| 14. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Da war die Welt noch in Ordnung: Vor knapp zwei Wochen erzielte Niels Poot (mit Ball/links Maximilian Tobae) im Heimspiel des TV Aldekerk gegen den BTB Aachen (Nummer 22 Maximilian Büchel, Nummer 35 Tim Schnalle) drei Tore – und war trotz der späteren 29:31-Niederlage am Ende der Partie gesund. Jetzt erzielte Poot beim 28:30 in Haan wieder drei Treffer, musste aber in der Schlussphase verletzt runter. Diagnose: Kreuzbandriss. (Foto: Carsten Wulf).
Richtig großen Spaß haben die vergangenen Wochen und Monate niemandem gemacht beim TV Aldekerk. Das Team von Trainer Tim Gentges ist inzwischen nicht mal mehr im Mittelfeld zu Hause, sondern als Zehnter mit 20:30 Punkten eher ein Teil der Gefahrenzone – wobei die beiden Absteiger im SSV Nümbrecht (15:35) und im VfL Gummersbach II (8:42) schon vor dem Finale der Saison 2025/2026 feststehen. Was die Aldekerker viel mehr schmerzt als alle Niederlagen und Punktverluste: Linkshänder Niels Poot (29) erlitt am vergangenen Wochenende in der Partie bei der Unitas Haan (29:30) einen Riss des vorderen Kreuzbandes. „Das ist eine ganz, ganz bittere Pille – und vor allem für ihn tut es mir unfassbar leid“, sagt Trainer Tim Gentges, „wir werden ihm sämtliche Unterstützung geben, die er braucht.“ Unter dem Strich wird damit jedenfalls die Aufgabe am letzten Spieltag gegen den Meister TSV Bayer Dormagen II (41:9) erstens noch ein bisschen schwieriger und zweitens noch ein bisschen nebensächlicher, als sie es ohnehin ist. Gentges hofft trotzdem auf einen vernünftigen Abschluss im Duell mit dem Tabellenführer, der 29:1 Zähler aus 15 Begegungen hintereinander als Empfehlung mit in die Vogteihalle bringt: „Für uns geht es darum, dass wir uns so gut wie möglich verabschieden aus der Saison und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Wir können und dürfen in keinster Weise zufrieden sein.“
Der eine oder andere ist bei der Suche nach einem Ziel fürs Finale der in allen entscheidenen Bereichen gelaufenen Saison ebenfalls fündig geworden – wie der Fünfte HC Weiden (31:19) der die direkt hinter ihm auf Rang fünf folgende HSG am Hallo Essen (30:20) erwartet. „Auch wenn es nur um eine Platzierung geht, ist es für uns ein echtes Endspiel, da zwischen Platz zwei und sechs alles möglich ist“, betont HC-Trainer Marc Schlingensief, „bei einem Sieg sind wir definitiv Vierter und da wir das in eigener Hand haben, fokussieren wir uns darauf. Im Hinspiel hatten wir unsere schlechteste Angriffsleistung der Saison und dafür wollen wir uns revanchieren. Wir wollen an die letzten erfolgreichen Wochen anknüpfen und vor allem über das Kollektiv punkten.“ Jenes 22:25 vom 25. Januar in Essen war tatsächlich der offensive Tiefpunkt der Weidener, deren Treffer-Durchschnitt pro Partie bis jetzt bei 33,08 Toren liegt. Sollten ihnen nun ein abschließender Sieg gelingen, wäre das Gesamt-Ergebnis fast eine Kopie von 2024/2025: Damals lag der HC Weiden mit 30:18 Punkten aus 24 Spielen am Ende auf dem dritten Platz – was 1,25 Zählern pro Partie entsprach. Aktuell liegt der Schnitt bei 1,24 Punkten, die je nach Ergebnis auf 1,23 (Unentschieden) oder 1,19 (Niederlage) sinken beziehungsweise auf 1,26 (Sieg) steigen würden.
Die besten Chancen auf die Vizemeisterschaft hat der Zweite TV Korschenbroich (32:18), der sich diesen „Titel“ aus eigener Kraft durch einen Erfolg über den HC Gelpe/Strombach (Neunter/22:28) sichern kann. Ebenfalls noch im Rennen sind der Dritte OSC Rheinhausen (31:19), der den Letzten VfL Gummersbach II erwartet, und der Vierte Unitas Haan (31:19), der die Saison in Nümbrecht beschließt. Für den zweiten Platz kommt im Übrigen der Sechste Essen nicht mehr in Frage, weil er selbst durch einen Sieg in Weiden höchstens zu den Korschenbroichern aufschließen könnte – und dann über den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich schlechter läge (31:31/26:31). Nicht ausgeschlossen: Rheinhausen, Haan und Weiden lösen ihre letzten Aufgaben, sodass sogar eine Dreier-Vergleich über die genaue Reihenfolge entscheiden müsste.