3. Liga
Der Westen und seine Suche nach neuen Zielen
Das Thema Spitzenplatz ist durch - der Kampf gegen den Abstieg wohl auch. Longerich liegt jenseits von Gut und Böse. TuS 82, Bergische Panther und Interaktiv kämpfen "nur" um noch mehr Sicherheit.

Alles in Butter: Joe Ballmann (links), der mit bisher 110 Treffern aus 18 Spielen erfolgreichste Torschütze der Mannschaft, und Panther-Trainer Alexander Oelze scheinen mit der Lage allgemein zufrieden zu sein. Die Karten im Kampf um den Klassenerhalt sind ja auch nicht so schlecht. (Foto: Thomas Schmidt)

Das werden sie eine Etage tiefer definitiv mit einiger Erleichterung zur Kenntnis nehmen. Alle können fest davon ausgehen, dass es diesmal keinen erhöhten Abstieg aus der 3. Liga geben wird – anders als in der vergangenen Saison, als im TV Aldekerk, im TV Korschenbroich und im VfL Gummersbach II gleich drei Klubs den Weg nach unten antreten mussten und in der Regionalliga Nordrhein beim einen oder anderen Klub für Entsetzen sorgten. Dort erwischte es am Ende schließlich insgesamt fünf Mannschaften: TuSEM Essen II (Zehnter), HSG Siebengebirge (Elfter), MTV Rheinwacht Dinslaken (Zwölfter), Bergischer HC II (13.) und HG Remscheid (14./Zwangsabstieg nach Rückzug). Und nach einer für viele nervenaufreibenden Serie war damals auf dem neunten Platz erst die HSG Refrath/Hand in Sicherheit. Das kann erstens in den kommenden Monaten auf keinen Fall wieder derart heftig kommen, weil nach den geänderten Durchführungsbestimmungen die Regionalliga zur Not bis auf 16 Vereine aufgestockt würde und die Zahl der Absteiger in die Oberliga damit enger gezogen wäre. Darüber hinaus ist die allgemeine Lage in der 3. Liga zurzeit ausgesprochen regionalliga-freundlich, weil spätestens seit dem vergangenen Wochenende aus dem Handball-Westen weit und breit niemand mehr in Sicht ist, der überhaupt noch ernsthaft in Gefahr geraten könnte. Der Longericher SC befindet sich als Sechster (24:14 Punkte) sowieso jenseits von Gut und Böse – ohne Chance auf einen Angriff nach ganz oben und ohne jeden Druck von unten. Dahinter dürften der Neunte TuS 82 Opladen (16:22), der Zehnte Bergische Panther (15:21) und der Zwölfte Interaktiv.Handball (15:21) auch deshalb fast schon in Sicherheit sein, weil ein Trio am Ende der Tabelle auf den Abstiegsplätzen längst nahezu aussichtslos hinterherrennt.

Hauptkonkurrent im Kampf um den Klassenerhalt sind die SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./8:28), denen es bestimmt nicht richtig gut geht, aber deutlich weniger schlecht als dem Vorletzten TSG Haßloch (4:32) und dem Letzten TV Homburg (3:31). Die Drachen schienen sich zwar nach einem 0:18-Start zu fangen, weil sie Herbst im 2025 drei Siege in kurzer Folge schafften, doch nach dem 34:32 über die MT Melsungen II vom 15. November gab es mit einem 37:29 kürzlich über den TV Kirchzell lediglich einen weiteren Erfolg und zuletzt zog die SG bei der HSG Hanau am Ende klar mit 31:38 den Kürzeren. Mit über die Zukunft der Dragons könnten jetzt die Longericher entscheiden, die jedenfalls als klarer Favorit ins Sauerland reisen und sowieso aus einem eigenem Anspruch heraus lieber zwei Zähler mit ins Rheinland nehmen wollen. Ebenfalls zwei weitere Punkte würde wohl Interaktiv.Handball gerne mitnehmen, das jedoch nach dem 23:32 zuletzt gegen den Spitzenreiter HG Saarlouis (34:4) nun beim Zweiten TV Gelnhausen (28:6) im Südosten von Hessen erneut vor einer hohen Hürde steht. „Das ist noch ein Topfavorit in unserer Liga, der bereits seit mehreren Saisons einen sehr schnellen und qualitativ hochwertigen Handball spielt“, sagt Interaktiv-Trainer Filip Lazarov, „es wird schwer, aber es ist unsere Verantwortung, unser Maximum zu geben. Ob das ausreichen wird, um uns eine Chance auf ein positives Ergebnis zu erkämpfen, bleibt abzuwarten.“ Die Ratinger haben also vor, unbedingt alles für eine Überraschung zu probieren – und vermutlich beschäftigen sie sich trotzdem wenigstens im Hintergrund bereits mit den Aufgaben des kommenden Monats. Am 6. Februar beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II (13./15:21), am 21. Februar gegen die Bergischen Panther und am 28. Februar bei den Dragons warten drei Duelle mit direkter Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt – und es sind dann eben Punkte für noch mehr Sicherheit zu verteilen. Die Panther wiederum haben vor dem Auftritt in Ratingen am Samstag gegen die TSG Münster (Siebter/21:13) und am 8. Februar gegen Gelnhausen zwei besonders anspruchsvolle Heimspiele zu bewältigen.

Auf eine Art Abschiedstour begibt sich in der nächsten Zeit der TuS 82 Opladen, der aufgrund einiger Verlegungen bereits elf Heimspiele hinter sich hat und ab Ende März für diese Saison nicht mehr auf die Bielerthalle zugreifen kann (Reparatur- und Renovierungsarbeiten). Los geht es am Samstag gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (Dritter/26:10), bevor am 28. Februar die HSG Hanau, am 21. März die HSG Rodgau Nieder-Roden und am 27. März die Bergischen Panther nach Opladen kommen. Was ein zu bearbeitendes Feld des TuS 82 für die Restsaison sein könnte: In der Heimstatistik stehen nach den bisher elf Spielen sehr, sehr übersichtliche 8:14 Punkte und die 8:8 Zähler aus acht Auftritten in des Gegners Halle sehen im Vergleich besser aus. Um die Bilanz ins Positive zu ziehen, müssten vier weitere Heimsiege her – was theoretisch machbar ist, aber grundsätzlich eher unwahrscheinlich. Selbst für einen ausgeglichenen Wert benötigt die Mannschaft von Trainer Stefan Scharfenberg drei Siege und ein Unentschieden. Die Ausbeute von 2024/2025 mit 19:11 Punkten in der Bielerthalle werden die Opladener dabei auf keinen Fall mehr schaffen können, sondern eher noch die 13:17 aus 15 Auswärtsspielen. Spitzenreiter ist Scharfenbergs Mannschaft im Übrigen in zwei anderen Kategorien: Oliver Dasburg ist, gemessen an der Zahl der aus dem Feld heraus erzielten Tore, die Nummer eins in der 3. Liga Süd-West, und Lucius Hess führt die offizielle DHB-Statistik „Strafen“ an, denn er musste bisher insgesamt 19 Mal für zwei Minuten runter.