| 05. November 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Balltransport: Niklas Weis (rechts) und Aaron Jennes (Dritter von rechts/Nummer 11) bekamen ihn im bisherigen Verlauf mit den Mönchengladbachern schon ganz gut hin – noch ein bisschen besser als René Krouß, Kai Heitkötter (von links) und Luca Bohrmann (Nummer 35/Zweiter von rechts) mit den Bonnern. In der vergangenen Saison erwirtschaftete dagegen die TSV ein knappes Plus – 34:34 in Bonn, 28:27 in Mönchengladbach. (Foto: Thomas Schmidt)
Das ist nach fünf Spielen alles kein Produkt des Zufalls mehr. Borussia Mönchengladbach, in der vergangenen Saison eher unten zu Hause und lange in den Kampf gegen den Abstieg verstrickt, hat sich am 17. Oktober nach dem 37:32 über den BTB Aachen (Zehnter/4:6 Punkte) in die erste Saison-Unterbrechung (Herbst-Schulferien) verabschiedet – als einziger Regionalligist mit makellosen 10:0 Zählern. Auf ihrer Habenseite konnte die Mannschaft von Trainer Ronny Rogawska aber nicht nur den einen oder anderen Erfolg über Konkurrenten aus der unteren Hälfte verbuchen, sondern am 10. Oktober mit dem 31:29 über den Zweiten OSC Rheinhausen auch den bisher wertvollsten. Auffallend unter anderem bei der Borussia: Sie verfügt in David Hansen (35) auf der linken Seite und Niklas Weis (35) auf der rechten Seite über zwei erfahrene Rückraumspieler mit Top-Torjägerqualitäten. Zusammen haben sie bisher bereits 67 Treffer erzielt – 13,4 pro Partie. Hinzu kommt in Jordi Weisz (29) ein Regisseur, der als Strippenzieher ebenfalls sehr genau weiß, wo das Tor steht (24 Treffer). Was das den Mönchengladbachern zum Auftakt nach der Pause für die Aufgabe bei der TSV Bonn rrh. garantiert? Nichts. Die Bonner ihrerseits mussten schließlich mit dem 29:32 am zweiten Spieltag gegen den TV Korschenbroich erst eine Niederlage hinnehmen – und sie bilden deshalb als Vierter zusammen mit dem Zweiten Rheinhausen und den auf Rang vier folgenden Korschrnbroichern bei jeweils 8:2 Punkten des Trio der direkten Borussia-Verfolger.
Und zumindest in der Theorie könnte die TSV jetzt sogar die Tabellenspitze übernehmen, falls sie zwei Voraussetzungen erfüllt: Sie müsste selbst am besten relativ klar gewinnen und gleichzeitig dürfte der OSC höchstens einen Teil-Erfolg oder einen ganz knappen Sieg erzielen. Dass die Mannschaft um Rheinhausens Trainerduo Sascha Wistuba/Nico Biermann von einem Unentschieden oder einer Niederlage wenig hält, liegt allerdings auf der Hand – obwohl die bevorstehende Aufgabe beim BTB Aachen (Zehnter/4:6) nicht ungefährlich aussieht. Aachen holte immerhin alle vier seiner insgesamt sechs Punkte in eigener Halle und hat dort sicher seinen Schwerpunkt im Kampf um den Klassenerhalt. Vergleichbar hoch dürfte die auf den TVK wartende Hürde beim HC Weiden sein (13./2:8), der kürzlich mit dem 31:25 beim TuS Lintorf (Elfter/3:7) seinen ersten Saisonsieg erzielte und sich am liebsten so rasch wie möglich weiter auf eine ruhigere Position vorarbeiten will. Trainer Marc Schlingensief hat viel Respekt vor dem TVK, traut seinem Team jedoch ebenfalls einiges zu: „Korschenbroich hat es offensichtlich gut geschafft, den Umbruch zu meistern. Aus zwei verschiedenen Abwehrsystemem, mit Sven Bartmann im Tor, agieren sie mit sehr viel Tempo nach vorne. Im Angriff verteilen sie Ihre Aufgaben recht gleichmäßig mit gutem, schnellem Passspiel. Für uns geht es in dieser wichtigen Phase bis Weihnachten mit insgesamt sieben Spielen – davon fünf Heimspiele – darum, dass wir aus dem Saisonstart die richtigen Lehren gezogen haben und Punkte sammeln. Wir haben grundsätzlich gute Spiele gemacht, aber wir haben uns in zu vielen Situationen zu wenig belohnt. Unsere Abwehr muss weiter unsere Basis sein. Die Mannschaft weiß insgesamt um ihre Qualitäten und wird sie auch jetzt gegen Korschenbroich zeigen. Wir freuen uns sehr auf das Spiel und wir werden alles versuchen, die beiden Punkte in Weiden zu behalten.“
Zu denen, die nach den ersten Wochen in der Saison 2026/2027 noch nach der passenden Position suchen, gehört definitiv der TV Aldekerk. Bei der Mannschaft von Trainer Tim Gentges gehört für den Moment wie in der vergangenen Serie der Mangel an Beständigkeit zu den stabilsten Merkmalen – 23:22 beim HC Weiden, 34:34 gegen die HSG am Hallo Essen (Sechster/6:4), 23:30 beim TuS Lintorf, 25:24 gegen den TV Korschenbroich, 26:29 bei der HSG Refrath/Hand (Neunter/4:6). Anders ausgedrückt: Die Aldekerker scheinen fast Gefallen daran zu finden, dass soeben Aufgebaute mit einem lauten Knall wieder zum Einsturz zu bringen. Im Umkehrschluss müsste daraus folgen, dass im Heimspiel gegen den HC Gelpe/Strombach (Fünfter/6:4) zumindest wieder eine vernünftige Leistung auf die Platte kommt. Gentges weiß um Chancen und Risiken, die sich bieten: „Uns fehlt es leider immer noch an der gewissen Konstanz, eine Leistung von 80 bis 85 Prozent immer abrufen zu können. Und nun treffen wir gegen Gelpe auf die treffsicherste Mannschaft der Liga zum jetzigen Zeitpunkt. Es wird wohl eine spannende Aufgabe auf Augenhöhe. Von daher gilt es für uns, klar im Kopf zu sein und nicht unseren Matchplan zu verlassen, um so die größtmögliche Chance zu haben, dieses Spiel für uns zu entscheiden. Die Fehler, die wir gegen Refrath wieder gezeigt haben, gilt es zu verhindern. Wir müssen eine kompakte Abwehr hinbekommen. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen und das Besprochene aufs Feld bringen, dann sind unsere Chancen gut. Sollten wir einigermaßen davon abweichen, wird Strombach das in der jetzigen Form eiskalt bestrafen.“
Auf eine Art Wiedergutmachungs-Tour werden sich nicht nur die Aldekerker begeben müssen, sondern auch einige andere – wie die HSG am Hallo Essen, die bis vor Kurzem ungeschlagen war und dann unmittelbar vor der Meisterschaftspause mit dem 22:35 in Rheinhausen eine schmerzhafte Ohrfeige kassierte. Für HSG-Coach Marvin Wettemann gab es schon damals nur eine mögliche Reaktion: „Wir werden das Ganze aufarbeiten und nach den Herbstferien wieder angreifen.“ Ob und wie das gelingt, wird die bevorstehende Aufgabe gegen Lintorf zeigen, das selbst nach zwei klaren Niederlagen mit dem 25:37 bei Unitas Haan (Achter/4:6) und dem 25:31 gegen Weiden vom bis dahin ganz guten Weg im Kampf ums Saisonziel Klassenerhalt abgekommen ist. Unter dem Strich geht es den Lintorfern im Übrigen mit ihren drei Punkten unverändert ein bisschen besser als den Mit-Aufsteigern HSG Siebengebirge (Zwölfter/2:8) und SG Langenfeld (14./0:10). Die HSG und die SGL sind in der Regionalliga die beiden einzigen noch sieglosen Klubs und sie treffen nun im Siebengebirge zum direkten Duell aufeinander. Zu den auf die ersten Zähler wartenden Regionalligisten gehörte bis vor Kurzem auch die HSG Refrath/Hand, die allerdings ihren 0:6-Start durch die Erfolge bei der HSG Siebengebirge (27:26) und gegen Aldekerk (29:26) komplett abarbeiten konnte und jetzt in Haan die nächste durchaus schwierige Aufgabe vor sich hat. Auf dem Spiel steht (für beide) nicht weniger als eine Position im halbwegs sicheren Mittelfeld. Ein Platz dort ist auch in dieser Saison nicht selbstverständlich.