| 26. Oktober 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Nimm du ihn! Auf das Konto von Len Johannmeyer (Mitte/sechs Tore) und Julian Thomas (rechts/neun) gingen beim 36:28-Sieg insgesamt 15 Treffer der Opladener. Münster (links Timo Treber) fand dagegen selten ein Mittel, sodass der TuS82 ebenso klar wie verdient gewann. (Foto: Thomas Ellmann)
Was die HSG Krefeld Niederrhein, den TuS 82 Opladen und Interaktiv.Handball unterscheidet? Eigentlich alles. Vor allem liegen allerdings bei den rein sportlichen Zielen Welten zwischen den Eagles und den beiden anderen West-Klubs in der Gruppe Süd-West der 3. Liga 2026/2027. Während für die HSG alleine die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga in Frage kommt, peilen sowohl die Opladener als auch die Ratinger „nur“ den sicheren Klassenerhalt an. Beide wollen einfach so früh wie möglich eine sichere Position über dem Strich erreichen. Deshalb sehen die jüngsten Ergebnisse erst recht danach aus, als kämen sie aus einer völlig verkehrten Welt: Die HSG holte aus ihren jüngsten zwei Partien bloß einen einzigen Zähler (1:3), während der TuS 82 und Ratingen in diesem Zeitraum jeweils zweimal gewannen (Interaktiv insgesamt sogar dreimal hintereinander). Mittelfristig wird es trotzdem sicher nicht so sein, dass die nach dem 29:34 (13:18) gegen die HG Saarlouis (Dritter/14:4) jetzt auf Rang zwei hinter den neuen Ersten TV Gelnhausen (16:2) zurückgefallenen Krefelder (15:3) in direkten Kontakt mit den beiden anderen geraten. Dieses Duo hat aber für sich immerhin eine günstige Situation mit dem Blick auf die nächsten Wochen und Monate hergestellt. Interaktiv.Handball, das gegen die Bergischen Panther mit 32:27 (13:13) gewann, steht dabei als Sechster (10:8) noch besser da als die Opladener, die nach dem 36:28 (17:12) gegen die TSG Münster (Fünfter/11:7) auf dem zehnten Platz (8:10) mittlerweile ebenfalls deutlich stabiler aussehen.
Jene Stabilität würden wohl auch die bei 5:11 Punkten angekommenen und jetzt zum vierten Mal hintereinander sieglosen Panther (ein Unentschieden, drei Niederlagen) gerne erkennen – was ganz ähnlich für den Aufsteiger TSV Bayer Dormagen II gilt. Während die Panther bei aller Gefahr als Zwölfter wenigstens den vorletzten Platz am rettenden Ufer belegen, hängt Dormagen nach dem 32:35 (16:18) gegen den TV Kirchzell (Siebter/10:8) auf Rang 15 (4:14) zusammen mit dem HLZ Friesenheim-Hochdorf II (14./5:13) und dem HV Vallendar (16./2:16) tief in der direkten Abstiegszone fest. Den Schwung vom vergangenen 31:28 in Friesenheim-Hochdorf II konnte das Team von Trainer Peer Pütz jedenfalls nicht für den ersten Drittliga-Erfolg in eigener Halle nutzen. Dort steht nach bisher drei Auftritten noch kein einziger Zähler auf der Habenseite – 23:24 gegen Opladen, 28:32 gegen Interaktiv, 32:35 gegen Kirchzell.
Ratingen erwischte mit dem 4:0 (5.) gegen hier noch abwesende Panther einen Traumstart, konnte den klaren Vorsprung aber nach dem 9:5 (14.) und 11:7 (20.) nicht halten, weil es selbst seine Fehlerzahl stark erhöhte und weil sich die Gäste schrittweise in die Partie zurückkämpfen – bis zum 13:13 (30.) am Ende der ersten Halbzeit. Mit dem 15:16 (36.) und 15:17 (37.) geriet Interaktiv dann sogar ins Hintertreffen und bis zum 20:20 (43.) lieferten sich beide Seiten einen Parallelslalom, ehe sich die Waage wieder auf die Seite der Hausherren neigte. Bis zum 23:20 (48.) schaffte das Team von Trainer Filip Lazarov eine 3:0-Serie und nach dem 23:22 (49.) brachte ein 5:0-Lauf bis das entscheidende 28:22 (54.) in dieser lange ausgeglichenen Partie. Stanko Sabljic, der spielende Sportliche Leiter bei Interaktiv, war ziemlich angetan: „Der Sieg ist sehr, sehr wichtig für uns. Wir waren vorne, dann wieder zurück – und dann haben wir wieder richtig Gas gegeben und am Ende klar gewonnen. Wir haben wirklich Charakter gezeigt, wir haben gekämpft. Am Ende hat unserer Torhüter Till Windeck eine super Leistung gezeigt und uns Sicherheit gegeben und die Abwehr war auch in Ordnung. Da hat er super gehalten und das war Rückenwind für uns – und dadurch haben wir vorne leichter gespielt.“

Von leichter gespielt konnte bei den Opladenern später auch die Rede sein – obwohl die zunächst das direkt wieder umzustoßen schienen, was sie sich zuletzt durch ein 35:30 über die HSG Hanau gerade aufgebaut hatten. Am Anfang leistete sich der TuS 82 derart viele Fehler, dass Hanau nur zugreifen musste und in der siebten Minute mit dem 3:7 bereits sieben Gegentreffer auf der Anzeigetafel standen. Den aus ihrer Sicht richtigen Weg fand die Mannschaft von Trainer Aaron Hahn aber bald – 8:9 (20.), 12:9 (24.). Übers 14:12 (28.) und 17:12 (30.) nach der ersten Hälfte kletterte das Polster später auf sechs Tore Unterschied beim 19:13 (36.), ehe Opladen das Hanauer 16:19 (39.) mit dem 4:0-Lauf zum 23:16 (44.) beantwortete und mit dem 29:19 (49.) den höchsten und entscheidenden Vorsprung erreichte. Hahn hatte in der Summe wenig auszusetzen am Auftritt seines Teams: „Insgesamt war das wieder eine runde Mannschaftsleistung, auch wenn wir einen eher schweren Start erwischen. Wir haben vorne ein, zwei Ballverluste zu viel, aber danach sind wir wirklich sicher im Angriff und finden eigentlich über jeden Positionsangriff eine Lösung. Hervorzuheben ist Len Johannmeyer mit sechs Treffern aus zehn Versuchen, aber vor allem mit neun Assists und einer guten Spielsteuerung, genauso wie Johannes Emmerich. Lucius Heß am Kreis macht einen überragenden Job und auch in der Abwehr mit einem guten Colin Beckert hintendrin. Mit hervorzuheben ist das Debüt von Julian Thomas. Hintenraus verlieren wir ein bisschen den Faden verlieren und gehen nicht ganz so souverän aus der Partie raus, wie es das Endergebnis eigentlich vermuten lässt. Fynn Johannmeier zieht eigentlich das ganze Spiel fast durch, verteidigt sehr gut und erledigt vorne seinen Job gut.“ Rechtsaußen Julian Thomas, noch am 17. Oktober beim 30:32 in Korschenbroich für den Regionalligisten Unitas Haan unterwegs und kurzfristig in die Bielerthalle gewechselt, war mit neun Treffern der erfolgreichste Opladener Werfer.
Die Dormagener hatten natürlich gehofft, nach dem 31:28 kürzlich beim HLZ Friesenheim-Hochdorf II direkt den zweiten Saisonsieg nachlegen zu können – und bis zehn Minuten vor dem Ende dieser Partie mit wechselnden Führungen war auch alles möglich für die Mannschaft von Trainer Peer Pütz. Vom 1:0 (1.) bis zum 12:11 (18.) lag fast immer Dormagen vorne, doch ab dem 12:13 (20.) sprach mehr für das HLZ – 14:17 (26.), 17:20 (33.). Bis zum 24:25 (45.) rannte Dormagen hinterher, bevor drei Tore hintereinander mit dem 27:25 (48.) neue Möglichkeiten eröffneten. Das 29:27 (51.) von Kieran Unbehaun war dann vor allen Dingen der Beginn einer engen Schlussphase, in der die Hausherren bis zum 31:30 (54.) von Malte Adam jeweils vorlegten und anschließend trotzdem noch den Erfolg aus den Augen verloren. Fünf Minuten und vier Gegentreffer später war beim Stande von 31:34 (59.) klar, dass der Aufsteiger erneut leer ausgehen würde.
TuS 82 Opladen – TSG Münster 36:28 (17:12).
TuS 82 Opladen: Beckert, Mohr – Mucha, Gießelmann (3), Jagieniak, Emmerich (1), F. Johannmeyer (6), Sonnenberg (1), Werschkull (2), L. Johannmeyer (6/4), Heß (8), Klück, Swiedelsky, Roth, Thomas (9/1).
Interaktiv.Handball – Bergische Panther 32:27 (13:13).
Interaktiv.Handball: Bliß, Windeck – Schulz (12/1), Venedey (2), Szabo (1), Waldbach (2), Sibbel (3), Kübler (1/1), Körber (4), Büttner (1), Schröder (1), Poschacher, Eckardt (1), Megale (3), Sabljic (1), Hufnagel.
Bergische Panther: Eigenbrod (1), Berblinger – Müller (6), Hermann (3), Meurer (1), Lindemann, Exner (5), Lorenz (1), Schütte, Ballmann (3), Schön (2), Büscher (4), Elsässer (1/1).
TSV Bayer Dormagen II – TV Kirchzell 32:35 (16:18).
TSV Bayer Dormagen II: Elnoamany, Klein – Landau (2/1), Almeninger, Lidolt, Unbehaun (12/7), Döpner (2) Ostrowski, Naumann, Richartz (3) Bahns (2), Scheier, Hoffmann (4), Adam (7), Marcus, Ishiaku.
HSG Krefeld Niederrhein – HG Saarlouis 29:34 (13:18).
HSG Krefeld Niederrhein: Rüspeler, Borucki – Wollny (1), Wolfram (2), Schneider (1), Kösters, Siegler, Michalski (6), Braun, Jagieniak, Persson (6), Ingenpaß (2), Rose (4), Papina (7/4) Mevissen.
HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II – Longericher SC 27:34 (13:17).
Longericher SC: Kull (1), Babic – Wörmann (3), Schrief, Henrich (5), Bertenbreiter, Breithaupt (5), Leitz (2), Schulz (9/3), Nolting (1), Kremp (6), Dahlke (2).