| 17. Dezember 2025 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Familientreffen: Erik Wudtke (links), im Hauptberuf bei der DHB-Jugend und bei der Männer-Nationalmannschaft beschäftigt, hat jetzt als Trainer des Allstar Teams Mittelrhein eine weitere „Stelle“. Immer wieder mal lässt sich der Vielbeschäftigte in Hallen in der Gegend blicken – wie hier bei einem Spiel seines Neffen Noah Wudtke. Noah könnte seinem Onkel sogar noch genauer erzählen, wie ein Allstar Game läuft. Im vergangenen Mai war der Linksaußen des BTB Aachen schließlich selbst dabei. (Foto: Thomas Schmidt)
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Oder so. Und wer im Idealfall am 17. Mai dieses Jahres beim Allstar Game zwischen dem Mittelrhein und dem Niederrhein in der Solinger Klingenhalle an Ort und Stelle war oder sich zumindest – im zweitbesten Fall – durch Erzählungen davon hat begeistern lassen, wird den 31. Mai 2026 schon in einem Terminkalender markiert haben. Unser Ziel hat sich dabei keinen Millimeter verändert: Wir wollen das nächste Allstar Game gemeinsam mit unseren Partnern Stanno und OSC Rheinhausen am 31. Mai 2026 in der Sporthalle an der Krefelder Straße 86 in Duisburg-Rheinhausen wieder zu einem Fest für den Handball machen – mit derselben Leidenschaft, mit derselben Lust, mit derselben Hingabe für einen tollen Tag. Ab sofort kann dabei unseretwegen erneut die am besten sehr lebhafte Diskussion darüber beginnen, wer denn diesmal wohl gewinnen könnte. Der Mittelrhein oder der Niederrhein? Was alles möglich ist, zeigt ein Rückgriff auf jenen Mai-Samstag in Solingen – als dem Mittelrhein beim 19:13 in der 37. Minute eigentlich nicht mehr viel passieren konnte. Das nahezu irrwitzige Ende: Der Niederrhein holt Tor um Tor auf und am Ende gehts nach dem 32:32 ins Siebenmeterwerfen, in dem Keeper Marcel Johann (Ohligser TV) drei Mittelrhein-Strafwürfe abwehrt und den Niederrhein als Held des Abends zum 35:32-Sieg führt. Ganz nebenbei: Zwei der „Verlierer“ von damals, die als Hauptbestandteile des Dramas irgendwie trotzdem echte Gewinner waren, bekommen am 31. Mai 2026 die Gelegenheit zur Revanche. Oliver Dasburg (TuS 82 Opladen) und Sven Xhonneux (HC Weiden) standen damals unter anderem auch im Siebenmeterschießen auf der Platte – und sie haben sich bestimmt gemerkt, dass sie zu den dort Gescheiterten gehörten. Erst kam Xhonneux nicht an Johann vorbei, direkt anschließend erwischte es Dasburg, den aktuell mit 114 Treffern (133 zusammen mit 19 per Siebenmeter) erfolgreichsten Feldtorschützen aller vier Gruppen in der 3. Liga.

Einen Teil unserer Mannschaften habt ihr in Abstimmungen in den vergangenen Wochen gewählt – in der Regel jeweils einen Spieler für jede der sieben Positionen. Die andere Hälfte kam über einen internen „Jury-Entscheid“ hinzu, wir haben für jede Position selbst jeweils einen Spieler fest nominiert. Ihr habt uns das Leben nicht einfach gemacht, weil die Entscheidungen in manchen Fällen erst nach intensiven Diskussionen gefallen sind. Gleichzeitig habt ihr uns das Leben doch wieder einfach gemacht, weil wir eine Menge Zuspruch bekommen haben. Der eine oder andere hat dann sogar versucht, einen bereits gebuchten Urlaub oder einen anderen privaten Termin zu verschieben, um dabei sein zu können. Danke dafür und danke überhaupt an alle, die mit uns diesen Tag gestalten wollen, an den wir uns hoffentlich noch lange erinnern werden – vorzugsweise selbstredend wieder im Guten. Unter dem Strich haben wir nun definitiv zwei Mannschaften beisammen, die sich erstens sportlich sehen lassen können, zweitens die Breite des Handballs perfekt abbilden, drittens tolle Typen in ihren Reihen haben und viertens die eingebaute Garantie auf ein neues Spektakel in sich tragen.
Weil zu einem solchen Spiel wie immer die richtigen Trainer gehören, haben wir sorgfältig überlegt, wer zu uns passen würde. Ganz ehrlich: Wir hatten für die Positionen der Chefs an der Seite zwei Wünsche aus der Kategorie ziemlich prominent. Und wir haben es uns am Anfang fast nicht vorstellen können, dass daraus tatsächlich was wird. Aber es war verrückt, denn beide Kandidaten haben nach einem raschen Blick in ihre Termine fürs kommende Frühjahr ohne jedes Zögern zugesagt. Beide sind keine Selbstdarsteller, beide verfügen über eine fest eingebaute Liebe für den Handball, beide pflegen den Kontakt zur Basis, beide haben eine Herz für den Nachwuchs, beide betonen, dass sie keine Chefrolle brauchen, sondern sich als Teil des Ganzen sehen. Zuerst haben wir es – was eine zufällige Reihenfolge ist – bei Erik Wudtke probiert, dem Co-Trainer von Alfred Gislason bei der Männer-Nationalmannschaft und Trainer der Jugend-Nationalmannschaft, die sich bei den Weltmeisterschaften U 19 in Ägypten am 17. August 2025 den Titel holte. Erik ist gebürtiger Aachener, hat früher mal für den TV Weiden gespielt und lässt sich bis heute hin und wieder auf der Tribüne beispielsweise einer Regionalliga-Partie sehen. Sein „Gegenspieler“ für den Niederrhein ist nicht weniger bekannt: Michael Hegemann, geboren in Bottrop-Kirchhellen, ist ein echtes Kind des Ruhrgebiets und Mitglied der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 2007. Nach vielen Jahren in verschiedenen Funktionen bei TuSEM Essen (Spieler, Trainer, Co-Trainer) wechselte er zur Saison 2024/2025 zum ASV Hamm-Westfalen – der ihm im vergangenen Mai mitten im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Liga den Stuhl vor die Tür setzte. „Hege“ hat das inzwischen längst als Risiko im Geschäft abgehakt und er sah keinerlei Notwendigkeit, auf irgendein beliebiges Angebot einzugehen. Fündig wurde er dann vor ein paar Tagen, als er in seiner Heimatstadt seinem Heimatverein VfL Gladbeck die Zusage gab, und er wird dort ab der kommenden Saison bei der ersten Mannschaft in der Regionalliga an der Seitenlinie stehen – was für alle Beteiligten eine Wunschehe ist. Vorher war er sofort bereit, an unserer Idee im Allstar Game mitzuarbeiten. Danke, Erik, danke Hege!

Brütet schon was aus: Michael Hegemann (hier in der Dienstkleidung seines früheren Klubs TuSEM Essen), Weltmeister von 2007 und viele Jahre in der Bundesliga unterwegs, wird sicher einige Ideen entwickeln, um mit dem Team Niederrhein gegen den Mittelrhein gut auszusehen. (Foto: Thomas Ellmann)
Genauso viel Spaß haben uns die Kontakte mit den passenden Kollegen gemacht – die unsere Trainerteams vervollständigen. Frederic Rudloff (MTV Köln) war schon vor rund einem Jahr einer der stärksten Motoren fürs Projekt Allstar Game am Mittelrhein und er wäre alleine deshalb eine optimale Wahl gewesen. Doch weil die Handball-Welt bisweilen eher ein Dorf ist und die Wege einiger Beteiligter sich dann und wann kreuzen, kommt es hier noch besser: Erik und Freddy kennen sich gut – aus einer gemeinsamen Dormagener Zeit. So war Erik Wudtke im Frühjahr 2016, als der TSV Bayer Frederic Rudloff als neuen Spielertrainer für die zweite Mannschaft (Oberliga) vorstellte, gerade Nachwuchs-Koordinator/Sportlicher Leiter im Verein – und er hielt Freddy seinerzeit für eine perfekte Lösung. Als perfektes Bündnis sehen sie bei der „Konkurrenz“ im Ruhrgebiet auch diese Zusammenarbeit: Mirko Szymanowicz ist dort der Spielertrainer der Handball-Spielgemeinschaft Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen – wobei der eine Teil (Vennikel) zu Moers gehört und der andere zu Duisburg. Weil die „Firmenbezeichnung“ insgesamt allerdings leicht sperrig daherkommt, hat sich am Niederrhein längst die Kurzform „VeRuKa“ etabliert. Rudloff und Szymanowicz, früher unter anderem für den VfL Eintracht Hagen und die HSG Krefeld in der 3. Liga unterwegs, haben im Übrigen was gemeinsam: Beiden juckt es immer noch/wieder in den Fingern, beide könnten sich sehr gut vorstellen, als die jeweilige Nummer 15 des Kaders auszuhelfen beziehungsweise ein Stück Einsatzzeit im Allstar Game zu bekommen. Wir vermuten an dieser Stelle einfach, dass es sich einrichten lässt. Danke an dieser Stelle auch an Freddy und Mirko und danke noch einmal an alle, die am 31. Mai 2026 dabei sind. Jetzt wünschen wir euch viel Spaß, wenn ihr einen Blick auf die beiden Mannschaften werft, die sicher alles für euch geben werden.

Allstars Niederrhein
Trainer
Michael Hegemann, Mirko Szymanowicz (HSV VeRuKa)
Torhüter
Sven Bartmann (TV Korschenbroich), Sven Plath (ASV Süchteln)
Linksaußen
Konrad Thelen (TV Aldekerk), Glenn Dautermann (Meerbuscher HV)
Rückraum links
Mika Petersen (TuSEM Essen II), Gerhard Terbuyken (SG Monheim)
Rückraum Mitte
Vincent Schimanski (TV Geistenbeck), Lukas Hüller (OSC Rheinhausen)
Rückraum rechts
Elias Eiker (DJK Adler Königshof), Torsten Sanders (HSG Wesel)
Rechtsaußen
Bruno Zavada (TV DJK Krefeld-Oppum), Dusan Maric (Interaktiv.Handball)
Kreis
Matthias Meurer (DJK Adler Königshof), Aaron Jennes (Borussia Mönchengladbach)

Allstars Mittelrhein
Trainer
Erik Wudtke, Frederic Rudloff (MTV Köln)
Torhüter
Pascal Boldt (1. FC Köln), Elvan Kromberg (TuS Königsdorf)
Linksaußen
Volker Hermanns (TV Birkesdorf), Kai Frauenrath (HC Weiden)
Rückraum links
Niklas Grevelding (TV Palmersheim), Oliver Dasburg (TuS 82 Opladen)
Rückraum Mitte
David Denert (BTB Aachen), Alexander Koch (Wölfe Voreifel)
Rückraum rechts
Sven Xhonneux (HC Weiden), Carsten Jacobs (BTB Aachen)
Rechtsaußen
Niklas Adolph (TV Palmersheim), Franz Krohn (TSV Bonn rrh.)
Kreis
Marius Többen (TuS Königsdorf), Fabian Kötzle (SC Fortuna Köln)