| 17. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Schau mir in die Augen, Kleiner: Auch beim TV Korschenbroich war rund ums Saisonfinale die Zeit für große Gefühle gekommen. Steffen Brinkhues (links) und Max Zimmermann (Mitte) zum Beispiel trugen zum letzten Mal das Trikot der Korschenbroicher. Max Hartz (rechts) wusste ebenfalls genau, wie wertvoll die beiden nun ehemaligen Teamkollegen fürs Team und den Verein waren. (Foto: Sven Frank)
Rein sportlich ging es nicht mehr um besonders viel, aber in einem Fall musste der Rechenschieber ran, um eine amtliche finale Reihenfolge zu erstellen. Ganz vorne stand ja der TSV Bayer Dormagen II (49:9 Punkte) schon etwas länger als Meister und zukünftiges Mitglied der 3. Liga fest. Dahinter gönnte sich der vor knapp einem Jahr aus jener Klasse abgestiegene TV Korschenbroich (34:18) im Heimspiel gegen den HC Gelpe/Strombach (Neunter/22:30) zwar eine Menge Spannung, gewann allerdings durch einen Treffer von Dustin Franz in der letzten Sekunde mit 36:35 – steigerte dadurch sein Konto auf 34:18 Zähler und sicherte sich die Vizemeisterschaft. Ohne das späte Franz-Tor hätte es ein Unentschieden gegeben und die Mannschaft von Trainer Frank Berblinger wäre in einem Vierervergleich gelandet, weil die drei Mitbewerber für den zweiten Platz jeweils beide Zähler holten – der HC Weiden mit einem 34:29 gegen die HSG am Hallo Essen, der OSC Rheinhausen mit einem 39:31 gegen den Letzten VfL Gummersbach II und die Unitas Haan mit einem 41:32 beim SSV Nümbrecht im torreichsten Duell des letzten Spieltags 2025/2026. Dass Weiden in der Endabrechung vor den ebenfalls bei 33:19 Punkten gelandeten OSC und Haan einkam, lag am Plus im direkten (Dreier-) Vergleich, der für die Abschluss-Tabelle bei Punktgleichzeit entscheidet. Der HC kam hier auf 6:2 Punkte vor den Rheinhausenern mit 4:4 und der Unitas mit 2:6. Ähnlich lief es dahinter bei der Vergabe der Ränge sechs und sieben zwischen Essen und der TSV Bonn rrh. (beide 30:22). Hier hatte die HSG am Hallo zwei Siege auf der Habenseite (38:30, 32:31). Ganz unten gab es nicht mehr besonders viel zu rechnen: Dass Nümbrecht (15:37) und das abgeschlagene Gummersbach II (8:44) runter in die Oberliga müssen, stand vorher fest, während der Viertletzte Borussia Mönchengladbach (19:33) und der Drittletzte BTB Aachen (18:34) bereits gesichert waren. Sowohl der Borussia als auch den Aachenern war genau das bei ihren Abschieds-Vorstellungen anzumerken.
Der Spitzenreiter Dormagen II lieferte zum Abschluss erneut einen Beweis dafür, warum an ihm kein Weg vorbeiführte. Der Mannschaft von Trainer Peer Pütz drohte beim in den vergangenen Wochen vor allen Dingen stark enttäuschenden TV Aldekerk (Zehnter/20:32) auf der Zielgeraden bis zum 32:33 (53.) durchaus eine Niederlage – ehe die Treffer zum 33:33 (54.) von Emil Schell und die Tore von Ben Srugies zum 34:33 (56.) und 35:33 (57.) sowie die von Johannes Emmerich zum 36:33 (58.) und 37:33 (60.) den Weg für den Sieg der Gäste ebneten. Insgesamt kam der Aufsteiger damit ohne Niederlage durchs Kalenderjahr 2026 und er schraubte seine Serie in 16 Spielen auf beeindruckende 31:1 Punkte. Etwas Ähnliches hätte der TV Korschenbroich ebenfalls gerne auf die Platte gelegt, doch er durchlitt in einem Teil der Rückrunde ein tieferes Tal und war damit vorzeitig raus im Kampf um den Aufstieg. Die vergangenen Wochen dienten jedoch zu einem nicht kleinen Teil als eine Art Reparatur/Versöhnung und letztlich war der TVK durch den zweiten Platz mit sich im Reinen. Der abschließende Krimi gegen Gelps/Strombach bot zudem den perfekten Rahmen, um scheidende Spieler wie die Korschenbroicher Fixpunkte Max Zimmermann und Steffen Brinkhues entsprechend zu verabschieden (was in einigen anderen Hallen ein ähnlich fester Programmpunkt war). Was Zimmermann für den Verein wert war, ließ sich dabei wieder durch Zahlen belegen: Der Linksaußen erzielte elf Treffer – darunter im letzten Drittel die fünf zum 26:26 (42.), 29:29 (47.) 30:30 (49.), 31:31 (50./Siebenmeter) und 32:31 (51.).
TV Korschenbroich – HC Gelpe/Strombach 36:35 (16:14).
TV Korschenbroich: Köß, Bartmann – Schneider, Krantzen (3), Eugler (2), Hartz (4), Brinkhues (1), König (3), Zimmermann (11/3), Büscher (3), Franz (8), Bitzel (1).
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger (4), Makowiecki, Maier (5/2), Altjohann (6), Pötz (2), Viebahn (3), Heinzerling (12), Roth (1), Müller (1), Walch (1), Rostalski.
Frank Berblinger (Trainer TV Korschenbroich): „Ganz ehrlich, ich will aufs Spiel gar nicht mehr großartig eingehen. Ich bin einfach nur froh, dass wir gewonnen haben. Wir haben am Ende des Tages die Vizemeisterschaft geholt, was für uns ein riesen, riesen Erfolg ist mit dem kleinen Kader, den wir hatten, und mit den ganzen Unwägbarkeiten. Ich bin mega stolz auf die Jungs. Für mich war auch wichtig, dass wir heute unseren vier Abgängen einen gelungenen Abend machen konnten mit einem Sieg und mit der Vizemeisterschaft. Jetzt sind wir froh, dass wir an die Saison einen Haken machen können. Hut ab, was die Jungs nach der schweren Phase im Februar und März jetzt die letzten Wochen wirklich noch mal rausgehauen haben. Wir wollten, wenn der Aufstieg nicht geklappt hat, trotzdem das Maximum aus dieser Saison rausholen – und das haben wir hinbekommen mit der Vizemeisterschaft. Dementsprechend können wir heute gebührend feiern.“
TSV Bonn rrh. – BTB Aachen 38:28 (20:10).
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg – Krohn (6/1), F. Hoffmann (7), Bullerjahn (1), Santen, Heitkötter (1), Fricke (2), Bitzer (1), Danz (1), Fischer (3), Sander (3), Worm (5), J.Hoffmann (3), Bohrmann (5).
BTB Aachen: Sadequi – Monteiro Pai, Huckemann (4), Mattner, Horn, Naylor (1), Wudtke (2), Hochscherff, Juesten (2), Kaesgen (1/1), Klinkenberg, Wagner (5/1), Schmitz (3), Münster (2), Herzog, Schnalle (8), Kepp.
Florian Bennighoff-Lühl (Trainer TSV Bonn rrh.): „Es war zum Abschluss eine Freundschaftsspielcharakter-Vorstellung, wo sich in der ersten Halbzeit beide Mannschaften zwischen Fehlern und erfolgreichen Angriffsaktionen ein bisschen abwechseln. Ab der 15. Minute sind wir vor allem in der Abwehr wirklich super konstant mit einem starken Torhüter René Krouß und wir können Ballgewinne erzielen und uns das erste Mal absetzen. In den fünf Minuten vor der Halbzeit machen wir eigentlich schon den Deckel drauf und spielen das einfach konsequent. In der zweiten Halbzeit plätschert das Spiel vor sich hin. Finn Hoffmann hat noch einmal gezeigt, warum er in die 3. Liga oder vielleicht sogar in die 2. Bundesliga teilweise wechselt nach Dormagen. Timo Worm hat noch mal seine Shooter-Qualitäten unter Beweis gestellt und Daniel Fischer ist hinten wie vorne als Leader vorangegangen. Jetzt gehen wir in die verdiente Pause und wir sind auch nach der Phase, die wir mitten in der Saison hatten, wo wir irgendwie so gar nichts mehr gewinnen wollten, sehr froh, dass wir wieder die Spur gefunden haben und jetzt die Tabelle mit einem positiven Punktekonto und in der oberen Hälfte beenden können.“
Tim Herzog (Spieler Trainer BTB Aachen/als Verteter des verhinderten Simon Breuer):
„Letztendlich war es eine verdiente Niederlage. Wir haben die ersten zehn Minuten gut mitgehalten, in der Abwehr noch ab und an auch Lösungen gefunden und vorne gute Lösungen gefunden – und dann mit Sicherheit defensiv nicht mehr ganz den Zugriff gefunden sowie selber im Angriff zu viele Chancen liegen lassen, sodass wir zur Halbzeit auf jeden Fall verdient mit zehn Toren hinten lagen. Wir haben umgestellt auf das hat relativ gut funktioniert, wir haben uns noch mal auf sieben acht, Tore rangekämpft. Hinten heraus ist das Spiel ausgeplänkelt und wir können die zweite Halbzeit unentschieden spielen. Loben muss man bei uns einen guten Tim Schnalle, der phasenweise wirklich das Spiel an sich gerissen hat. Benedikt Schüler hat auf der Bank hat einen guten Job gemacht und erwähnen muss man Linus Hochscherff im Tor, der als A-Jugendlicher ein paar schöne Paraden gezeigt hat.“

TV Aldekerk – TSV Bayer Dormagen II 35:37 (20:19).
TV Aldekerk: Buchmüller, Schoemackers, Maaßen – Grützner (2), Kirschbaum (3), Brockmann (6), Plhak (9/3), Hahn (3/3), Könnes (1), Perey (2), Tobae (3), Küsters (4), Kahl, Niederholz, Rutten (2).
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Klein – Srugies (5), Hinrichs (4), Hahn (1), Emmerich (5/2), Döpner (5), Bahns (6), Scheier, Scholl, Köster (3), Schindler (4), Scheel (2), Kriescher (2/1).
Tim Gentges (Trainer TV Aldekerk): „Ich glaube, heute sollten wir nicht großartig über das Spiel sprechen. Das war wirklich das, war wir erreichen wollten. Wir haben uns hier mit einer guten Leistung und einem positiven Gefühl und anständig von unseren Zuschauern verabschiedet und für unsere Abgänge ein schönes Handballspiel hinbekommen. Wir genießen jetzt den Abend hier trotz dieser schwierigen Saison. Die Saison ist vorbei, wir haken das jetzt ab. Wir ziehen unsere Schlüsse daraus, genießen diesen Abend und zu einer Analyse komme ich dann ein, zwei Wochen später.“
OSC Rheinhausen – VfL Gummersbach II 39:31 (16:19).
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann, Puhle – Adrian, Flach (1), Rippelmeier (1), Genzmer, Wetteborn (3), Hermsen (1), Ernst (3), Dreier (2), Hüller (10), Molsner, Käsler (7), Kölsch (2), Schlögl (9).
VfL Gummersbach II: Machnacz – Shimizu (4), Britz (7/2), Bohnenkamp (3), Kiesewalter (5), Kasch (5), Hartmann (3), Ulmerich (4/1).
HC Weiden – HSG am Hallo Essen 34:29 (14:15).
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (8/1), J. Frauenrath (4/2), Scheidtweiler (4), Wolff (2), Debye, Rojko (2), Bösel, Fiedler (6), K. Frauenrath (1), Deutz, Bergerhausen, Stolzenberg (6), Eissa (1).
HSG am Hallo Essen: Flegel – Sinkovec, Altunbas, Meyer, K. Bekston (3), A. Bekston (3), Reiners (1), Neitsch (1), Ellwanger (5), Ciupinski (5), Basic (7/2), Schupe (4).
Marc Schlingensief (Trainer HC Weiden): „Spielerisch war das gegen einen sehr dezimierten Essener Kader nicht immer das Gelbe vom Ei und wir haben uns sehr schwergetan. Vor allem unsere Abschlussquote ließ sehr zu wünschen übrig. Das zog sich bis Mitte der zweiten Halbzeit, danach wurde Essen merklich müder und wir konnten uns langsam absetzen. Es war für alle Beteiligten ein würdiger Abschied aus der Saison und wir können sehr stolz auf den dritten Platz sein in einer sehr ausgeglichenen Konkurrenz. Besonders für die scheidenden Spieler, die alle noch mal gezeigt haben, was sie draufhaben. hat mich der Abend gefreut. Jetzt heißt es Pause, Malle, Regeneration – und dann gehts ab Mitte Juli wieder los mit einer neuen Herausforderung.“
Niklas Rolf (Trainer HSG am Hallo Essen): „Ein supergroßes Dankeschön an die restliche Mannschaft, die noch da war. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, konnten aber fast nicht wechseln. Die Mannschaft hat sich am Anfang selber aufgestellt. Durch die Verletzten und den Krankenstand haben wir es gerade so geschafft, eine Startformation zu stellen mit einem Linksaußen auf Rechtsaußen – mit Marcel Pflege, dem ich ein Sonderlob ausspreche, der wunderbar gehalten hat, aber eigentlich Torwart der Zweiten ist. Wir haben bis zur 40. Minute ein Riesenspiel gemacht, haben, hinten heraus haben uns ein bisschen die Körner gefehlt. Die Mannschaft hat alles gegeben, sie hat aufopferungsvoll gekämpft. Ich bin mit leichten Bauchschmerzen zum Spiel gefahren, aber es war dann trotzdem ein gelungener Abschluss, weil wir noch mal alle Tugenden, die ich eingefordert habe, an den Tag gelegt haben.“
HSG Refrath/Hand – Borussia Mönchengladbach 35:26 (17:13).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (1), Branding (4), Willers (2), Schallenberg, Faust (2), Hippert, Geerkens (4), Bürger (3), Georgi (1), Schrage (5), Noll (11/2), Merz (1), Baur, Capota (1).
Borussia Mönchengladbach: Heck, Erkes – Prinz (1), Jennes (1), Weis (5/4), Herholz, Bremges (3), Semrau (1), J. Weisz (1), Westhofen (2), Nix (2), Lipok (6), Markovic, Slabospytsjyi, Roth (4).
Kelvin Tacke (Trainer HSG Refrath/Hand): „Zum Saisonabschluss zeigte unsere Mannschaft noch einmal eine starke Vorstellung und verabschiedete dabei vier verdiente Spieler auf die bestmögliche Art und Weise. Von Beginn an waren wir voll im Spiel, konzentriert und mit viel Leidenschaft. Die vier zu verabschiedenden Spieler standen nicht nur symbolisch im Mittelpunkt, sondern sie hatten mit großem Einsatz und wichtigen Aktionen einen entscheidenden Anteil am Erfolg. Am Ende stand ein überzeugender und verdienter Sieg, der den perfekten Rahmen für einen emotionalen Abschied und einen gelungenen Saisonabschluss bot.“
Ronny Rogawska (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Wir hatten schon letzte Woche unser Erfolgserlebnis – was wichtiger war als heute. Ich hatte zwar appelliert daran, dass wir heute auch richtig dran ziehen, aber man hat einfach gespürt, dass da zehn, 20 Prozent fehlten. Der Sieg für Refrath geht in Ordnung. Wir freuen uns einfach über diesen Klassenerhalt enorm, weil er keine Selbstverständlichkeit ist, weil diese Liga einfach so ausgeglichen ist.Deshalb sehen wir es nicht so eng, dass wir heute verloren haben.“
SSV Nümbrecht – Unitas Haan 32:41 (13:24).