| 25. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Flugschau vorbei: Opladens Oliver Dasburg, einer der prägendsten Spieler in der 3. Liga, muss aufhören. Die Schulter macht nicht mehr mit. (Foto: Thomas Ellmann)
Es prallen immer noch maximal unterschiedliche Welten aufeinander, die eigentlich in verschiedene Klassen gehören – die eine an das angelehnt, was die 2. Bundesliga fordert, die andere eher an die Basis. Wie groß die Kluft ist, zeigt der Weg der HSG Krefeld Niederrhein, die in der Serie 2024/2025 die Gruppe Süd-West in der 3. Liga dominierte – um eine Etage höher von Beginn an mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Von der 2. Bundesliga träumt ja hin und wieder auch der Longericher SC, der sich jetzt in der Saison 2025/2026 tatsächlich noch ein Stück mehr an die beiden Plätze für die Aufstiegsrunde herangerobbt hat. Vor einem Jahr waren die Kölner mit 43:17 Punkten die Nummer drei hinter den Krefeldern (59:1) und dem TV Gelnhausen (52:8), diesmal mit 45:15 Punkten hinter der HG Saarlouis (52:8 und Gelnhausen (51:9). Für den LSC verbunden ist damit die erneute Teilnahme am DHB-Pokal.
Die größte Überraschung war allerdings nicht Köln, sondern der Aufsteiger Interaktiv.Handball, der relativ zurückhaltend in die Saison gestartet war. Im Jahr 2014 trat die damalige SG Ratingen zum ersten Mal in der 3. Liga an und belegte am Ende der Saison den achten Platz mit 30:30 Punkten und 820:836 Toren. Nach der Serie 2016/2017 mussten die Ratinger wieder runter und sechs Jahre, in denen der Klub auch finanziell viel investierte, in der Regionalliga folgten. Dann gelang unter dem neuen/alten Namen Interaktiv die Rückkehr in die höhere Klasse – die das Team allerdings auf direktem Weg wieder verlassen musste. In der Saison 2024/2025 stieg Interaktiv zum dritten Mal in die 3. Liga auf, um dort mit einem umgebauten und weiter verjüngten Kader den Versuch des sportlichen Bleibens zu unternehmen. Die Mischung aus erfahrenen Leuten wie Keeper Sebastian Bliß und dem spielenden Sportlichen Leiter Stanko Sabljic sowie zahlreichen Nachwuchskräften aus der zweiten Mannschaft und der eigenen A-Jugend (hatte den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft) trug als Fundament so gut, dass es praktisch nie Sorgen um den Klassenerhalt gab. Nach dem 37:34 am letzten Spieltag gegen die TSG Münster landete die Mannschaft von Trainer Filip Lazarov als Achter bei 30:30 Punkten und 855:877 Treffern – eine fast exakte Kopie der zwölf Jahre alten Ausbeute, diesmal ohne großes Getöse.
Nicht mithalten konnten da die in der 3. Liga doch etablierten TuS 82 Opladen und Bergische Panther. Die Opladener, in der Saison davor mit 32:28 Zählern auf Rang acht eingekommen, quälten sich jetzt nicht zuletzt aufgrund praktisch nie pausierender personeller Probleme durchs Kalenderjahr 2026 und sie waren nach Rang zwölf mit 23:33 Zählern heilfroh, dass alles vorbei war. Was spannend werden dürfte: Der TuS 82 wird nach dem Abschied des bisherigen Cheftrainers Stefan Scharfenberg mit dem jungen neuen Coach Aaron Hahn (26/zuletzt Deutscher Meister mit der A-Jugend des SC Magdeburg) nicht nur an der Seitenlinie einen anderen Kurs einschlagen, sondern gleichzeitig beim spielenden Personal umdenken müssen – wobei eine entstandene Lücke besonders schwerwiegend aussieht. Die offizielle Statistik des DHB führt Oliver Dasburg mit 152 Toren aus 24 Einsätzen (bei denen er bisweilen nur auf dem Spielbericht stand, aber nicht aktiv eingriff) immer noch auf Platz 15 der Torjägerliste und damit als besten Werfer des TuS 82. Dasburg, der nicht zum ersten Mal eine Schulterverletzung erlitt, wird sich vom aktiven Handball verabschieden – anders als Linksaußen Tobias Schmitz (114 Treffer), der zweitbeste Opladener Werfer, der künftig das Trikot des Longericher SC tragen wird.

Übertroffen haben die Bergischen Panther ihren Kontostand aus der vergangenen Saison, als sie mit 17:43 Punkten auf Rang zwölf immerhin fünf Konkurrenten hinter sich ließen. Nun gab es nach dem vierten Rang und heute fast unwirklich aussehenden 34:18 Zählern von 2022/2023 sowie Platz zehn von 2023/2024 mit 24:36 Punkten und jenem zwölften Platz trotz gesteigerter Ausbeute soeben noch die letzte Position über dem Strich: 13./22:38 Zähler. Ein echtes Finale im Kampf um den Klassenerhalt beim Drittletzten SG Schalksmühle-Halver (19:41) blieb den Panthern letztlich erspart und die finale 27:34-Pleite dort richtete keinen Schaden mehr an.