3. Liga
Die Entscheidung: Ratingen und sein Elf-Punkte-Polster
Aufsteiger Interaktiv hat nach einem 31:28 gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden einen üppigen Sicherheits-Abstand auf die Abstiegsplätze und ist im Moment sogar Achter.

So nämlich! Dusan Maric war im Heimspiel gegen Rodgau Nieder-Roden mit vier verwandelten Siebenmetern am Sieg der Ratinger beteiligt, die nun unmittelbar vor dem Klassenerhalt stehen. (Foto: Thomas Schmidt)

Interaktiv.Handball – HSG Rodgau Nieder-Roden 31:28 (16:14). Der Aufsteiger aus Ratingen die Nummer zwei im Westen? Besser als die in der 3. Liga etablierten TuS 82 Opladen und Bergische Panther? Wer darauf am Anfang der Saison gewettet hätte, wäre hundertprozentig ein hohes Risiko eingegangen. Mittlerweile allerdings deutet sich immer mehr an, dass es eine ziemlich hohe Rendite geben könnte, denn Interaktiv hat sich durch eine Serie von 9:5 Punkten aus den vergangenen sieben Spielen im Jahr 2026 in nicht mal so kleinen Schritten aus der Gefahrenzone abgesetzt und dabei in der Regel auch seine Hausaufgaben in Duellen mit ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfenden Konkurrenten ganz gut gemacht – 29:26 beim TV Homburg (16./6:40), 26:24 beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II (Elfter/19:27), 26:26 gegen die Bergischen Panther (Zwölfter/16:30), 40:36 gegen die SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./11:35). Nun kam als Bonus der Sieg über die Gäste aus Hessen hinzu, die sich selbst „Baggerseepiraten“ nennen, als Siebter (27:19) ein fester Bestandteil der oberen Hälfte sind – und in Ratingen trotzdem leer ausgingen. Direkt hinter Rodgau Nieder-Roden ist Interaktiv jetzt auf dem achten Platz zu finden und die 22:24 Punkte werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für den Hundert-Prozent-Klassenerhalt reichen: Die Lücke bis zu Schalksmühle auf dem ersten der drei Abstiegsplätze beträgt inzwischen bereits elf Punkte. Einiges spricht dafür, dass die Mannschaft von Trainer Filip Lazarov das finale Ticket für ein weiteres Jahr in der 3. Liga schon ein Stück vor dem Ende der Saison 2025/2026 lösen wird. Ob die Ratinger darüber hinaus auch vor den Opladenern (Zehnter/20:28) und den Panthern über die Ziellinie kommen, ist wieder eine andere Frage. Die Chance dazu ist jedenfalls da.

Der Erfolg gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden ging alleine deshalb in Ordnung, weil die Gastgeber das frühe 0:1 (1.) schnell drehten und ab dem 2:1 (2.) durchgängig vorne lagen. Übers 6:4 (8.) hatte Ratingen mit dem 10:5 (11.) und 14:8 (19.) die Basis für den späteren Sieg, ehe die HSG über einen 5:0-Lauf noch einmal zurückkam – 14:13 (26.), 15:14 (29.). Die Hausherren fanden nun jedoch oft die richtigen Antworten und konnte Rodgau nach der Pause selbst dann auf Distanz halten, als sich die Dinge am Ende wieder zuzuspitzen schienen. Beim 18:19 (38.), 20:22 (45.) und 22:24 (48.) sowie erst recht beim 25:26 (55.) waren die Gäste dran, aber jetzt kam die beste Zeit von Emil Kübler (22), denn der schnelle Rechtsaußen erzielte die Tore zum 27:25 (56.), 28:25 (56.) und 30:27 (59.). Endgültige Sicherheit hatte Interaktiv kurz darauf nach dem 31:27 (59.) durch Tim Koenemann. Etwas Besonders war die Partie im Übrigen für Ratingens spielenden Sportlichen Leiter: Stanko Sabljic (38), vorne am Kreis wie hinten in der Deckung eine erfahrene Stütze, erzielte einen persönlichen Saison-Rekord und er war zugleich mit seinen sechs Toren der erfolgreichste Werfer der Gastgeber – was ihm hinterher allerdings nicht ganz so wichtig war, weil er das Ganze für bedeutsamer hält:  „Das war eine sehr sehr starke Leistung von uns, obwohl wir hatten Ausfälle hatten“, fand Sabljic, „einen großen Anteil hatten unsere A-Jugendlichen, die uns richtig unterstützt haben. Wir haben eine gute Abwehr gespielt mit einer gut Torwartleistung. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit haben wir ein Loch und Rodgau hat einen Lauf. Aber wir waren immer in Führung und wir haben so verdient gewonnen.“

Für die restlichen sieben Aufgaben in der laufenden Serie hat sich Interaktiv angesichts der vorher vermuteten Kräfteverhältnisse ein Maximum an Komfort verschafft. Zweimal sind noch Aufgaben gegen Klubs darunter, die ebenfalls vorwiegend das Thema Abstieg bearbeiten – am nächsten Samstag bei der MT Melsungen II (13./15:31) und am 18. April gegen die TSG Haßloch (15./8:38). Dann sieht die Partie am 28. März gegen den TV Kirchzell (Neunter/20:26) inzwischen nach einem Kräftemessen unter Gleichen aus, während die restlichen Aufgaben in die obere Hälfte führen – am 11. April zur HSG Hanau (Dritter/32:12), am 25. April zur HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (Fünfter/30:16), am 1. Mai zum Longericher SC (Vierter/31:15) und am 9. Mai gegen die TSG Münster (Sechster/29:17). Es ist ziemlich komfortbel, dann auf keine Überraschung mehr angewiesen zu sein.

Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz (2), Venedey (1), Szabo (1), Perschke (1), Sibbel, Kübler (5), Körber (5), Seher, Nuic (3), Poschacher, Koenemann (1), Maric (4/4), Sabljic (6), Eckardt (2).