| 15. März 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Keiner hält uns auf! Für Emil Kübler (mit Ball), der in Melsungen fünf Tore erzielt, und seine Ratinger sind die vergangenen Wochen optimal gelaufen, denn 9:1 Punkte aus fünf Begegnungen ohne Niederlage haben Interaktiv so gut wie sicher schon jetzt eine Fahrkarte für die Saison 2026/2027 in der 3. Liga gebracht. (Foto: Markus Verwimp)
MT Melsungen II – Interaktiv.Handball 27:30 (18:14). Vielleicht waren es ja die guten Ergebnisse aus den vergangenen vier Spielen und die damit verbundenen 7:1 Punkte, die bei den Ratingern zunächst für eine Mischung aus schweren Beinen und gedanklicher Abwesenheit sorgte – was nach der noch halbwegs erträglichen Anfangsphase zu einem rasanten Absturz führte. Da gerieten die Gäste derart krass aus der Spur, dass sie nach dem 5:7 (12.) zunächst mit 5:10 (14.) ins Hintertreffen gerieten und Trainer Filip Lazarov direkt eine Auszeit (15.) nehmen musste, um den Lauf der Hausherren zu stoppen, Das gelang allerdings bis zum 6:14 (20.) nur in einem sehr übersichtlichen Umfang, ehe die Gäste doch den Knopf für eine Art Neu-Aufnahme fanden. Dass sich die Ratinger bis zur Pause auf vier Treffer heranarbeiteten, sah dann schon ordentlich aus – und wie sie nachher den Spieß umdrehten, war erstaunlich. Für die krasse Steigerung und den gegen Ende nervenstarken Auftritt gabs später den passenden Lohn in Form zweier weiterer wertvoller Punkte gegen ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfende Hausherren (13./15:33). Ratingen hat jetzt bei ausgeglichenen 24:24 Zählern als Achter unverändert ein beruhigendes Polster nach unten. Die SG Schalksmühle-Halver Dragons liegen als 14. (13:35) auf dem ersten der drei Abstiegsplätze trotz ihres 35:29 über den Vorletzten TSG Haßloch (8:40) weiter elf Punkte hinter den Ratingern – bei jetzt nur noch sechs ausstehenden Spielen. Melsungen II (15:33) muss sich da die deutlich größeren Sorgen machen.
Melsungen erhöhte direkt nach der Pause auf 19:14 (33.) und lag auch beim 22:17 (38.) noch mit fünf Toren vorne – was jedoch für die Hausherren eher der Anfang vom Ende war. Ratingen fand nun immer besser in die Partie, verkürzte durch den von Dusan Maric verwandelten Siebenmeter zunächst auf 21:23 (45.) und nutzte den neuen Schwung konzentriert zur Wende – 22:23 (46.) durch Mark Szabo, 23:23 durch Hendrik Stock (47.) 24:23 (48.) durch Nicolas Körber, der hier die erste Führung an diesem Abend für Interaktiv erzielte. Anschließend verwandelte Maric erneut einen Strafwurf zum 25:23 (50.) und ab jetzt hatte Ratingen immer die aus seiner Sicht richtigen Antworten auf alle Versuche der Hausherren. Übers 27:24 (53.) und 27:26 (55.) sorgten Luca Wenzel und Maric mit einem weiteren Siebenmeter fürs 28:26 (56.) und 29:26 (59.), sodass der Sieger eineinhalb Minuten vor der Schluss-Sirene feststand. Stanko Sabljic, der spielende Sportliche Leiter der Ratinger, war nachvollziehbar sehr zufrieden mit dem Lauf des Abends: „Wir hatten einen sehr, sehr schlechten Start. Danach sind wir Abwehr gewechselt ins 5:1 gewechselt und das hat top funktioniert. Besonders in der zweiten Halbzeit war die Abwehr sehr, sehr stark und dadurch haben wir auch Selbstvertrauen getankt. Während des Spiel sind wir gewachsen und wir haben verdient gewonnen.“ Was insgesamt kaum jemand für möglich gehalten hätte: Die Ratinger können jetzt nach der Länderspielpause (am kommenden Wochenende) am 28. März im Heimspiel gegen den TV Kirchzell (Neunter/20:28) vorzeitig den Klassenerhalt besiegeln.
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz, Venedey, Szabo (1), Sibbel (4), Kübler (5), Körber (2), Seher, Poschacher, Koenemann, Maric (7/6), Stock (4), Wenzel (3), Sabljic (4), Eckardt.
TSG Münster – TuS 82 Opladen 32:29 (13:15). Dass sie nicht alles in die Waagschale geworfen hätten, konnte den Opladenern niemand vorwerfen. Doch am Ende ging der nach wie vor verletzungsbedingt geschwächten Mannschaft von Trainer Stefan Scharfenberg einfach die Luft aus – was ein wenig sinnbildlich für den Saisonverlauf steht, denn die Niederlage in Münster war nun auch schon wieder die dritte Pleite in Serie. Weil der TuS bei 20:30 Punkten als Zehnter bei sieben Zählern Vorsprung auf die SG Schalksmühle/Halver Dragons (13:35) weit vor den Abstiegsrängen steht, droht im Grunde kein größerer Schaden mehr. Ein wenig herrscht dennoch das Gefühl, dass die Opladener nicht böse sein werden, wenn die Saison 2025/2026 ihrem Ende entgegengeht. Tatsächlich passt es da ganz gut, dass der TuS sogar als erstes Team der Klasse Feierabend machen wird. Weil die heimische Bielerthalle renoviert wird, stehen am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden (Siebter/29:19) und am 27. März gegen die Bergischen Panther (Zwölfert/16:30) bereits die letzten Heimspiele der Saison an. Danach warten noch drei Reisen in die Fremde und bereits am 2. Mai nach der Aufgabe bei der MT Melsungen II (13./15:33) kann sich Scharfenbergs Team mal eine Weile auf die Regeneration konzentrieren.

In Münster präsentierte sich Opladen im Grunde über die gesamte Distanz auf Augenhöhe und hatte streckenweise sogar eher die Vorteile auf seiner Seite. Schon der Start gelang den Gästen besser und bis zum 4:1 (5.) hatte insbesondere Tobias Schmitz bereits drei Mal getroffen. Beim 4:3 (9.) war Münster zwar direkt wieder dran, doch der TuS verteidigte seine Führung über die gesamte erste Halbzeit. Und nach dem Seitenwechsel blieb Scharfenbergs Team ebenfalls am Drücker: Das 19:15 (36./Siebenmeter) durch Oliver Dasburg war die erste und letztlich einzige Vier-Tore-Führung des Abends. Die TSG fand in der Folge aber wieder mehr Zugriff, war beim 20:21 (41.) dran, glich mit dem 21:21 (43.) erstmals seit der zweiten Minute wieder aus – und kurz darauf bedeutete das 23:22 (46.) die erste Führung der Hausherren (46.). Opladen schlug allerdings noch einmal zurück: Eine 4:0-Serie vom 23:24 (46.) zum 27:24 (50.) ließ für die Schlussphase alle Möglichkeiten offen. Doch genau hier fehlten den Gästen gerade offensiv die Ideen und die Konzentration. Nach dem 28:25 (51.) durch Maxim Swiedelsky gelang dem TuS in den letzten knapp zehn Minuten bloß ein weiterer Treffer. Dennoch blieb die Angelegenheit bis zum 29:29 (57.) spannend, ehe die Entscheidung innerhalb weniger Sekunden fiel: Nach dem 29:30 (59.) verlor Opladen im Angriff den Ball und fing sich einen Tempogegenstoß zum 29:31 ein (59.). Scharfenberg nahm seine letzte Auszeit und in der Folge versuchten die Gäste ihr Glück mit dem siebten Feldspieler im Angriff und einer offensiven Deckung. Beide Maßnahmen verpufften, denn der nächste Angriff endete mit einem Ballverlust und Münster nutzte auf der anderen Seite die Lücken in der TuS-Abwehr zum entscheidenden 32:29-Endstand (60.).
TuS 82 Opladen: Beckert, Klein – Winchenbach, Wolfram (2), Dittmer (3), Jagieniak (2), Kroner, Dasburg (4/4), Schmitz (7/2), F. Johannmeyer (2), Kostorz (4), L. Johannmeyer, Swiedelsky (5), Neuner.
TV Homburg – Longericher SC 31:37 (15:14). Der Sieg fiel am Ende ziemlich deutlich aus, aber überzeugend ist was anderes. Und eine Halbzeit lang taten die als klarer Favorit geltenden Longericher sogar einiges, um sich nach allen Regeln der Kunst zu blamieren – weil sie dem Tabellenletzten aufgrund einer hohen Fehlerzahl in Verbindung mit einem offensichtlichen Mangel an Leidenschaft die Kontrolle über die Partie gestatteten. Im Grunde reichten den Kölnern dann am Anfang der zweiten Halbzeit ordentliche zehn Minuten, in denen sie den Rückstand in eine Fünf-Tore-Führung drehten – um etwas später wieder in die vorherigen Muster zurückzufallen und sich letztlich mit dem Nötigsten zu begnügen. In der einen oder anderen Szene musste dabei sogar Keeper Lennart Kull einspringen, um das Polster nicht zu sehr schmilzen zu lassen. Vor dem entscheidenden Vorsprung brauchte der LSC beim Stande von 32:30 auch noch eine Auszeit (53.), um die Aktionen für die restlichen sieben Minuten wieder zu ordnen – was letztlich gelang, zumal Homburg nun mit eigenen Fehlern und Ballverlusten half. Während die Longericher als Vierter bei nun 33:15 Punkten ihre Position im oberen Drittel der Tabelle behaupteten, war das Ergebnis für die Hausherren ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück in die Regionalliga: Der Aufsteiger (6:42) ist inzwischen sechs Runden vor dem Ende der Saison wie der Vorletzte TSG Haßloch (8:40) weit abgeschlagen, während die SG Schalksmühle-Halver Dragons auf dem dritten Abstiegsplatz nach ihrem 35:29-Sieg über die Haßlocher bei 13:35 Zählern wieder den Kontakt zum rettenden Ufer haben – das auf Platz 13 im Moment die Bergischen Panther markieren (16:30), die erst am Sonntag bei der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II antreten (Sechster/30:16).
Der Abend schien sich in die erwarteten Bahnen zu begeben, nachdem der LSC das schnelle 0:1 (1.) beantwortet und nach dem 2:2 (5.) durch drei Treffer hintereinander das 5:2 (8.) vorgelegt hatte. Zu mühelos sahen auf der einen Seite die Aktionen der Gäste aus und zu harmlos jene der Hausherren, die sich aber gegen fahrige Kölner in die Partie zurückkämpften und regelmäßig ausglichen – 6:6 (15.), 9:9 (20.), 10:10 (21.). Auf der Zielgeraden der ersten Halbzeit schien Longerich nun komplett seine Qualitäten zu Hause gelassen zu haben und die zunehmend mehr Gefallen am Spiel findenden Homburger zogen auf 14:11 (26.) und 15:12 (29.) weg. Hilfreich für den LSC: Weil das Schlusslicht nicht klug genug agierte, gelangen ihm in den letzten 82 Sekunden vor der Pause die Tore zum 13:15 (29.) und 14:15 (30.). Richtig schwer taten sich die Kölner anschließend wieder am Anfang des zweiten Durchgangs bis zum 17:18 (33.), ehe sie in einen für die Gastgeber zu hohen Modus schalteten und sich übers 19:19 (36.) und 22:19 (39.) auf 25:20 (21.) absetzten. Beim 27:22 (45.) und 30:25 (48.) stand weiterhin eine Fünf-Tore-Differenz auf der Anzeigetafel, bevor Köln die Angelegenheit als Mannschaft mit den klar größeren Möglichkeiten mit ein bisschen später Spannung würzte. Homburg war allerdings unter dem Strich offensichtlich nicht der Gegner, der das konsequent hätte ausnutzen können.
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (6), Henrich (2), Richter (4), Niehaus (6/2), Leitz, Schulz (5/1), Kaysen (5), Nolting (2), Kremp, Becker (1), Kämper (6 ).