Regionalliga Nordrhein
Dormagener feiern den Aufstieg, Aachen und Borussia ihre Siege gegen den Abstieg
TSV Bayer II steht nach 33:26 beim HC Weiden vorzeitig als Meister fest. Mönchengladbach zerlegt Essen beim 39:30 und BTB nimmt beim 31:29 beide Punkte aus Aldekerk mit.

Ich bin dann mal durch! Tim Schnalle (mit Ball) war mit zehn Treffern der stärkste Aachener in Aldekerk und unter dem Strich der wichtigste Spieler für den Erfolg des BTB. Roman Grützner (links) und Fabian Küsters (rechts) bekamen den Rückraumspieler mit der Abwehr des TVA nur selten in den Griff. (Foto: Carsten Wulf)

TV Aldekerk – BTB Aachen 29:31 (15:14). Selten lagen hinterher derart viele Lichtjahre zwischen den Gemütszuständen der Beteiligten. Hier standen die erneut maximal frustrierten Aldekerker, deren Saison tatsächlich in einem kompletten Deasaster zu enden scheint, und dort standen die zuletzt immer wieder massiv durchgeschüttelten Aachener, denen der Sieg ganz neue Perspektiven für den restlichen Abstiegskampf bringt. „Das ist für uns natürlich ein wahnsinnig, wahnsinnig wichtiger Erfolg, auch emotional“, fand BTB-Coach Simon Breuer, dessen Team durch fünf Niederlagen hintereinander immer tiefer in den Keller gerutscht war und nun plötzlich ein Licht am Ende des Tunnels sieht – weil sich Aachen bei jetzt 16:32 Zählern auf den zwölften Platz verbessern konnte, der am Ende zum Klassenerhalt reicht. Die endgültige Rettung könnte der BTB in seinem persönlichen Endspiel am kommenden Samstag gegen den SSV Nümbrecht schaffen, der jetzt trotz einer 18:10-Halbzeitführung und eines 28:24-Vorsprungs in der 52. Minute noch mit 29:31 gegen den HC Gelpe/Strombach verlor und auf Rang 13 (Vorletzter) bei 15:33 Punkten steht. Einfache Rechnung: Gewinnt Aachen das vorletzte Saisonspiel, bleibt es in der Regionalliga und Nümbrecht muss runter in die Oberliga. Breuer weiß jedoch sehr genau, dass ein heißes Duell auf seine Mannschaft wartet: „Das wird eine wahnsinnig schwierige Aufgabe.“

Kollege Tim Gentges, dessen Aldekerker zum sechsten Mal hintereinander leer ausgingen und dabei fünf Mal verloren (1:11), wirkte erneut fast fassungslos – obwohl er seinem Team diesmal durchaus Einsatz und Willen bescheinigte. Dafür fehlten allerdings aus seiner Sicht andere Qualitäten: „Wir sind gerade nicht in der Lage, in entscheidenden Situationen die richtige Entscheidung zu treffen oder machen in entscheidenden Situationen Fehler. Wir schaffen es momentan nicht, Spiele für uns zu entscheiden. Wenn wir uns allein die erste Halbzeit angucken, haben wir das Spiel im Griff – und wir schaffen es nicht, auf drei, vier, fünf Tore wegzugehen, obwohl wir genau diese Chance dazu gehabt haben. So halten wir Aachen im Spiel. Und in der zweiten Halbzeit war es dann so, dass wir in entscheidenden Phasen immer entscheidende Fehler gemacht haben. Fakt ist, dass wir jetzt ganz schön tief in der Scheiße stecken. Wir brauchen unbedingt noch zwei Punkte.“ Das wäre allerdings in erster Linie wertvoll fürs eigene Wertgefühl und nicht so sehr für eine Pflicht im Unternehmen Rettung, denn als Zehnter liegt der TVA bei 20:28 Zählern zwar deutlich jenseits seiner Saisonziele, doch eine akute Gefahr besteht bei einem Fünf-Punkte-Plus mit dem Blick auf Nümbrecht nicht. Das ändert nachvollziehbar wenig daran, dass die Entwicklung für Aldekerk eine ziemliche sportliche Katastrophe ist.

Der BTB legte das 3:2 (5.) vor, lief jedoch mit dem 5:8 (15.) bald hinterher und war ab dem 11:12 (26.) an einem fast immer engen Duell mit wechselnden Führungen beteiligt. Beim 20:18 (37.) lagen die Vorteile wieder auf der Seite der Gäste, ehe es mit dem 23:21 (42.) erneut für den TVA besser aussah. Der Endspurt war anschließend fast eine Art Parallelslalom – 26:26 (51.), 28:28 (57.), 29:29 (58.). Nun erzielte Tim Schnalle das 30:29 (60.) für Aachen, das in der letzten Minute nach der Auszeit für Aldekerk seine eigene dritte nahm und auf den letzten Drücker mit dem 31:29 von Joshua Wagner die Entscheidung besorgte. Simon Breuer, ab der 16. Minute erneut als BTB-Spielertrainer dabei, zeigte sich beeindruckt: „Heute war irgendwie das Glück mal auf unserer Seite war – wobei es wieder ganz schlecht angefangen hat, weil sich unser Torwart Benedikt Schüler beim Aufwärmen verletzt hat. Dann musste Niclas Elsen spielen und Elias Sadequi aus der Zweiten, der zum Zuschauen da war, ist eingesprungen. Am Ende des Tages hat er 20 Sekunden vor Schluss den Siebenmeter von Thomas Plhak gehalten und das ist mit entscheidend dafür, dass wir gewinnen. Ich kann nur alle Hüte, die ich irgendwo habe, vor meiner Mannschaft ziehen, dass sie sich allen Widrigkeiten zum Trotz aufmacht, um irgendwie diese Klasse zu halten und so ein enorm wichtiges Auswärtsspiel gewinnt nach den Rückschlägen der letzten Wochen und den Knüppeln, die wir irgendwo immer zwischen die Beine bekommen haben. Es war von uns ein gutes Spiel insgesamt mit einer sehr, sehr guten Mannschaftsleistung und einem wahnsinnig gut aufgelegten Tim Schnalle.“ 

TV Aldekerk: Schoemackers, Maaßen – Grützner (2), Kirschbaum, Poot (3), Brockmann (3), Plhak (9/3), Hahn, Könnes (2), Perey (1), Tobae (3), Küsters (3), Kahl (2), Niederholz, Rutten (1).

BTB Aachen: Elsen, Sadequi – Huckemann, Jacobs (5/3), Mattner (3), Horn (3), Breuer-Herzog (1), Wudtke, Büchel (1), Klinkenberg (1), Wagner (3), Schmitz (1), Münster (2), Herzog (1), Denert, Schnalle (10), Kepp.

 

Borussia Mönchengladbach – HSG am Hallo Essen 39:30 (16:14). Der Erfolg im Duell der Aufsteiger war für die Borussia zumindest sehr wertvoll und vielleicht sogar eine Art Meilenstein. Bei zwei noch ausstehenden Restspielen festigte das Team von Trainer Ronny Rogawska seinen elften Tabellenplatz und es steht dort bei 17:31 Punkten – und geht deshalb vor dem BTB Aachen (Zwölfter/16:32) und dem SSV Nümbrecht (13./15:33) in den Saison-Endspurt. Weil das Restprogramm mit den Aufgaben am 9. Mai gegen den TV Korschenbroich (Zweiter/32:16) und am 16. Mai bei der HSG Refrath/Hand (Achter/23:25) nicht von Pappe ist, hat Mönchengladbach auch noch keine finale Sicherheit. Trotzdem wirkte Rogawska nachvollziehbar erleichtert – und er fand wenig Anlass zur Kritik: „Der Sieg war brutal wichtig für uns und wir haben unsere Hausaufgaben erst mal gemacht. Wir sind von Anfang an sehr viel Tempo gegangen und das war auch das, was wir wollten bis zum Ende, weil Essen nicht so viele Optionen hatte im Wechselbereich. In der ersten Halbzeit hätten wir uns vielleicht mit drei, vier Toren mehr absetzen können, und in der zweiten wollten wir weiterhin konzentriert und kompakt bleiben in der Abwehr – und dann ging es einfach darum, mit Überzeugung Richtung Tor zu gehen. Ich muss heute die gesamte Abwehr loben und unseren Torhüter Jonah Erkes, der ein sehr starkes Spiel geliefert hat. Im Angriff war Jordi Weisz sehr, sehr stark in der Spielsteuerung und gefreut hat mich auch, dass Oliver Nix eine sehr starke Angriffsleistung gebracht hat, nachdem er sich längere Zeit mit Verletzungen rumgeschlagen hat.“ Für Essen (Sechster/29:19), das nur in der ausgeglichenen ersten Halbzeit einen gleichwertigen Gegner abgab und in der zweiten schnell den Anschluss verlor, ging es schon vorher um nicht mehr besonders viel. 

Vom 4:3 (10.) bis zum 8:6 (16.) schien die Partie den Essenern zu gehören, doch die Gastgeber kämpften sich bald zurück und beide Seiten lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe – 9:9 (20.), 11:11 (25.), 14:14 (29.). Die Treffer von Paul Lipok (29.) und Jordi Weisz (30.) zum 16:14 zeigten danach schon an, wie sich die Partie  entwickeln würde. Übers 18:14 (34.) und 24:19 (40.) erhöhten die Mönchengladbacher auf 27:20 (43.), ehe sie das Essener 25:28 (47.) mit dem 5:1-Lauf zum entscheidenden 33:26 (53.) beantworteten. Dass Matthis Blum, der beste Werfer der HSG, alleine in den letzten zweieinhalb Minuten noch drei Tore erzielten konnte (insgesamt zehn), war nur Ergebniskosmetik. HSG-Trainer Niklas Rolf entdeckte ganz wenig bis nichts Positives am Auftritt der Gäste: „Wir haben heute verdient verloren, auch in der Höhe.  Es hat die Mannschaft gewonnen, die deutlich mehr wollte. Wenn die Grundtugenden nicht an den Tag gelegt werden beziehungsweise keine Einstellung da ist und wir wortwörtlich überrannt werden, weil wir nicht richtig zurücklaufen, dann bin ich auch mit meinem Latein am Ende. Die Luft ist für alle ein bisschen raus, aber das war wirklich gar nichts, vor allem im Rückzug. Wir haben uns ab einem gewissen Spielstand mehr oder weniger aufgegeben. Wir hatten beim 25:28 noch mal die Chance, ranzukommen – und haben uns wieder selber am Bein gestellt. Jetzt gilt es, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen.“ Dass Marijan Basic mit einer Roten Karte (38.) runter musste und Atdhe Basholli nach vorher drei Toren mit einer Knieverletzung, sollte auf keinen Fall als Ausrede gelten.

Borussia Mönchengladbach: Heck, Lyrmann, Erkes – Prinz, Jennes (2), Weis (4/1), Herholz (2), Bremges (3), Semrau, J. Weisz (11/6), Berner (4), Nix (4), Lipok (5), Markovic (1), Slabospytskyi, Roth (3).

HSG am Hallo Essen: Stecken, Genkel – Blum (10/4), Basholli (3), Enders (4), K. Bekston, A. Bekston (3), Neitsch (1), Ellwanger (4), Lange (1), Ciupinski (4), Basic, Genkel, Bongard, Schupe.

 

HC Weiden – TSV Bayer Dormagen II 26:33 (14:16). Dormagen ist am Ziel – vorzeitig und verdient sowie plötzlich auch mit einem großen Vorsprung. Durch den Sieg in Weiden verbesserte die Mannschaft von Trainer Peer Pütz zunächst ihr eigenes Konto auf 39:9 Punkte und sie beseitigte dadurch aus eigener Kraft die letzten sowieso nur noch theoretisch vorhandenen Zweifel an der Meisterschaft, weil der bis dahin auf Platz zwei folgende OSC Rheinhausen bei zwei ausstehenden Spielen weiter mindestens sechs Punkte Rückstand haben würde. Da der OSC aber sein Heimspiel gegen die Unitas Haan (Vierter/29:19) mit 33:36 verlor, hat der künftige Drittligist nun sogar sieben Zähler Vorsprung auf den neuen Zweiten TV Korschenbroich (32:16) und acht auf die Rheinhausener (31:17). Dass der TSV Bayer II zu Recht aufsteigt, stand auch für HC-Trainer Marc Schlingensief zweifelsfrei fest: „Glückwunsch an Dormagen zum Sieg und zum Aufstieg. Die Stärke von Dormagen muss man an der Stelle einfach anerkennen. Ich bin zwar nie zufrieden bei einer Niederlage, aber es gab schon Niederlagen, worüber ich mich mehr geärgert habe. Wir haben absolut solide gespielt – was wahrscheinlich gegen viele andere Teams gestern gereicht hätte.“ In den beiden restlichen Spielen wollen sich die Weidener auf den Kampf um den vierten Platz stürzen, wo sie für den Moment als Fünfter in einer Art Sandwich zwischen dem Vierten Unitas Haan und dem Sechsten HSG am Hallo Essen stecken (alle 29:19). Am 9. Mai tritt der HC als klarer Favorit beim Schlusslicht VfL Gummersbach II an (8:40), bevor am 16. Mai die Essener in die Halle an der Parkstraße kommen.

Weiden erarbeitete sich in der Anfangsphase mit dem 3:2 (6.) und 4:3 (7.) zwei Führungen, geriet in der Folge jedoch schnell mit 4:7 (11.) ins Hintertreffen und konnte anschließend trotz hohen Einsatzes nur noch dreimal ausgleichen – 7:7 (13.), 8:8 (16.), 13:13 (28.). Später blieben die Hausherren bis zum 16:17 (33.) dicht dran und bis zum 19:21 (42) ebenfalls in Reichweite. Aufhalten ließ sich der Spitzenreiter allerdings nicht mehr: Nachdem er durch einen 5;2-Lauf auf 26:21 (48.) erhöht hatte, brachte er den Sieg sicher über die Ziellinie. „Wir hatten im Angriff gute Lösungen, aber oftmals Pech mit Latte oder Pfosten“, fand HC-Coach Schlingensief, „hinzu kam, dass Dormagens Torhüter Max Conzen einen guten Tag hatte. In der Abwehr war unsere Leistung auch grundsätzlich gut, aber nicht ausreichend gegen Dormagen, was zu vielen Siebenmetern oder zu Würfen aus der Nahwurfzone geführt hat. Wir konnten uns einige Male wieder zurückkämpfen, aber am Ende waren es ein, zwei kurze Schwächephasen zu viel.“ Insgesamt befinden sich die Weidener damit allerdings in ganz guter Gesellschaft: Die bislang letzte Niederlage in der Saison 2025/2026 ist das 31:33 vom 21. Dezember 2025 bei der HSG Refrath/Hand (Achter/23:25). Seit diesem Tag überwies der Tabellenführer aus 14 Partien ohne Niederlage genau 27:1 Punkte auf sein Konto. Darüber hinaus steht das Torverhältnis bei 803:666 Treffern (plus 137), weil der TSV sowohl über den erfolgreichsten Angriff als auch über die beste Abwehr der Regionalliga verfügt.

HC Weiden: Rüttgers, Riechmann – T. Meurer (2), J. Frauenrath (3/2), Scheidtweiler (3), Xhonneux (4/1), Gerke (1), Rojko (2), Bösel, Fiedler (4), K. Frauenrath (1), Deutz, Bergerhausen, Stolzenberg (4), Eissa (2).

TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (11/8), Hinrichs, Hahn (1), Kasper (2), Emmerich (6), Döpner (2), Ostrowski (3), Bahns (4), Scheier (1), Scholl, Hüter (2), Adam, Schindler (1), Scheel.

 

OSC Rheinhausen – Unitas Haan 33:36 (16:16). Der Traum von der Vizemeisterschaft ist weiter da, aber ihn zu erfüllen, ist für den OSC nach der Niederlage gegen die auf Platz vier vorgerückte Unitas (29:19) deutlich schwieriger geworden. Das Team des Trainergespanns Sascha Wistuba ist nun hinter dem Meister TSV Bayer Dormagen II (39:9) und dem neuen Zweiten TV Korschenbroich (32:16) mit 31:17 Zählern „nur“ noch die Nummer drei in der Regionalliga – und der Fünfte HC Weiden sowie der Sechste HSG am Hallo Essen liegen zusammen mit den Haanern (alle 29:19) nicht weit weg. Schwierig wird für die Rheinhausener vor allen Dingen die Aufgabe am nächsten Sonntag in Dormagen – wo sie sicher nicht als Favorit antreten. Zum Saison-Abchluss sieht das dann am 16. Mai gegen den als Absteiger in die Oberliga feststehenden Letzten VfL Gummersbach II (8:40) wieder ganz anders aus. Wistuba brauchte bei den Ursachen für die Niederlage gegen die Unitas nicht lange zu suchen: „Bei uns war alles heute nur Mittelmaß. Es reicht aktuell einfach nicht, um ganz oben zu stehen. Am Ende geht der Sieg für Haan in Ordnung. Wir scheitern in erster Linie an und selbst, wir haben die Chance, uns am Anfang der zweiten Halbzeit abzusetzen, lassen in den wichtigen Momenten aber zu viel liegen. Dazu kommen ein paar für uns schwierige Schiedsrichter Entscheidungen, an denen wir uns zu sehr aufreiben. Haan macht es clever und spielt seinen Stiefel runter. Wir müssen letztendlich dem ausgedünnten Kader Tribut zollen, hinten heraus fehlen uns einfach die Körner.“

Vorne heraus gab es zunächst ein ausgeglichenes Duell, in dem Rheinhausen trotz seiner Führungen beim 8:6 (15.) oder 10:8 (19.) nicht entscheidend wegkam. Das 12:11 (23.) von Noah Adrian war vorübergehend der letzte Vorsprung der Hausherren, denn mit dem 13:14 (25.) neigte sich der Abend zunächst auf die Seite der Unitas. Nach dem 19:18 (36.) und 20:19 (36.) lag der OSC beim 22:21 (40.) zum letzten Mal vorne – und in Reichweite zu einem Punktgewinn kam er spätestens nach dem 25:28 (49.) nicht mehr. Relativ sicher durfte sich Haan seiner Sache anschließend nach seiner 3:0-Serie vom 28:26 (51.) bis zum 31:26 (54.) sein, ehe Rheinhausen in den torreichen letzten fünf Minuten ab dem 28:32 (55.) mit einem 5:4-„Sieg“ das Ergebnis noch ein bisschen enger gestalten konnte. 

OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (3), Flach, Rippelmeier (2), Genzmer, M. Molsner (1), Wetteborn (1), Mook, Ernst (4), Kauwetter (5), Dreier (1), Hüller (6/5), Käsler (2), Kölsch (1), Schlögl (7).

Unitas Haan: Seher, Goeken – Schulz (1), Mensger (9/2), Richartz (3), Wöstmann (1), Korbmacher (4), Hinkelmann (4), Rath, Völker (2), Bleckmann (9/3), Werthebach (2), Friele, Austrup (1).

 

TV Korschenbroich – TSV Bonn rrh. 37:35 (16:19). Die Monate Januar, Februar und März waren schmerzvoll für die Korschenbroicher, die mit ihrem kleinen Kader n eine Durststrecke von 4:12 Punkten aus acht Partien mit einem Sieg, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen rutschten – was das Aus im Kampf um die Meisterschaft und den Wieder-Aufstieg in die 3. Liga brachte. Inzwischen hat das Team von Trainer Frank Berblinger aber zumindest einen Teil der früheren Stabilität zurück, denn der Erfolg über die mit immerhin sechs Erfolgen hintereinander angereisten Bonner war inzwischen der vierte Sieg in Folge, sodass Korschenbroich auf Platz zwei vorrückte (32:16) und dort nun die Nummer eins des restlichen Felds hinter dem als Meister und Aufsteiger feststehenden TSV Bayer Dormagen II (39:9) ist. Eine der Hürden auf dem Weg zur Vizemeisterschaft ist dabei das Derby am nächsten Samstag bei der um den Klassenerhalt kämpfenden Borussia Mönchengladbach (Elfter/17:31), die für die eigene Rettung sowieso noch jeden Zähler gut gebrauchen kann und wenig zu verschenken hat. Mit der Leistung gegen Bonn konnte Berblinger bis dahin sehr gut leben: „Das war heute kein Spiel der Abwehrreihen und wir sind sehr schlecht in die Partie gekommen, was die Deckung angeht. Bonn hat das konsequent gut gelöst. In der zweiten Halbzeit haben wir die Deckung umgestellt und wir sind aggressiver geworden und haben mehr die Zweikämpfe gewonnen. Am Ende des Tages waren Kleinigkeiten ausschlaggebend. Unser Angriffsspiel war über die 60 Minuten sehr, sehr effektiv. Das war ein Sieg der Moral und wir haben wir es wirklich sehr, sehr gut zu Ende gespielt. Bonn hat alles versucht, aber wir hatten immer wieder Lösungen. Insofern haben wir glücklich, aber in der Summe nicht unverdient gewonnen. Wir sind wir sehr, sehr zufrieden.“ Bonns Coach Florian Benninghoff-Lühl trauerte eher einer verpassten Gelegenheit hinterher: „In der zweiten Halbzeit konnten wir die sehr starke Performance aus der ersten nicht bestätigen. Die Jungs machen es eigentlich wirklich gut, wir finden aber leider gegen die durchschlagskräftigen Rückraumspieler von Korschenbroich und vor allem auch gegen die Außen im Abschluss wenig Lösungen, sodass wir einfach viel zu viele Tore kassieren. Wir haben dann leider einfach kein Spielglück mehr auf der Torhüterposition, es flutscht irgendwie jeder Ball rein, auch wenn die Abwehr mal gut gearbeitet hat.“

Bonn hatte mit dem 5:1 (7.) den deutlich besseren Start und setzte sich auch nach dem Korschenbroicher Anschluss zum 8:9 (14.) wieder ab – 13:8 (17.). Ungewöhnlich: Nach dem 19:16 (27.) für die TSV durch Finn Hoffmann produzierten beide Seiten in der ansonsten durchaus nicht torarmen Partie halbzeitübergreifend für ziemlich genau viereinhalb Minuten keinen einzigen Treffer mehr. Übers 19:22 (35.) und 21:23 (39.) arbeitete sich der TVK immer weiter heran, ehe er mit dem 25:24 (43.) zum ersten Mal die Führung übernahm und sie nach dem 26:25 (45.) auch nicht mehr abgab. Das 34:30 (56.) durch Jan König war zwar noch keine Entscheidung zugunsten der Hausherren, weil Bonn auf 32:34 (57.) und 33:35 (58.) verkürzen konnte, anschließend machte jedoch der Doppelschlag von Dustin Franz zum 36:33 (58.) und 37:33 (59.) alles klar für die Hausherren, während sich Bonn für die späten Tore von Kevin Fricke zum 34:37 (59.) und Niklas Bitzer zum 35:37 (60.) nicht mehr viel kaufen konnte. TSV-Trainer Benninghoff-Lühl wirkte fast genervt: „Korschenbroich spielt ab Mitte der ersten Halbzeit mit dem siebten Feldspieler, was wir nur schwer unterbunden bekommen – aber eben immer mal wieder. Und in der zweiten Halbzeit reicht den Korschenbroichern auch das Sechs gegen Sechs, weil wir es nicht schaffen, irgendwie die Würfe zu entschärfen.“ Viel spricht nun dafür, dass Bonn die Saison bei aktuell 26:22 Punkten als Siebter und damit in der oberen Hälfte abschließen wird: Davor ist die HSG Hallo (Sechster/29:19) ebenso drei Zähler entfernt wie dahinter die HSG Refrath/Hand (Achter/23:25). 

TV Koschenbroich: Bartmann, Krüger – Krantzen (6), Eugler (2), Hartz (5), Brinkhues, König (8), Zimmermann (9/1), Büscher, Franz (7), Bitzel.

TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg – Krohn (7/1), F. Hoffmann (7), Bullerjahn (2), Santen, Heitkötter, Fricke (4/1), Bitzer (4), Danz, Fischer (5/1), Sander, Kästner, Worm (4/1), Bohrmann (2).

 

HSG Refrath/Hand – VfL Gummersbach II 29:27 (13:13). Der Start war erst mal richtig grausam für die Hausherren – 0:1 (2.), 0:2 (3.), 0:3 (4.), 0:4 (5.). Weil sich die Mannschaft von Trainer Kelvin Tacke aber mit etwas Verspätung ins Duell mit dem bereits als Absteiger feststehenden Letzten aus dem Oberbergischen (14./8:40) hineintastete, zur Pause wenigstens ein Unentschieden auf der Anzeigetafel sah und anschließend die zweite Halbzeit in einem überschaubar guten und später noch einmal erstaunlich spannenden Spiel immer von vorne gestaltete, sprang ein am Ende wenig überraschender und zugleich wenig überzeugender Sieg heraus. Die HSG, die sich irgendwie dem Ziel entgegenquälte, geht jetzt mit 23:25 Punkten als Achter in den Saison-Endspurt, der noch die Aufgaben am 9. Mai bei der HSG am Hallo Essen (Sechster/29:19) und am 16. Mai gegen die um den Klassenerhalt kämpfende Borussia Mönchengladbach (Elfter/17:31) bereithält. Für Tacke zählte gegen Gummersbach in erster Linie das Ergebnis auf der Anzeigetafel: „Aus meiner Sicht war es das erwartete komplizierte Spiel, weil ja Gummersbach null zu verlieren hatte und auch so aufgetreten ist“, fand Tacke, „und es war ja mit unserem Platz im gesicherten Mittelfeld zu erwarten, dass wir nicht mehr diese Spannung, diese diese Konzentration und diesen Fokus hatten, den es braucht. Dann wird es  halt schwierig und so ist es auch losgegangen. In der Kabine haben wir uns neu besprochen und die Mannschaft hat super reagiert.Theoretisch wäre nun für die HSG auf der Zielgeraden der Sprung auf Rang sieben drin – wozu sie selbst die beiden letzten Spiele gewinnen müsste, während gleichzeitig die TSV Bonn rrh. (26:22) zweimal verliert. Den bei Punktgleichheit am Ende über die genaue Platzierung entscheidenden direkten Vergleich haben die Refrather verloren (30:35, 19:29). 

Nach dem 9:8 (20.) geriet die HSG durch vier Gegentore hintereinander beim 9:12 (25.) noch einmal klarer ins Hintertreffen, antwortete aber schnell und vor allen Dingen über Pascal Noll, der die Tore zum 11:12 (28.), 12:13 (30.), 13:13 (30.) und 14:13 (31.) halbzeit-übergreifend in weniger als drei Minuten im Kasten der Gummersbacher unterbrachte. Mit dem 22:16 (45.) schien sich dann ein klarer Erfolg der Refrather anzudeuten, aber der VfL durfte wieder zurückkommen – 18:23 (50.), 22:24 (55.), 23:25 (55.), 25:27 (58.), 26:28 (60.). Dass die Gäste nun für die restlichen 25 Sekunden alles riskierten und sehr offensiv deckten, nutzte Jan Schallenberg zwölf Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden 29:26 aus. Refraths Coach Tacke sah zwar nachher nicht über die vorhandenen Längen über die 60 Minuten hinweg, verzichtete allerdings auf tiefere Kritik: „Wir haben uns sechs Tore Vorsprung rausgearbeitet – und dann kam wieder so ein bisschen der Schlendrian rein durch Zwei-Minuten-Strafen, durch unnötige Fehlwürfe. Ich mache den Jungs aber keinen Vorwurf, das ist menschlich und nachvollziehbar am Ende. Wir fahren einen verdienten Sieg ein alleine aufgrund der zweiten Halbzeit. Solche Spiele enden normalerweise immer damit, dass der Gegner noch einen Punkt oder zwei holt – was für die Moral nicht so gut ist. Aber wir haben das gut gelöst.“

HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (2), Branding, Willers (1), Schallenberg (2), Faust (3), Hippert, Geerkens (3), Bürger (6), Georgi, Schrage, Noll (7/2), Merz (4), Speckmann (1), Capota.

VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (2), Kübler (2), Bohnenkamp (2), Haglund (9/3), Kiesewalter (4), Hartmann (2), Fleisch, Patzelt (2), Ulmerich (4).

 

SSV Nümbrecht – HC Gelpe/Strombach 29:31 (18:10).