3. Liga
Die Besten im Westen: Erst Köln, dann schon Ratingen
LSC hat nach 38:28 gegen Kirchzell weiter eine Chance auf Platz drei. Interaktiv bleibt durch 38:29 gegen Haßloch sicher in der oberen Hälfte. Panther gehen beim Tabellenführer Saarlouis mit 36:48 unter.

Interaktiv.Handball – TSG Haßloch 38:29 (18:13). Dass die Ratinger nichts mehr mit dem Thema Abstieg zu tun haben und dass sich die Gäste aus Rheinland-Pfalz (15./8:46) nicht mehr vor dem Abstieg würden retten können, stand schon vor dem Anpfiff fest – und Interaktiv festigte durch den ungefährdeten Erfolg auch seine Position in der oberen Tabellenhälfte. Dass sich der Aufsteiger erstens vorzeitig den Klassenerhalt sichert und zweitens in der Abschluss-Tabelle vor den West-Konkurrenten TuS 82 Opladen (Zehnter/22:34) und Bergische Panther (Zwölfter/20:34) landet, hatte er vor der Serie so selbst nicht erwartet: Interaktiv wollte mit seiner deutlich veränderten Mannschaft am Ende „nur“ irgendwie über dem Strich stehen und keinen der drei Plätze im Fahrstuhl nach unten besetzen. Bei mittlerweile 28:26 Punkten und Rang acht ist dem Team von Trainer Filip Lazarov in der Schluss-Abrechnung sogar eine Position in der oberen Hälfte sicher – weil der Neunte TV Kirchzell (22:32) drei Runden vor Schluss sechs Zähler weniger auf dem Konto und zugleich den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich verloren hat (28:39 in der Hinrunde, 43:32 in der Rückrunde).  Gegen Haßloch (steht als Absteiger fest) ließ Interaktiv in der Summe trotz zahlreicher personeller Rotationen und verteilter Einsatzzeiten wenig anbrennen und übernahm mit dem 6:5 (12.) von Mark Szabo für den Rest des Abends dauerhaft die Führung. Mit der 4:0-Serie vom 10:8 (19.) bis zum 14:8 (22.) legten die Hausherren anschließend die Basis für den Sieg, der in der zweiten Halbzeit nicht mehr in Gefahr geriet. Nach dem 20:13 (33.) bewegte sich der Vorsprung zunächst überwiegend im Bereich von sieben und acht Toren, ehe er beim 31:21 (48.) zum ersten Mal zweistellig aussah. Anschließend verzichteten beide Seiten erst recht auf die richtig intensive Arbeit in der Abwehr und Ratingen verlor den Schluss-Abschnitt mit 7:8 – was allerdings keinen besonders störte. 

Interaktiv.Handball: Plessers, Windeck – Schlösser, Schulz (11/6), Venedey (1), Szabo (6), Perschke (5), Riemann (2), Sibbel (1), Kübler (2), Nuic, Schröder (1), Maric (3), Megale (3), Stock (1), Sabljic (2).

HG Saarlouis – Bergische Panther 48:36 (25:19). Dass sie vom Klassenprimus etwas Zählbares mitnehmen würden, durften die Panther nicht erwarten. Auf der Platte war auch immer wieder zu erkennen, wer bei jetzt 50:6 Punkten um den Aufstieg in die 2. Bundesliga kämpft und wessen oberstes Ziel der Klassenerhalt ist. Dafür hatte das Team des Trainergespanns Alexander Oelze/Jens-Peter Reinarz zuletzt zwei Siege eingefahren – 33:27 beim TuS 82 Opladen (Zehnter/22:34), 36:29 gegen den TV Homburg (16./6:48). Von Rang zwölf aus müssen die Panther bei 20:34 Zählern für die restlichen drei Aufgaben vor allem auf die SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./15:37) aufpassen, die auf dem ersten der drei Abstiegsränge steht und den Rückstand zu den Panthern auf drei Punkte verkürzen kann, wenn sie denn am Sonntag das Kellerduell bei der ebenfalls noch gefährdeten MT Melsungen II (15./17:35) gewinnt. Sicher ist, dass sie Panther alles selbst in der Hand haben, weil sie am 26. April in eigener Halle auf Melsungen treffen und zum Saison-Abschluss am 9. Mai in Schalksmühle antreten. Möglicherweise bietet sich zwischen den beiden Duellen mit der direkten Konkurrenz auch am 2. Mai gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden eine Chance, was fürs eigene Konto zu tun. Eine echte Gelegenheit dazu bekamen die Panther in Saarbrücken nicht, obwohl sie zuerst trotz fehlenden Zugriffs in der Abwehr zunächst um den Kontakt kämpften – 5:6 (8.), 9:12 (16.), 11:16 (20.), 14:17 (22.), 16:18 (24.). Mit dem 25:19 (30.) am Ende der ersten Hälfte hatte der Favorit dann trotzdem ein ausreichendes Polster und im zweiten Abschnitt beherrschte er die Partie weiter nach Belieben. Mit dem 31:40 (50.) war aus der Sicht der Panther frühzeitig die Marke von 40 Gegentreffern erreicht und bei der Schluss-Sirene stand trotz der 36 selbst erzielten Tore eine happige Rekord-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Bergische Panther: Eigenbrod, Mohr – Müller, Hermann, Flemm (8/8), Meurer (8), Taymaz (8), Lindemann (1), Zulauf, Lorenz (2), Vornehm (1), Ballmann (4), Schön (3), Elsässer (1).

Longericher SC – TV Kirchzell 38:28 (17:13). Die Serie der Kölner hält und die bisher einzige Niederlage im Kalenderjahr 2026 ist inzwischen mehr als drei Monate alt: Am 10. Januar verlor der LSC mit 29:30 gegen den Spitzenreiter HG Saarlouis, der in der Saison 2025/2026 das Maß fast aller Dinge in der 3. Liga Süd-West ist und  bei 50:6 Punkten als Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga feststeht. Eine Woche darauf kam ein 28:28 beim Zweiten TV Gelnhausen hinzu, der die HG als Zweiter mit 45:9 Zählern fast sicher in jene Aufstiegsrunde begleiten wird. Dann fügte der LSC ein 33:31 gegen die Bergischen Panther und ein 42:35 bei den SG Schalksmühle-Halver Dragons aus der unteren Hälfte an, ehe er eine Serie an Siegen begann und diese nun durch den siebten Erfolg hintereinander auf 14:0 Zähler ausbaute. Daraus folgt: Longerich lässt als Vierter (30:15) im Kampf um den dritten Platz und die feste Qualifikation für den DHB-Pokal 2026/2027 nicht locker und am nächsten Samstag steht das direkte Duell beim Dritten HSG Hanau (42:12) auf dem Programm, der seinerseits beim Sechsten TSG Münster (33:21) eine Zitterpartie mit 31:30 gewann und dadurch gerade bei 22:0 Punkten aus den vergangenen elf Spielen angekommen ist – was noch besser aussieht als der schon starke Wert der Kölner, die gegen Kirchzell nur beim 1:2 (7.) zurücklagen und ab dem 4:3 (11.) immer führten. Nach dem 12:8 (23.) kamen die Gäste mit dem 14:13 (28.) zwar auf einen Treffer heran, aber drei schnelle Tore zum 17:13 (30.) am Ende der ersten Halbzeit sorgten wieder für mehr Klarheit und nachher brachten zwei entschlossene Sequenzen ohne Gegentreffer die Entscheidung: Aus dem 18:15 (33.) machten die Hausherren das 22:15 (37.) und nach dem Einbiegen auf die Zielgerade bauten sie das 30:27 (51.) durch einen 7:0-Lauf in einen zweistelligen Bereich aus – 37:27 (60.).

Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (7), Henrich (4), Richter (2) Gerfen (3), Bertenbreiter, Niehaus, Leitz (6), Schulz (8/4), Kaysen (4), Nolting (1), Kremp (2), Becker (1), Kämper.