3. Liga
Opladen und der Befreiungsschlag vor dem Derby
TuS 82 holt mit 31:23 in Nieder-Roden den ersten Saisonsieg. Für TSV Bayer II war in Dutenhofen mehr drin als ein 31:31. Interaktiv verpasst beim 28:29 knapp einen Erfolg gegen Vizemeister Gelnhausen.

Wir schaffen das! Rechtsaußen Markus Sonnenberg (rechts) ist im jungen Team von Trainer Aaron Hahn einer der wichtigsten Fixpunkte. Der Sieg in Nieder-Roden war jetzt für alle Opladener wie eine Erlösung. (Foto: Thomas Ellmann)

Die Anspannung vorher war groß und die Erleichterung danach noch größer. Die Gefahr jedenfalls, von Anfang an maximal unter Druck zu geraten und dem Feld sofort richtig hinterherzulaufen, hat der mit drei Niederlagen hintereinander in die Saison gestartete TuS 82 Opladen durch seinen 31:23-Erfolg bei der HSG Nieder-Roden (Zehnter/3:5) in den Griff bekommen – gerade rechtzeitig vor dem Mittelrheinderby am kommenden Freitag (20 Uhr) beim TSV Bayer Dormagen II. Der Aufsteiger seinerseits steht wie die Opladener bei 2:6 Punkten, hat aber weiterhin keinen Sieg auf dem Konto. Bei der HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (15./1:7) war für die Dormagener zwar (wieder) mehr drin, doch am Ende reichte es fürs Team von Trainer Peer Pütz nur zu einem 31:31-Unentschieden. Auf den Rängen zwölf (Opladen) und 13 (TSV) stehen die beiden Nachbarn nicht nur tabellarisch im unteren Drittel nah beieinander, sondern auch über ihre Trainer: Opladens Coach Aaron Hahn hat ja als Co-Trainer des Dormagener Zweitliga-Teams einen ganz guten Draht zum TSV-Kollegen Peer Pütz – allerdings weniger am Freitag zwischen 20 Uhr und ungefähr 21.30 Uhr. Den zweiten Erfolg hintereinander nach dem 26:23 über Dutenhofen sicherten sich die Bergischen Panther durch ihr 38:34 beim Aufsteiger HV Vallendar (14./2:6), während Interaktiv.Handball trotz einer erneut überzeugenden Leistung gegen den Zweiten TV Gelnhausen (7:1) nach zuvor zwei Siegen mal wieder eine Niederlage hinnehmen musste. Interaktiv (4:4), die Panther (4:4) und der Longericher SC (4:6) bilden auf den Rängen sieben, acht und neun im Mittelfeld ein geschlossenes Westpaket, in das die HSG Krefeld Niederrhein (8:0) bereits nach dem vierten Spieltag nicht mehr passt – obwohl das 26:22 (12:8) bei der weiter tief im Keller festhängenden HSG Hanau (16./0:6) massiv glanzlos ausfiel. Der Zweitliga-Absteiger, der auf direktem Weg wieder nach oben will, scheint als Tabellenführer und einzige Mannschaft ohne Punktverlust trotzdem schon jetzt in einer eigenen Welt unterwegs zu sein.

Für Interaktiv war ein Erfolg über den Vizemeister der vergangenen Saison keine Pflicht – aber durchaus im Bereich des Möglichen. In der oft ausgeglichenen Partie auf Augenhöhe gerieten die Hausherren, bei denen Keeper Sebastian Bliß erneut eine ganz starke Leistung zeigte, vom 9:9 (28.) durch vier Gegentreffer hintereinander bis zum 9:13 (32.) ins Hintertreffen, brachten aber nach dem 16:19 (42.) eine sehenswerte Antwort auf die Platte. Sieben Minuten und einen 6:0-Lauf später führten die Ratinger selbst mit 22:19 (48.) und bis zum 27:25 (57.) durch Frederik Waldbach deutete viel auf eine Überraschung hin, ehe Gelnhausen den Spieß zum eigenen 28:27 (59.) umdrehte. Am Ende reichte dann das 28:28 (60.) von Stanko Sabljic auch nicht für was Zählbares, weil sich die Gäste im Anschluss an eine eigene Auszeit die finale Chance erarbeiteten und zehn Sekunden vor Schluss das 29:28 markierten. Sabljic, bei Interaktiv der spielende Sportliche Leiter, bescheinigte der Partie insgesamt ein gutes Niveau und den Ratingern eine gute Leistung: „Das war ein sehr, sehr gutes Handballspiel. Von meiner Seite würde ich sagen, ein großes Lob an beide Mannschaften. Wir haben viele, viele Sachen richtig gemacht. Am Ende hat uns Erfahrung gefehlt. Gelnhausen hatte die Erfahrung schon in den letzten zwei, drei Jahren sammeln können – was wir noch nicht haben gemacht haben. Wir können schon klar sehen, an welchen Teilen des Handballspiels wir auf jeden Fall arbeiten müssen. Und das werden wir tun. Das war auf jeden Fall eine sehr, sehr wertvolle Erfahrung für uns.“

Ähnlich dicht dran an einem Sieg waren die Dormagener, die sich mit der HSG über die gesamten 60 Minuten ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten – mit wechselnden Führungen. Bis zum 8:7 (14.) legten regelmäßig die Gäste vor, ehe vom 8:8 (16.) bis zum 15:14 (29.) Dutenhofen jeweils eine Führung erzielte. Nachher ließ sich der Klassen-Neuling selbst von einem 20:23 (42.) nicht nachhaltig irritieren und er schaffte noch einmal die Wende – 24:24 (47.), 26:25 (49.), 28:27 (53.), 29:28 (56.). Aus dem 29:30 (57.) machten Malte Adam und Paul Scholl das 30:30 (58.) und 31:30 (58.), doch die Gastgeber glichen in Überzahl (59./Zeitstrafe gegen Marvin Landau) zm 31:31 (59.) aus. Das Duell der Auszeiten in auf beiden Seiten in der letzten Minute änderte anschließend nichts mehr am Ergebnis, das in der Summe aller Einzelteile wohl in Ordnung ging. „Am Ende ist es ein Unentschieden nach einem sehr knappen Spiel“, sagte Bayer-Coach Peer Pütz, „bei uns hat sich Linus Leitz leider nach ein paar Minuten verletzt, sodass wir ein bisschen umdisponieren mussten. Wir haben in der ersten Halbzeit vorne ein bisschen viele technische Fehler gemacht und das in der zweiten Halbzeit eigentlich gut verbessert – aber da dafür ein paar Fehlwürfe gehabt.“

Fehlwürfe und ausgelassene Möglichkeiten in jeder Form waren tatsächlich die wichtigsten Gründe für die bisherige Null-Ausbeute der Opladener, die nun in Nieder-Roden in diesem Punkt besonders in der ersten Halbzeit einem Jungbrunnen entsprungen zu sein schienen. Hinten vernagelte Keeper Georg Mohr seinen Kasten in Zusammenarbeit mit einer intensiv arbeitenden Deckung und vorne wirkte der TuS 82 ähnlich konsequent, sodass er den frühen 1:3-Rückstand (4.) problemlos hinter sich ließ und über 4:3 (7.) und 6:3 (11.) das Heft in die Hand nahm. Mit den Zwischenspurts vom 12:8 (22.) zum 14:8 (24.) und vom 14:9 (25.) bis zum 17:9 (28.) waren die Verhältnisse für diesen Abend fast schon geklärt und eine echte Chance auf eine Wende bekam die HSG selbst mit einer Steigerung und dem 19:22-Anschluss (44.) nicht mehr. Letzte Zweifel am Erfolg konnte der TuS 82 mit dem 4:0-Lauf beseitigen, durch den er die 24:20-Führung (52.) auf 28:20 (55.) ausbaute. Opladens Coach Aaron Hahn wirkte wie sein Team erleichtert: „Das war eine sehr gute Teamleistung insgesamt. In der ersten Halbzeit  hält Georg Mohr 50 Prozent ungefähr. Aber wir spielen auch eine gute Abwehr und geben ihm gute Würfe. Das Tempospiel nach vorne ist in der ersten Halbzeit gut, wir machen nur zwei technische Fehler, das ist noch mal eine gute Weiterentwicklung zu den letzten Wochen. In der ersten Halbzeit hat einfach sehr viel gepasst. Birger Dittmer zeigt eine extrem abgeklärte Leistung – vor allem, wenn die Abwehr sehr offensiv ist. Dann hat Nieder-Roden auf eine defensive Formation umgestellt und wir haben Johannes Emmerich, der sehr viele Zweikämpfe gegen die defensiven Gegenspieler gewinnt. Das war insgesamt eine sehr runde Leistung.“

Interaktiv.Handball – TV Gelnhausen 28:29 (9:11).

Interaktiv.Handball: Bliß, Windeck – Schulz (5/1), Venedey, Szabo (9/5), Waldbach (1), Stock, Sibbel (2), Kübler (4), Körber (2), Seher (3), Schröder, Poschacher, Megale, Sabljic (2).

 

HV Vallendar – Bergische Panther 34:38 (18:18).

Bergische Panther: Eigenbrod, Berblinger – Müller (1), Hermann (2), Meurer (5), Taymaz, Lindemann (7), Exner (2), Lorenz (1), Schütte, Ballmann (7), Schön (2), Büscher (5), Elsässer (6/2).

 

Longericher SC – HG Saarlouis 34:34 (19:14).

Longericher SC: Kull, Babic (1) – Schrief, Pyszora, Wörmann (8), Richter (1), Bertenbreiter (1), Breithaupt, Leitz (7), Schulz (9/1), Kremp (5), Dahlke (2).

 

HSG Rodgau Nieder-Roden – TuS 82 Opladen 23:31 (10:18). 

TuS 82 Opladen: Beckert, Mohr – Mucha, Gießelmann (2), Dittmer (8/1), Heinzerling, Jagieniak, Emmerich (3), F. Johannmeyer (1), Sonnenberg (1), Kostorz (5), Werschkull (4), L. Johannmeyer (4/2), Heß (2), Klück, Roth (1).

 

HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II – TSV Bayer Dormagen II 31:31 (15:15).

TSV Bayer Dormagen II: Elonamany, Klein – Landau (13/6), Almendinger, Unbehaun, Döpner (4), Naumann (2), Bahns, Hoffmann (1), Scholl (3), Leitz, Kersten (1), Böhnert (5), Adam (1/1), Marcus, Hahn (1).

 

HSG Hanau – HSG Krefeld Niederrhein 22:26 (8:12).

HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Wollny (2), Schneider (2), Kösters, Siegler (2), Michalski (10/3), Braun, Jagieniak, Persson (4), Ingenpaß (1/1), Rose (5), Papina, Mevissen.