| 08. Februar 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Landeanflug: Linksaußen Max Zimmermann (links), hier auf dem Weg zu einem seiner neun Tore, und seine Korschenbroicher tauchten auch zu oft frei vor Aachens Keeper Louis Zaghloul auf. In der Summe stand der BTB beim Tabellenführer jedenfalls von Beginn an auf verlorenem Posten. (Foto: Sven Frank)
TV Korschenbroich – BTB Aachen 30:22 (16:7). So eindeutig, wie es die Tabelle andeuten wollte, waren die Rollen vor der Partie nicht verteilt. Spitzenreiter Korschenbroich musste nach zwei Niederlagen in Folge erst mal in die Erfolgsspur zurückfinden, während die Aachener im Jahr 2026 noch ungeschlagen mit 7:1 Punkten angereist waren. Auf dem Feld zeigten die Hausherren dann aber eindrucksvoll, warum sie als heißester Kandidat auf die Meisterschaft gehandelt werden. Die Mannschaft von Trainer Frank Berblinger dominierte die Angelegenheit von Beginn an – was gerade in der Anfangsphase auch an einem sehr starken Keeper Sven Bartmann im TVK-Kasten lag. Entsprechend erleichtert zeigte sich der Korschenbroicher Coach: „Das war ein wichtiger Sieg für uns, gerade nach den letzten zwei nicht so einfachen Wochen. Wir sind megaglücklich, dass wir jetzt endlich wieder zwei Punkte geholt haben. Ich gehe davon aus, dass wir die zwei Niederlagen ein bisschen aus den Köpfen draußen haben – von daher war das sehr, sehr wichtig.“ Sein Aachener Kollege Simon Breuer räumte klaglos ein, dass der Sieg der Gastgeber in Ordnung ging: „Wir waren unterm Strich klar unterlegen. Die ersten zehn Minuten sind wir schlecht ins Spiel reingekommen. Wir haben relativ früh auf den siebten Feldspieler umgestellt, hatten dann insgesamt klar bessere Lösungen, sind aber immer wieder an Sven gescheitert. Am Ende des Tages war das der klare Unterschied, wo man sagen muss, dass Korschenbroich einfach einen Tick besser war heute als wir, die haben eine deutliche Reaktion gezeigt auf die letzten Wochen. Für uns ist das schade, aber man muss sagen, dass wir heute einfach nicht so gut waren wie in den letzten Wochen und entsprechend nicht für einen Sieg in Frage kamen.“
Der TVK startete mit dem 3:0 (3.) perfekt in die Partie und er kam über das 8:3 (13.) und 13:5 (20.) auch in der Folge aus der starken Defensive heraus zu einfachen Treffern. Nach dem Seitenwechsel ließen die Hausherren ebenfalls nicht nach und sie erhöhten schnell auf 18:7 (34.). „Wir spielen das sehr, sehr gut. In der zweiten Halbzeit war wichtig, dass wir Aachen nicht mehr das Gefühl von einer zweiten Luft geben, dass sie vielleicht noch mal auf minus sieben, minus sechs, minus fünf drankommen, bei uns vielleicht die Hand ein bisschen zittriger wird. Das haben wir sehr, sehr gut gemacht, dass wir bis zur 40., 45. Minute den Abstand konstant halten konnten. Und hinten raus haben wir es sehr souverän nach Hause gebracht“, fand Berblinger, dessen Team beim 24:12 (45.) die höchste Führung des Abends vorlegte. Mit einem 5:1-Lauf verkürzte Aachen zwar auf 17:25 (52.), doch das Aufbäumen der Gäste kam zu spät und in der Schlussphase ließ der TVK nichts mehr anbrennen. sodass er nun mit 22:8 Punkten als Spitzenreiter in die Karnevals-Pause geht. Der BTB steht trotz der Pleite als Elfter (11:19) für den Moment über dem Strich auf dem ersten sicheren Nicht-Abstiegsplatz.
TV Korschenbroich: Bartmann (2), Köß – Schiffmann, Krantzen (4), Eugler (1), Hartz (3), Brinkhues, Wolf (1), König (2), Zimmermann (9/1), Büscher (2/1), Franz (5), Bitzel (1).
BTB Aachen: Zaghloul, Schüler – Huckemann (1), Jacobs (6/5), Horn (1), Wudtke, Büchel, Käsgen (1), Klinkenberg, Wagner (2), Schmitz, Münster (1), Herzog (1), Denert (1), Schnalle (6), Panse (2).
HC Weiden – HSG Refrath/Hand 34:18(19:8). Weiden hat offensichtlich sowohl das 22:25 bei der HSG am Hallo Essen als auch das 35:38 bei der gefährdeten Borussia Mönchengladbach ordentlich verarbeitet und es scheint bereit zu sein, sich ganz oben wieder in den Kampf um die Spitze einzumischen. Gegen die Refrather, die kurz vor Weihnachten den Zweiten TSV Bayer Dormagen II bezwungen (33:31) und zuletzt auch den Spitzenreiter TV Korschenbroich besiegt hatten (33:32), gab es über die 60 Minuten nicht mal den Ansatz von Problemen. Der Abend bescherte dem Team von Trainer Marc Schlingensief nebenbei mit 16 Treffern Differenz den höchsten Saisonsieg mit den bisher wenigsten Gegentreffern – und auf der anderen Seite den Refrathern die mit weitem Abstand klarste Saison-Niederlage mit den bisher wenigstens selbst erzielten Toren. HSG-Coach Kelvin Tacke redete nicht um den heißen Brei herum: „Weiden hat es vom Start weg sehr gut gemacht und dadurch schnell die nötige Sicherheit gefunden. Wir dagegen waren durch eigene einfache Ballverluste selbst früh total verunsichert und wir haben es nie geschafft, ins Spiel zurückzukommen. Heute war das ein Totalausfall, es hat überhaupt nichts funktioniert und wir haben auch in der Höhe verdient verloren. Das ist bitter, ist aber ein Teil unserer Entwicklung. Es kommt jetzt darauf an, daraus zu lernen und es wieder besser zu machen.“ Als Siebter ist sein Team nun Letzter der oberen Tabellenhälfte und die letzte Mannschaft mit einem positiven Konto (15:13), sodass die HSG weiter über einen ausreichenden Abstand nach unten verfügt. Wenig Abstand nach oben haben die Weidener, die hinter Korschenbroich (22:8) und Dormagen II (21:9) bei 20:10 Punkten die Nummer drei der Klasse sind. Besser könnten die Zeichen für die Fortsetzung der Saison nach der Pause über Karneval kaum sein: Am 21. Februar erwartet der HC den Tabellenführer TV Korschenbroich zum Spitzenspiel in der Halle Parkstraße.
Die Verhältnisse auf der Platte waren früh geklärt, denn nach dem einzigen Gleichstand beim 1:1 (3.) setzte sich Weiden übers 6:1 (11.) und 11:5 (22.) zunächst vom 14:7 (26.) bis auf 18:7 (30.) ab – und es sollte noch bitterer kommen für die Refrather. Weiden nahm zehn Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte beim Stande von 18:8 (30.) trotz der Zehn-Tore-Führung eine Auszeit und schaffte anschließend tatsächlich noch vor der Pause das 19:8 (30.). Sven Xhonneux (32./Siebenmeter) und Jonas Scheidtweiler (33.) erhöhten direkt nach dem Beginn des zweiten Durchgangs auf 21:8 (33.) und fortan bewegte sich die Differenz zwischen den beiden Teams stabil im sicheren zweistelligen Bereich. Beim 31:15 (54.) gab es zum ersten Mal die späteren 16 Tore Unterschied und dass die restlichen sechseinhalb Minuten ein 3:3-„Unentschieden“ brachten, dürfte für die Gäste nicht mal ein winziges Trostpflaster gewesen sein. HC-Coach Marc Schlingensief hatte nachvollziehbar weder am Ergebnis noch an der Leistung der Hausherren etwas zu bemängeln: „Mein Team hat das Vorgenommene sehr gut umgesetzt. Die Basis war eine sehr agile und aktive Abwehr mit einem gut aufgelegten Torhüter Harvey Riechmann dahinter. Dadurch sind wir gut in den Gegenstoß gekommen. Im Angriff hat Timo Wolff auf ungewohnter Position sehr gut Regie geführt. Die Mannschaft hat die Abwehr von Refrath gut auseinandergespielt und konsequent abgeschlossen. In der zweiten Halbzeit stimmte die Einstellung zur Abwehr weiterhin und wir haben Refrath weiterhin zu Fehlern gezwungen. Dadurch entwickelte sich eine entspannte zweite Halbzeit, wo jeder aus dem Team Akzente setzen konnte und wir die Kräfte gleichmäßig verteilen konnten. Jetzt feiern wir Karneval und bereiten uns dann aufs Topspiel gegen Korschenbroich vor.“
HC Weiden: Keller, Riechmann (1) – T. Meurer (4). Scheidtweiler (6), Wolff (2), Xhonneux (5/2), Rojko (5), Altmeyer (1), Bösel (2), K. Frauenrath, Richter (1), Deutz (1), Bergerhausen, Stolzenberg (5), Eissa (1).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (1), Branding, Willers (3), Schallenberg (3), Faust (1), Geerkens (1), Bürger (1), Georgi, Noll (3/3), Merz (1), Speckmann (1), Tent, Baur, Dibowski (3).
VfL Gummersbach II – SSV Nümbrecht 28:26 (13:11). Die Erleichterung bei den Gastgebern nach dem Sieg im Derby war nachvollziehbar groß, weil es erst zum dritten Mal überhaupt in dieser Saison zwei Punkte gab und nach vier Niederlagen hintereinander zum ersten Mal welche im neuen Jahr. „Wir sind glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben“, stellte VfL-Trainer Jan Schwenzfeier fest, „wir hatten Nümbrecht über weite Strecken ganz gut im Griff. Bei ihrer einzigen Führung haben wir einen Durchhänger und kassieren einen 0:4-Lauf. Ansonsten haben wir heute gerade im Angriff kein besonders hochklassiges Spiel gesehen, es war auf beiden Seiten sehr fehlergeprägt. Wir haben es immer wieder geschafft, uns abzusetzen, das aber nicht konsequent weitergeführt. Wir haben Nümbrecht immer wieder Luft zum Atmen gegeben. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den zwei Punkten.“ Dass sich die Gummersbacher durchsetzten, brachte ihnen immerhin ein Stück mehr und neue Hoffnung – weil sie den Anschluss an die Konkurrenz wenigstens halbwegs halten konnten. Als Letzter schwebt der VfL mit 7:19 Zählern zwar weiter in großer Gefahr, aber der Vorletzte Borussia Mönchengladbach (8:20) und nun auch der Drittletzte Nümbrecht (10:20) liegen in Reichweite. Selbst der Abstand zum Elften BTB Aachen (11:19), der zwei Spiele mehr ausgetragen hat, sieht nicht mehr uneinholbar aus. Was die Gummersbacher draus machen können, wird sich direkt nach der Pause über Karneval im Heimspiel gegen die TSV Bonn rrh. zeigen, die als Zehnter (12:18) nach sieben Niederlagen hintereinander ebenfalls aufpassen muss.
Die Gastgeber erwischten mit dem 3:0 (8.) den klar besseren Start, bei dem Nümbrecht praktisch überhaupt nicht stattfand. Im Anschluss an eine Auszeit (9.) lief es für den SSV besser, ehe Gummersbach aus dem 5:4 (14.) durch einen 5:1-Lauf auf 10:5 (19.) erhöhte und bis zum 12:7 (24.) alles kontrollierte. Die Gäste verkürzten dann vor der Pause auf 11:13 (30.) und sie machten aus dem 11:15 (31.) direkt danach den 16:16-Ausgleich (37.) und mit dem 17:16 (39.) sogar die erste eigene Führung. Übers 21:18 (42.) ging es ab dem 23:23 (50.) in eine spannende Schlussphase, die erst spät eine Entscheidung brachte – 26:24 (56.), 26:26 (57.), 27:26 (58.). Seiner Sache sicher sein durfte sich der SSV schließlich erst mit dem 28:26 (60.) von Paul Britz genau 26 Sekunden vor der Schluss-Sirene. Dass sich beide Seiten wenig schenkten, zeigt auch ein Blick auf die Strafenliste: Insgesamt tauchten hier zwölf Siebenmeter und zwölf Zeitstrafen im offiziellen Protokoll auf sowie die Blaue Karte gegen Nümbrechts Marcel Miebach bereits in der 15. Minute: Ihm kreideten die Unparteiischen an, Nümbrechts vor ihm laufenden Tim Rath beim Gegenstoß von hinten in den Beinen getroffen zu haben.
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu, Britz (7), Kübler, Bohnenkamp (2), Rath (4/2), Haglund (7/2), Kiesewalter (1), Fleisch, Patzelt (2), Ulmerich (1), Riedel (4).
SSV Nümbrecht: Winkler, Orth – Benger (3), Urbach (3), Hampel, Witthaut (1/1), P. Donath, Hartmann (5), Schröter (2), D. Donath (7), Weber (4/3), Henrichs (1), Wilkens, Miebach.
OSC Rheinhausen – Borussia Mönchengladbach 35:25 (15:10). Die kurze positive Serie der Mönchengladbacher mit dem 33:33 im Nachholspiel beim Zweiten TSV Bayer Dormagen II und dem 38:35 gegen den Dritten HC Weiden ist beendet – und die Mannschaft von Trainer Ronny Rogawska bleibt als Vorletzter (8:20 Punkte) mitten im Kampf gegen den Abstieg stecken. Rheinhausen demgegenüber zeigte sich ganz gut erholt von der 30:39-Niederlage zuletzt im Ruhrgebietsderby bei der HSG am Hallo Essen und es hatte die Partie von Beginn an gut im Griff. Nico Biermann, der in Rheinhausen zusammen mit Sascha Wistuba ein Trainerduo bildet, war deshalb total zufrieden: „Wir haben nach der Niederlage bei der HSG am Hallo eine tolle Reaktion gezeigt. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“ Der Kollege Ronny Rogawska konnte dem Resultat aus Sicht der Mönchengladbacher nachvollziehbar weniger abgewinnen. „Der Sieg für Rheinhausen geht völlig in Ordnung“, stellte der Mönchengladbacher Coach fest, „wir haben einfach den Anfang verpasst und wir konnten nicht an die Leistung aus den letzten Spielen anknüpfen, das war ein bisschen schade. Wir konnten dann gut damit leben, dass es zur Halbzeit nur 10:15 stand, und wir konnten uns auf 15:17 zurückkämpfen. Hier hatten wir eine freie Chance vom Kreis, die wir leider nicht umgesetzt haben. Ab da ging es für uns in die falsche Richtung. Der OSC hat es in jeder Hinsicht gutgelöst. Wir waren selber schuld an dieser Niederlage.“ Wohin der weitere Weg der Borussia führt, dürfte sich vor allen Dingen am 28. Februar beim Drittletzten SSV Nümbrecht (10:20) und am 10. März im Nachholspiel gegen das Schlusslicht VfL Gummersbach II (7:19) zeigen. In einer ganz anderen Welt unterwegs ist der OSC, der sich als Fünfter (18:12) hinter dem TV Korschenbroich (22:8), den Dormagenern (21:9), den Weidenern (20:10) und den Essenern (19:11) ganz gut positioniert hat – und aus seiner Sicht können die schwierigen Aufgaben im Anschluss an die Karnevalspause wohl kommen. Nach der Partie am 22. Februar bei der HSG Refrath/Hand (Siebter/15:13) warten die Top-Heimspiele am 28. Februar gegen den HC Weiden und am 7. März gegen den TV Korschenbroich.
Der bessere Beginn der Rheinhausener mit dem 3:0 (6.), 10:5 (18.) und 12:7 (24.) war die frühe Basis für den späteren Erfolg. Nach dem 10:15 (30.) am Ende der ersten Halbzeit und dem 10:16 (31.) direkt am Anfang der zweiten kam die Borussia in der zweiten Hälfte auf 14:17 (36.) und kurz darauf sogar auf 16:18 (29.) heran, fiel aber im Anschluss ans 17:20 (40.) entscheidend zurück. Lukas Hüller erhöhte für die Gastgeber auf 21:17 (41.), ehe sie eine Überzahl gut ausnutzten, als bei der Borussia Aaron Jennes wegen einer Roten Karte (43./dritte Zeitstrafe) das Feld verlassen musste. Niklas Kölsch und erneut Hüller erhöhten auf 22:17 (44.) und 23:17 (44.), bevor Max Schlögl im Anschluss an eine Mönchengladbacher Auszeit (45.) sogar auf 24:17 (45.) erhöhte. In der Folge konnte die Borussia den Rückstand bis zum 23:29 (54.) oder 24:30 (55.) auf sechs Tore eingrenzen, aber am Ende stand übers 24:34 (59.) mit dem 25:35 (60.) eine Niederlage mit zehn Treffern Differenz auf der Anzeigetafel.
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann, Puhle – Adrian, Flach (1), Rippelmeier, Mook (2), Ernst (7), Kauwetter (1), Dreier, Zwarg (3), Hüller (7/2), M. Molsner (4), Käsler (2), Kölsch (6), Schlögl (2).
Borussia Mönchengladbach: Heck, Hoffmann – Dicks (3), Jennes, Weis (6/3), Herholz, Bremges (1), Semrau, Weisz (6/4), Berner (2), Westhofen (1), Nix, Lipok (3), Markovic, Slabospytskyi, Roth (3).
TSV Bonn rrh. – TSV Bayer Dormagen II 35:36 (18:19). Die Partie schien beinahe zwei Sieger zu haben. In erster Linie galt das sicher für Dormagen, das durch den knappen Erfolg mit nun 21:9 Punkten weiter der erste Verfolger des Spitzenreiters TV Korschenbroich bleibt (22:8) und den Dritten HC Weiden (20:10) hinter sich halten konnte. Wichtige Erkenntnisse lieferte der Abend aber auch den Bonnern – obwohl die Mannschaft von Trainer Florian Benninghoff-Lühl zum siebten Mal hintereinander verlor und mittlerweile auf Rang zwölf (12:18) mitten im Abstiegskampf angekommen ist. „Es war ein gutes Regionalligaspiel. Wir können gegen eine Spitzenmannschaft auf Augenhöhe mitspielen und hätten meiner Meinung nach auch einen Punkt verdient gehabt“, fand Benninghoff-Lühl, „wir halten mega dagegen, zeigen eine echt starke, leidenschaftliche, emotionale Leistung bis zum Ende. Wir werden leider nicht belohnt. Aber so ist das, wenn man einmal so ein bisschen die Scheiße an den Fingern hat, dann muss man halt noch ein bisschen härter arbeiten. Aber wir gehen jetzt mit einem guten Gefühl in die Pause und freuen uns auf die nächsten Aufgaben. Denn so, wie die Mannschaft sich heute präsentiert hat, bin ich zuversichtlich, dass wir bald wieder punkten werden.“ Auf der anderen Seite baute der TSV Bayer seine Serie im Jahr 2026 auf fünf Spiele ohne Niederlage aus (9:1 Punkte), ohne dass Trainer Peer Pütz in Euphorie ausgebrochen wäre: „Das war ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben uns über das ganze Spiel in der Abwehr schwer getan, wir hatten selten die richtige Mischung. Vorne war das eigentlich eine ganz gute Leistung, obwohl wir vor der Halbzeit ein paar freie Würfe liegen lassen, drei Siebenmeter inklusive. Und wir hatten ein paar einfache technische Fehler. In die zweite Halbzeit starten wir spielerisch wieder richtig gut, lassen aber direkt wieder zwei, drei Chancen liegen. Wir geraten in Rückstand, haben aber eine gute Moral gezeigt. Am Ende war das auch ein bisschen glücklich und trotzdem in der Summe nicht unverdient.“

In einem Duell mit regelmäßig wechselnden Führungen blieb Bonn nach dem 3:6 (11.) dran und machte anschließend aus dem 10:13 (20.) erst das 13:13 (24.) und zügig sogar das 14:13 (24.). Dormagens Antwort folgte allerdings schnell, ähnlich wie jene der Hausherren nach dem 18:19 (20.) am Ende der ersten Hälfte – 22:22 (35.), 26:26 (43.), 29:29 (49.), 32:32 (55.). 33:32 (56.). Marvin Landau (57.), Ben Srugies (58.) und Paul Scholl (58.) brachten mit ihren Toren zum 35:33 erneut den TSV nach vorne, der nun aufs 34:35 (59.) der Bonner durch Franz Krohn ebenfalls eine Antwort fand. Landau traf genau 49 Sekunden vor der Schluss-Sirene zum 36:34 (60.) für die Gäste und nach dem 35:36 (60.) wiederum von Krohn blieb den Gastgebern nicht mehr ausreichend Zeit, um vielleicht doch noch was Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen.
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meissenburg – Krohn (6/1), Hoffmann (2), Bullerjahn (3), Santen (1), Heitkötter (1), Fricke (5/1), Bitzer (1), Fischer (7/1), Sander, Worm (5), Palmen, Bohrmann (4/1).
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (10/4), Srugies (2), Hinrichs, Kasper (4), Emmerich (3), Doepner, Ostrowski (1/1), Bahns (2), Kopp, Scholl (5), Hein (3), Bertl, Kriescher (3/2), Schmidt (3).
TV Aldekerk – HSG am Hallo Essen 27:28 (11:15). Es scheint sich nichts zu ändern und die einzige konstante Größe bei den Aldekerkern ist zurzeit eben das Fehlen jeder Konstanz – wobei sich aus der Abfolge von Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg und Niederlage tatsächlich ebenfalls ein Muster bilden lässt. Tatsache ist, dass die Mannschaft von Trainer Tim Gentges nicht nur die erhoffte Revanche für die Niederlage aus der Hinrunde (26:30) verpasste, sondern bei nun 15:15 Punkten und 445:444 Punkten als Achter auch endgültig im Mittelmaß angekommen ist – was sich die Aldekerker nach dem Abstieg aus der 3. Liga trotz zahlreicher personeller Veränderungen so nicht vorgestellt hatten. Trainer Tim Gentges machte unter anderem deshalb keinen begeisterten Eindruck: „Wir haben es vor allem in der ersten Halbzeit nicht geschafft, unseren Matchplan umzusetzen, gerade was den Angriff angeht. Da haben wir uns von der Essener Spielweise anstecken lassen, da waren wir sehr statisch. Essen ist in der Lage, das zu spielen, aufgrund ihrer Erfahrung. Das ist aber mit einer jungen Mannschaft mit fehlender Erfahrung nicht umzusetzen. In der zweiten Halbzeit sind wir nach einem Sieben-Tore-Rückstand noch mal rangekommen und haben leider in den finalen Situationen auch Fehler gemacht. Aber da hat man gesehen, dass wir gegen so ein erfahrenes Team bestehen können, wenn wir ansatzweise den Matchplan verfolgen und Leidenschaft mit reinwerfen. Trotzdem kann man sich am Ende dafür keine Punkte kaufen. Das liegt an mir, das liegt aber auch an jedem einzelnen Spieler, diese schwankenden Leistungen einzufangen.“ Deutlich freundlicher stellt sich auf alle Fälle die Lage der Essener dar, die in diesem Jahr bei 8:2 Punkten aus fünf Partien und in der Tabelle mit 19;11 Zählern auf Rang vier angekommen sind – direkt hinter dem Spitzentrio aus TV Korschenbroich (22:8), TSV Bayer Dormagen II (21:9) und HC Weiden (20:10).
Der Sieg der Gäste ging in der Summe alleine deshalb in Ordnung, weil Aldekerk mit dem 3:2 (8.) durch den von Thomas Plhak verwandelten Siebenmeter nur eine einzige Führung erzielten konnte und nach dem 4:4 (11.) von Tim Könnes kein einziges Unentschieden mehr erreichte. Vom 6:6 (15.) an setzte sich Essen auf 11:6 (23.) ab und es beantwortete das Aldekerker 11:13 (29.) über die Halbzeit hinweg konsequent. Finn Sinkovec (30.) und Magnus Neitsch (30.) erhöhten in der letzten Minute vor der Pause innerhalb von 33 Sekunden auf 15:11 – und nachher brauchten Simon Ciupinski (31.) und Christoph Enders (32.) bloß 78 Sekunden, um auf 17:11 (32.) zu erhöhen. Krönender Höhepunkt aus der Sicht der Essener: Keeper Mathis Stecken erhöhte praktisch ohne Pause zu den Treffern der Teamkollegen durch einen weiten Wurf ins verwaiste Aldekerker Tor sogar auf 18:11 (32.) und hier waren im zweiten Durchgang noch keine zwei Minuten vorbei. In der Folge konnte sich der TVA fangen und er kam vom 17:23 (47.) auf 19:23 (48.) und etwas später übers 24:26 (55.) sogar auf 26:27 (59.) heran, doch der in solchen Situationen erfahrene Ex-Profi Dennis Szczesny machte für die HSG durch sein 28:26 (60.) endgültig den Weg frei. Essens Coach Niklas Rolf wirkte trotz der spannenden Schlussphase beinahe gelassen: „Das war in erster Linie wieder ein sehr guter Mannschafts-Erfolg, wir haben vorne wie hinten ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Nach der Pause geben wir Aldekerk die Chance, wieder ins Spiel reinzukommen, haben es aber am Ende des Tages gut über die Zeit gebracht und in meinen Augen nicht unverdient gewonnen. Das war ein schnelles und gut anzusehendes Spiel auf einem guten bis hohen Niveau.“
TV Aldekerk: Keutmann, Schoemackers – Grützner (1), Poot (4), Brockmann, Plhak (6/4), Hahn (2), Könnes (5), Tobae (2), Küsters (3), Kahl (2), Niederholz, Thelen, Gangelhoff, Rutten (2).
HSG am Hallo Essen: Stecken (1), Christmann – Blum (5/3), Basholli (1), Sinkovec (1), Enders (4), K. Bekston, Ciupinski (4), Neitsch (5), Szczesny (5), Ellwanger, Basic, Genkel, Schupe (2).
HC Gelpe/Strombach – Unitas Haan 37:41 (14:20).