| 02. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Die letzte Ansprache: Anderthalb Minuten vor dem Ende des Spiels in Melsungen rief Stefan Scharfenberg seine Opladener noch einmal zu einer Auszeit zusammen. Wenig später war seine Zeit als Trainer des TuS 82 mit einem Unentschieden beendet. (Foto: Thomas Ellmann)
MT Melsungen II – TuS 82 Opladen 29:29 (14:13). Am Ende war es noch mal dramatisch beim letzten Einsatz von Stefan Scharfenberg, der nach zwei Jahren als Cheftrainer in der Saison 2027/2027 nicht mehr an der Seitenlinie der Opladener stehen wird. Der TuS 82, der mit seinem erneut kleinen Kader über weite Strecken der Partie mit viel Kampf und Leidenschaft seine personellen Probleme wettmachen konnte, lag in der 60. Minute mit 28:29 hinten, als Malte Wolfram mit maximalem Einsatz und Risiko in die Abwehr der Hausherren ging, dabei von Maximilian Pregler gefoult wurde und dadurch einen Siebenmeter herausholte. Dafür trat drei Sekunden vor der Schluss-Sirene Birger Dittmer an, der anschließend auch die Nerven behielt und zum insgesamt gerechten 29:29-Endstand verwandelte – was die Gäste entsprechend feierten, zumal sie dadurch im für sie letzten Saisonspiel doch was Zählbares einfuhren. Das ursprünglich fürs kommenden Wochenende vorgesehene Saisonfinale gegen den Spitzenreiter und Meister HG Saarlouis (52:8) hatte Opladen vorgezogen und bereits am 6. Dezember 2025 ausgetragen (20:27). Für den Augenblick bleibt der TuS 82 mit 23:37 Punkten auf Rang elf und Melsungen II hat jetzt als 13. (22:36) den Klassenerhalt ebenfalls endgültig sicher.

Die Gäste mussten schnell das 0:2 (3.) und 1:3 (4.) hinnehmen, drehten die Partie aber zum 4:3 (7.) und legten sogar das 9:6 (15.) vor. Dass Melsungen nicht richtig lange brauchte, um wieder die Wende zu seinen Gunsten herzustellen, unterstützte Opladen anschließend: Maximilian Kroner (18.), Tobias Schmitz (22.) und Markus Sonnenberg (24.) scheiterten jeweils von der Siebenmeter-Linie. Die MT nutzte die Gunst der Stunde und baute das 14:13 (30.) am Ende der ersten Halbzeit am Anfang der zweite auf 15:13 (31.) aus – worauf wiederum der TuS 82 mit dem eigenen 18:17 (37.) eine gute Antwort fand. Nach dem 21:18 (42.) und 23:20 (45.) schien sich der Akku zwar allmählich zu leeren, doch die Kraft reichte für einen intensiven Endspurt – 25:25 (52.), 27:27 (55.), 28:28 (56.). Nun gelang Pregler das 29:28 (58.) für Melsungen und beide Seiten lieferten sich ein Auszeiten-Duell – Opladen trat in der 59. Minute zusammen und die Gastgeber folgten 48 Sekunden vor Schluss. Das letzte Wort gehörte allerdings Birger Dittmer, der im Übrigen an diesem Abend der vierte Siebenmeter-Werfer der Gäste war und alle seine drei Versuche unterbrachte. Am wertvollsten war sicher der letzte.
TuS 82 Opladen: Beckert, Brenken – Zbrozek, Winchenbach (3), Wolfram (6), Dittmer (6/3), Swiedelsky (5) Kroner (5/2), Schmitz, Sonnenberg (2), Werschkull (2), Neuner.
Longericher SC – Interaktiv.Handball 32:28 (16.12). Dieser 1. Mai war fast ein doppelter Feiertag für die Longericher, denn durch den Sieg stockten sie ihr Konto auf 43:15 Punkte auf. Dazu kam ihnen im Kampf um den dritten Tabellenplatz und die damit verbundene feste Qualifikation für den DHB-Pokal 2026/2027 noch die HSG Hanau entgegen, die beim Fünften HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (38:20) deutlich mit 23:32 den Kürzeren zog. Konsequenz: Der LSC zog an Hanau (42:16) vorbei und er ist nun selbst die Nummer drei hinter der HG Saarlouis (52:8) sowie dem TV Gelnhausen (49:9), die als Meister und Vizemeister feststehen. Sollte der LSC nun seine letzte Aufgabe in der laufenden Serie am kommenden Samstag beim HLZ Friesenheim II (Zehnter/23:35) ebenfalls erfolgreich bewältigen, bleibt er aus eigener Kraft Dritter in der Abschluss-Tabelle (wie 2024/2025, damals 43:17 Punkte). Sicher ist auch, dass der Aufsteiger Interaktiv (28:30) die Saison 2025/2026 als Achter beenden wird – unabhängig vom Ausgang seiner letzten Partie am nächsten Samstag gegen die TSG Münster (Sechster/36:22).
Mit dem Start zum 3:0 (7.) und 4:1 (8.) erwischte Ratingen die Hausherren auf dem falschen Fuß und bis zum 10:9 (20.) legte der Außenseiter regelmäßig vor. Mit der ersten LSC-Führung zum 11:10 (22.) begann aber die Wende – 13:10 (26.), 14:11 (27.), 16:12 (30.). Nachher verkürzten die Gäste zunächst auf 14:16 (33.) und 15:17 (34.), doch in der Folge behielt Köln übers 22:17 (40.) und 25:21 (49.) die Kontrolle über die Partie. Selbst der Anschluss der nie aufgebenden Ratinger zum 23:25 (50.) oder 26:28 (55.) änderte daran wenig. Letzte Unklarheiten beseitigte jetzt die LSC-Serie mit drei Treffern in Folge zum 31:6 (58.). Stanko Sabljic, der Spielende Sportliche Leiter bei Interaktiv, fasst den Abend knapp zusammen: „Das Spiel war sehr fair. Handballerisch hatten wir zu wenig Durchsetzungskraft und wir haben zu viele technische Fehler gemacht, um so einen guten Gegner heute Abend zu besiegen. Das sind die Sachen, auf die wir uns konzentrieren müssen. Wir müssen hart arbeiten, um den nächsten Schritt in unserer Entwicklung zu schaffen.“
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (4), Henrich (1), Richter (3) Gerfen, Bertenbreiter, Niehaus (3), Leitz, Schulz (9/5), Koenen, Nolting (6), Kremp (1), Dahlke, Becker, Kämper (5).
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß, Windeck – Schlösser (1), Schulz (8/3), Venedey (4), Szabo (1), Waldbach (1), Sibbel (1), Kübler (4), Schröder (1), Waldeck, Koenemann (2/1, Megale, Stock (4), Sabljic.
Bergische Panther – HSG Rodgau Nieder-Roden 31:26 (10:15). Was sich die Panther gedacht haben könnten: Sicher ist sicher, wir verlassen uns lieber nicht auf andere, sondern wir gehen noch einmal an unsere Grenzen und zur Not auch darüber hinaus. Ergebnis war, dass die Mannschaft des Trainergespanns Alexander Oelze/Jens-Peter Reinarz einen hohen 7:13-Rückstand (23.) aus der ersten Halbzeit in Etappen abarbeitete, in einem starken zweiten Durchgang in eine eigene Führung umdrehte und diesen Vorsprung unter dem Strich relativ souverän über die Bühne brachte. Damit wussten die Gastgeber direkt bei der Schluss-Sirene, dass sie es aus eigener Kraft geschafft hatten, dass ihnen eben kein womöglich stressiges Saisonfinale am 9. Mai bei der SG Schalksmühle-Halver Dragons bevorstehen würde und dass sie auch in der Saison 2026/2027 in der 3. Liga antreten können. Bei 22:36 Punkten sind die Panther als Zwölfter am rettenden Ufer angekommen – und die Dragons (14./17:41) auf dem ersten der drei Abstiegsplätze haben keine Chance mehr, irgendwie noch heranzukommen. Das wäre ebenfalls so gewesen, wenn die Panther leer ausgegangen wären und Schalksmühle beim Zweiten TV Gelnhausen (49:9) nicht mit 33:42 verloren, sondern überraschend gewonnen hätte.
Die Panther starteten schleppend in die Partie gegen den Siebten (32:26) und sie rannten nach dem frühen 0:1 (1.) immer hinterher – übers 2:6 (9.) mit jenem 7:13 hilflos und ideenlos. Und auch beim 10:15 (28.) zur Pause sprach nicht viel für die Hausherren, die jedoch mit dem Beginn der zweiten Hälfte wie ausgetauscht wirkten, sich langsam heranrobbten und selbst bei neuen Rückschlägen nicht aufgaben – 16:17 (37.), 17:20 (42.), 21:23 (49.), 23:23 (52.). Das 24:23 (53.) von Pascal Hermann (53.) war auf der Zielgeraden die erste Führung der Hausherren, die nach dem 27:25 (56.) durch die Treffer von Maurice Meurer (58.) und Sam Lindemann (58.) innerhalb von nur 22 Sekunden für die Entscheidung sorgten. Jetzt war es die HSG, die lustlos und ideenlos wirkte, sodass Florian Müller mit dem 30:26 (59.) und Ballmann mit dem 31:26 (60.) den aus Panther-Sicht plötzlich doch sehr erfreulichen Abend abrunden konnten.
Bergische Panther: Eigenbrod, Mohr – Müller (5), Hermann (4/1), Flemm, Meurer (8), Taymaz (2), Lindemann (3), Zulauf, Exner (4), Lorenz, Vornehm (1), Schütte, Ballmann (4), Schön, Elsässer.