3. Liga
Opladener Qual und Kölner Kampf um Platz drei
Gesicherter TuS 82 verliert bei bedrohter SG Schalksmühle-Halver klar mit 23:31. LSC drehte Partie in Hanau zum 34:30. Interaktiv unterliegt nach Zehn-Tore-Rückstand nur mit 24:27.

Verflogen: Tobias Schmitz (beim Wurf), mit insgesamt 114 Saisontreffern immer noch der zweitbeste Werfer des TuS 82 hinter dem seit einiger Zeit verletzt fehlenden Oliver Dasburg (152), ging leer aus mit den Opladenern, die das nahende Ende der Serie 2025/2026 offensichtlich gut gebrauchen können. (Foto: Thomas Ellmann)

SG Schalksmühle-Halver Dragons – TuS 82 Opladen 31:23 (16:11). Die Opladener schleppen sich dem Ende der Saison entgegen. Und sie werden erstens heilfroh sein, dass sie jetzt nur noch die Aufgabe am 2. Mai bei der MT Melsungen II vor sich haben – die allerdings zumindest für die Gastgeber nicht unbedeutend ist, weil die MT noch im Kampf gegen den Abstieg steckt. Zweitens werden sie sich in Opladen glücklich schätzen, dass sie selbst schon vorher den Klassenerhalt in der Tasche hatten – und daran hat sich durch diese Niederlage im Nordwesten des Sauerlandes auch nichts geändert. Bei 22:36 Punkten liegt das Team von Trainer Stefan Scharfenberg als Elfter fünf Zähler vor den Dragons, die auf Rang 14 (17:39/erster der drei Abstiegsplätze) selbst durch zwei weitere Siege in ihren beiden restlichen Partien nicht mehr am TuS 82 vorbeikommen. Ganz am Ende stehen die TSG Haßloch (15./8:46) und der TV Homburg (16./6:50) als Absteiger in die Regionalliga fest. Vor Schalksmühle und damit im Moment am rettenden Ufer liegt auf Rang 13 der letzte Opladener Gegner Melsungen II (19:35).

Der TuS 82, bei dem erneut eine Reihe wichtiger Stammkräfte fehlten, kam nach dem 0:1 (3.) nur beim 1:1 (6.) durch den von Maximilian Kroner verwandelten Siebenmeter mal zu einem Ausgleich. Übers 2:6 (14.), 5:9 (18.) oder 9:14 (26.) lag der Rückstand am Ende der ersten Halbzeit mit dem 11:16 (30.) ebenfalls bei fünf Treffern, aber näher heran kam Opladen auch auf Grund der eingeschränkten personellen Möglichkeiten nicht mehr – und vor allen Dingen aus dem Rückraum entstand zu wenig Druck auf den Kasten der Drachen. In der Folge wehrte sich Scharfenbergs Mannschaft lang gegen eine zweistellige Lücke, die sich dann auf der Zielgeraden doch auftat – 28:18 (53.). Zwei Kroner-Treffer brachten anschließend das 19:28 (55.) und 20:28 (56.), ehe Maxim Swiedelsky ganz spät vorübergehend auf sieben Tore verkürzte. Viel konnten sich die Gäste fürs 22:30 (60.) und 23:30 (60.) allerdings nicht mehr kaufen.

TuS 82 Opladen: Beckert, Brenken – Zbrozek, Winchenbach (4), Wolfram (3), Dittmer (5), Swiedelsky (4) Jagieniak, Kroner (4/1), Schmitz, Sonnenberg (2), Werschkull (1).

 

HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II – Interaktiv.Handball 27:24 (14:9). Grundsätzlich konnten die Ratinger mit dem Ergebnis wohl leben. Erstens waren sie als Aufsteiger unterwegs und zweitens die Hausherren ein Gegner aus dem oberen Drittel der Tabelle. Außerdem hatte Trainer Filip Lazarov diesmal besonders viele junge Leute im Kader – während gleichzeitig ein paar Kollegen aus der Abteilung Erfahrung nicht an Bord waren. Trotzdem werden sich die schon vor dem Anpfiff gesicherten Ratinger fragen, ob nicht in der Summe sogar was Zählbares drin gewesen wäre: Dazu hätten sie vielleicht „nur“ jene Phase in der zweiten Halbzeit verhindern müssen, in der ihnen der Abend nach dem 10:14 (32.) in einem nahezu irrwitzigen Tempo entglitt: Gut drei Minuten und drei Gegentreffer weiter war die Lücke beim 10:17 (35.) bereits größer und vom 11:17 (35.) bis zum 11:21 (39.) mit vier Gegentoren hintereinander dauerte es sogar nur zweieinhalb Minuten. Für Interaktiv, das bei nun 28:28 Punkten weiter Achter ist, sprach der Wille, sich gegen ein Debakel zu stemmen. Das gelang am Ende, obwohl die HSG (Fünfter/36:20) nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet.

Hendrik Stock eröffnete das Spiel mit dem 1:0 (3.) und Stanko Sabljic erzielte nach dem 1:1 (4.) noch einmal die Führung – 2:1 (4.). Es folgte ein Duell auf Augenhöhe, ehe Interaktiv ab dem 5:6 (16.) dauerhaft zurücklag und übers 6:10 (23.) beim 7:12 (27.) bereits ein schweres Paket zu tragen hatte. Ihre beste Sequenz erreichten die Ratinger erst tief in der zweiten Halbzeit, als nach jenem 11:21 alles bereits verloren war. Zwei Phasen gingen nun sogar an den Außenseiter, der mit einem 8:3-Lauf auf 19:24 verkürzte (50.) und mit einem 5:3 für die finalen zehn Minuten immerhin auf eine 13:6-Serie nach dem hohen Rückstand kam. Letzte Zweifel aus der Sicht der Gastgeber beseitigen die Antworten auf den Ratinger Einsatzwillen zum 26:22 (59.) und 27:23 (59.). Der spielende Sportliche Leiter Stanko Sabljic wirkte insgesamt nicht unzufrieden: „Wir hatten heute eine kleine, sehr junge Truppe. Die Anfangsphase haben wir in Ordnung gespielt, dann gab es ab der 10. bis 15. Minute eine sehr schwache Performance von uns. Ab der 40. Minute haben wir sehr gut gespielt und uns komplett ins Spiel zurückgebracht. Wir können wir sehr stolz sein auf die Leistung in den letzten 20 Minuten. Wir haben es geschafft, Charakter zu zeigen bis zum Ende.“

Interaktiv.Handball: Bliß, Windeck – Schlösser (4), Schulz, Venedey (2), Szabo (3), Waldbach (1), Riemann, Sibbel (3), Kübler (3), Schröder (2), Megale (3/2), Stock (2), Sabljic (1).

 

HSG Hanau – Longericher SC 30:34 (15:14). Die Longericher verbesserten durch den Erfolg in Hessen ihre Ausgangsposition im Kampf um einen Platz im DHB-Pokal – wofür der dritte Rang in der Tabelle am Saisonende sicher reichen würde. Genau da steht nach wie vor Hanau, seit Samstagabend bei 42:14 Punkten aber nur noch knapp vor dem LSC (41:15), der nach dem deutlichen 34:23 im Hinspiel nun auch den direkten Vergleich für sich entschieden hat. Lösen die Kölner ihre beiden letzten Aufgaben in der Saison erfolgreich, könnten sie die HSG noch abfangen falls die Hessen gleichzeitig mindestens einen Zähler liegen lassen. Die realistischste Option darauf bietet wohl das kommende Wochenende, wenn die Hessen beim Fünften HSG Dutenhofen-Münchholzhausen (36:20) ran müssen. Am letzten Spieltag gegen die bereits als Absteiger feststehende TSG Haßloch (8:46) dürften die HSG dagegen als klarer Favorit gelten. Das Rennen um Platz drei bleibt somit offen – und genauso offen ist, ob der vierte Rang ebenfalls zur Teilnahme am DHB-Pokal berechtigt. Dies hängt nach den relativ komplizierten Regeln des Verbandes nicht zuletzt von den Ergebnissen der anderen Staffeln ab.

Die Gäste verschliefen den Start mit dem 0:2 (4.) und 1:4 (7.), fingen sich aber und kamen zum 5:5 (12.). Den Faden verlor der LSC selbst nach der Zeitstrafe gegen Malte Nolting (15.) und der Roten Karte gegen Lukas Martin Schulz (16.) zunächst nicht. Kreisläufer Nolting hatte sich die Auszeit durch mehrere Fouls in Summe verdient, für Schulz war frühzeitig Feierabend, weil er Hanaus Jan-Eric Kleemann in der Luft gestoßen hatte. Die kurze doppelte Unterzahl überstanden die Kölner gut und sie blieben bis zum 9:10 (21.) dran, ehe eine kurze Schwächephase das 9:13 (24.) brachte. Doch wieder reagierten die Gäste stark und sie glichen das 10:14 (27.) zum 14:14 aus (30.). Nach dem Wechsel übernahm der LSC endgültig das Kommando und er setzte mit dem Dreierpack vom 14:15 zum 17:15 (34.) den nächsten Wirkungstreffer. Mit dem 21:17 (39.) zwangen die Kölner die HSG zu einer Auszeit. Nach dem 22:17 (40.) durch Lennart Niehaus (40.) kam Hanau beim 23:22 (46.) auch wieder heran, aber Longerich fand Antworten: Jonas Kämper (47.) und Niehaus (48./Siebenmeter) machten aus dem 24:23 das 26:23, wenig später erhöhte Lars Becker mit dem 29:25 (53.) erneut auf vier Tore. Obwohl die HSG in der Schlussphase alles probierte, ließ sich der LSC den Vorsprung nicht mehr nehmen.

Longericher SC: Kull, Babic – Pyszora (4), Henrich (2), Richter (4) Gerfen (1), Bertenbreiter, Niehaus (8/3), Leitz (1), Schulz (1/1), Nolting (5), Kremp (1), Becker (3), Kämper (4).