| 14. Dezember 2025 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Hoch, höher, Zimmermann: Korschenbroichs schneller Linksaußen Max Zimmermann war mit neun Toren der beste Werfer des Abends beim deutlichen Sieg über den SSV Nümbrecht (im Tor Tom Rydzewski, links Johannes Urbach). Sein TVK bleibt gleichzeitig der Titelkandidat Nummer eins in der Regionalliga. (Foto: Sven Frank)
TV Korschenbroich – SSV Nümbrecht 34:21 (14:8). Für die Korschenbroicher war dieser Samstag nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison eine perfekte Angelegenheit. Auf der einen Seite löste der Spitzenreiter die Aufgabe gegen den Aufsteiger aus dem Oberbergieschen in der Summe sehr souverän und stockte dadurch sein Konto ganz vorne auf 15:3 Punkte auf. Gleichzeitig verlor der bisherige Zweite TSV Bonn rrh. mit 32:34 gegen den TV Aldekerk, sodass die Mannschaft von TVK-Trainer Frank Berblinger nach dem neunten Spieltag zumindest vorübergehend keinen direkten Verfolger mehr hat: Der Zweite HC Weiden (14:6), der Dritte TSV Bayer Dormagen II (12:6) und der Vierte Bonn (12:6) stehen bei jeweils sechs Minuspunkten. Damit steht gleichzeitig fest, dass Korschenbroich das Ende der Jahres auf jeden Fall auch als Tabellenführer sehen wird – unabhängig vom Ausgang der Partie am nächsten Sonntag beim mittlerweile ehemaligen Verfolger HSG am Hallo Essen (Sechster/10:8), dessen 32:33 beim bisherigen Letzten VfL Gummersbach II dem TVK gleichfalls nicht ganz ungelegen kam. Dass Berblinger und alle Korschenbroicher in der Waldsporthalle in bester vorweihnachtlicher Stimmung waren, konnte kaum überraschen: „Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden. Wir haben Nümbrecht zu hundert Prozent ernst genommen. Wir sind richtig gut reingekommen – und das war der Grundstein für das Ergebnis am Ende. Die Deckung mit Torhüter Sven Bartmann war von Anfang an sehr gut. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir über das Spiel hinweg zu viele freie Bälle nicht reingemacht haben – aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Der Spieltag ist auch wieder ganz gut gelaufen für uns und das ist ein schöner dritter Advent.“

Mit dem schnellen 5:0 (8.) und dem 8:1 (13.) kurz darauf schienen die Gastgeber ihren Kontrahenten aus dem Oberbergischen fast an die Wand spielen zu wollen. Nümbrecht fand zwar in der Folge besser in die Partie und konnte auf 5:9 (21.) oder 7:11 (26.) verkürzen, kam aber zu keinem Zeitpunkt für eine Wende in Frage und konnte das Sechs-Tore-Loch beim 8:14 (30.) im zweiten Durchgang nur ganz kurz auf vier Treffer eingrenzen – 15:11 (34.), 16:12 (35.). Allerletzte und winzig kleine Restzweifel am Sieg beseitigte der TVK dann, als er vom 20:15 (42.) mit viel Tempo zum 25:16 (46.) erhöhte und sein Polster ab dem 27:17 (50.) bis zur Schluss-Sirene dauerhaft im zweistelligen Bereich hielt gegen einen SSV, der vor einer Woche durch sein 31:30 beim wie Korschenbroich aus der 3. Liga abgestiegenen TV Aldekerk überrascht hatte. Davon war Nümbrecht, das den Blick als Zehnter mit 7:11 Zählern wenig unerwartet eher nach unten richten muss, diesmal Lichtjahre entfernt.
TV Korschenbroich: Bartmann, Becker – Schiffmann, Krantzen (3), Eugler (3), Hartz (3), Brinkhues (2), Wolf (6), König (1), Zimmermann (9/3), Büscher (5), Franz (2), Bitzel.
SSV Nümbrecht: Winkler, Rydzewski (1) – Benger (2), Urbach, Last (1/1), Witthaut (1/1), P. Donath (1), Hartmann (4), Schröter (1), A. Seinsche, Dissmann (2), Lang (2), D. Donath (1), Weber (1/1), Henrichs, Miebach (4).
VfL Gummersbach II – HSG am Hallo Essen 33:32 (18:18). Einfache Frage: Was waren die 15 Tore des erneut überragenden Matthis Blum am Ende wert für die Essener? Einfache Antwort: Nichts. Alleine das war schon bitter genug. Aber wie sich die Partie auf der Zielgeraden entwickelte und in ein maximal spannendes Finale mündete, traf die Gäste aus dem Ruhrgebiet letzlich wohl noch viel härter, weil sie bis dahin kein einziges Mal zurückgelegen hatten und nach dem 31:29 (55.) durch Dennis Szczesny mit einer Zwei-Tore-Führung auf die Zielgerade eingebogen waren. Dann glichen Malte Haglund (55.) und Carlo Bohnenkamp (58.) zum 31:31 des SSV aus, ehe die Ereignisse nach dem Blum-Siebenmeter zum 32:31 (58.) der Essener ihren Höhepunkt erreichten. Erst erzielte Moritz Riedel das 32:32 (59.), ehe Lukas Ellwanger (HSG) genau 17 Sekunden vor der Schluss-Sirene mit der Roten Karte (60.) runter musste und Tim Rath den folgenden Siebenmeter zum 33:32 des SSV nutzte. Als die Gäste ihre letzte Auszeit nahmen, standen neun verbleibende Sekunden auf der Uhr – jedenfalls ausreichend Zeit, um noch eine Zeitstrafe gegen Gummersbachs Sota Shimizu zu produzieren. Glück für den VfL, schlecht für die HSG: Der letzte Angriff brachte nichts mehr ein. Auch deshalb stand hinterher im offiziellen Spielbericht was von einem leicht wirr klingenden Protest der Essener: „Einspruch wegen Spielsituation in Minute 60 sowohl gegen die Rote Karte gegen HSG am Hallo wegen Ellenbogen-Treffer im Gesicht und daraus resultierendem Siebenmeter und progressiver Strafe gegen Gummersbach vor direktem Freiwurf mit Spielabpfiff.“
Dass die Gumersbacher mit dem Ergebnis viel mehr anzufangen wussten, lag auf der Hand. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir gewonnen haben“, fand VfL-Coach Jan Schwenzfeier, „wir hatten über 60 Minuten wieder eine sehr, sehr gute Intensität im Spiel und sind auch über weite Strecken gut Tempo gegangen. In unserem Angriff haben wir immer noch einige unprovozierte Passfehler, mit denen wir uns das Leben selber ein bisschen schwerer machen. Nichtsdestotrotz haben wir das heute kämpferisch sehr, sehr gut gelöst.“ Die Belohnung dafür war, dass die auf Rang 13 vorgerückten Gastgeber (5:13 Punkte) und nach wie vor stark gefährdeten Gastgeber immerhin den letzten Platz abgeben, jetzt als Vorletzter den BTB Aachen (14./5:23) überholen und den direkten Kontakt zum Drittletzten Borussia Mönchengladbach (5:11) herstellen konnten. Essen als Siebter (10:8) hat vorerst den Kontakt nach ganz vorne verloren – und sich das eher selbst zuzuschreiben. Die Mannschaft von Trainer Niklas Rolf lag kein Mal hinten und ab dem 4:3 (6.) für einen sehr langen Zeitraum vorne – was natürlich in erster Linie auf das Konto von Matthis Blum ging. Noch beim 29:26 (51.) oder 30:27 (54.) hatte die HSG alle Chancen auf ihrer Seite und sie schien immer die richten Antworten zu finden. Es erwies sich als größerer Irrtum.
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (4), Kübler (2), Bohnenkamp (6), Rath (11/7), Haglund (1), Kiesewalter, Hartmann (1), Patzelt, Ulmerich (5), Riedel (3).
HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann – Blum (15/4), Sinkovec (1), Reissig, Enders (1), K. Bekston, Basholli (1), Neitsch, Szczesny (3), Ellwanger (2), Lange (1), Ciupinski, Basic (4), A. Bekston (1), Schupe (3).
TSV Bonn rrh. – TV Aldekerk 32:34 (12:15). Das Ergebnis, das letztlich viel knapper ausfiel als die wahren Kräfteverhältnisse auf der Platte, war eine Überraschung. Hier standen die in den vergangenen Wochen durchaus stabilen Bonner (7:1 Punkte aus vier Spielen ohne Niederlage) und dort die Aldekerker, bei denen die vergangene 30:31-Niederlage gegen den Aufsteiger SSV Nümbrecht fast an den Grundfesten gerüttelt hatte. Genau dieser TVA nahm dann aber die Partie praktisch von der ersten Sekunde an mit Intensität und Leidenschaft in die Hand und grundsätzlich brauchte er seinen Vorsprung nach dem 31:23 aus der 53. Minute nur noch zu verwalten. TSV-Trainer Florian Benninghoff-Lühl war bei aller Enttäuschung natürlich ein ehrlicher Verlierer: „Wir waren von Anfang an immer ein, zwei Schritte zu langsam und vom Kopf nicht auf der Höhe gegen eine sehr gut eingestellte Aldekerker Mannschaft, die auf ihre beiden Linkshänder im Rückraum verzichten müssen und uns dann mit einem cleveren Plan vor allem über das Tempospiel vor große Probleme stellen. Wir kämpfen uns mit viel, viel Aufwand noch mal ran, aber wir haben zu viel Stückwerk, das nicht zusammenpasst. Aldkerek lässt in den letzten fünf Minuten noch einiges an Chancen liegen, das schönt das Ergebnis.“ Fast losgelöst wirkte dagegen sein Aldekerker Kollege Tim Gentges, der diesmal am Auftritt seines Teams wenig bis nichts auszusetzen hatte. „Überragend, was die Jungs hier geleistet haben“, fand Gentges, „anscheinend haben wir doch die richtigen Hebel und Schalter gefunden. Das war genau wieder der ATV, den wir kennen und lieben. Ich bin saustolz und die haben mehr als nur eine Reaktion gezeigt, die haben ihr altes Ich wieder auf die Platte gebracht und affengeil das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben hier absolut verdient gewonnen.“

Bereits nach einer Viertelstunde lief der Abend mit dem 9:5 (15.) klar in Richtung Aldekerk. Bonn arbeitete sich zwar zurück und glich sogar zum 12:12 (26.) aus, verlor jedoch bis zur Pause mit dem 12:15 (30.) wieder den Anschluss und war auch nach der Pause nie zu einer Wende in der Lage. Ab dem 14:17 (37.) kippte das Spiel dann endgültig auf die Seite der Gäste, die sich übers 20:14 (40.) auf 23:16 (44.) absetzten und den 22:26-„Anschluss“ der Hausherren kühl mit dem 5:1-Lauf zu jenem entscheidenden 31:23 beantworteten. Dass die TSV die Sonderwertung für die letzten fünf Minuten nach dem 25:32 (55.) mit 7:2 gewann, interessierte unter dem Strich nicht mal sie selbst, weil es am Ausgang der Partie auch herzlich wenig änderte. Folge für die Bonner: Sie mussten ihren zweiten Platz hinter dem Spitzenreiter TV Korschenbroich (15:3) abgeben und sie sind nun Vierter (12:6) hinter dem HC Weiden (14:6) und dem TSV Bayer Dormagen (12:6). Aldekerk, das auf seine beiden Linkshänder Fabian Küsters und Niels Poot verzichten musste und trotzdem stark auftrat, macht von Rang acht aus weiter – als einzige Mannschaft der Regionalliga mit einem ausgeglichenen Konto (9:9).
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg, Czerwinski – Krohn (5), Bullerjahn (1), Santen (1), Heitkötter (2), Fricke (5), Bitzer (5), Weber, Fischer (2), Sander (2), Kästner (2), Worm (6/2), Bohrmann (1/1).
TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann (1) – Grützner (5), Kirschbaum (3), Poot, Brockmann (2), Plhak (8/1), Hahn (3), Könnes (4), Perey (1), Tobae (3), Kahl (4), Hinz.
HC Gelpe/Strombach – OSC Rheinhausen 29:34 (11:13). Über rund zwei Drittel der Partie erlebte der OSC im Oberbergischen eine Berg- und Talfahrt, deren Ausgang ziemlich offen aussah. Als es darauf ankam, setzte Rheinhausen allerdings die aus seiner Sicht passenden Aktionen, nahm die beiden Punkte am Ende sogar relativ ungefährdet mit und sorgte gleichzeitig dafür, dass die Hausherren zum ersten Mal in dieser Saison in eigener Halle verloren (vorher drei Siege) und insgesamt zum vierten Mal hintereinander. Während Gelpe/Strombach nun als Elfter (6:12) zur direkten Abstiegszone gehört und dort nur einen Zähler besser steht als der Nachbar VfL Gummersbach II (5:13) auf dem ersten Abstiegsplatz, hat der OSC mit seinem Trainergespann Sascha Wistuba/Nico Biermann auf dem fünften Platz wieder ein positives Konto (10:8) und weiter den erfolgreichsten Angriff der Regionalliga: Bei insgesamt 312 Toren aus neun Spielen liegt der Schnitt bei 34,66 Treffern pro Auftritt – womit die Quote diesmal ziemlich genau „nur“ dem Durchschnitt entsprach. Wistuba war dennoch mehr als einverstanden: „Trotz der schwachen Phasen zu Beginn der Halbzeiten war das ein sehr starkes Spiel vom gesamten Team. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. Die Jungs haben viele Sachen, die wir diese Woche thematisiert haben, gut umgesetzt und sich an den Matchplan gehalten. Das Team zeigt Moral und schafft es, sich aus den schlechten Phasen rauszukämpfen. Gelpe hat sich lange gewehrt, aber am Ende waren wir der verdiente Sieger.“
Gelpe/Strombach begann gut und verschaffte sich einen Vorsprung – 4:1 (6.), 7:4 (11.). Mit dem 8:8 (15.) lag Rheinhausen wieder gleichauf und mit dem 11:10 (21) zum ersten Mal vorne, ohne aus dem 13:11 (27.) oder 14:12 (31.) schon eine Art Weichenstellung bauen zu können. Vielmehr war jetzt das Gegenteil der Fall, denn Nümbrecht antwortete übers 16:16 (36.) mit dem 17:16 (37.) und legte weiter vor – 19:18 (39.), 20:19 (40.). Hier sahen die Gastgeber allerdings ihre letzte Führung und vier Minuten darauf hatten sich alle Hoffnungen des SSV in Luft aufgelöst: Der OSC legte eine 5:0-Serie zum 24:20 (44.) auf die Platte und bog beim 29:23 (51.) mit einem Sechs-Tore-Polster auf das letzte Teilstück ein. Dass Gelpe/Strombach noch auf 27:30 (57.) oder 28:31 (51.) herankam, ließen die Rheinhausener mit dem 32:28 (58.), 33:28 (59.) und 34:28 (60.) ebenfalls nicht unbeantwortet.
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger, Schürmann, Makowiecki, Maier (5/4), Altjohann (2), Pötz (7), Viebahn (3), Heinzerling (3), Jürges, Meinhardt (4), Walch (3), Rostalski (2), Schimanski.
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemnn – Adrian (6/2), Rippelmeier, Mook, Ernst (7), Dreier (1), Zwarg (5), Hüller (9/3), M. Molsner, Käsler (4), Kölsch (1), Schlögl (2).
BTB Aachen – HC Weiden 29:35 (14:15). Rein räumlich passt kaum ein Blatt zwischen die beiden Nachbarn, aber ein sportlich sind sie gerade in leicht unterschiedlichen Welt unterwegs. Was für den BTB spricht: Bis in die zweite Halbzeit hinein lieferte die Mannschaft von Trainer Simon Breuer ein Duell auf Augenhöhe ab und zeigte hier, dass sie die für die Regionalliga nötige Qualität mitbringt. Weil das aber über die gesamte Distanz nicht reichte, gabs im neunten Saisonspiel trotzdem die sechste Niederlage – und da gleichzeitig der bisherige Letzte VfL Gummersbach II gegen die HSG am Hallo Essen gewann (33:32), rutschte der BTB mit nun 4:14 Zählern ab ans Ende der Tabelle. Was für Weiden spricht: Das Team von Trainer Marc Schlingensief behielt in der entscheidenden Phase die Übersicht und zeigte hier, dass sie für einen der Spitzenplätze in Frage kommt. Und nach dem Sieg im Derby sind die Weidener bei 14:6 Punkten auch der erste Verfolger des Tabellenführers TV Korschenbroich (15:3). Schlingensief strahlte dementsprechend hinterher auch mehr Glück aus: „Das war durch die Bank ein starker Auftritt der gesamten Mannschaft. Ab Mitte der zweiten Halbzeit vernagelt Harvey Riechmann mit elf Paraden phasenweise das Tor und wir können uns sukzessive absetzen. Gestützt auf Sven Xhonneux, Tim Meurer und Tim Bösel läuft der Angriff sehr ordentlich und wir können einem ungefährdeten Sieg einfahren.“ Meurer und Xhonneux steuerten jeweils sieben Tore bei, Bösel war vier Mal erfolgreich.

Gastgeber Aachen führte mit dem 6:5 (12.) noch, war in der Folge ein hartnäckiger Gegner und kam nach dem 12:15 (25.) mit dem 15:15 (31.) am Anfang der zweiten Halbzeit zurück. Das 17:19 (35.) glich der BTB noch zum 20:20 (40.) und 21:21 (42.) aus, ehe sich die Waage doch relativ bald auf die Seite der Weidener neigte – 25:21 (47.), 29:24 (52.), 31:26 (55.), 33:27 (57.). BTB-Coach Breuer war mit dem Resultat nachvollziehbar eher unglücklich, wirkte aber gleichzeitig nicht völlig frustriert: „Es war lange Zeit ein sehr gutes Spiel und lange Zeit auch auf Augenhöhe mit allem, was ein Lokalkampf mit sich bringt, mit viel Kampf und toller Stimmung. Nur haben wir irgendwann nicht mehr so richtig ins Tor gefunden mit unseren Abschlüssen. Am Ende des Tages war das der entscheidende Punkt. Ich kann meiner Mannschaft nicht den Vorwurf machen, nicht alles gegeben zu haben, und es war viel Gutes dabei.“ Dass die Belastung im Keller der Tabelle nach dieser Niederlage nicht kleiner geworden ist, liegt dabei auch für Breuer auf der Hand. „Dass wir mit der Situation nicht ganz zufrieden sind, brauche ich nicht zu erwähnen. Wir haben jetzt nächste Woche noch ein Spiel und die Pause danach tut uns sicher ganz gut. Da werden wir noch mal alles reinwerfen und hoffentlich für eine kleine Überraschung sorgen.“ Ganz einfach wird die Aufgabe beim Fünften OSC Rheinhausen sicher nicht. Ebenfalls eine optimale Leistung werden die Weidener brauchen, die durch einen Heimsieg über Unitas Haan als Zweiter in die Pause über Weihnachten/Neujahr gehen können.
BTB Aachen: Zaghloul, Schüler – Monteiro Pai (7), Jacobs (7/2), Wudtke (1), Büchel (1), Käsgen, Klinkenberg (2), Wagner, Schmitz (1), Münster (3), Herzog, Denert (2), Schnalle (5), Panse, Tölke.
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (7). J. Frauenrath (7/3), Scheidtweiler, Wolff (2), Xhonneux (7/4), Rojko (2), Leonhardt, Bösel (4), K. Fauenrath (3), Richter, Deutz, Bergerhausen, Riechmann, Eissa (3).
Unitas Haan – HSG Refrath/Hand 33:31 (20:17). Die Partie war vor allem ein weiterer Beleg dafür, wie eng es in Duellen zwischen jenen Teams zugeht, die vorwiegend um den Erhalt der Klasse kämpfen – und diesmal reichte es unter dem Strich nicht für die Refrather, die zuletzt mit dem 27:26 gegen den HC Gelpe/Strombach und dem 27:23 gegen den BTB Aachen wertvolle Punkte geholt hatten. HSG-Trainer Kelvin Tacke wurde dabei das Gefühl nicht los, dass auch diesmal was Zählbares drin gewesen wäre: „In der ersten Halbzeit war ich mega unzufrieden mit unserer Abwehr. Am Ende hat uns unsere Angriffsleistung im Spiel gehalten. Wir haben es dann geschafft, die Dinge zu ändern, und wirklich eine starke zweite Halbzeit gezeigt. Wir sind immer wieder auch in Führung gegangen und wir waren absolut auf Augenhöhe, die besonderen Kleinigkeiten haben den Unterschied gemacht. Da, wo wir nicht clever genug waren, war uns Haan diesen Schritt voraus. Wir sind ein bisschen zu hektisch geworden. Wahrscheinlich wäre ein Unentschieden ein Stück weit gerecht gewesen, aber es ist eben kein Wunschkonzert. Gratulation an Haan.“ Während sich die Unitas auf 10:8 Punkte und Rang sechs in der oberen Hälfte verbesserte, muss die HSG als Neunter bei 7:11 Zählern ihren Blick weiter in den Rückspiegel richten: Das Polster bis zum VfL Gummersbach II (13./5:13) auf dem ersten Abstiegsplatz ist nicht üppig – und die letzte Aufgabe im Jahr 2025 am nächsten Sonntag gegen den Dritten TSV Bayer Dormagen II (12:6) nicht aus der Kategorie besonders einfach.
Haan domnierte den Start mit einer 8:4-Führung (10.), doch die HSG steigerte sich, kam zurück und konnte den Abstand relativ knapp halten – 6:8 (11.), 9:10 (14.), 12:13 (18.), 14:17 (24.), 17:20 (30.). Ab dem 21:21 (38.) lieferten sich beide Seiten ein völlg ausgeglichenes Duell, in dem sogar Refrath immer wieder eine knappe Führung vorlegte und sich doch nie lösen konnte. Nach dem späten 31:30 (55.) durch Magnus Georgi führte Tackes Team erneut, aber in den letzten fünf Minuten gelang ihm kein erfolgreicher Abschluss mehr. David Bleckmann dagegen glich für Haan zunächst zum 31:31 (56.) aus und er traf wenig später in Überzahl (Zeitstrafe gegen Refraths Lukas Dibowski) zum 32:31 (58.), bevor Haans Lennard Maesch mit seinem 33:31 (60.) genau 21 Sekunden vor der Schluss-Sirene für die Entscheidung sorgte – im Übrigen ebenfalls in Überzahl (Rote Karte gegen Georgi).
Unitas Haan: Seher, Joest – Schulz (3), Mensger (3), Richartz (6), Wöstmann (2), Brandenburg (4), Maesch (1), Hinkelmann (4), Rath, Völker, Bleckmann (10/4), Austrup.
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (3), Branding (3), Willers (5), Schallenberg (3), Faust (1), Geerkens, Bürger (6), Georgi (1), Noll (3), Merz, Speckmann, Baur, Dibowski (5), Capota (1).