| 16. Januar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

So machen wir es! Die beiden Keeper Sebastian Bliß und Nicholas Plessers tauschen sich hier über die nächsten Ratinger Schritte aus – die Torwarttrainer Denis Karic gerade noch mal auf dem Klemmbrett durchgeht. In der Summe ergab sich daraus zum Abschluss des Jahres 2025 ein 30:30 gegen den Longericher SC – aber nun darf es aus Interaktiv-Sicht in der Partie beim Tabellenletzten Homburg gerne auch etwas mehr sein. Zwei Punkte wären Gold wert für den weiteren Kampf um den Klassenerhalt (Foto: Thomas Schmidt)
Es ist fast eine Art von Matchball für den Aufsteiger. Und bei Interaktiv.Handball wissen sie ja nach den Erlebnissen von 2023/2024 besonders gut, dass rechtzeitiges Bunkern von Punkten nie verkehrt sein kann. Damals stand das Konto nach zwölf Runden im November 2023 bei nahezu perfekt aussehenden 12:12 Zählern – ehe nicht mehr viel lief und die Ratinger rund sechs Monate später im Mai 2024 mit 17:43 Punkten die Klasse als Tabellenletzter direkt wieder verlassen mussten. Das rettende Ufer markierte seinerzeit der TV Aldekerk (20:40), der um wenige Zentimeter vor dem TV Homburg (19:41) am rettenden Ufer über die Ziellinie kam. Ein Jahr darauf erwischte es den TVA (14:46) ebenso wie den TV Korschenbroich (13:47), während die TSG Haßloch auf Platz 13 soeben die Klasse hielt – mit der bescheidenden Ausbeute von 16:44 Punkten. Daraus lassen sich für Interaktiv zwei Hochrechnungen herstellen Erstens: Sollten diesmal wiederum jene 16 Zähler zur Rettung reichen, ist das Happy End bereits relativ nah. Sollte dagegen die frühere Marke der Aldekerker erforderlich sein, liegen die Ratinger als Elfter (13:19) trotzdem nicht weit weg von ihrem Saisonziel – und das, obwohl ab jetzt immerhin 14 weitere Partien zu absolvieren sind. Wovon Interaktiv und andere profitieren: Die SG Schalksmühle Halver Dragons (6:26), die TSG Haßloch (4:28) und Homburg (3:27) auf den drei Abstiegsrängen liegen zurzeit weit zurück. Dass überhaupt einer der drei noch in die Nähe von etwa 20 Punkten kommt, ist möglich, doch eher unwahrscheinlich.
Darüber hinaus hat es Interaktiv nun in der Hand, einen der Kellerbewohner endgültig und dauerhaft abzuhängen, denn das Team von Trainer Filip Lazarov tritt beim Schlusslicht Homburg an. Einfach wird die Aufgabe allerdings aus mehreren Gründen nicht und die Ratinger müssen vor dem Anpfiff zunächst die Anreise mit mehr als 300 Kilometern aus den Beinen bekommen, um dann auf der Platte von der ersten Minute an präsent zu sein. Dass die Homburger darüber hinaus trotz ihrer schlechten Lage in der Tabelle ein ziemlich hartnäckiger Gegner sein können, zeigten sie nicht zuletzt in der Hinrunde, als sie aus der Halle an der Gothaer Straße ein 30:30 mitnahmen und die Ratinger seinerzeit sogar mit einem blauen Auge davonkamen: Jonas Perschke traf zwei Sekunden vor der Schluss-Sirene zum Ausgleich für die Hausherren. Eine der Haupt-Gefahrenquellen im Homburger Kader dürfte für die Gäste vermutlich wieder der Ex-Ratinger Ante Grbavac sein, der unter den erfolgreichsten Werfern der 3. Liga Süd-West zurzeit mit 86 Treffern (zwölf per Siebenmeter) aus 15 Begegnungen den zwölften Platz einnimmt und wie der Teamkollege Robin Egelhof (77/keine Siebenmeter) nahezu jederzeit für ein Tor aus dem Rückraum gut ist. Interaktiv-Trainer Lazarov hat klare Vorstellungen vom Verlauf des Abends: „Ein wichtiges Spiel liegt vor uns – gegen einen Gegner, der über große individuelle Qualität verfügt und der gerade in diesem Spiel seine Chance sieht, sich in den Kampf um den Klassenerhalt einzuschalten. Unsere Pflicht ist es, uns so gut wie möglich vorzubereiten und mit einer guten Leistung zu versuchen, wichtige Punkte zu holen.“

Ebenfalls eine ganze Menge für seine Sicherheit kann der TuS 82 Opladen tun (14:20), der als Neunter das auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz liegende HLZ Friesenheim-Hochdorf II (11:21) erwartet. Nach dem Dezember 2025 ohne Sieg und unter anderem mit den beiden Niederlagen gegen den Spitzenreiter HG Saarlouis (20:27 im vorgezogenen Saisonfinale/25:29 zum Hinrunden-Abschluss kurz vor Weihnachten) bekommt die Mannschaft von Trainer Stefan Scharfenberg nun praktische eine Doppelchance, sich in Duellen mit direkter Konkurrenz von weiter unten rechtzeitig fast aller Sorgen zu entledigen: Nach dem Heimspiel gegen Friesenheim geht es am 24. Januar zur TSG Haßloch. In der Region der Ratinger und der Opladener sind im Übrigen auch die Bergischen Panther (Zehnter/13:19) zu Hause, die für die bevorstehende Aufgabe bei der HSG Hanau (Sechster/20:10) bestimmt nicht als Favorit gelten, aber eine Menge an guten Erinnerungen mitnehmen – an den 30. August 2025, als ihnen am zweiten Spieltag in Hanau ein überraschender 29:25-Sieg gelang.
Daneben mag die Erinnerung an eine rund 14 Monate alte Leistung vielleicht genauso dem Longericher SC (Siebter/19:13) helfen, der zuletzt maximal unglücklich mit 29:30 gegen den Spitzenreiter Saarlouis (30:4) den Kürzeren zog und nun beim Zweiten TV Gelnhausen (29:5) vor der nächsten Hammer-Hürde steht. Am 2. November 2024 bewies der LSC jedenfalls, dass er „Gelnhausen kann“, denn an diesem Tag griffen fast alle Rädchen perfekt ineinander und am Ende stand ein fast unglaublicher 40:25-Sieg auf der Anzeigetafel. Ähnliches ist nun zwar nicht zu erwarten, dafür allerdings ein sehr intensiver Handball-Abend. Gelnhausen, das bisher nur ein einziges Mal verlor (26:30 gegen Saarlouis) und bei drei Unentschieden drei weitere Punkte abgab, will seine gute Basis im Kampf um die Meisterschaft behalten – und der LSC zumindest erneut zeigen, dass er unbedingt zum oberen Drittel gehört. Das war zuletzt beim Unentschieden gegen Saarlouis zu erkennen, nicht jedoch im Endspurt 2025 mit dem 35:37 gegen Friesenheim-Hochdorf II und dem 32:32 in Ratingen – woraus folgt, dass die Fahrt in den Südosten von Hessen vor allem der nächsten Selbstbestätigung dient. Die Longericher müssen nach ganz unten längst nichts mehr befürchten und sie werden nach ganz oben nicht mehr viel bewegen können. Es geht eher um das gute Gefühl.