3. Liga
Opladener Mini-Kader mit Maxi-Ertrag
TuS 82 gewinnt vorgezogene Partie gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden überraschend mit 30:28 und beseitigt letzte Zweifel am Klassenerhalt.

So nämlich! Fynn Johannmeyer erzielte auf der Zielgeraden zwei nicht unwichtige Treffer für die Opladener, die dem Rest der Saison nun fast gelassen entgegensehen können. (Foto: Thomas Schmidt)

TuS 82 Opladen – HSG Nieder-Roden 30:28 (12:14). Die Opladener überraschten sich an diesem Abend auch selbst, weil angesichts des stark ausgedünnten Kaders nur neun Feldspieler zur Verfügung standen und weil die mit einer vollen Bank angetretenen und 14 Feldspielern angetretenen Gäste aus Hessen als Siebter (29:21 Punkte) die personell deutlich besseren Chancen für einen Kampf über 60 Minuten zu haben schienen. Am Ende gabs in dieser vom 27. Spieltag (17./18. April) vorgezogenen Partie aber so etwas wie eine verkehrte Welt, weil das Team von Trainer Stefan Scharfenberg seine Möglichekeiten weit besser ausschöpfte, auch in den kritischen Momenten erstaunlich die Ruhe behielt und am Ende beide Punkte behalten konnte – was angesichts der bisherigen Werte in der Bielerthalle auch ziemlich passend kam aus Opladener Sicht. Zu den heimstärksten Teams in der 3. Liga Süd-West wird der TuS 82 in der Saison 2025/2026 dennoch nicht mehr gehören können, weil die Heimbilanz trotz des Erfolgs über Nieder-Roden erst bei 10:18 Punkten liegt und damit wesentlich schlechter als die bisher 12:12 aus zwölf Auswärtsspielen. Wichtiger war jedoch, dass die vorübergehend auf Rang neun gekletterten Opladen jetzt bei 22:30 Punkten angekommen sind und mittlerweile neun Zähler mehr auf dem Konto haben als die SG Schalksmühle-Halver Dragons (14./13:35), die den ersten der drei Abstiegsränge einnimt. Obwohl der Drittletzte zwei Spiele weniger ausgetragen hat und den Rückstand vielleicht verkürzen könnte, ist die Gefahr für den TuS 82 endgültig höchstens noch theoretisch. Ob das den Druck aus dem letzten Heimspiel der laufenden Serie nimmt, ist wieder eine andere Frage: Schließlich steht am nächsten Freitag das Derby gegen die Bergischen Panther auf dem Programm, die als Zwölfter (16:32) von der Opladener Sicherheit in Sachen Klassenerhalt bloß träumen können.

Der Abend begann offensiv für beide Seiten sehr zäh und mit jeweils einem ungenutzten Siebenmeter: Als Opladens Malte Wolfram beim Strafwurf erfolglos blieb, waren bereits fast sechs Minuten gelaufen. Anschließend gelang der HSG zwar das 1:0 (7.), doch Opladen mit dem starken Colin Beckert im Tor arbeitete sich mit viel Leidenschaft in die Partie und übernahm zunächst sogar das Kommando – 6:3 (13.), 8:5 (17.). Übers 11:11 (23.) schien sich die Waage trotzdem allmählich wieder auf die andere Seite zu neigen und am Ende der ersten Halbzeit stand auf der Anzeigetafel ein 14:12 (30.) für Nieder-Roden, dem sein Top-Torschütze Sam Hoddersen (212 Tore aus den vorherigen 24 Spielen) an allen Ecken und Enden fehlte. Keine fünf Minuten darauf war Scharfenbergs Team allerdings zurück und nach dem 16:15 (34.) behielt es auch die Kontrolle, obwohl die HSG weiterhin regelmäßig herankam – 19:18 (41.), 20:20 (44.). Nachdem Birger Dittmer (45./46.) und Malte Wolfram (48./49.) jeweils durch einen Doppelpack auf 24:20 erhöht hatten, ließ wenig später Fynn Johannmeyer ebenfalls zwei Tore hintereinander folgen (53./54.) und sorgte dadurch fürs fast entscheidende 27:22 (54.). Was für den TuS 82 ebenfalls wertvoll wie Gold war: Keeper Beckert steuerte jetzt erneut die eine oder andere wichtige Parade bei und Oliver Milde brachte seine ganze Routine ein – wie unter anderem beim Tor zum 29:25 (56.). Den Rest des hektischer bis konfus werdenden Abends überstanden die Hausherren insgesamt unbeschadet: Rodgaus Versuch, über eine offene Deckung das Blatt zu wenden. gefährdete den Sieg kaum. Spätestens mit dem 30:27 (58.) von Maxim Swiedelsky waren die beiden nicht eingeplanten Punkte unter Dach und Fach. 

Trainer Scharfenberg sah das Ganze unter dem Strich mit einer Mischung aus Staunen und Stolz: „Wir behalten etwas unerwartet zwei ganz wichtige Punkte in der Bielerthalle. Es war ein tolles der sehr dezimierten Mannschaft. Zusätzlich zu dem schmalen Kader der letzten Wochen waren jetzt Len Johannmeyer und Tobias Schmitz auch noch erkrankt. Aber wir haben es geschafft, Rodgau nie so richtig ins Spiel kommen zu lassen. Auch wenn wir mit zwei Treffern Rückstand in die Halbzeit gehen, war das alles  im Rahmen von dem, was wir so besprochen haben. Wir können dann wirklich eine gute zweite Halbzeit spielen und schaffen es, die Kräfte so zu verteilen, dass es hinten raus reicht. Das war ein toller Sieg und wir freuen uns natürlich sehr, dass wir uns endlich für so einen Kampf mal belohnen konnten.“ Klarer Fall: Gegen eine Wiederholung im Duell mit den Panthern zum vorläufigen Abschied aus der Bielerthalle, die bald renoviert/saniert wird, hätten die Opladener weniger als nichts einzuwenden. 

TuS 82 Opladen: Beckert, Klein – Winchenbach, Wolfram (4), Dittmer (5), Swiedelsky (6), Jagieniak (2), Kroner (5/2), F. Johannmeyer (2), Milde (6), Neuner.