| 29. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Die Hände zum Himmel: Sehr gut dran ist, wer die „Räuberbande“ des TV Palmersheim hinter sich hat. Erstklassige Unterstützung und Stimmung sind dann garantiert. So soll es auch diesmal wieder sein. Im vergangenen Jahr wussten das in Solingen unter anderem Sebastian Stürmann, Malte Meinhardt und Lukas Königshoven (vorne, von links) aus dem Team Mittelrhein sehr zu schätzen. (Foto: blickausloeser)
Das Beste kommt zum Schluss. Und weil jedes einzelne Teil seinen passenden Platz finden sollte, haben wir keinen Zweifel: Es wird großartig. Wieder großartig. Dabei muss gleich ein Blick zurück noch mal sein, weil sich die Dinge aus der Anfangszeit der Harzhelden schnell zu verselbstständigen begannen und weil das alles ein Beleg dafür ist, dass sich zähes und bis an Sturheit grenzendes Festhalten an der Idee hin und wieder doch lohnt. Ganz nebenbei: Intensiv gearbeitet an der Idee haben wir 2019 selbst im Urlaub in Dänemark – jenem Land im Norden, in dem nur rund sechs Millionen Menschen leben und das trotzdem aktuell das Maß sämtlicher Dinge im Welthandball ist. Seit unseren Gründertagen haben die Dänen alle möglichen Titel abgeräumt: Weltmeister 2019, 2021, 2023, 2025, Olympiasieger 2024, Europameister 2026. Ob dafür ein innerer Zusammenhang besteht? Vermutlich nicht. Aber dem Team von Trainer Nikolaj Jacobsen sind die Erfolge bei aller fast unerschöflichen Fülle an Weltklasse-Spielern natürlich nicht einfach zugeflogen. Sie sind das Ergebnis einer Mischung aus Leidenschaft für den Handball und intensiver Arbeit selbst an kleinen bis kleinsten Details. Das wiederum verbindet uns ganz bestimmt – und ohne würde es unsere zentrale „Abschluss-Kundgebung“ für die Saison 2025/2026 am kommenden Sonntag (31. Mai) um 16 Uhr in der Halle an der Krefelder Straße 86 in Duisburg-Rheinhausen nicht geben. Wir werden bei unserem Allstar Game 2026 alles sehen, was den Handball ausmacht – wofür wir uns schon jetzt beim Team Niederrhein und beim Team Mittelrhein inklusive der Trainer Erik Wudtke, Freddy Rudloff, Michael Hegemann und Mirko Szymanowicz bedanken, die wir gemeinsam mit unseren Partnern Stanno und OSC Rheinhausen aufeinander „loslassen“. Was wir seit den ersten Votings im Herbst des vergangenen Jahres und dann erst recht in den vergangenen Tagen gehört, gesehen und gespürt haben, sind eine fast kindliche Freude und echte Begeisterung.
Unser erstes Allstar Game sollte im frühen Sommer 2020 stattfinden, fiel dann jedoch nach Wochen des Hoffens ins Wasser. Es war kein schöner Rhythmus damals: Verschoben, Verschoben, Verschoben, Abgesagt – und zwar mit schwerem Herzen. Und danach? Es war eine komplizierte Phase, doch die Idee verstaubte nicht in irgendeinem Regal. Wir haben sie immer im Hinterkopf behalten – und dort wieder herausgeholt, als die Zeit reif dafür war. Der Rest hatte einen ebenso stressigen wir beflügelnden Rhythmus: Überlegen, festlegen, Termin finden, organisieren, organisieren, organisieren. Und jeder, der am 12. Januar 2024 die Premiere des Allstar Games im Dormagener Sportcenter erlebte, dürfte sich ganz gut erinnern: Die damals von Leszek Hoft und Tim Gengtes trainierte Harzhelden-Mannschaft verlor zwar gegen den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen mit 28:43, aber spätestens mit dem Einzug der „Räuberbande“, dem Fanclub des (Mittelrhein-) Oberligisten TV Palmersheim, hatten wir die Halle an diesem Abend in unserer Hand. Es wurde vor mehr als 1000 Zuschauern laut, stimmungsvoll, mitreißend und im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch. Von den damals aktiv auf der Platte stehenden Spielern ist diesmal keiner (mehr) dabei und trotzdem freuen wir uns auf ein besonderes Wiedersehen: Wir konnten erneut Denis und Dustin Seidler (28) als Unparteiische gewinnen, die nach 2024 erneut ohne Zögern bereit waren, das Allstar Game zu pfeifen. Die beiden Herren, die zu den größten deutschen Schiri-Hoffnungen gehören, inzwischen in den Bundesliga-Kader aufgestiegen und für den TSV Aufderhöhe aus Solingen unterwegs sind, tun ihren „Freiwilligen-Dienst“ wiederum mit offizieller Erlaubnis: Jutta Ehrmann-Wolf, beim DHB als Leiterin des Schiedsrichter-Wesens praktisch die Chefin aller Unparteiischen, hat ebenfalls sofort zugestimmt.
Grammatikalisch gesehen ist dies hier natürlich Unfug: Dennoch waren der 17. Mai 2025 und die zweite Auflage unseres Allstar Games noch „perfekter“. Ein nicht unwesentlicher Grund: Der Mittelrhein führt in der Solinger Klingenhalle mit 19:13 (37.) und 24:20 (44.), ehe der Niederrhein spektakulär zurückkommt und später nach einem Siebenmeterwerfen mit 35:32 gewinnt. Das Motto irgendwie: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Wir haben aus einer Mannschaft zwei Teams gemacht – eben eins für den Mittelrhein und eins für den Niederrhein, die ja verbandstechnisch inzwischen den Handball-Verband Nordrhein bilden und dort unter einem Dach zu Hause sind. Was wir dadurch auf jeden Fall gewonnen haben: Es sind im Allstar Game noch mehr starke Typen an Bord, die auf vielerlei Art und Weise die Leidenschaft Handball eint – und das unabhängig von Alter und oder beruflichem/schulischem Alltag. Beispiel Niederrhein: Hier ist Keeper Sven Bartmann (39) glatt doppelt so alt wie Linksaußen Konrad Thelen (19). Den Erfahrungsrekord dürfte jedoch aller Voraussicht nach Mirko Szymanowicz (40) brechen, der es zuletzt beim Oberligisten HSG VeRuKa ebenfalls nicht lassen konnte und im Kampf um den Klassenerhalt immer wieder auf der Platte auftauchte. Im Training kurz vor dem Allstar Game wirkte Mirko gleichfalls eher wie ein Spieler mit maximalem Ehrgeiz denn als Trainer, der er zusammen mit Michael Hegemann tatsächlich ist. Beim Mittelrhein wäre zumindest theoretisch ein Einsatz von Freddy Rudloff denkbar, der ein perfekt passendes Trainerduo mit DHB-Coach Erik Wudtke bildet. Wer die bessere Strategie entwirft, wer mehr Power entwickeln kann, wer die besseren Lösungen präsentiert und wer am Ende mehr Tore auf seinem Konto hat als der jeweils andere? Einen intensiven Austausch darüber soll es in beiden „Lagern“ – und selbstredend übergreifend – kürzlich sogar auf einer bekannten Baleareninsel gegeben haben, die in jedem Jahr unmittelbar nach dem letzten Spieltag in der Meisterschaft so vielen Mannschaften ein Zuhause auf Zeit bietet.
Was wir uns auch dieses Mal vor allem anderen wünschen: Lasst uns gemeinsam diesen Tag zu einem Fest des Handballs machen. Lasst uns gemeinsam erleben, dass der Handball was Verbindendes hat. Lasst uns jede gelungene Aktion feiern, lasst uns höchsten Einsatz und Respekt im Vordergrund stehen. Natürlich wollen alle gewinnen und natürlich werden alle entsprechend zupacken. Wir bitten sogar darum, denn wir sind ja beim Handball und nicht in einem philosophischen Gesprächskreis. Behandelt unsere Spieler und Trainer mit Respekt, behandelt unsere Schiedsrichter mit Respekt, behandelt die mit Respekt, die für euch Würstchen grillen oder Getränke ausschenken. Helft uns mit Geduld, falls es an der einen oder anderen Stelle etwas länger dauert. Klaus Stephan an der Orga-Spitze des OSC Rheinhausen und die vielen Mitstreiter aus dem Verein werden sich alle erdenkliche Mühe geben, die Spieler werden mit dem Ball in der Hand ihren Teil dazu beitragen. Wer die Jungs ein bisschen besser kennenlernen will, hat dazu im Übrigen schon vor dem Anpfiff die Gelegenheit – beim Blick ins Hallenheft. Das steht – wie der Name sagt – in der Halle zur Verfügung und stellt unter anderem den Trainerstab, beide Mannschaften und unsere Schiedsrichter vor. Sie alle hatten ein paar Hausaufgaben zu erledigen und waren für einen kurzen Steckbrief durchaus bereit, etwas von sich preiszugeben und ein paar Gute-Laune-Antworten beizusteuern. Unsere Lieblingsauswahl kommt dabei auf diese Frage: Was ist eigentlich Handball ohne Harz? Erste Top-Antwort: „Geht, sieht aber scheiße aus.“ Zweite Top-Antwort: „Wie eine Brille ohne Gläser.“ Dass sich allerdings genaues Hinsehen lohnt, werden wir am Sonntag sehen, wenn um 15 Uhr die Mannschaften zum Warmmachen aufs Feld kommen und wenn Denis und Dustin Seidler um 16 Uhr das Allstare Game anpfeifen. Bald ist das Warten vorbei. Die Spieler sind heiß, die Trainer sind heiß, die Rheinhausener sind heiß. Alle sind bereit. Es kann losgehen.
Team Niederrhein
Trainer: Michael Hegemann, Mirko Szymanowicz.
Torhüter: Sven Bartmann (TV Korschenbroich), Sven Plath (ASV Süchteln).
Linksaußen: Glenn Dautermann (Meerbuscher HV), Konrad Thelen (TV Aldekerk).
Rückraum links: Mika Petersen (TuSEM Essen), Gerhard Terbuyken (SG Monheim).
Rückraum Mitte: Lukas Hüller (OSC Rheinhausen), Vincent Schimanski (TV Geistenbeck).
Rückraum rechts: Elias Eiker (DJK Adler Königshof), Torsten Sanders (HSG Wesel).
Rechtsaußen: Bruno Zavada (TV DJK Krefeld-Oppum), Dusan Maric (Interaktiv.Handball).
Kreis: Matthias Meurer (DJK Adler Königshof), Aaron Jennes (Borussia Mönchengladbach), Marvin Lüttke (TV Geistenbeck).
Team Mittelrhein
Trainer: Erik Wudtke (DHB), Frederic Rudloff (MTV Köln/ab 1. Juni Pulheimer SC).
Torhüter: Pascal Boldt (1. FC Köln), Elvan Kromberg (TuS Königsdorf).
Linksaußen: Kai Frauenrath (HC Weiden), Volker Hermanns (Birkesdorfer TV).
Rückraum links: Moritz Holtermann (1. FC Köln), Oliver Dasburg (TuS 82 Opladen).
Rückraum Mitte: David Denert (BTB Aachen), Alexander Koch (Wölfe Vorweifel).
Rückraum rechts: Sven Xhonneux (HC Weiden), Carsten Jacobs (BTB Aachen)
Rechtsaußen: Niklas Adolph (TV Palmersheim), Franz Krohn (TSV Bonn rrh.),
Kreis: Marius Többen (TuS Königsdorf).