anzeigetafel weniger abgewinnen: „Wir haben eine richtig starke Abwehrleistung hingekriegt. Unser Problem war, dass wir diese gute Deckung nie ausnutzen konnten und wir haben mit Sicherheit fünf gute Chancen liegen lassen, die am Ende sehr teuer werden.“
Der Sieg der Gäste ging unter dem Strich nicht zuletzt deshalb in Ordnung, weil sie über weite Strecken der Partie führten und die Mönchengladbacher nach dem 4:7 (15.) und 6:9 (21.) bloß vorübergehend für eine Wende in Frage kamen – 11:10 (28.), 15:14 (40.). Beim 16:15 (41.) nach zwei Dritteln des Spiels lagen die Hausherren dann zum letzten Mal vorne und in der Folge regelmäßig hinten. Was für die Mönchengladbacher sprach: Sie gaben selbst nach dem 20:23 (54.), 23:26 (57.) oder 25:28 (58.) nicht auf und versuchten in den letzten zwei Minuten noch einmal alles. Paul Lipok und Niklas Berner sorgten in der Folge mit ihren Toren zum 26:28 (58.) und 27:28 (59.) auch für neue Spannung, aber Bonn zitterte den knappen Vorsprung in den restlichen 98 Sekunden über die Zeit. Besonders viel Raum, sich von dieser Heimniederlage zu erholen, bleibt der Borussia im Übrigen nicht, denn bereits am Dienstag steht beim VfL Gummersbach II eins der Schlüsselspiele im Kampf um den Klassenerhalt auf dem Programm. „Wir müssen uns sehr schnell erholen“, erklärt Rogawska, „es geht darum, dass wir alle an Bord sind und wieder bereit sind, füreinander in die Bresche zu springen.“ Mönchengladbach kann sich gegen den Tabellenletzten im Nachholspiel aus der Hinrunde in seiner derzeitigen Situation sicher keine weitere Heimniederlage leisten.
Borussia Mönchengladbach: Heck, Hoffmann, Erkes – Dicks (1), Jennes (1), Weis (8/1), Bremges, Semrau, Weisz (4), Berner (1), Nix (1), Lipok (2), Markovic (5), Slabospytskyi, Roth (4).
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg – Krohn (1/1), F. Hoffmann (6/1), Bullerjahn (4), Santen, Heitkötter (1), Fricke (3/1), Bitzer (4), Weber (2), Danz (2), Fischer (5/1), Kästner, J. Hoffmann, Bohrmann.
VfL Gummersbach II – BTB Aachen 23:27 (12:14). Vielleicht war es für die Aachener der bisher wichtigste Sieg in dieser Saison – weil sie vorher noch keinen einzigen Auswärts-Erfolg geschafft hatten und weil sie sich nun bei einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt durchsetzten. Ganz nebenbei beendete die Mannschaft von Trainer Simon Breuer im Oberbergischen eine Serie von zuletzt drei Niederlagen hintereinander und nun hat der BTB wieder klar bessere Aussichten, auch am Ende eine der rettenden Positionen zu belegen. Dass es dafür keine Garantie gibt, war Breuer hinterher bei aller Erleichterung klar: „Das sind absolute Big Points, die wir da heute geholt haben. Ein wirklich guter, couragierter Auswärtsauftritt und vornehmlich eine sehr, sehr gute konzentrierte Abwehrarbeit über 60 Minuten waren der Schlüssel zum Sieg. Richtig hervorheben kann man letztlich keinen, da wir das einfach sehr geschlossen kollektiv gelöst haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es ein bisschen verpasst bei drei, vier freien Möglichkeiten, den Sack vielleicht vorher schon zuzumachen, aber am Ende sind wir natürlich total glücklich über den ersten Auswärtssieg und darüber, dass wir uns ein bisschen von Gummersbach distanzieren können. Nichtsdestotrotz ist es weiter wahnsinnig eng und wir haben noch einige Endspiele vor uns und wir wollen natürlich weiter fokussiert bleiben.“ Vor der durch die Oster-Schulferien bedingten nächsten Meisterschafts-Unterbrechung stehen die Aachener am nächsten Samstag vor dem schwierigen Heimspiel gegen den Zweiten HSG am Hallo Essen (25:11), bevor sie am 21. März zum ebenfalls gefährdeten Vorletzten Borussia Mönchengladbach (10:24) müssen. Der Kreis der richtig gefährdeten Klubs beginnt beim Zehnten HC Gelpe/Strombach (14:22) und er reicht über die Aachener (Elfter/13:23) und den SSV Nümbrecht (Zwölfter/12:24) bis hin zur Borussia und Gummersbach II.
Das Duell der beiden Keller-Konkurrenten bot im Oberbergischen von Beginn an viel Kampf – und die Aachener waren bereit, alles in die Waagschale zu werfen. Bezeichnend dafür, wie eng es auf der Platte zuging: Über die ersten 50 Minuten konnte sich keins der beiden Teams entscheidend absetzen. Aachen hatte nach dem 8:9 (20.) und 10:10 (22.) immer leichte Vorteile und schien nach der Pause auf dem Weg zu einem deutlicheren Polster zu sein – 15:12 (31.), 16:13 (32.), 21:18 (44.). Gummersbach kam aber zurück, machte aus dem 19:22 (44.) in einer an Toren besonders armen Phase den 22:23 (53.)-Anschluss, sodass der BTB hier wieder bangen musste. Anschließend besorgten jedoch Wagner (53.), Noah Wudtke (55.) und Carsten Jacobs (56.) durch eine 3:0-Serie jenes 26:22, das eine tragfähige Basis für die restlichen viereinhalb Minuten war. Endgültig gelaufen war die Partie kurz darauf mit dem Wagner-Treffer zum 27:23 (58.), auf den die Hausherren gar keine Antwort mehr fanden.
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (4), Bohnenkamp (2), Rath (4/1), Haglund (2), Kiesewalter, Kasch, Hartmann (1), Krieg (2), Patzelt (3/1), Ulmerich (2), Riedel (3).
BTB Aachen: Zaghloul, Sadequi – Monteiro Pai (3), Jacobs (8/2), Mattner (1), Horn, Wudtke (3), Büchel (3), Käsgen, Klinkenberg, Wagner (5), Schmitz, Münster, Herzog, Denert (1), Panse (3), Kepp.
TSV Bayer Dormagen II – Unitas Haan 39:33 (19:15). Gut zehn Minuten lang schienen die in den vergangenen Wochen sehr stabilen Haaner, die hier 9:1 Punkte aus fünf Spielen erzielt hatten, auch dem Spitzenreiter von Beginn an sehr ernsthafte Probleme bereiten zu können. Ab dem 10:9 (13.) lagen aber die trotz allen Respekts vor den Gästen favorisierten Dormagener vorne, die das Duell fortan unter Kontrolle zu haben schienen – ohne sich vorerst deutlicher als beim 19:14 (28.) gegen Ende der ersten Halbzeit absetzen zu können. Was hier niemand ahnen konnte: In der Schlussphase ging es unter anderem mit zwei Roten Karten für ein paar Augenblicke drunter und drüber und viel fehlte beim Stande von 33:31 (54.) nicht zu einer Überraschung. Unter dem Strich sicherte sich die Mannschaft von TSV-Trainer Peer Pütz jedoch den fünften Sieg hintereinander und bei 15:1 Zählern war es bereits das achte Spiel hintereinander ohne Niederlage – was der Hauptgrund dafür ist, dass die Dormagener mit insgesamt 27:9 Punkten seit ein paar Wochen an der Tabellenspitze liegen. Das Feld der Verfolger bilden die stark aufgekommenen HSG am Hallo Essen (25:11) und OSC Rheinhausen (24:12) sowie der TV Korschenbroich (23:13) und der HC Weiden (22:14). Mit allen Mitgliedern dieses Viererklubs bekommen es die Dormagener in den nächsten Wochen noch zu tun: Am nächsten Samstag geht es zu den im Moment leidenden Korschenbroichern und nach dem Heimspiel am 21. März gegen den Tabellenletzten VfL Gummersbach II (7:25) folgt im Anschluss an die Osterpause am 12. April das Spitzenspiel gegen Essen. Auf der Zielgeraden der Saison folgen zudem die Spiele am 2. Mai in Weiden und am 10. Mai gegen Rheinhausen. Jenseits von Gut und Böse sind die Haaner untergebracht, die als Sechster gemeinsam mit dem Siebten TV Aldekerk (beide 19:17) und dem Achten HSG Refrath/Hand (17:17) das kleine Mittelfeld der Tabelle bilden.
Dormagen rannte in den ersten Minuten nur hinterher – 0:2 (3.), 5:6 (8.), 8:9 (11.). Vom 16:14 (25.) erhöhten die Hausherren kurz vor der Pause bis zu jenem 19:14 und in der zweiten Halbzeit lief zuerst alles relativ unauffällig. Beim 29:23 (44.) deutete sich bereits die frühzeitige Entscheidung an – was sich jedoch wenig später als Irrtum erwies, denn die Unitas arbeitete sich vom 26:31 (49.) zunächst auf 30:33 (52.) heran. Was folgte, war ein Hagel an Zeitstrafen und Siebenmetern: Bei den Haanern erwischte es zunächst David Bleckmann (52./Zeitstrafe) und Ole Völker (53./Rote Karte), während bei den Hausherren Malte Adam runter musste (53./Rote Karte), der kurz zuvor bei einem Siebenmeter (53.) das 34:30 für die Gastgeber verpasst hatte. Besser machte es kurz darauf Haans Etienne Mensger, der einen Siebenmeter zum 31:33 (54.) verwandelte und TSV-Coach Pütz direkt zu einer Auszeit zwang. Dass Dormagen das Ergebnis wenig später hochschrauben konnte, hatte dann erneut mit einer Zeitstrafe zu tun, weil nun Thorben Richartz (56./Unitas) für zwei Minuten runter musste und der TSV Bayer die sich nun ergebenden Räume nutzte. Marvin Landau (56./Siebenmeter), Laurin Friederich (56.), erneut Landau (57.) und Julius Bahns (57.) machten mit drei Toren zum 37:31 endgültig den Weg frei für Dormagen. Trainer Pütz zeigte sich einverstanden mit dem Auftritt der Gastgeber: „Das war ein extrem wichtiger Sieg für uns gegen wirklich unangenehm zu bespielende Haaner. Zudem waren Paul Scholl und Julius Hein heute bei der ersten Mannschaft, sodass wir vor allem im Innenblock wieder ein bisschen improvisieren mussten. Vorne kommen wir eigentlich gut ins Spiel und wir haben insgesamt auch sehr effektiv abgeschlossen, aber wir haben wieder ein paar technische Fehler zu viel. Kurz vor Schluss haben wir es noch mal ein bisschen unnötig knapper werden lassen, dann aber eine gute Reaktion gezeigt. Von daher war das in der Summe sehr zufriedenstellend.“
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (7/1), Srugies (3), Hinrichs, Kasper (4), Emmerich (4), Döpner, Ostrowski (3), P. Hüter (2), Bahns (10), Kopp, Friederich (1), Adam (5/3), Schindler, Scheel, Hein.
Unitas Haan: Seher, Joest – Mensger (5/1), Richartz (1), Wöstmann (2), Brandenburg (6), Maesch (2), Korbmacher (3), Hinkelmann, Rath, Völker (1), Disler, Bleckmann (8/3), Werthebach (2), Austrup (3).
HSG Refrath/Hand – SSV Nümbrecht 32:26 (13:10). Für die Refrather wird es keine besonders große Rolle spielen, dass in dieser Partie am Sonntagnachmittag kein Schönheitspreis vergeben wurde – was mit auf beiden Seiten zahlreich vorkommenden Fehlern zu tun hatte. Viel wichtiger war für die Mannschaft von Trainer Kelvin Tacke, dass sie nach drei zum Teil sehr deutlichen Niederlagen über viel Kampf und Leidenschaft mal wieder zwei Punkte auf ihr Konto überweisen konnte, denn nun hat die HSG mit dem Blick in den Rückspiegel wieder mehr Ruhe: Als Achter liegt Refrath mit inzwischen 17:17 Zählern wieder ein Stück weiter vor dem gefährlicheren Bereich, der auf dem zehnten Platz beim HC Gelpe/Strombach (14:20) beginnt. Logische Folge: Für die beiden kommenden Auswärtsspiele am nächsten Samstag bei der TSV Bonn rrh. (Neunter/16:20) und am 21. März in Gelpe/Strombach lastet auf Tackes Team etwas weniger Druck. Das sieht für die Nümbrechter anders aus, die als Drittletzter (12:24) mitten in der ganz gefährlichen Zone feststecken und mit 3:13 Punkten aus den vergangenen acht Spielen auch die dazu passende Bilanz einfuhren. HSG-Coach Tacke konnte mit dem Lauf des sonntäglichen Handball-Abends auf jeden Fall eine Menge anfangen: „Das war eine starke Reaktion meiner Mannschaft auf die letzten Niederlagen. Wir waren direkt im Spiel und nach ausgeglichenen 25 Minuten haben wir kurz vor der Halbzeit den ersten wichtigen Schritt gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann in der Abwehr noch steigern können und auch wieder zu unserem Umschaltspiel gefunden, Das war eine gute und geschlossene Teamleistung.“
Nümbrecht lag in der ersten Halbzeit mit wechselnden Führungen beim 10:9 (24.) noch vorne, blieb aber in den restlichen knapp sieben Minuten vor der Pause ohne weitere Treffer und die Hausherren konnten den Spieß bis zum 13:10 (30.) umdrehen. Ab dem 14:10 (31.) lief das Duell dann ausschließlich in die Richtung der Refrather, die das 17:15 (36.) in Schritten ausbauten und fortan nicht mehr in Gefahr gerieten – 23:18 (43.), 25:21 (49.), 29:22 (55.), 31:23 (57.). Eine treibende Kraft hatte die HSG vor allen Dingen in Pascal Noll (neun Tore), den der SSV trotz verschiedener Versuche nie richtig in den Griff bekam. Noll, von Hause aus eher auf der Position Linksaußen angesiedelt und in Refrath immer wieder auch im Spielaufbau unterwegs, ist mit 120 Saisontreffern nicht aus Zufall die Nummer fünf in der Torjägerliste der Regionalliga Nordrhein. Vor ihm zu finden sind dort nur Carsten Jacobs (137/BTB Aachen), Lukas Hüller (135/OSC Rheinhausen), Matthis Blum (130/HSG am Hallo Essen) und Thomas Plhak (123/TV Aldekerk).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer, Vatter – Neukirch (1), Branding, Willers (1), Schallenberg (1), Faust (4), Bürger (6), Georgi (2), Noll (9/4), Merz (1), Tent, Baur, Dibowski (5), Capota (2).
SSV Nümbrecht: Winkler, Rydzewski, Schoger – Urbach, Hampel (2), Last (2), Witthaut (1), P. Donath (2), Hartmann (2), Schröter (2), Dissmann (2), D. Donath (2), Weber (3/2), Henrichs, Schanz (1), Miebach (7).
HSG am Hallo Essen – HC Gelpe/Strombach 39:29 (18:8). Diese Aufgabe hatten sich die Essener vermutlich selbst etwas komplizierter vorgestellt – unter anderem deshalb, weil die Gäste aus dem Oberbergischen mit einer Bilanz von 8:6 Punkten aus den ersten sieben Spielen im Kalenderjahr 2026 ins Ruhrgebiet gekommen waren. Und bis zum 3:4 (9.) lief der Motor der Hausherren auch noch nicht mit voller Stärke, aber dafür gehörten die restlichen neun Minuten des ersten Durchgans umso gründlicher der HSG: Das Team von Trainer Niklas Rolf machte gegen den zunehmend chancenloseren HC aus dem 10:8 (21.) durch acht Tore hintereinander die bereits entscheidende 18:8-Führung (30.) am Ende der ersten Halbzeit. „Ich würde es einen Start-Ziel-Sieg nennen“, fand Essens Trainer Niklas Rolf, „über die kompakte Abwehr mit einem guten Torhüter Dean Christmann dahinter haben wir einen Wahnsinnslauf vom 10:8 zum 18:8.Wir haben wieder deutlich aktiver verteidigt als in den letzten Wochen und viele Ballverluste erzwungen und wir haben dann auch selbst die Lösungen gefunden, die wir uns erhofft haben. Ab diesem 18:8 haben wir es mehr oder weniger gut runtergespielt, Ich bin sehr, sehr zufrieden – Kompliment an die Mannschaft- Wir haben super viel Freude, alle Abläufe greifen immer besser und es macht auf jeden Fall Spaß.“ Der Lohn für den sechsten Sieg hintereinander: Die HSG am Hallo, erst zu dieser Saison aus der Oberliga aufgestiegen, ist als Zweiter (25:11 Punkte) der erste Verfolger des Spitzenreiters TSV Bayer Dormagen II (25:9).

Das Polster der HSG pendelte nach der Pause regelmäßig um die zehn Tore herum und es gab für Gelpe/Strombach, das als Zehnter (14:22) mitten im Kampf gegen den Abstieg steckt, praktisch nie die Aussicht, die Angelegenheit etwas knapper zu gestalten. Weil damit sogar die gesamte Partie eine relativ entspannte Sache blieb, konnten die Essener den Blick schnell nach vorne richten – wo am nächsten Samstag die Aufgabe beim ebenfalls gefährdeten BTB Aachen (Elfter/13:23) wartet. Rolf ist auf der einen Seite maximal erfreut über den aktuellen Stand der Dinge, warnt aber gleichzeitig: „Ich bin sehr, sehr zufrieden – Kompliment an die Mannschaft. Wir haben super viel Freude, alle Abläufe greifen immer besser und es macht auf jeden Fall Spaß. Wir müssen gucken, dass wir unsere gute Laune, unsere Grund-Aggressivität und unsere gute Abwehr nach Aachen mitbringen.“ Sicher ist in erster Linie tatsächlich, dass der BTB keine Geschenke bereithalten wird.
HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann – Sinkovec (5), K. Bekston, Ciupinski (4), Neitsch (2), Enders (3), Szczesny (3), Ellwanger (4), Lange, Basic (8/4), Genkel, A. Bekston, Basholli (4), Schupe (6).
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger (1), Makowiecki (5), Maier (6/2), Altjohann (2), Pötz (1), Viebahn (2), Heinzerling (8), Roth, Meinhardt (2), Walch (2), Rostalski.