Regionalliga Nordrhein
Freitagspunkte: Refrather fast in Sicherheit
HSG gewinnt Nachholspiel beim Letzten VfL Gummersbach II mit 33:29 und hat jetzt auf Rang neun ein Sechs-Punkte-Polster auf die direkte Gefahrenzone.

Vorwärts! Refraths Lukas Dibowski (Nummer 64), der hier Lukas Ellwanger von der HSG am Hallo Essen enteilt ist, ließ sich vor allen Dingen in er ersten Halbzeit in Gummersbach nicht aufhalten. Da gelangen ihm zehn Tore – mehr als die Hälfte der gesamten HSG-Ausbeute bis zu diesem Zeitpunkt. (Foto: Thomas Schmidt)

VfL Gummersbach II – HSG Refrath/Hand 29:33 (14:19). Sechs Runden vor dem Ende der Saison ist das Bild in der Regionalliga nach dem letzten noch fehlenden Nachholspiel (vom elften Spieltag am 10./11. Januar) tatsächlich nicht mehr schief, sondern eine genauer Spiegel für die Wirklichkeit – und die einen sind wieder ein Stück näher an den Abgrund gerückt, während für die anderen das rettende Ufer jetzt zum Greifen nahe ist. Deshalb zeigte sich HSG-Trainer Kelvin Tacke entsprechend erleichtert: „Nach den beiden letzten Niederlagen war das heute ein extrem wichtiges Spiel für uns.“ Die Refrather, die zuvor bei der TSV Bonn rrh. (Achter/20:20) mit 19:29 und beim HC Gelpe/Strombach (Zehnter/18:22) mit 34:35 verloren hatten, stockten ihr Konto auf 19:21 Punkte auf und kletterten auf Rang neun – mit Kontakt zum TV Aldekerk und den Bonnern (jeweils 20:20) auf den Rängen sieben und acht. Viel wertvoller für die HSG ist allerdings der nun ziemlich beruhigende Abstand nach unten zur sehr heißen Gefahrenzone: Auf den Rängen elf, zwölf und 13 knubbelt sich ein Trio aus Borussia Mönchengladbach, BTB Aachen und SSV Nümbrecht (alle 13:27), die den zweiten Absteiger in einem spannenden Saison-Endspurt nach der Meisterschaftspause über die Oster-Schulferien unter sich ausmachen dürften. Die Refrather liegen um sechs Punkte besser als jeder aus diesem Trio und dass sie noch hinter alle drei zurückfallen, sollte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen sein. Mit der besonders bedrohten Konkurrenz bekommt es Tackes Mannschaft auf der Zielgeraden noch drei Mal zu tun – am 11. April in Aachen, am 3. Mai in der Rückrunden-Partie gegen Gummersbach II und am 16. Mai gegen Borussia Mönchengladbach. Deutlich schlechter bis aussichtslos ist die Lage der Gummersbacher (14./8:32), die als Schlusslicht mit der jüngsten Mannschaft der Regionalliga inzwischen bereits fünf Punkte hinter jenem Dreier-Paket unmittelbar vor ihnen liegen. Das Restprogramm des VfL hats außerdem in sich, denn er bekommt es neben den Partien am 25. April gegen Mönchengladbach und am 3. Mai in Refrath/Hand vier Mal mit Konkurrenz aus der oberen Hälfte zu tun – am 11. April beim TV Korschenbroich (Vierter/24:16), am 18. April bei der HSG am Hallo Essen (Dritter/27:13), am 9. Mai gegen den HC Weiden (Sechster/23:17) und am 16. Mai beim OSC Rheinhausen (Zweiter/28:12). 

Der Sieg der Gäste war alleine deshalb verdient, weil sie ab dem 2:1 in der dritten Minute immer führten und den Abend übers 7:1 (9.) durch den sechsten Treffer hintereinander zunächst klar beherrschten – 11:6 (16.), 15:10 (23.). Gummersbach kam zwar auf 13:15 (28.) und 14:17 (30.) heran, doch der HSG gelangen in den letzten 25 Sekunden vor der Pause im Eilverfahren die Tore zum 18:14 und 19:14. Anschließend blieb der Abstand mit dem 23:18 (38.) und 24:20 (42.) fast auf der gleichen Höhe, ehe der VfL noch einmal herankam und für neue Spannung sorgte – 24:25 (46.), 25:26 (48.). Die Refrather, die jetzt in dieser für sie kritischsten Phase des Spiels nach dem 27:25 (49.) aufgrund der Strafen gegen Lukas Dibowski (50./zwei Minuten) und Pascal Noll (51./Rote Karte) vorübergehend mit zwei Mann weniger auf der Platte standen, mussten hier den 26:27-Anschluss (51.) der Hausherren hinnehmen, machten direkt darauf allerdings in voller Besetzung durch vier Tore in Folge zur 31:26-Führung (58.) alles klar. Die besonders treibende Refrather Kraft im Schluss-Spurt war Lars Branding mit vier Treffern in den letzten acht Minuten und der insgesamt beste Werfer der Partie war Lukas Dibowski, der zehn seiner elf Tore im ersten Durchgang erzielte. Trainer Tacke wirkte in der Summe zufrieden: „Die Mannschaft hat über weite Strecken konzentriert gearbeitet, sie ist geschlossen aufgetreten und hat die Vorgaben gut umgesetzt. In den entscheidenden Phasen waren wir stabil und haben die nötige Konsequenz gezeigt. Für uns zählt jetzt vor allem, die Leistung einzuordnen und weiter kontinuierlich zu arbeiten.“

VfL Gummersbach II: Knackstedt – Shimizu, Britz (9), Kübler, Bohnenkamp (3), Rath (5/3), Haglund, Hartmann (1), Fleisch, Krieg, Patzelt (1/1), Ulmerich (4), Riedel (6).

HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (1), Branding (4), Willers, Schallenberg (2), Faust (4), Geerkens (3), Bürger, Georgi (2), Noll (6), Merz, Speckmann, Dibowski (11), Capota.