| 05. Oktober 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Lücke gesucht: Birger Dittmer (beim Wurf) war mit vier Toren zusammen mit Lucius Heß noch der erfolgreichste Werfer der Opladener (links Johannes Emmerich/drei Tore), die sonst viele Chancen ungenutzt ließen. Finn Jona Metzler (Nummer 22) und die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II reichten am Ende 27 eigene Treffer zum Sieg in der Bielerthalle. (Foto: Thomas Ellmann)
Das hatten sich viele anders vorgestellt, aber die Lage ist für den Handball-Westen wirklich eher betrüblich in der 3. Liga – und dieser sechste Spieltag machte alles noch ein bisschen komplizierter. Klar: Vorne zieht die aus der 2. Liga abgestiegene HSG Krefeld Niederrhein, die unbedingt zurück in diese Klasse will, bereits einsam ihre Kreise. Niemand zweifelt auch nur im Geringsten daran, dass die Eagles zumindest die Aufstiegsrunde erreichen werden, und mit dem 41:25 (20:14) bei der HSG Nieder-Roden (14./3:9) stellte das als Tabellenführer bei 12:0 Punkten angekommene Team von Trainer Mark Schmetz erneut seine Sonderstellung unter Beweis. Auch das Torverhältnis (222:159/plus 63) passt dabei ins Bild. Und der Rest? Der Longericher SC verliert bei der TSG Münster (Fünfter/9:3) mit 32:34, Interaktiv.Handball mit 28:38 gegen Saase3 Leutershausen (Vierter/9:3), die Bergischen Panther ziehen mit 31:33 gegen die HSG Hanau (Zehnter/4:6) den Kürzeren, der TSV Bayer Dormagen II mit 27:31 beim TV Gelnhausen (Zweiter/11:1). Zum „guten“ Schluss geht der TuS 82 Opladen gegen die HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II (Siebter/5:7) beim 20:27 leer aus. Wenig überraschend: Keiner der fünf hat nun noch ein positives Konto und alle sind jetzt erst einmal in der unteren Hälfte der Tabelle zu Hause. Dabei liegen die Longericher bei 5:9 Zählern in erster Linie deshalb vor den weiteren West-Klubs, weil sie bereits ein Spiel mehr ausgetragen haben. Der TuS 82 Opladen (Zehnter), Interaktiv.Handball (Zwölfter) und die Bergischen Panther (Rang 13) folgen mit jeweils 4:8 Punkten – und sie gehören damit alle zur erweiterten Gefahrenzone. Auf einem der drei heißen Stühle, die am Ende den Abstieg bringen, sitzen als Vorletzter (2:10) die aufgestiegenen und in der Klasse alleine sieglosen Dormagener. Eine Hoffnung beim Blick auf die Lage: Der Abstand nach „oben“ hält sich weiter in Grenzen – was kein Wunder ist, wenn die Konkurrenz ebenfalls leer ausgeht.
Die Interaktiv-Niederlage gegen Leutershausen fiel am Ende zu hoch aus. Nach dem guten Start mit einer 5:3-Führung (7.) lag das Team von Trainer Filip Lazarov ab dem 5:6 (9.) immer hinten und verlor nach dem 9:10 (18.) innerhalb von dreieinhalb Minuten bis zum 9:14 (21.) den Anschluss sowie nach dem 12:15 (25.) innerhalb von vier Minuten mit dem 12:19 (29.) fast schon jede Siegchance. Die Reaktion der Ratinger darauf war aber stark, weil sie zunächst die zweite Halbzeit mit einem 5:0-Lauf eröffneten und im Eilverfahren auf 18:20 (35.) verkürzten. Mit dem 21:22 (39.) und 22:23 (42.) schien sogar eine Wende möglich zu sein, doch die Gäste verloren nie die Ruhe und sie antworteten mit einem großen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, indem sie vom 26:23 (48.) auf 30:23 (51.) erhöhten und die Lücke auf der Zielgeraden noch zweistellig machten – 34:28 (57.), 38:28 (60.). Stanko Sabljic, der spielende Sportliche Leiter bei Interaktiv, bewertete den Abend treffend: „Das war ein sehr starker Gegner, sehr unangenehm für uns. Er ist körperlich sehr stark und spielt ein bisschen anders als wir, langsam und genau auf den Punkt. Das hat uns nicht gepasst. Positiv war der Anfang der zweiten Halbzeit, da haben wir sehr gut gekämpft und es freut mich, dass die Mannschaft so Charakter gezeigt hat. Wir kommen auf zwei Tore hean, aber dann behalten wir nicht die Ruhe im Spiel.“ Dass nun die Aufgabe am nächsten Sonntag beim TSV Bayer Dormagen II nach drei Niederlagen hintereinander noch wichtiger ist, weiß Sabljic genau.

Die Bedeutung dieses Duells sehen natürlich auch die Dormagener, die beim Zweiten Gelnhausen ebenfalls eine intakte Moral auf die Platte brachten – obwohl sie schnell mit 0:3 (5.) zurücklagen und immer einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Vor der Pause blieb das Team von Trainer Peer Pütz übers 7:8 (21.) und 12:13 (29.) immer dicht dran, ehe es sich mit deutlich zu vielen Fehlern innerhalb von nur einer Minute selbst ein Bein stellte – 12:16 (30.). Beim Stande von 16:24 (41.) deutete dann alles auf eine bittere Packung für den Klassen-Neuling hin, aber Dormagen wehrte sich noch einmal und konnte mit dem 26:29 (57.) dreieinhalb Minuten vor der Schluss-Sirene und mit dem 27:30 (59.) genau 77 Sekunden vor dem Ende jeweils bis auf drei Tore verkürzen. Für mehr fehlte aber unter anderem die Zeit und Jonathan Malolepszy setzte mit dem 31:27 (60.) den Schlusspunkt für die favorisierten Gastgeber. TSV-Coach Pütz konnte zwar nicht viel mit der Niederlage anfangen, dafür allerdings einiges mit der Leistung der Dormagener: „Das war von uns ein sehr guter Auftritt bei einer Mannschaft, die letztes Jahr in der Aufstiegsrunde war und einfach sehr sehr gut ist. Wir hatten auch wieder, wo die erste Mannschaft gleichzeitig gespielt hat, ein, zwei Personalsorgen. Wir haben uns gerade in der ersten Halbzeit super reingekämpft und sind dann so ein bisschen unglücklich, nachlässig vor der Pause, wo wir vielleicht auch mit einem oder zwei Toren Rückstand in die Pause hätten gehen können. Wir machen ein, zwei schnelle dumme Fehler, wodurch wir dann vier weg sind. Am Anfang zweiten Halbzeit haben wir noch mal eine kurze Schwächephase, aber wir haben uns wirklich wieder sehr gut zurückgekämpft. Von daher war das für so eine junge Truppe bei so einer Kulisse, die beachtlich war, insgesamt ein guter Auftritt von uns.“
Das dürfte der Kollege Aaron Hahn, der in Dormagen als Co-Trainer des Zweitliga-Teams arbeitet und im „Zweitberuf“ als Chefcoach der Opladener, so kaum unterschreiben – und auf keinen für seinen Angriff, der in der Summe beinahe ebenso viele Fahrkarten und Fehler produzierte wie Chancen. Nach dem Saisonstart mit drei Niederlagen gewann der TuS 82 mit dem 31:23 bei der HSG Rodgau Nieder-Roden und dem 24:23 in Dormagen zwei Auswärtsspiele hintereinander, ehe er nun in der renovierten Bielerthalle erneut leer ausging und dort nach zwei Einsätzen weiterhin auf den ersten Punkt in dieser Saison überhaupt wartet. Keine vier Wochen alt ist dabei das 21:23 gegen Leutershausen, das mit den 21 erzielten Toren bereits einen Tiefpunkt markierte – den die Opladener nun mit dürftigen 20 Treffern sogar unterboten. Kein Wunder: Die HSG, vorher bei 3:7 Punkten hinter den Gastgebern, nutzte die Gunst der Stunde für einen wichtigen Erfolg und brauchte dafür nicht mal eine überdurchschnittliche gute Leistung. Opladen schien beim 9:7 (17.) auf dem aus seiner Sicht richtigen Weg zu sein, handelte sich danach vier Gegentreffer zum 9:11 (25.) ein und blieb trotzdem dran – 11:11 (29.), 13:13 (35.), 15:15 (38.). Entscheidend waren nun die folgenden sechs Minuten, in denen die Gastgeber das Tor gar nicht trafen und Dutenhofen über einen 5:0-Lauf auf 20:15 (44.) davonzog und fortan nicht mehr in Gefahr geriet. Nach dem 19:23 (51.) war beim TuS 82 auch erkennbar die Luft raus, sodass die HSG beinahe mühelos auf 27:19 (58.) davonzog. Kurz darauf dürften alle Opladener, denen am Ende gar nichts mehr gelang, irgendwie heilfroh gewesen sein, dass die Schluss-Sirene diesen verkorksten Auftritt beendete.
Interaktiv.Handball – Saase3 Leutershausen 28:38 (13:20).
Interaktiv. Handball: Bliß, Windeck – Heinrichsmeyer, Schulz (4), Venedey (1/1), Szabo (3), Waldbach (5), Stock (1), Kübler (2), Körber (3), Seher (7), Schröder, Poschacher (1), Megale (1/1), Sabljic.
TV Gelnhausen – TSV Bayer Dormagen II 31:27 (16:12).
TSV Bayer Dormagen II: Elonamany, Klein – Almendinger, Lidolt, Loske, Unbehaun (7/4), Doepner (2), Naumann (1), Bahns (4), Scheier, Hoffmann (7), Adam (4/1), Marcus, Hahn (2), Vlek, Richartz.
TuS 82 Opladen – HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II 20:27 (11:12).
TuS 82 Opladen: Beckert, Mohr – Gießelmann (3), Dittmer (4), Heinzerling, Jagieniak, Emmerich (3), F. Johannmeyer, Sonnenberg (1), Kostorz (1), Werschkull (1), L. Johannmeyer (3), Heß (4), Roth.
Bergische Panther – HSG Hanau 31:33 (15:16).
Bergische Panther: Eigenbrod, Berblinger – Müller (3), Hermann (2), Meurer (1), Taymaz (4), Lindemann (4), Exner (8/4), Lorenz, Schütte, Ballmann (3), Schön (1), Büscher (4), Elsässer (1).
HSG Rodgau Nieder-Roden – HSG Krefeld Niederrhein 25:41 (14:20).
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Wollny (3), Schneider (7), Kösters, Siegler (4), Michalski (7), Braun (4), Jagieniak (2), Persson (1), Ingenpaß (1), Rose (7), Papina (5/2).
TSG Münster – Longericher SC 34:32 (17:17).
Longericher SC: Kull, Babic (1) – Wörmann (5), Henrich (1), Richter (2), Thöne (1), Breithaupt (2), Leitz (8), Schulz (9/3), Nolting (1), Kremp (2), Dahlke.