3. Liga
Opladen ärgert Longerich – und verliert doch
TuS 82 hält Derby in Köln in der Schlussphase trotz personeller Schwierigkeiten bis zum 27:27 offen und kassiert erst dann die Treffer zur 28:32-Niederlage.

Lasst mich durch: Len Johannmeyer (beim Wurf) war mit acht Treffern aus dem Spiel heraus der beste Werfer des Abends in der Partie beim Longericher SC (links Jonas Kämper, Nummer 19 Lennart Niehaus), der aber mit einem 32:28 beide Punkte in Köln behielt. (Foto: Thomas Ellmann)

Longericher SC – TuS 82 Opladen 32:28 (18:14). Spannend war es ja – aber über weite Strecken ein eher müdes Derby und es hielt keinen Vergleich stand zum 11. Oktober 2025, als die Kölner in der Bielerthalle knapp mit 26:25 die Oberhand behalten hatten in einer Partie voller höchster Emotionen, die üblicherweise die Spiele zwischen den beiden Mittelrhein-Nachbarn prägen. Dass der LSC am Ende erneut beide Punkte behielt, war diesmal am Ende des von vielen Fehlern und Fahrigkeiten geprägten Abends unter dem Strich keine große Überraschung, weil den Opladenern wertvolle Stützen fehlten. Um überhaupt eine etwas vollere Bank anbieten zu können, hatten sie aus der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) den talentierten Erik Winchenbach sowie Co-Trainer Kai Quante ausgeliehen und darüber hinaus im einstigen Bundesliga-Spieler Oliver Milde (32/zuletzt beim OSC Rheinhausen in der Regionalliga) kurzfristig einen Neuzugang eingebaut. Dann tauchte auf dem Spielbericht auch Oliver Dasburg auf, der allerdings seit einigen Wochen verletzt ist (Schulter) und an aktiven Handball zurzeit nicht denken kann und deshalb nur noch der Form halber und als Unterstützer an Bord ist – was sich sicher nicht ändern wird. Ob die Opladener etwas aus Köln mitgenommen hätten, wenn ihr immer noch bester Werfer in der Serie 2025/2026 (148 Tore) mit von der Partie gewesen wäre? Bei jenem Vergleich in der Hinrunde war der 27-Jährige mit neun Treffern immerhin der erfolgreichste Werfer des gesamten Derbys – und seine Qualitäten fehlten dem TuS 82 erkennbar. Dass die als Außenseiter geltenden Gäste in der späten Phase des Spiels trotzdem plötzlich für zwei Punkte in Frage kamen, spricht für eine starke Moral und einen hohen Einsatz selbst in aussichtslos wirkenden Lagen. Einen größeren Schaden richtete die Niederlagenim Übrigen nicht an, weil die Opladener mit nun 20:26 Punkten unverändert als Zehnter weitermachen und auf dieser Position ein ordentliches Polster nach unten vorweisen können. Dort nimmt aktuell die SG Schalksmühle-Halver (14./11:33) den ersten der drei Abstiegsplätz ein. Longerich (31:15) verbesserte sich durch den Erfolg im siebten Spiel hintereinander ohne Niederlage vorübergehend auf den dritten Rang hinter der HG Saarlouis (42:4) und dem TV Gelnhausen (36:6). Dicht dahinter folgen die HSG Hanau (30:12) und die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (30:14).

Der TuS 82 eröffnete die Partie mit dem 2:0 (4.), 3:1 (5.) und 4:3 (7.), ehe die Gastgeber ab dem 6:6 (12.) auf den erwarteten Weg einbogen – 9:6 (16.), 11:7 (19.), 15:10 (24.), 17:12 (28.). Übers 19:14 (31.) und 20:15 (33.) sah in der zweiten Halbzeit ebenfalls nicht richtig viel nach größeren Schwierigkeiten für den LSC aus, der jedoch oft fahrig-nachlässig wirkte und dafür die Quittung bekam. Selbst das 21:25 (46.) war anschließend nicht das Aus für Opladen, das vielmehr nahezu jede sich bietende Gelegenheit für den Anschluss nutzte und beim 25:25 (50.) durch Len Johannmeyer sogar mit dem Gleichstand belohnt wurde. Tobias Schmitz (Siebenmeter) und erneut Johannmeyer glichen in der Folge zum 26:26 (51.) und 27:27 (52.) aus, bevor sich auf der Zielgeraden vor allem das stärkere Personal der Longericher durchsetzte. Das Ende aller Hoffnungen für den TuS 82 kam nach dem 27:29 (55.), als er im Anschluss an eine Zeitstrafe gegen Kölns Jonas Kämper (58.) einen Siebenmeter nicht nutzen konnte und wenig später Opladens Fynn Johannmeyer ebenfalls mit einer Zeitstrafe runter musste. Für Longerich nutzte danach Lukas Martin Schulz direkt den neuen Freiraum zum 30:27 aus (59.), das genau 70 Sekunden vor der Schluss-Sirene die Entscheidung brachte. Längst vergessen war hier die Rote Karte beim Stande von 26:25 aus der 51. Minute gegen Severin Henrich (LSC), der Len Johannmeyer deutlich außerhalb de Regelwerks attackiert und so für kurze Zeit heftige verbale Auseinandersetzungen ausgelöst hatte.

Trainer Stefan Scharfenberg fand zwar nicht unrichtig, dass am Ende eventuell mehr drin gewesen wäre, konnte jedoch trotz der Niederlage einiges anfangen mit dem Auftritt seines Teams. „Ich denke, wir verabschieden uns mit einer sehr guten Leistung, aber ohne Punkte aus Longerich“, fand der TuS-82-Coach, „das ist schade. Die Jungs haben alles reingeworfen und wirklich ein gutes Spiel gemacht. Da kann ich nicht meckern in der Personalsituation, die wir haben. Hut ab vor der Leistung der jungen Mannschaft. Wir haben das Spiel lange offen gehalten und kurz vor Schluss sind wir mit 27:27 im Spiel. Dann gelingt es uns leider nicht, da den Punch zu setzen, obwohl wir die Möglichkeit haben.“ Weiter geht es für Opladen am nächsten Samstag mit der Aufgabe bei der TSG Münster (Sechster/29:17), am 21. März mit der vorgezogenen Partie gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (Siebter/27:17) und am 27. März mit dem Derby zum Monats-Abschluss gegen die Bergischen Panther (Zwölfter/16:28).

Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora, Henrich, Richter (1), Niehaus (8/2), Leitz, Schulz (6), Kaysen (1), Nolting (5), Kremp (2), Becker (2), Kämper (7).

TuS 82 Opladen: Beckert, Klein – Quante, Winchenbach, Wolfram (3), Dittmer, Swiedelsky (2), Jagieniak (2), Kroner, Dasburg, Schmitz (7/3), F. Johannmeyer (2), Kostorz (3), L. Johannmeyer (8), Milde (1).