| 19. April 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Quo vadis, Ronny? Vier Spieltage vor dem Saisonende 2025/2026 weiß Trainer Ronny Rogawska mit seiner Borussia aus Mönchengladbach noch nicht, wohin der Weg für 2026/2027 führt. Die nächsten vier Wochen werden auf jeden Fall zur Zitterpartie im Kampf um den Klassenerhalt. (Foto: Thomas Schmidt)
Eigentlich ist diesmal so gut wie gar nichts passiert – was auf der anderen Seite die Spannung für den zunehmend kleiner werdenden Rest der Saison 2025/2026 sogar erhöht, weil sich eben die meisten Zeitfenster zu schließen beginnen. Das gilt auch im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga, in dem der Spitzenreiter TSV Bayer Dormagen II über ganz viel Aufwand einen weiteren Schritt ans Ziel zurücklegen konnte. Ausgerechnet bei der gefährdeten Borussia Mönchengladbach drohte die Serie der Dormagener dabei zu reißen, aber durch starke Nerven in den entscheidenden letzten Minute sicherte sich das Team von Trainer Peer Pütz einen knappen 35:33-Sieg – und festigte dadurch bei 35:9 Punkten seine führende Position. Dahinter holte auch der OSC Rheinhausen mit dem 40:35 über den HC Gelpe/Strombach (Zehnter/18:26) beide Zähler, doch die Rheinhausener liegen als Zweiter bei 30:14 Punkten bereits zu weit hinter dem TSV Bayer II zurück – was vor allen Dingen mit dem 30:32 vor einer Woche bei der TSV Bonn rrh. (Siebter/24:20) zu tun hat. Engere Kandidaten für die Vizemeisterschaft sind außerdem der Dritte HSG am Hallo Essen (29:15), der gegen den nicht angetretenen Letzten VfL Gummersbach II kampflos gewann und der Vierte TV Korschenbroich (28:16) nach seinem 31:27 beim SSV Nümbrecht. Theoretisch kommen für den zweiten Platz auch noch der Fünfte Unitas Haan und der Sechste HC Weiden (beide 27:17) in Frage.
Dramatisch bleibt die Situation im Keller, denn alle mit Chancen für die Rettung ausgestatteten Teams praktisch im Gleichschritt verloren – Nümbrecht gegen Korschenbroich, Mönchengladbach gegen Dormagen II, Aachen in Weiden. Weil Schlusslicht Gummersbach II (8:36) abgeschlagen und nicht mehr zu retten ist, wird der zweite Absteiger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus diesem Dreierkreis stammen. Die besten Aussichten hat zurzeit weiter der SSV Nümbrecht (Elfter/15:29), während sich dahinter die Borussia und Aachen (jeweils 13:31) auf den Rängen zwölf und 13 ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, das womöglich auf eine Millimeter-Entscheidung hinausläuft. Und es wird sicher das eine oder andere Abstiegsfinale geben – zum Beispiel am kommenden Samstag mit der Partie der Mönchengladbacher in Gummersbach und jener am 9. Mai zwischen Aachen und Nümbrecht. Wer da letztlich durchkommt? Keiner weiß es und selbst der Blick in eine Glaskugel hilft im Augenblick nicht. Wäre heute Schluss, müsste Aachen in die Oberliga runter, während sich die Borussia hauchdünn retten würde.
OSC Rheinhausen – HC Gelpe/Strombach 40:35 (23:17). Die Gäste aus dem Oberbergischen erwiesen sich in der ersten Viertelstunde als hartnäckiger Gegner und der OSC kam in der torreichen Partie mit bis dahin bereits 24 Treffern kein bisschen weg. Dann legte Rheinhausen beim Stande von 12:12 (16.) die Grüne Karte für eine Auszeit – und dort konnten die Trainer Sascha Wistuba/Nico Biermann offensichtlich den Knopf für einen Neustart drücken: Direkt darauf kassierten die Hausherren zwar noch das 12:13 (17.), doch siebeneinhalb Minuten später vollendete Max Molsner mit dem 19:13 (24.) einen 7:0-Lauf, der bereits vor der Pause den Weg zum Erfolg frei machte. Näher als bis auf fünf Treffer kam Gelpe/Strombach in der Regel nicht mehr heran und nur beim 24:28 (41.) in der zweiten Halbzeit war es noch einmal etwas enger für die Gastgeber, die jedoch mit dem 29:24 (42./Siebenmeter) von Lukas Hüller, dem 30:24 (43.) von Alexander Ernst und dem 31:24 (43.) von Joshua Rippelmeier erneut mehr Abstand zwischen sich und den HC legten. Sieben Treffer Differenz waren es später auch beim 38:31 (56.) und 40:33 (59.), ehe Gelpe/Strombach in Überzahl (59./Zeitstrafe gegen Rheinhausens Justin Kauwetter) das Ergebnis doch wieder etwas freundlicher gestalten konnte. Wistuba zeigte sich in der Summe einverstanden: „Das war insgesamt solider Auftritt des Teams. Im Angriff finden wir immer gute Lösungen, machen uns aber in der Abwehr das Leben selber schwer, da wir nicht bis zur letzten Konsequenz dagegenhalten. Gelpes Mike Heinzerling geben wir zu viel Raum und wir halten Strombach mit einigen Fehlpässen noch im Spiel. Aufgrund vieler Ausfälle unter der Woche müssten wir ein bisschen rotieren, so durften heute alle Spielzeit sammeln und sich für das Team einsetzen. Das hat insgesamt ordentlich funktioniert. Am Ende hätte ein nie wirklich gefährdeter Sieg durchaus höher ausfallen dürfen, letztendlich ist mir das aber egal.“
Rheinhausen, das seine bis dahin intakten Chancen, den Spitzenreiter TSV Bayer Dormagen II richtig unter Druck zu setzen, vor einer Woche mit der Niederlage im Bonn eingebüßt hatte, will im Rest der Serie die Vizemeisterschaft unter Dach und Fach bringen. „Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie sich nach dem Rückschlag gegen Bonn und einer durchwachsenen Trainingswoche mit einer guten Teamleistung präsentiert haben und wir uns weiter die Möglichkeit schaffen, den zweiten Platz bis zum Ende zu halten“, betonte Wistuba. Was die Rheinhausener wissen: Besonders einfach wird der Weg nicht. Nach der Aufgabe am nächsten Samstag beim stark gefährdeten BTB Aachen und dem Heimspiel am 2. Mai gegen die Unitas Haan steht am 10. Mai die Aufgabe in Dormagen auf dem Programm, ehe mit dem Heimspiel am 16. Mai gegen den Letzten VfL Gummersbach II noch einmal eine Art Kontrastprogramm folgt. Sollte es danach zur Vizemeisterschaft reichen, wäre die Saison für den OSC Rheinhausen definitiv auch eine erfolgreiche.
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian (2), Rippelmeier (4), Mook, Ernst (6), Kauwetter (2), Dreier (3), Zwarg (2), Hüller (10/3), M. Molsner (3), Käsler (5), Kölsch (1), Schlögl (2).
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger, Schürmann, Makowiecki, Maier (9/4), Altjohann, Pötz (4), Heinzerling (12), Müller (4), Meinhardt (5), Rostalski (1).
HC Weiden – BTB Aachen 34:29 (17:14). Der Sieg der Weidener war angesichts der Entwicklung in den vergangenen Wochen keine ganz große Überraschung. Weiden hatte zwar auf einer Berg- und Talfahrt durch das eine oder andere unbefriedigende Ergebnis den Kontakt nach ganz oben eingebüßt, aber auf der anderen Seite auch keine größeren Sorgen mit in den Saison-Endspurt genommen – anders als der BTB, der nach 7:1 Zählern aus den ersten vier Spielen im Kalenderjahr 2026 zuletzt kaum noch gepunktet und nur beim Schlusslicht VfL Gummersbach II einen Sieg geholt hatte. Dass Weidens Coach Mar Schlingensief im Derby nun mit dem Lokalrivalen litt, lag allerdings weniger an der bedrückenden sportlichen Lage des BTB, die sich durch die Niederlage bestimmt nicht verbesserte, sondern am zusätzlichen Pech der Gäste: „Vorneweg gehen unsere Genesungswünsche Richtung Louis Zaghloul, der sich am Ende der ersten Halbzeit schwer am Schienbein verletzte und sofort ins Krankenhaus gebracht wurde.“ Dass anschließend der junge Elias Sadequi (19) beim BTB den Posten zwischen den Pfosten übernahm, war dabei definitiv nicht der Hauptgrund, aber ein allgemeiner Hinweis aufs größte Problem der Aachener. Deren Aushilfscoach Andreas Heckhausen, der den privat verhinderten Simon Breuer vertrat und früher sowohl schon für die Weidener als auch bereits für die BTB-Zweite an der Seitenlinie verantwortlich war, fasste es treffend zusammen: „Heute fehlte einfach die Breite im Kader und letztlich die Qualität, um Weiden zu schlagen. Wir hatten sicherlich die eine oder andere Rückraumposition zu wenig und man merkt auch dem einen oder anderen Spieler die Verunsicherung an, speziell in Drucksituationen richtige Entscheidungen zu treffen. Ein großes Lob geht an Joshua Wagner, der bis zu seiner Roten Karte eigentlich der stärkste Angriffsspieler war. Es ist schade aufgrund der schweren Verletzungen von L0uis und der Roten Karte.“ Joshua Wagner, der bis dahin vier Treffer erzielt hatte, stand den Gästen tatsächlich ab der 20. Minute nicht mehr zur Verfügung.
Bis zum 9:5 (15.) war kein Unterschied zwischen den beiden Nachbarn zu erkennen und der BTB sogar überlegen. Ein erster Knackpunkt war danach jene Phase, in der Weiden aus dem 9:12 (21.) durch vier Tore in Folge die eigene 13:12-Führung machte (25.) und ab diesem Zeitpunkt alle Versuche der Aachener beantworten konnte. Nach dem 22:27 (50.) kamen die Gäste zwar auf 24:27 (52.) und 25:28 (53.) heran, doch mit der Weidener 3:0-Serie zum 31:25 (55.) war die Frage nach dem Gewinner endgültig geklärt. HC-Coach Schlingensief zeigte sich in der Summe einverstanden: „In der ersten Halbzeit gibt der BTB zunächst den Ton an und sie sind im Angriff sehr effektiv. Danach stabilisiert sich die Abwehr und wir kommen zu einfacheren Toren im Gegenstoß und auch im Sechs gegen Sechs werden die Lösungen besser. Bis zur Halbzeit können wir uns dadurch ein kleines Polster erarbeiten und die zweite Halbzeit bleibt ausgeglichen, da der Angriff wieder etwas stockt. Die Abwehr war aber nach wie vor stabil und mit Tom Keller hatten wir einen sicheren Rückhalt im Tor mit 14 Paraden ab der zwölften Minute. Als beim BTB die Kräfte etwas zu schwinden anfingen, konnten wir die Breite unseres Kaders nutzen und uns entscheidend absetzen. Es war ein sehr intensives und emotionales Derby, was wir mit viel Teamgeist für uns entscheiden konnten. Es haben alle 14 eingesetzten Feldspieler getroffen, was die mannschaftliche Geschlossenheit unterstreicht.“ Heckhausen sah den Abend insgesamt gar nicht viel anders. „Das ist alles in allem eine doch verdiente Niederlage. 20 starke Minuten zu Beginn reichen nicht, um letztendlich den auf allen Positionen irgendwo besser besetzten Gästen gefährlich zu werden. Wir haben es 20 Minuten geschafft, über eine sehr aggressive Deckung den Gegner auf Distanz zu halten, wir hatten einen guten Torhüter dahinter und wir sind dadurch das eine oder andere Mal auch in die zweite Welle gekommen. Zehn Minuten vor der Pause hatten wir in der Abwehr aber immer wieder Eins-gegen-Eins-Situationen, die wir verloren haben, wo nicht rechtzeitig geholfen wurde. Dadurch kamen wir einerseits in Unterzahl, andererseits kam Weiden zu leichten Toren. Wir haben es versäumt, auch im Unterzahlspiel vorne die Zeit runterzuspielen, und wir haben da in der einen oder anderen Situation den Ball mit technischen Fehlern verloren. Wir sind mal bis auf drei Tore herangekommen, haben aber nie die Konsequenz im Angriff oder Abwehrspiel gehabt, um das Spiel zu drehen.“
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (2), J. Frauenrath (4), Scheidtweiler (2/1), Wolff (2), Debye (1), Gerke (1), Rojko (3), Bösel (1), Fiedler (4/1), K. Frauenrath (3), Deutz (2), Bergerhausen (2), Stolzenberg (5), Eissa (2).
BTB Aachen: Zaghloul, Sadequi – Huckemann, Jacobs (2/2), Mattner (3), Horn, Wudtke (6), Büchel (2), Kaesgen, Klinkenberg, Wagner (4), Schmitz, Münster (4), Denert (1/1), Schnalle (6), Kepp (1).
TV Aldekerk – TSV Bonn rrh. 31:34 (13:15). Wenn es bei den Aldekerkern eine Art Konstanz gibt, dann ist es dieser Punkt: Sie treten beständig auf der Stelle oder erlauben sich regelmäßig Rückschritte. Deswegen konnte Trainer Tim Gentges mit diesem Abend und der nächsten Heimniederlage auch nicht viel anfangen: „Wenn ich mir die erste Halbzeit so angucke, wenn man nur dieses Gefühl für das Spiel hat, sind wir die bessere Mannschaft. Wir geben Bonn die Möglichkeit zu einfachen Toren, weil wir unsere freien Chancen nicht nutzen. Wir gehen mit minus zwei Toren in die Pause und haben uns auch in der zweiten Halbzeit nicht daran gehalten, dass wir die Räume zuschieben, dass wir helfen. Und dann kommt wieder eine Phase, wo die Mannschaft genau alles aufs Parkett bringt, was wir ausgemacht haben. Dann egalisieren wir den Fünf-Tore-Rückstand relativ schnell und haben sogar die Chance, zweimal in Führung zu gehen. Und wir laden Bonn eigentlich wieder ein. Uns fehlt diese Kaltschnäuzigkeit, diese Abgezocktheit und die Konstanz. Bonn hat 60 Minuten einfach seinen Stiefel durchgezogen. Und dann gewinnt man auch verdient. Jetzt muss man so ehrlich, dass wir schon noch zwei bis vier Punkte brauchen, um uns von da unten endgültig zu verabschieden. Wir scheitern oftmals nicht am Gegner, wir scheitern eigentlich immer an uns, der Kopf ist unser ganz großes Problem. Wir befinden uns gerade in einer schwierigen Phase, wir müssen wirklich noch nach unten gucken.“ Das klingt bei vier übrigen Spielen und sieben Punkten Vorsprung auf die direkte Gefahrenzone zwar übertrieben, doch das Abrutschen auf Rang neun (20:24) und die Gefahr, die Saison mit einem negativen Konto zu beenden, sind maximal enttäuschend für den Drittliga-Absteiger. Ganz anders fühlen sich im Moment die Bonner, die im Dezember 2025 sowie im Januar und Februar 2026 sieben Mal hintereinander verloren hatten, nun aber bereits den fünften Sieg in Folge holten und wieder in der oberen Hälfte angekommen sind. Trainer Florian Benninghoff-Lühl fasste die Gemütslage einfach zusammen: „Wir sind sehr happy.“

Die Niederlage der Gastgeber war insgesamt keine Überraschung, zumal sie nach dem ausgeglichenen Start nach einem 8:6 (15.) und 9:8 (20.) keine Führung mehr erzielten. Mit dem 11:10 (23.) durch Franz Krohn übernahmen immer mehr die Bonner die Kontrolle und in der zweiten Halbzeit zogen sie zunächst sogar relativ deutlich weg – 19:14 (33.), 23:18 (43.). Aldekerk gab nicht auf, kämpfte sich heran und glich mit dem 26:26 (50.) von Steffen Hahn auch wieder aus, aber nach dem 30:30 (57.) zog die TSV den Abend endgültig auf ihre Seite. Drei Treffer hintereinander zum 31:30 (57.), 32:30 (59.) und 33:30 (60.) machten den Weg endgültig frei für Bonn. „Wir gewinnen vielleicht ein bisschen überraschend in der Formation, in der wir aufgelaufen sind – ohne Daniel Fischer, ohne Luca Bormann. Und wir zeigen, obwohl der Abwehrchef fehlt, eine gute Abwehrleistung, die manchmal im Tempospiel und auch in Überzahl ein paar Risse hat. René Krouß war überragend im Tor über das ganze Spiel und definitiv der Matchwinner. In der zweiten Halbzeit können wir uns absetzen, weil René die gute Leistung der Defensive in Paraden umwandelt und wir vorne mit vier Rückraumspielern immer wieder gute Lösungen finden. Danach haben wir einen kleinen Bruch im Spiel und in der Schlussphase, wo es noch mal richtig knapp wird, behalten wir die Nerven.“
TV Aldekerk: Buchmüller, Schoemackers – Grützner (3), Kirschbaum, Poot (5), Brockmann (6), Plhak (2/1), Hahn (4/2), Könnes (1), Perey (4), Tobae (5), Küsters (1), Kahl, Rutten.
TSV Bonn rrh.: Krouß (2), Meißenburg, Czerwinski – Krohn (4/1), F. Hoffmann (5/1), Bullerjahn (5), Santen (2), Heitkötter, Fricke (5/1), Bitzer (7), Weber, Danz (1), Sander (1), Worm (2).
SSV Nümbrecht – TV Korschenbroich 27:31 (14:20). Es scheint, als könnte der TVK die Saison 2025/2026 auf der Zielgeraden doch einigermaßen versöhnlich abschließen. Der wegen einer deutlich zu gravierenden Schwächephase zum Start ins Handballjahr unsanft gelandete Aufstiegskandidat fuhr jetzt immerhin mal wieder einen zweiten Sieg in Folge ein – zum ersten Mal seit Mitte Januar und überhaupt zum ersten Mal in der Rückrunde. Und das gelang den Korschenbroichern, obwohl Gastgeber Nümbrecht keinesfalls im Verdacht stand, die Spielzeit seinerseits locker ausklingen zu lassen. Im Gegenteil: Der SSV braucht im Kampf um den Klassenerhalt weiterhin jeden Punkt und er steht als Elfter nur knapp vor Borussia Mönchengladbach und dem BTB Aachen. Solche Sorgen hat Korschenbroich natürlich nicht und als Vierter mischt die Mannschaft von Trainer Frank Berblinger immerhin weiter in der Gruppe zwischen dem Zweiten OSC Rheinhausen und dem Fünften HC Weiden mit. Trotz unterschiedlichster Voraussetzungen gab es in Nümbrecht eine ausgeglichene Anfangsphase, in der sich bis zum 6:6 (10.) keine Seite deutlicher absetzen konnte. Der SSV schien danach beim 9:6 (13.) zunächst auf dem besseren Weg zu sein, doch Gäste-Coach Frank Berblinger reagierte mit einer Auszeit, die offenbar Wirkung zeigte: Mit einem 8:1-Lauf drehte Korschenbroich das Spiel zum eigenen 14:10 (21.) und setzte sich vor der Pause auf 20:13 (29.) ab.
Die Hausherren dachten natürlich nicht daran, die Flinte bereits ins Korn zu werfen, und sie verkürzten nach dem Seitenwechsel zunächst auf 18:21 (36.) und in der Schlussphase noch einmal auf zwei Treffer – 24:26 (50.). Der TVK blieb allerdings ruhig und er fand die aus seiner Sicht passende Antwort: Der mit 14 Toren erneut überragende Max Zimmermann (54.) und Max Eugler (55.) besorgten das 28:24 für die Gäste, die sich den Sieg in den letzten Minuten auch nicht mehr nehmen ließen. „Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Am Anfang hatten wir ein bisschen Probleme und wir haben zu viele Tore über Gegenstoß bekommen. Wir haben dann nach ein paar Minuten umgestellt und das hat deutlich besser funktioniert. Wir haben dadurch die Deckung noch stabiler bekommen und im Umkehrschluss selbst viele einfache Tore aus der ersten Welle machen können. In der zweiten Halbzeit hat im Angriff so ein bisschen die letzte Konsequenz gefehlt und dadurch haben wir Nümbrecht wieder ins Spiel gebracht. Wir haben aber wieder die Kurve bekommen und am Ende haben wir es, ich glaube verdient in Summe, nach Hause gebracht. Nümbrecht hat zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art und Weise aufgegeben, aber wir haben in der entscheidenden Phase immer wieder gute Lösungen gehabt und dementsprechend sind wir glücklich, dass wir gewonnen haben“, fand Berblinger.
SSV Nümbrecht: Winkler, Rydzewski, Schoger – Benger (1), Urbach (1), Hampel, Last (6/1), Witthaut (3/1), P. Donath, Hartmann (3), Schröter (2), Dissmann (1), D. Donath, Weber (2/1), Henrichs, Miesbach (8).
TV Korschenbroich: Bartmann, Krüger – Schiffmann (3), Krantzen (5/2), Eugler (1), Hartz (1), Brinkhues, König (1), Zimmermann (14), Büscher (6), Franz, Bitzel.
Borussia Mönchengladbach – TSV Bayer Dormagen II 33:35 (17:16). Der Favorit wankte und er konnte auf der Zielgeraden einer extrem ausgeglichenen und spannenden Partie den Kopf soeben aus der Schlinge ziehen. Entsprechend erleichtert war Trainer Peer Pütz, der mit einem engen Duell gerechnet hatte: „Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Wir haben es insgesamt nicht geschafft, gut zu decken. In der zweiten Halbzeit war das im aufgebauten Angriff deutlich besser, wir hatten aber auch große Probleme im Rückzug. Emil Klein im Tor hat nach seiner Einwechslung eine gute Leistung gezeigt. Vorne haben wir uns nach der eigentlich guten Anfangsphase, wo es wirklich nur an der Abwehr lag, so ein bisschen schwergetan. Gladbach hat da wirklich eine sehr gute, engagierte Leistung gezeigt. Wir haben es dann in der zweiten Halbzeit geschafft, ein bisschen weniger technische Fehler zu machen, wir waren disziplinierter und geduldiger. Die Mannschaft ist in der entscheidenden Phase einfach cool geblieben, sie hat sich nicht verrückt machen lassen und ein wirklich schwieriges Auswärtsspiel gegen eine gute Mannschaft zum Glück umgedreht.“ Mehr als eine Zwei-Tore-Führung gönnten sich die beiden Kontrahenten jeweils nicht – mal lag die Borussia mit 12:10 (21.) oder 17:15 (27.) vorne, mal Dormagen mit dem 24:22 (41.) oder 30:28 (52.). Was für die Moral der akut gefährdeten Hausherren sprach: Sie gaben nie auf und drehten den Rückstand durch drei Tore hintereinander ins 31:30 (54.) und bis zum 33:33 (58.) hätte die Partie ebenso auf ihre Seite kippen können. Letztlich hatten die Dormagener mit zwei späten Treffern das bessere Ende für sich und sie gehen damit unverändert als der große Titelfavorit in den Saison-Endspurt.
Mönchengladbach hatte sich, wenn überhaupt, unter dem Strich nur Kleinigkeiten vorzuwerfen. Trainer Ronny Rogawska richtete den Blick deshalb gleichzeitig schon nach vorne: „Wir haben die kleine Sensation knapp verpasst, aber gegen den Tabellenersten ein richtig cooles Spiel abgeliefert. In unserer Abwehr haben wir es hingekriegt, immer wieder das Spiel der Dormagener zu unterbrechen. Wir haben auch aus der schnellen Mitte sehr gut Druck gemacht und konnten immer wieder auf Augenhöhe bleiben oder in Führung gehen. Ich glaube, der Knackpunkt war heute bei uns das Überzahlspiel, aus dem wir keinen Profit machen konnten am Ende. Dann hatten wir kurz vor Schluss zwei Würfe aufs leere Tor, die nicht reingingen. Wir haben es leider nicht geschafft, diesen einen verdienten Punkt mitzunehmen oder zwei gegen so eine starke Mannschaft, die am Ende Meister sein wird. Aber ich bin sehr stolz auf diese Leistung, ein Riesenlob für die ganze Mannschaft. Wir haben das Beste draus gemacht und das müssen wir mitnehmen für nächste Woche.“ Diese nächste Woche meint den kommenden Samstag mit der Aufgabe beim Schlusslicht VfL Gummersbach II und dass dann nur ein Erfolg zählt, wissen sie bei der Borussia. Anschließend geht es nur noch gegen deutlich besser platzierte Teams – am 2. Mai gegen die HSG am Hallo Essen, am 9. Mai im Derby gegen den TV Korschenbroich und am 16. Mai bei der HSG Refrath/Hand.
HSG Refrath/Hand – Unitas Haan 29:32 (16:17). Nach zwei Erfolgen hintereinander bei Konkurrenten aus der unteren Hälfte (33:29 beim VfL Gummersbach II, 28:27 beim BTB Aachen) verlor die Mannschaft von Trainer Kelvin Tacke jetzt gegen Haan, das sich durch zuletzt sehr stabile Auftritte im Kalenderjahr 2026 auf mittlerweile 17:7 Punkte gesteigert hat und dadurch auf Platz fünf geklettert ist. Tacke war aber hinterher weit davon entfernt, seinem Team auch nur den kleinsten Vorwurf zu machen, zumal neben Lukas Dibowski (Nase gebrochen) kurzfristig noch Cosmin Capota (Rücken) nicht zur Verfügung stand. „Meine Truppe hat alles reingeworfen und da angeknüpft, wo wir in Aachen aufgehört haben – mit leidenschaftlicher Arbeit auf dem Spielfeld. Den Unterschied hat in der ersten Halbzeit David Bleckmann gemacht. Als er auf den Platz kam, hat Haan eine andere Struktur gewonnen, und daran mussten wir uns gewöhnen. In der zweiten Halbzeit haben wir relativ schnell einen Lauf von minus vier bekommen, uns aber wieder erholt und auf 27:28 herangekämpft. Zwei üble technische Fehler, die wir im Angriff haben, geben der Unitas zwei Tempogegenstöße – und dann war hinten heraus nicht mehr genug Spielzeit da. Haan ist in der Crunchtime schlau und clever genug, unsere Fehler zu nutzen. Das ist mit Sicherheit ein Erfahrungswert, der die jungen Spieler weiterbringt. Es war ein absolutes Spiel auf Augenhöhe, auf das die Jungs stolz sein können. Das war trotz der Niederlage eine starke Leistung. Jetzt geht es weiter in die letzten vier Spiele.“ Die Refrather (21:23) machen hier als sicherer Achter weiter und am nächsten Sonntag wollen sie in Dormagen zumindest versuchen, dem Tabellenführer auf den Zahn zu fühlen.
In der abwechslungsreichen Partie mit wechselnden Führungen lagen bis zum 7:6 (13.) durch Michel Geerkens die Hausherren vorne, ehe Haan mit dem eigenen 8:7 (15.) zum ersten Mal die Führung übernahm – durch einen Treffer seines Torhüters Tobias Joest, der hier in den geraden verwaisten Kasten der Hausherren erfolgreich war. Beim 12:11 (21.) lag erneut die HSG vorne, beim 14:13 (24.) oder 16:15 (29.) wieder Haan, das im zweiten Durchgang nach dem 20:20 (35.) durch vier Treffer hintereinander auf 24:20 (39.) wegzog und bis in die Endphase zunächst relativ klar vorne blieb – 27:24 (49.), 28:25 (53.). Den 27:28-Anschluss (55.) der Hausherren beantworteten danach Felix Korbmacher und Julian Schulz für die Unitas innerhalb von 38 Sekunden mit dem 29:27 (58.) und 30:27 (59.). Nach dem 28:30 (59.) der Refrather kurz darauf hatte Bleckmann dann das 31:28 (59.) auf Lager und im Anschluss ans 29:31 (60.) von Jan Speckmann machte Kai Werthebach endgültig alles klar für Haan – 32:29 (60.).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer, Vatter – Neukirch (2), Branding (1), Willers (3), Schallenberg (2), Faust, Hippert, Geerkens (3), Bürger (3), Georgi (1), Noll (8/5), Merz (2), Speckmann (4), Capota.
Unitas Haan: Seher, Joest (1) – Schulz (1), Mensger (9/2), Richartz (2), Wöstmann, Brandenburg (2), Korbmacher (3), Hinkelmann (2), Rath., Bleckmann (4), Werthebach (7/3), Friele, Austrup (1).