| 12. April 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

So ein Mist: Torhüter Nicholas Plessers und seine Ratinger durften sich ein Stück weit ärgern, weil die Niederlage in Hanau vermeidbar war. Mit der Leistung insgesamt konnte Interaktiv allerdings einverstanden sein. (Foto: Thomas Schmidt)
HSG Hanau – Interaktiv.Handball 28:27 (14:13). Den Ratingern fehlten am Ende nur ein paar Millimeter, um etwas Zählbares mitzunehmen – was dann ebenso überraschend wie verdient gewesen wäre, weil sich die Gäste selbst ohne ihre beiden Top-Torschützen Nicolas Körber (111 Treffer bisher) und Dusan Maric (92) über die gesamten 60 Minuten als Gegner auf Augenhöhe präsentierten und die ebenfalls nicht in bester Besetzung angetretene HSG immer wieder in Verlegenheit brachten. Im Duell mit regelmäßig wechselnden Führungen lag Interaktiv nach dem von Luca Elias Schulz verwandeltem Siebenmeter mit 25:24 (53.) vorne, ehe die Gastgeber eine wirkungsvolle Auszeit nahmen – 25:25 (55.), 26:25 (55.), 27:25 (57.). Eine Überzahl nach der Zeitstrafe gegen Hanaus Nils Schröder nutzte der Aufsteiger kurz darauf zum 26:27 (59.) durch Hendrik Stock und zum 27:27 (60.) durch Richard Sibbel. Mit dem 28:27 genau vier Sekunden vor der Schluss-Sirene sorgte praktisch auf den letzten Drücker Jan-Eric Kleemann für die Entscheidung zugunsten der Hausherren, die durch den glücklichen Erfolg ihren dritten Platz (40:12 Punkte) in der Tabelle hinter der HG Saarlouis (48:6) und dem TV Gelnhausen (43:9) festigten und so die Chance auf eine der drei Fahrkarten für den DHB-Pokal 2026/2027 wahrten. Für die Ratinger hielt sich der Schaden bei aller Enttäuschung über die Niederlage, die angesichts guter Chancen auch in der zweiten Halbzeit wohl vermeidbar gewesen wäre, in Grenzen: Den Klassenerhalt hatte sich der Aufsteiger bereits vor der Pause über Ostern durch den 43:32-Erfolg gegen den TV Kirchzell (Neunter/22:30) gesichert. Der spielende Sportliche Leiter Stanko Sabljic sah ebenfalls überwiegend Positives bei Interaktiv: „Wir haben einen sehr guten Charakter gezeigt, wir haben gut gekämpft und nicht aufgehört. Am Ende verlieren wir mit einem Tor, aber das Spiel hätte auch auf die andere Seite gehen können. Wir sind nicht unzufrieden mit der Leistung, denn wir haben für unsere junge Truppe und für unsere weitere Entwicklung ein super Spiel gezeigt.“ Bei 26:26 Zählern geht das Team von Trainer Filip Lazarov weiter als Achter und mit einem ausgeglichen Konto in die letzten vier Begegnungen der Saison 2025/2026. Nächster Gegner ist am 18. April der Vorletzte TSG Haßloch (15./8:44).
Interaktiv.Handball: Plessers, Bliß – Schulz (7/2), Venedey (1), Szabo (3), Sibbel (2), Kübler (6), Koenemann, Megale, Stock (4), Wenzel (2), Sabljic (2).
TV Gelnhausen – TuS 82 Opladen 32:20 (13:12). Solange die Akkus noch ausreichend Energie spendeten, waren die Opladener beim klar favorisierten Zweiten (jetzt 43:9 Punkte), der wie der bereits qualifizierte Spitzenreiter HG Saarlouis (48:6) in die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga strebt, durchaus ein ernsthafter und viel Widerstand leistender Gegner. „Die Kraft reicht in der zweiten Halbzeit nicht“, fand Trainer Stefan Scharfenberg, „wir haben zu viele technische Fehler, um das Ergebnis enger zu gestalten, sodass wir eine verdiente Niederlage haben. Die ersten Halbzeit können wir positiv mitnehmen.“ Beim 5:3 (11.), 8:7 (20.) oder 9:8 (23.) ließ sich jedenfalls die spätere hohe Niederlage noch nicht mal im Ansatz erkennen. Das 11:10 (25.) von Malte Wolfram sollten allerdings die letzte Führung der Gäste sein, die direkt am Anfang der zweiten Halbzeit zum ersten Mal richtig den Kontakt verloren – 12:17 (37.). Bezeichnend: Trotz zweier Zeitstrafen kurz hintereinander gegen die Hausherren (jeweils 36.) kam Opladen nicht mehr näher heran und ließ in dieser Phase auch einen Siebenmeter ungenutzt. Bis zum 16:20 (44.) schien anschließend wenigstens ein ordentliches Ergebnis drin zu sein, aber die Hoffnung darauf löste sich zunehmend in Luft auf und am Ende war die Lücke zweistellig – 16:23 (49.), 19:26 (54.), 20:29 (58.), 20:32 (60.). Obwohl die 20 eigenen Tore insgesamt und erst recht die nur acht für den zweiten Durchgang nicht annähernd für was Zählbares reichen konnten, geht der TuS 82 mit einem ziemlich starken Gefühl von Sicherheit in den Saison-Endspurt: Bei 22:34 Zählern liegt der TuS 82 als Neunter unverändert sieben Punkte vor der SG Schalksmühle-Halver Dragons (15:37), die als 14. den ersten Abstiegsplatz einnimmt. Die für Opladen ungünstigste Variante: Scharfenbergs Team hat nur noch zwei Spiele, verliert beide und steht danach bei 22:38 Punkten. Das kann passieren. Gleichzeitig müssten die Drachen fürs Vorbeikommen in ihren vier Restspielen vier Siege einfahren, um auf 23:37 Punkte zu klettern. Dieser Fall wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eintreten.
TuS 82 Opladen: Beckert, Brenken – Wolfram (2), Dittmer (4), Swiedelsky (2) Jagieniak (1), Kroner (3/1), Schmitz (2), Sonnenberg (1), Kostorz (2), Werschkull (2), L. Johannmeyer (1), Hess, Neuner.

HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II – Longericher SC 37:44 (14:22). Es war beinahe ein klassischer Start-Ziel-Sieg der Kölner, die nur beim 0:0 am Anfang der Partie und kurz darauf beim 1:1 (2.) jeweils einen Gleichstand auf der Anzeigetafel ablesen mussten. Anschließend bekam der LSC die Angelegenheit immer besser in den Griff – was ihn dieser Form durchaus als Überraschung durchging, weil die Hausherren immerhin als Sechster (jetzt 32:20 Punkte) auf die Platte gegangen waren. Die bereits breite Basis für den Sieg legte der LSC noch in der ersten Halbzeit, als er vom 12:9 (19.) durch fünf Treffer hintereinander per Eilverfahren auf 17:9 (23.) wegzog und anschließend trotzdem eine Auszeit nahm (26.). Ergebnis: Erst gab es eine Zeitstrafe gegen HSG-Spieler Tizian Weimer (26.) und direkt darauf eine 3:0-Serie – 20:12 (27.) und 21:12 (29.) jeweils durch Lukas Martin Schulz, 22:12 (30.) durch Loic Kaysen. Nachher erreichte der Vorsprung mit dem 27:15 (36.) die Zwölf-Tore-Marke, bevor die Hausherren intensiver mitmischen konnten und die Gäste gleichzeitig weniger konsequent wirkten. Beim 28:33 (50.) waren die Hausherren auch wieder dichter dran, doch spätestens beim 38:30 (53.) von Schulz stand Longerich endgültig als Gewinner fest. Den Rest des Abends nutzte der Tabellenvierte (37:15 Punkte), um erneut die Marke von 4o selbst erzielten Toren in Angriff zu nehmen. Lennart Leitz stellte hier den Kontakt her, indem er zum 39:31 traf (54.), und Nico Pyszora (56.) vollendete das Werk. Unter dem Strich erzielten die Kölner damit bereits zum siebten Mal in der laufenden Saison 40 oder mehr Tore. In den restlichen vier Spielen sieht der Vierte (37:15 Punkte) nun vor allem noch das Ziel, den Dritten HSG Hanau (40:12) abzufangen und sich für den DHB-Pokal 2026/2027 zu qualifizieren. Das direkte Duell steht am 25. April in Hanau auf dem Programm.
Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (3), Henrich (2), Richter (2), Gerfen, Niehaus, Leitz (6), Schulz (13/1), Kaysen (8), Nolting (6), Kremp (2), Becker (2), Kämper.