| 22. März 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Wir sind Dormagen, wir sind Erster: Co-Trainer Patrick Engel, Trainer Peer Pütz, Malte Adam und Jan Schindler finden die Entwicklung beim Spitzenreiter natürlich richtig klasse. Gestern am Abend tat ihnen der Verfolger Essen außerdem den Gefallen, 43 Gegentreffer zu kassieren und gegen Haan zu verlieren. (Foto: Thomas Schmidt)
Schade eigentlich. Gerade erlebt der Spannungsbogen eine echte Steigerung. Und was macht die Regionalliga? Sie legt mit Rücksicht auf die Oster-Schulferien die seit vielen Jahren bekannte und damit einer Tradition gleichende Meisterschafts-Unterbrechung ein. Dabei wartet dann immerhin direkt am 12. April beim Beginn des bis zum 16. Mai dauernden Endspurts eins der nicht unwichtigen Spiele im Kampf um die Meisterschaft zwischen dem TSV Bayer Dormagen II und der HSG am Hallo Essen. Hier steht der Erste Dormagen (31:9 Punkte), der nach einem 35:19 über Schlusslicht VfL Gummersbach II bei 19:1 Zählern aus zehn Spielen ohne Niederlage angekommen ist und zum bisher letzten Mal am Ende des Jahres 2025 mit dem 31:33 bei der HSG Refrath/Hand zwei Zähler abgeben musste. Dort steht die HSG am Hallo Essen, die sich am Sonntagabend allerdings eine noch bessere Ausgangsposition mit einer am Ende noch peinlichen 35:43-Pleite gegen die Unitas Haan selbst vermasselte und nun nicht mehr als Zweiter, sondern nur noch als Dritter mit einer krassen Außenseiterrolle ins Sportcenter kommt. Erster Verfolger ist nach der Sonntagspleite der Essener der auf Rang zwei vorgerückte OSC Rheinhausen (28:12), dem eine durchschnittliche Leistung zum 31:23 über den gefährdeten SSV Nümbrecht reichte. Was im Moment glasklar für die Dormagener spricht: Sie haben drei Punkte mehr als Rheinhausen und vier mehr als Essen. Außerdem haben sie in der Hinrunde bereits beide Konkurrenten in den direkten Duellen mit jeweils acht Toren Unterschied bezwungen – 36:28 in Essen, 32:24 in Rheinhausen. Logische Folge: Wie die Verfolger das alles noch umdrehen können/wollen, sieht wenigstens für den Moment ziemlich rätselhaft aus. Der April-Termin gegen die HSG am Hallo und spätestens jener am 10. Mai gegen Rheinhausen werden alles entscheiden.
Direkt hinter den drei Top-Teams liegt als Vierter mit 24:16 Zählern der TV Korschenbroich – einst Spitzenreiter und Meisterschafts-Kandidat Nummer eins. Nach dem Saison-Aus für Regisseur Mats Wolf (Kreuzbandriss) hat der TVK vor allem mit seiner fehlenden Kaderbreite zu kämpfen – und seit dem 24:31 beim HC Weiden am 21. Februar hat das Team von Trainer Frank Berblinger keine einzige Partie mehr gewonnen (2:8 Punkte). Deswegen werteten die Korschenbroicher nun das 26:26 beim TV Aldekerk als Achtungs-Erfolg – verbunden mit der Hoffnung, ihr Konto in den sechs Spielen nach der Pause über Ostern noch etwas aufstocken zu können. Mit der Vergabe der Spitzenplätze werden die Korschenbroicher allerdings nichts mehr zu tun haben – und auch nicht die auf Rang sieben bei ausgeglichenen 20:20 Punkten stehenden Aldekerker. Rausgefallen aus dem Kreis der Meisterschafts-Anwärter war der HC Weiden schon vor dem 24:28 im Heimspiel gegen die TSV Bonn rrh. und nun muss die Mannschaft von Trainer Marc Schlingensief nach 7:11 Punkten aus den bisher neun Spielen im Jahr 2026 plötzlich aufpassen, dass sie ihr neues Zuhause von Rang sechs aus (23:17) nicht vollständig im allerdings breiten Mittelfeld finden. Das bilden die Weidener derzeit zusammen mit der Unitas Haan (Fünfter/23:17), den Aldekerkern (Siebter/20:20) und den Bonnern (Achter/20:20), beide jenseits von Gut und Böse, sowie mit dem HC Gelpe/Strombach (Neunter/18:22) und der HSG Refrath/Hand (Zehnter/17:21), die beide zumindest einen ordentlich Abstand nach unten haben bis zu jener Region, in der die höchste Gefahrenstufe herrscht.
Dort haben sich die Dinge über den 20. Spieltag noch einmal deutlich zugespitzt. Eine starke Vermutung: Der Tabellenletzte VfL Gummersbach II hat aktuell sehr überschaubare 8:30 Punkte auf dem Konto und mittlerweile wohl nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt – weil ihm sechs Runden vor dem Saisonende fünf Punkte bis zum rettenden Ufer fehlen. Die Gesamtausbeute für 2026 steht nach dem 19:35 beim Spitzenreiter Dormagen II bei 2:18 Punkten und die Mannschaft von Trainer Jan Schwenzfeier kommt mit dem jüngsten Kader der Regionalliga kaum über gute Ansätze hinaus. Außerdem ist das Restprogramm unter anderem mit den Aufgaben in Korschenbroich (11. April), in Essen (18. April) und in Rheinhausen (16. Mai) kompliziert. Kompliziert könnte außerdem die Rechnung darüber werden, wer neben den Gummersbachern der zweite Absteiger sein soll: Hier knubbeln sich über die Ränge elf, zwölf und 13 die Borussia Mönchengladbach, der BTB Aachen und der SSV Nümbrecht, die jeweils 13:27 Zähler auf dem Konto haben. Dabei ist der gerade ausgewiesene elfte Platz für die Mönchengladbacher sogar ein Lichtblick, weil sie erst jetzt durch ihr 34:28 gegen die Aachener den vorletzten Platz überhaupt verlassen konnten. Damit scheint sicher zu sein, dass der Rest der Saison mit sechs Spieltagen ab dem 11./12. April ein einziges Hauen und Stechen wird. Sollte dann am Ende der bei Punktgleichheit entscheidende direkte Vergleich zum Tragen kommen, brauchen sie vielleicht einen Rechenschieber. Im aktuellen Dreier-Vergleich stünde Aachen mit 2:4 Zählern nicht so gut da, während die Borussia bei 4:4 Punkten besser aussähe und Nümbrecht bei 4:2 Punkten noch besser. Wenn nun die Aachener am 9. Mai gegen die Nümbrechter gewinnen, sehen allerdings alle Konten irgendwie gleich aus. Dann müssten sie aufs Torverhältnis schauen und es käme echt auf jeden einzelnen Treffer an. Gut beraten ist, wer sich aus so etwas heraushalten kann.
TSV Bayer Dormagen II – VfL Gummersbach II 35:19 (16:9). Plus 13 kannten sie ja schon – vom 38:25 über den BTB Aachen, vom 38:25 über den SSV Nümbrecht, vom 38:25 zuletzt beim TV Korschenbroich. Nun zeigte der Spitzenreiter im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Gummersbach II mit 16 Treffern Differenz beim bisher höchsten Sieg in dieser Saison erstens erneut einen Klassenunterschied auf – und zweitens, dass er die aktuelle Serie mit besten Chancen auf die Meisterschaft offensichtlich voll durchziehen will. Dass die Dormagener am Anfang mal mit 0:1 (3.) und 1:2 (6.) ins Hintertreffen geriet, war am Ende nicht mal mehr eine Randnotiz – und die hoffnungslos unterlegenen Gäste, die dem Abstieg in die Regionalliga kaum noch entgehen werden, konnten sich dafür als jüngstes Team in der Regionalliga im Duell mit dem zweitjüngsten auch wenig kaufen. Das Hoffen auf eine Niederlage oder gar einen klassischen Aussetzer des TSV Bayer musste die beobachtende Konkurrenz schon früh auf die Fortsetzung der Meisterschaft nach der Pause über die Oster-Schulferien verschieben. Dort warten auf die Mannschaft von Trainer Peer Pütz nach dem Top-Spiel am 12. April gegen die HSG am Hallo Essen die Aufgaben am 18. April bei Borussia Mönchengladbach, am 26. April gegen die HSG Refrath/Hand, am 2. Mai beim HC Weiden, am 10. Mai gegen den OSC Rheinhausen und am 16. Mai beim TV Aldekerk. Was als sicher gelten darf: So einfach wie gegen Gummersbach II wird es Dormagen in keinem dieser Spiele haben.
Die Gastgeber machten aus dem frühen Rückstand übers 3:3 (9.) zunächst durch vier Treffer in Folge eine 7:3-Führung (14.), ehe Gummersbach bis zum 6:9 (21.) und 7:10 (22.) halbwegs in Sichtweite bleiben konnte. Zwei Dormagener Dreier-Serien brachten allerdings schnell das 13:7 (24.) und kurz darauf nach dem 13:8 (25.) das 16:8 (30.), sodass der Gewinner bereits kurz vor der Pause so gut wie sicher feststand. Beim 19:9 (33.) lag der Tabellenführer zum ersten Mal mit einem zweistelligen Polster vorne und ab dem 20:10 (36.) hielt es sich mit wachsender Tendenz dauerhaft in diesem Bereich – 25:11 (42.), 30:14 (50.), 35:18 (58.). TSV-Coach Pütz fasste die Dinge hinterher beinahe sachlich-nüchtern zusammen: „Das war insgesamt ein souveräner Sieg von uns. Wir sind noch so ein bisschen nachlässig gestartet, vor allem im Angriff. Da hatten wir ein, zwei Fehlwürfe und technische Fehler zu viel. Wir standen aber eigentlich das gesamte Spiel sehr gut in der Abwehr, wieder mit sehr guten Torhütern – wodurch wir uns kontinuierlich absetzen konnten. Auch vorne haben wir uns gesteigert und das sehr gut über die Bühne gebracht.“
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Landau (5), Srugies (1), Hinrichs (1), Kasper (3), Emmerich (1), Ostrowski (1), Bahns (6), Kopp (2), Scholl (4), Sondermann (4), Adam (4), Schindler (1), Scheel, Hein (2).
VfL Gummersbach II: Machnacz, Knackstedt – Shimizu (1), Britz (1), Kübler, Bohnenkamp, Rath (5/4), Haglund (2), Kiesewalter (2), Hartmann (5), Fleisch, Patzelt (2), Ulmerich, Riedel (1).
OSC Rheinhausen – SSV Nümbrecht 31:23 (16:9). Ähnlich wie in Dormagen waren auch einige Kilometer rheinabwärts die Rollen klar verteilt – und die Gäste aus dem Oberbergischen hier am Ende ebenfalls chancenlos. Den Start in die Begegnung verschlief die Mannschaft von OSC-Trainer Sascha Wistuba aber und sie lag zunächst mit 0:3 (5.) hinten. Max Molsner löste den Knoten dann für die Hausherren mit seinem Treffer zum 1:3 (6.), der den Auftakt für eine Serie bis zum 6:3 (10.) darstellte. Kurz darauf sah sich der SSV nach dem 4:9 (15.) gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen. Wirklich stoppen konnte aber auch diese Maßnahme die Rheinhausener nicht und kurz vor der Pause legten die Hausherren vom 13:9 (27.) drei Treffer zur bereits deutlichen 16:9-Pausenführung (30.) hinterher. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der OSC auf 19:10 (34.), bevor Wistubas Team die Zügel zeitweise etwas schleifen ließ – unter anderem deshalb, weil der Coach einige personelle Änderungen vornahm. Nümbrecht verkürzte etwa auf 14:19 (38.) und später auf 18:23 (45.), doch Rheinhausen fand unverzüglich die passenden Antworten, zog auf 26:18 (49.) und anschließend sogar auf 30:20 (54.) weg.
„Am Anfang machen wir uns das Leben selber schwer, finden dann aber zu alter Stärke und können uns entscheidend absetzen“, fand Wistuba, „wir haben heute bewusst die Belastung auf viele Schultern verteilt und in ungewohnten Konstellationen agiert. Da stockt natürlich erst mal etwas der Spielaufbau. Hinzu kommt, dass unsere Abschlussquote nicht berauschend war. Umso mehr freut es uns, dass wir mit starken Paraden und einer guten Abwehrleistung recht schnell die Weichen auf Sieg stellen können. Nümbrecht kämpft sich noch einmal ran, wir lassen uns aber nicht aus der Ruhe bringen und spielen das Spiel solide zu Ende. Das war heute sicher kein Leckerbissen von uns und trotzdem eine reife Teamleistung und ein verdienter Sieg.“ Mit der Tabellensituation sind sie in Rheinhausen natürlich einverstanden – eine Kampfansage in Richtung Dormagen gibt der Coach zur Zeit allerdings nicht ab: „Zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei/drei zu stehen, ist eine tolle Momentaufnahme. Wir werden alles daransetzen, diesen Platz bis zum Saisonende zu verteidigen.“
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (2), Rippelmeier (1), Mook (1), Ernst (4), Kauwetter (1), Dreier (3), Zwarg, Hüller (8/3), M. Molsner (5), Käsler (3), Schlögl (3).
SSV Nümbrecht: Rydzewski, Schoger – Benger (5), Urbach, Hampel, Last (2/2), Witthaut (5/2), P. Donath, Hartmann (3), Schröter (1), Dissmann, D. Donath (5), Henrichs, Miesbach (2).
Borussia Mönchengladbach – BTB Aachen 34:28 (19:16). Für den einen wars in diesem Abstiegsduell der beinahe letzte Anker, für den anderen ein echter Rückschlag – und wahrscheinlich werden beide bis ganz ans Ende der Saison um den Klassenerhalt bangen müssen. BTB-Trainer Simon Breuer versuchte dann auch gar nicht erst, die Lage zu beschönigen: „Das ist natürlich enttäuschender Abend für uns. Unter dem Strich war das einfach nicht gut genug. Wir haben wirklich sehr viele gute Chancen mit sehr schlechten Abschlüssen liegen lassen und wir hatten eine hohe Zahl an technischen Fehlern, wahrscheinlich Richtung 20. Und dann wird es natürlich einfach schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Die Einstellung, das war alles in Ordnung, aber am Ende haben wir es vom Kopf her nicht hinbekommen, die Ruhe zu bewahren und einfach konsequent unsere Möglichkeiten zu verwerten. Und wir haben immer wieder leichte Fehler gemacht.“ Auf jeden Fall stand die Partie, in der meistens die Gastgeber vorne lagen, bis zum Beginn des letzten Viertels auf der Kippe, ehe sich Mönchengladbach auf der Zielgeraden entscheidende Vorteile verschaffte – was bei der Borussia für maximale Erleichterung sorgte. „Es war zwar auf dem Spielbericht ein deutlicher Sieg, aber vom Spielverlauf her war es wirklich ein sehr stressiger Handballabend für uns alle“, urteilte Trainer Ronny Rogawska, „das Spiel wurde erst nach hinten heraus entschieden. Von daher bin ich einfach froh darüber, dass wir heute zwei Punkte eingefahren und unsere Hausaufgaben gemacht haben. Und die Mannschaft verdient selbstverständlich ein Riesenlob. Wir haben jetzt viele Spiele gehabt, wo wir die zwei Punkte nicht eingefahren haben.“
Der BTB legte das 3:1 (4.) vor, lag aber ab dem 5:6 (11.) zunächst hinten und erst mit dem 14:14 (22.) wieder gleichauf. Dann gelang der Borussia zwar nach dem 16:16 (26.) halbzeit-übergreifend ein 4:0-Lauf zum 20:16 (32.), doch Aachen konnte übers 17:21 (33.) mit einer eigenen 4:0-Serie zum 21:21 (37.) noch einmal antworten. Der Treffer von Tim Herzog brachte hier zum letzten Mal den Ausgleich für die Gäste, die sich trotzdem nicht aufgaben und bis zum 24:25 (46.) durchaus ein Kandidat für was Zählbares blieben. Die Entscheidung zugunsten der Mönchengladbacher leiteten erst das 28:25 (54.) von Niklas Weis und das 29:25 (55.) von Vladyslav Slabospytskyi ein, bevor die Borussia ganz zum Schluss aus dem 31:28 (27.) durch drei späte Tore hintereinander das 32:28 (59.), 33:28 (59.) und 34:28 (60.) gegen hier bereits geschlagene Aachener machte. Für Breuer ist klar, dass seine Mannschaft weiterkämpfen wird: „Wir haben jetzt noch sechs Möglichkeiten, am Ende überm Strich zu landen. Heute sind wir natürlich enttäuscht, wir freuen uns aber über die Pause jetzt. Dass sie sicherlich wichtig und nötig ist, hat man heute gesehen. Nach Ostern versuchen wir natürlich, alles dranzusetzen, um irgendwie die nötigen Punkte zu holen.“ Das würde der Kollege Rogawska ebenfalls sofort unterschreiben.
Borussia Mönchengladbach: Heck, Erkes – Prinz, Dicks, Jennes (2), Weis (9/1), Herholz, Bremges, Semrau (1), Weisz (7/5), Berner (6), Nix (1), Lipok (3), Markovic, Slabospytskyi (5), Roth.
BTB Aachen: Zaghloul (1), Schüler – Jacobs (10/4), Mattner, Horn (1), Wudtke (2), Büchel, Klinkenberg (1), Wagner (2), Schmitz (1), Münster, Herzog (1), Denert, Schnalle (8), Panse (1).
HC Gelpe/Strombach – HSG Refrath/Hand 35:34 (15:17). Für die Refrather hatte Trainer Kelvin Tacke an diesem Abend das dringende/drängende Gefühl, dass für sein Team im Oberbergischen mehr drin gewesen wäre. „Wir haben mit einem Tor verloren, aber das hätte auf gar keinen Fall so sein müssen“, fand Tacke, wir haben irgendwie ab der 45. oder 47. Minute durch fahrlässige Abschlüsse im Angriff die Führung aus der Hand gegeben. Dann ist es zu einem richtigen Kampf geworden, wo uns am Ende auch die Zeit ausgegangen ist.“ In der Summe besonders bitter für seine Mannschaft: Obwohl sie nach der Zeitstrafe gegen Magnus Georgi (45.) einen Mann weniger auf der Platte hatte, gelangen ihr durch Pascal Noll zunächst die Treffer zum 22:20 (46./Siebenmeter) und 23:21 (47.). Darüber hinaus ungewöhnlich und trotzdem zu wenig: Noll, mit 136 Treffern aus 19 Spielen die Nummer vier unter den besten Werfern in der Regionalliga, war in der entscheidenden Phase irgendwie der Alleinunterhalter bei den Gästen – weil er in den letzten 13 Minuten noch weitere sechs Mal erfolgreich war. Sein 34:35 (60.) kam dann genau fünf Sekunden vor der Schluss-Sirene trotzdem zu spät. Tacke konnte dem Geschehen insgesamt wenig abgewinnen: „Über die ganze Strecke hinweg war es schwere Kost von beiden Mannschaften. Wir waren in der Summe im Abschluss nicht gut genug. Das hat dazu geführt, dass wir es nicht geschafft haben, uns abzusetzen. Strombach hat halt nie aufgesteckt, sondern sie sind immer drangeblieben und haben ihre Chance dann nicht nur gewittert, sondern auch irgendwann zugepackt.“ Den nächsten Versuch, zwei weitere Punkte einzusammeln, unternehmen die Refrather, die mit Verspätung in die Meisterschaftspause über Ostern starten, bereits am kommenden Freitag: Dann steht das Nachholspiel gegen den Tabellenletzten VfL Gummersbach II auf dem Programm.
Die HSG erwischte den besseren Start und bereits in der zehnten Minute sahen sich die Hausherren beim Stande von 2:5 zu ihrer ersten Auszeit gezwungen. Übers 9:6 (16.) und 12:10 (23.) entwickelte sich eine immer intensiver geführte Partie, in der Refrath zunächst alle Versuche des HC für eine Wende abwehren konnte – 13:14 (27.), 15:15 (30.), 18:15 (32.), 21:18 (37.). Ein wesentlicher Faktor bei den Gastgebern war auch und gerade in der entscheidenden Phase Rechtsaußen Felix Maier, der sich in der zweiten Halbzeit genau nach jenem 18:21 wieder einschaltete, anschließend noch sieben Tore beisteuerte und dadurch bei insgesamt 14 Treffern landete – womit er selbst die Noll-Marke hinter sich ließ. Deutlich wichtiger dürfte jedoch auch für ihn gewesen sein, dass Gelpe/Strombach im Kampf um den Klassenerhalt einen großen Schritt vorankam.
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Makowiecki (2), Maier (14/3), Altjohann, Pötz (6), Viebahn (5), Roth (1), Müller (1), Meinhardt (3), Walch (3), Rostalski.
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (1), Branding (1), Willers, Schallenberg (2), Faust (6), Geerkens (2), Hohenschon (1), Bürger (1), Georgi (1), Noll (11/6), Merz (1), Speckmann (1), Baur, Dibowski (6).
TV Aldekerk – TV Korschenbroich 26:26 (15:13). Mit der Vergabe der Spitzenplätze haben in dieser Saison zwar beide Mannschaften nichts oder nichts mehr zu tun, aber an ein Weitermachen mit halber Kraft denkt auch keiner – im Gegenteil. Das Duell der Drittliga-Absteiger war ein intensiv geführtes Duell, in dem die Waage bis zum Schluss auf jede der beiden Seiten hätte kippen können. Und unter dem Strich sahen sich alle zumindest zum Teil als Gewinner – die Korschenbroicher vielleicht sogar ein bisschen mehr, weil sie zurzeit wirklich harte Wochen durchleiden, als ehemaliger Spitzenreiter fast ein bisschen durchgereicht wurden und nun das Unentschieden als Lohn für einen Auftritt voller Leidenschaft werteten. „Das war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften mit wechselnden Führungen, gutem Tempo drin und guter Aggressivität“, fand TVK-Coach Frank Berblinger, „ich muss meinen Jungs ein riesen Kompliment machen. In Anbetracht der Tatsache, wie die letzten Wochen gelaufen sind, war das heute wirklich wieder ein richtig gutes Spiel. Das war ein Schritt in die richtige Richtung.“ Kollege Tim Gentges fand den Auftritt seiner Aldekerker ähnlich stark: „Jede Mannschaft hatte ihre Hochphasen und jede Mannschaft hat es mit guten Comeback-Qualitäten geschafft, wieder zurück ins Spiel zu kommen. Was die Mannschaft heute gezeigt hat in puncto Einsatz, Willen und Leidenschaft, war wieder tadellos. Und ich glaube, die Zuschauer haben ein packendes, gutes Derby gesehen, was alles hatte. Es hat einfach Spaß gemacht.“ Eine Spur mehr mit dem Resultat konnten am Ende wirklich die Hausherren anfangen, weil sie sieben Minute vor der Schluss-Sirene mit 23:26 (54.) im Hintertreffen lagen und durch eine 3:0-Serie noch zum Unentschieden kamen.

Allein gegen alle: Roman Grützner (Mitte/grünes Trikot) und seine Aldekerker holten aber nach einem 23:26-Rückstand noch ein 26:26-Unentschieden gegen den TV Korschenbroich, der hier mit Torhüter Sven Bartmann, Max Zimmermann und Max Eugler (von links) klar in der Überzahl ist. (Foto: Ralf von der Heyden)
In der ersten Halbzeit lagen die Vorteile eher bei den Gastgebern, die zunächst führten und erst beim 8:8 (15.) einen Ausgleich sowie beim 8:9 (17.) kurz darauf einen Rückstand hinnehmen mussten – ehe sie aus dem 11:12 (23.) wieder einen eigenen Vorsprung und ein 15:13 (29.) mit in die Pause nahmen. Anschließend schaffte Aldekerk beim 17:14 (33.) mit den drei Toren Unterschied sein größtes eigenes Polster, doch der TVK mit dem erneut sicheren Rückhalt Sven Bartmann im Tor erwies sich als stabil – 18:18 (40.), 20:20 (44.), 22:22 (50.), 23:23 (51.). Es war vor allem der Auftakt für eine zum gesamten Spiel passenden Schlussphase und einem letztlich passenden Resultat, das die Beteiligten so als korrekt annahmen. „Ich glaube, dass es den gesamten Spielverlauf irgendwie exakt widerspiegelt“, stellte Gentges fest. Berblinger war derselben Meinung: „Natürlich kann man dann darüber diskutieren, dass wir die letzten drei, vier Minuten besser ausspielen können, aber in der aktuellen Situation ist das vollkommen okay – und wenn man das ganze Spiel betrachtet, ein absolutes gerechtes Unentschieden.“
TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann – Grützner (1), Kirschbaum (2), Poot (4/1), Brockmann (2), Plhak, Hahn, Könnes (3), Perey (2), Tobae (1), Küsters (3), Kahl (5), Niederholz, Rutten (3).
TV Korschenbroich: Bartmann, Krüger – Schiffmann (4), Krantzen (4/1), Eugler (2), Hartz (3), Brinkhues, König (5/1), Zimmermann (6), Büscher, Franz (2), Bitzel.
HC Weiden – TSV Bonn rrh. 24:28 (13:12). Wo ist die Weidener Heimstärke geblieben? Noch am 21. Februar hatte die Mannschaft in der Halle Parkstraße gegen den TV Korschenbroich mit 31:24 das achte Heimspiel hintereinander gewonnen und dadurch die Hoffnung gestützt, bei der Vergabe der Spitzenplätze doch ein Wort mitreden zu können. Vier Wochen später ist davon nichts mehr übrig – weil der HC nach der 28:32-Niederlage vom 7. März gegen den TV Aldekerk nun erneut zu Hause beide Punkte abgeben musste und nun vier Mal hintereinander nicht gewonnen hat. In genau die andere Richtung bewegen sich zurzeit die Bonner, die zunächst wegen einer Serie von sieben Niederlagen hintereinander in die Abstiegszone gerutscht waren – und anschließend mit dem 31:32 gegen den Dritten HSG am Hallo Essen nur eins der folgenden fünf Spiele verloren. Der Erfolg in Weiden war jetzt sogar nach dem 28:27 bei Borussia Mönchengladbach und dem 29:19 über die HSG Refrath/Hand der dritte Sieg hintereinander, sodass TSV-Coach Florian Benninghoff-Lühl zufrieden sein konnte – obwohl ihn das Niveau der Partie nicht so sehr vom Stuhl riss: „Wir gewinnen in Weiden auch dieses Jahr, worüber wir natürlich extrem happy sind. Es war jetzt nicht das hochklassigste Duell, was die beiden Mannschaften ausgetragen haben. Wir finden sehr, sehr schwer nur ins Spiel, wir sind im Angriff viel zu statisch und ziehen uns nicht gut genug zurück und liegen so schnell hinten. Wenn sich unsere Abwehr formiert hat, dann machen wir es Weiden unfassbar schwer, wirklich gute Abschlüsse zu generieren. In der zweiten Halbzeit legen wir im Angriff noch mal deutlich einen drauf und zur Wahrheit gehört auch, dass wir mit Moritz Meißenburg wahrscheinlich den besseren Torhüter haben. Mit wirklich vielen auf die Mannschaft verteilten Faktoren gewinnen wir verdient.“
Nach fünfeinhalb Minuten schien Weiden auf dem richtigen und Bonn auf dem völlig falschen Weg zu sein – 5:1 (6.). Kurz darauf lagen die Gastgeber trotz dreier Zeitstrafen gegen Timo Wolff (8.) und Tim Bösel (11./Doppelbestrafung) noch mit 8:4 (14.) und 9:5 (15.) vorne, ehe die TSV nach dem 7:11 (18.) durch einen Dreierpack von Franz Krohn auf 8:11 (21.), 9:11 (23./Siebenmeter) und 10:11 (25.) verkürzte – und wenig später durch Kai Heitkötter zum 11:11 (29.) ausglich. Mit dem 13:12 (30.) von Tim Meurer kurz vor der Pause und seinem 14:12 (31.) am Anfang der zweiten Hälfte kam der HC auch weiter für was Zählbares in Frage, doch übers 14:15 (35.) und 17:20 (45.) begann ihm der Abend zu entgleiten. Bonn griff entschlossen zu, setzte sich vom 20:18 (46.) auf 23:18 (50.) ab und sorgte nun relativ souverän für die Entscheidung, indem es vom 23:19 (51.) auf 25:19 (54.) erhöhte und in der Folge nach dem 25:22 (57.) erneut deutlich antwortete – 26:22 (58.). 27:22 (59.). Auffällig bei den Bonnern: In den vergangenen fünf Begegnungen gab es nur 126 Gegentreffer damit lediglich 25.2 im Durchschnitt sowie 142 selbst erzielte Tore und damit 28,4 pro Partie. Insgesamt weist die Tabelle aber 611:614 Tore aus – sowohl offensiv als auch defensiv mehr als 30 pro Abend.
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (8), Scheidtweiler (2), Wolff (1), Debye, Xhonneux (4/1), Rojko (3), Altmeyer, Bösel, Fiedler (1), K. Frauenrath, Deutz (2), Bergerhausen (2), Eissa (1).
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg, Czerwinski – Krohn (6/1), F. Hoffmann (3), Bullerjahn (2), Santen (1), Heitkötter (1), Fricke (7), Weber, Danz (2), Fischer (5), Kästner, Worm (1/1), Bohrmann.
HSG am Hallo Essen – Unitas Haan 35:43 (20:20). So tritt niemand auf, der ernsthaft an die Meisterschaft oder an den Aufstieg in die 3. Liga denkt. Dabei war die Welt aus der Sicht der Essener über weite Strecken der ersten Halbzeit noch in Ordnung, denn sie erwischten in der nicht gerade von hingebungsvoller Abwehrarbeit geprägten Partie den besseren Start – nicht nur bis zum 9:5 (11.), sondern auch bis zum 13:10 (15.) und 17:14 (24.). Was da aber niemand ahnen konnte, war nicht das ständige Näherrücken der Unitas, die bereits am Ende der ersten Halbzeit den Ausgleich hergestellt hatte. Es war eher die Tatsache, dass der Treffer von Simon Ciupinski zum 21:20 (32.) kurz nach der Pause als letzte Essener Führung in die Statistik eingehen sollte. Der Rest des zweiten Abschnitts war anschließend in erster Linie ein schleichender Niedergang bei den Hausherren, die besonders im letzten Viertel des Spiels nicht mehr zu ernsthaften Antworten in der Lage waren und einen weiteren Hagel an Gegentoren bis zum rekordverdächtigen Endstand kassierten. Allein im finalen Abschnitt von 15 Minuten fing sich die Mannschaft von Trainer Niklas Rolf weitere 18 Gegentreffer ein. Logisch: Nicht zuletzt der Spitzenreiter TSV Bayer Dormagen II wird dieses Ergebnis einigermaßen erstaunt zur Kenntnis nehmen.
Mit dem 1:0 (1./Siebenmeter) von Matthis Blum und dem 2:0 (2.) von Dennis Szczesny eröffneten die Gastgeber die Angelegenheit so, wie sie das erhofft hatten. Der Rest des ersten Abschnitts war aus der Sicht der Hausherren ebenfalls hinnehmbar, ehe sich der zweite Durchgang bis auf kleinere Unterbrechungen zunehmend zum Desaster entwickelte – 21:24 (39.), 23:27 (43.), 25:28 (44.), 25:31 (47.), 28:32 (50.), 31:34 (52.), 31:39 (56.), 33:42 (59.). Das Beste aus der Perspektive der Essener dürfte wenig später tatsächlich die beinahe erlösende Schluss-Sirene gewesen sein. „Das war heute ein gebrauchter Tag“, stellte der ernüchterte/enttäuschte Trainer Rolf fest, „wir haben alles probiert, verschiedenste Formationen. Aber aus der Halbzeit sind wir nicht gut rausgekommen, wir haben es dann quasi noch ein bisschen verschlimmert – und ich bin auch nicht zufrieden mit der Art und Weise, wie die Mannschaft das Spiel angegangen ist – beziehungsweise zwischenzeitlich in dieser Phase, wo es so bergab ging, nicht noch mal versucht hat, sich aufzurappeln und irgendwie was rauszuholen. Glückwunsch an Haan, das war ein verdienter Sieg für die heute deutlich bessere Mannschaft. Wenn du 43 Tore in der eigenen Halle kriegst und 35 vorne nicht reichen, dann gewinnst du halt kein Handballspiel. Das war jetzt nach sieben Siegen in Folge ein Schuss vor den Bug. Wir hoffen jetzt, das mitzunehmen nach Dormagen und da vielleicht alles wieder ein bisschen spannend zu machen.“
HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann – Blum (10/8), Basholli (1), Sinkovec (3), Enders, K. Bekston, A. Bekston (2), Neitsch (2), Szczesny (4), Ellwanger (5), Lange, Ciupinski (2), Basic (2), Genkel, Schupe (4).
Unitas Haan: Seher, Joest – Schulz (1), Mensger (13), Richartz (3), Wöstmann (1), Brandenburg (6), Maesch, Korbmacher (5), Hinkelmann (2), Rath, Völker (1), Bleckmann (6/1), Werthebach (5/3), Austrup.