| 11. Mai 2026 | Zurück zur Artikelübersicht » |

Reicht das für uns? Trainer Frank Berblinger und die Korschenbroicher könnten mit der Vizemeisterschaft nach einer sehr schwierigen Rückrunde ganz gut leben. Dazu brauchen si vermutlich noch zwei Punkte aus dem Saisonfinale gegen den HC Gelpe/Strombach. (Foto: Sven Frank)
Es bleibt nur noch eine Frage offen in der Regionalliga-Saison 2025/2026, die am kommenden Samstag auf ein entspanntes Finale zusteuert. Besonders erleichtert darüber sind sie beim BTB Aachen, denn nach ein paar Wochen des Hoffen und Bangens schaffte das Team von Trainer Dennis Breuer jetzt durch einen 34:27-Erfolg über den direkten Konkurrenten SSV Nümbrecht eine Runde vor dem Ende den sicheren Klassenerhalt. Kurzformel: Der BTB bleibt als Zwölfter drin (18:32 Punkte), die Nümbrechter (15:35) steigen gemeinsam mit dem Schlusslicht VfL Gummersbach II (8:42) in die Oberliga ab. Karnavalsstimmung herrschte auch bei der Mönchengladbacher Borussia (19:31), die durch ihren in dieser Form nicht zu erwartenden 35:32-Sieg über den Zweiten TV Korschenbroich (32:18) aus eigener Kraft seine Position am rettenden Ufer (Elfter) zementierte. Im Heimspiel gegen den HC Gelpe/Strombach (Neunter/22:28) können die Korschenbroicher eine für sie zeitweise sehr schwierige Rückrunde zu einem ordentlichen Ende führen: Gewinnt die Mannschaft von Trainer Frank Berblinger beim Saisonfinale, macht sie die Vizemeisterschaft aus eigener Kraft amtlich.
Wie auf Schienen zieht ganz vorne der seit Kurzem als Meister und Aufsteiger in die 3. Liga feststehende TSV Bayer Dormagen II (41:9) seine Kreise. Das 34:31 gegen den Dritten OSC Rheinhausen (31:19) war im 13. Heimspiel der elfte Erfolg (noch zwei Unentschieden) und Dormagen kam in der sehr lange ausgeglichenen Partie gerade in der entscheidenden Phase zu den besonders wichtigen Toren – 25:25 (45.), 28:27 (52.), 32:28 (56.) 33:29 (58.), 34:30 (60.). Deutlich mehr Sorgen als die Niederlage und die verpasste Chance zum Sprung auf den zweiten Platz machte OSC-Trainer Sascha Wistuba jedoch das Pech seines Rückraumspielers Justin Kauwetter: „Justin verletzt sich schwer in der Mitte der ersten Halbzeit. Das tut uns am meisten weh heute und besonders für Justin tut es uns sehr leid. Ich hoffe, dass die Untersuchung nur eine leichte Knieverletzung hervorbringt, wir drücken ihm alle Daumen.“ Rheinhausen, Unitas Haan und der HC Weiden (alle 31:19) sind wie die Korschenbroicher noch Kandidaten für die Vizemeisterschaft – falls der TVK denn gegen Gelpe/Strombach zumindest einen Zähler abgibt.
Die Weidener konnten vier ihrer vergangenen fünf Spiele gewinnen und sie brachten sich eine Woche nach dem 26:33 gegen Dormagen durch einen glatten 36:26-Sieg beim VfL Gummersbach II zurück ins Geschäft. Dank des Starts zum 7:2 (9.) und 13:8 (21.) hatte das Team von Trainer Marc Schlingensief früh alles Kontrolle und der HC ließ nach dem 19:14 (29.) am Ende der ersten Halbzeit auch nichts mehr anbrennen – 23:15 (34.), 29:22 (47.), 33:23 (53.). Der Kampf zumindest um den dritten Platz wird jetzt zu einem Fernduell mit den Haanern, die zum Abschluss beim Absteiger Nümbrecht antreten, und den Rheinhausenern, die auf die ebenfalls als Absteiger feststehenden Gummersbacher treffen. Schwieriger würde es, falls am Ende alle drei Kandidaten weiter gleichauf liegen – weil dann der direkte Vergleich untereinander zur Ermittlung der Endplatzierung herangezogen werden muss. Hier hätte nach den Ergebnissen aus Hin- und Rückrunde wohl Weiden (6:2) gegenüber dem OSC (4:4) und den Haanern (2:6) die Nase vorne. Noch komplizierter wäre ein Vierer-Vergleich für den Fall, dass von vorne die Korschenbroicher zum Trio hinzukommen. Das wäre bei Siegen der Klubs auf den Rängen drei bis fünf und bei einem gleichzeitigen Unentschieden des TVK gegen Gelpe/Strombach der Fall.
Die wohl größte Enttäuschung in dieser Saison bleibt fernab von allen Themen wie Meisterschaft und Abstieg der Drittliga-Absteiger TV Aldekerk, der als Zehnter mit seinen 20:30 Punkten meilenweit hinter den eigenen Erwartungen liegt – gerade hinter den eigenen. Bereits die 13:13 Zähler aus der Hinrunde waren weit weg von überzeugend – und nach dem 28:30 in Haan stehen für die Rückrunde bislang 7:17 Zähler auf der Habenseite. Sechs dieser sieben Punkte stammen aus der Zeit bis zum 7. März, als das 32:28 in Weiden noch eine Wende zum Besseren einzuleiten schien. Was folgte, war allerdings die komplette Ernüchterung: Sieben Spiele, kein Sieg, ein Unentschieden, sechs Niederlagen, 1:13 Punkte. Das Team von Trainer Tim Gentges konnte sich vor einiger Zeit selbst beim Absteiger Nümbrecht (37:40) nicht behaupten und es verlor gegen die lange gefährdeten Aachener sogar in der Vogteihalle (29:31). Als Favorit gelten die Aldekerker nun zum Abschluss gegen den Meister Dormagen nicht und der Verlauf der Partie hängt vielleicht eher davon ab, wie viel der Spitzenreiter nach 29:1 Punkten aus den vergangenen 15 Spielen ohne eine einzige Niederlage noch an Energie und Leidenschaft investieren kann/will.
TSV Bayer Dormagen II – OSC Rheinhausen 34:31 (16:15).
TSV Bayer Dormagen II: Conzen, Dürselen, Klein – Landau (2/1), Srugies (2), Hinrichs (2), Hahn, Emmerich (7), Döpner (3), Ostrowski, Bahns (4), Scheier (2), Scholl (4), Schmidt (1), Schindler (3), Adam (4/4).
OSC Rheinhausen: Lenz, Seemann – Adrian, Rippelmeier (7), Mook, Ernst (6), Kauwetter, Dreier (1), Hüller (3/3), Molsner (5), Käsler (2), Kölsch (2), Schlögl (5).
Peer Pütz (Trainer TSV Bayer Dormagen II): „Der Beginn war ein bisschen zäh, gerade am Anfang haben wir uns vorne ein bisschen schwergetan. Es war aber auch ein bisschen ein klassisches Spiel, wo es für beide Teams nicht mehr um richtig viel ging. Meine Mannschaft hat sich trotzdem im Spielverlauf gut gesteigert. Wir haben die Anteile relativ gleichmäßig verteilt, dass jeder seine Einsatzzeiten bekommen hat. Am Ende haben wir schon ein bisschen mehr investiert, dass wir die Saison zu Hause ungeschlagen beenden konnten.“
Sascha Wistuba (Trainer OSC Rheinhausen): „Hinten heraus hat es leider nicht gereicht. Justin Kauwetter verletzt sich schwer in der Mitte der ersten Halbzeit. Das tut uns am meisten weh heute und besonders für Justin tut es uns sehr leid. Ich hoffe, dass die Untersuchung nur eine leichte Knieverletzung hervorbringt, wir drücken ihm alle Daumen. Mit nur noch acht einsatzfähigen Feldspielern zeigen wir eine sehr couragierte und starke Teamleistung. Wir kämpfen uns immer wieder ran. Dormagen steckt nicht zurück und bringt wieder viel Zweitliga Erfahrung auf die Platte. Der TSV kann immer wieder frische Kräfte bringen. Wir konnten heute noch einmal zeigen, dass wir grundsätzlich ebenbürtig und zu Recht oben mit dabei sind. Gratulation an Dormagen zur verdienten Meisterschaft.“

Unitas Haan – TV Aldekerk 30:28 (14:15).
Unitas Haan: Seher, Goeken – Schulz (6), Mensger (3/1), Richartz (2), Brandenburg (2), Micus (1/1), Hinkelmann (1), Rath (2), Disler (1), Bleckmann (4/2), Werthebach (7/1), Friele, Austrup (1).
TV Aldekerk: Schoemackers, Maaßen – Grützner (2), Kirschbaum (2), Poot (3), Brockmann (5), Plhak (1/1), Hahn, Könnes (3), Perey, Tobae (6), Küsters (1), Kahl (4), Rutten (1).
Tim Gentges (Trainer TV Aldekerk): „Wir haben heute eine Riesenchance verpasst, zwei Punkte mitzunehmen und uns endlich mal wieder ein positives Gefühl zu holen. Wir verpassen in der ersten Halbzeit drei, vier Situationen, wo wir uns hätten auf drei, vier Tore absetzen können. Das gleiche Spiel hat sich in der zweiten Halbzeit wiederholt. Und dann dafür ist Unitas Haan zu stark, dass man solche Chancen ungenutzt lässt. Dann kriegen wir noch mal die Chance und eine Überzahlsituation. Wir liegen da mit einem zurück und haben dreimal die Chance, frei ein Tor zu erzielen. Dieses Selbstverständnis oder dieses kleine Quäntchen Glück, das man auch mal braucht, haben wir im Moment nicht auf unserer Seite. Nichtsdestotrotz war dieser Auftritt der Mannschaft kein Vergleich zu anderen Auftritten der letzten Wochen. Die Jungs haben sich hier den Arsch aufgerissen und da tut es mir wirklich sehr leid, dass sie sich nicht belohnen konnten.“
VfL Gummersbach II – HC Weiden 26:36 (14:19).
VfL Gummersbach II: Machnacz (1), Knackstedt – Shimizu (4), Britz (4), Kübler (1), Bohnenkamp, Haglund (6/2), Kasch (2), Hartmann (3), Fleisch, Krieg, Patzelt, Ulmerich (5).
HC Weiden: Keller, Riechmann – T. Meurer (4), J. Frauenrath (5/1), Scheidtweiler (4), Wolff (3), Xhonneux (2), Gerke (1), Rojko (6), Bösel, Fiedler (3/1), K. Frauenrath (1), Bergerhausen (4), Stolzenberg (3), Eissa.
Marc Schlingensief (Trainer HC Weiden): „Wir hatten von Anfang an die richtige Einstellung zu der Aufgabe. Gegen das 7:6 der Gummersbacher hat mein Team richtig gut gearbeitet, viele Bälle erobert und einfache Tore erzielen können. Im Angriff hatten die Jungs die richtigen Mittel und haben diese auch gut genutzt. Gummersbach blieb aber hartnäckig und bis zur Halbzeit auf Tuchfühlung. Nach der Halbzeit haben meine Spieler aber nach wie vor keine Zweifel aufkommen lassen und wir konnten uns Stück für Stück weiter absetzen. Es war wieder mal eine geschlossene Mannschaftsleistung und wir konnten den sechsten Auswärtssieg der Saison einfahren.“
HSG am Hallo Essen – HSG Refrath/Hand 32:32 (20:14).
HSG am Hallo Essen: Stecken, Christmann, Genkel – Blum (13/6), Enders, K. Bekston, A. Bekston (5), Neitsch (5), Ellwanger (3), Lange (2), Ciupinski, Basic (1), Schupe (3).
HSG Refrath/Hand: Hablowetz, Krämer – Neukirch (6), Branding (4), Willers, Faust (4), Hippert (2), Hohenschon (1), Bürger (3), Georgi (2), Schrage, Noll (9/5), Merz (1), Tent, Baur, Capota.
Kelvin Tacke (Trainer HSG Refrath/Hand): „Ich bin richtig stolz auf das Team, In der zweiten Halbzeit haben wir nach minus neun eine überragende Charakterleistung gezeigt. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht so richtig ins Spiel gefunden, der Gegner war sehr stark besonders durch seine Top-Spieler Blum, Basic und Ciupinski. Aber wir haben nie aufgegeben. Mit Wechseln und neuen Formationen haben wir uns rangekämpft bis zum 32:32. Es war echt knapp – und ich glaube, jede Mannschaft hatte ihre Halbzeit. Wir haben gezeigt, dass wir trotz der vielen Ausfälle, die wir hatten, und trotz schwieriger Phasen immer wieder zurückkommen mit Herz, Leidenschaft und Kampfgeist. Das war mega, mega stark. Und dadurch haben wir uns den Punkt absolut verdient.“
HC Gelpe/Strombach – TSV Bonn rrh. 29:38 18:17).
HC Gelpe/Strombach: Ahmed Elnoamany, Löpker – Dräger (3), Makowiecki, Maier (5/1), Altjohann (1), Pötz (5), Viebahn (4), Heinzerling (7), Jürges (2), Roth, Müller (1), Walch (1), Rostalski.
TSV Bonn rrh.: Krouß, Meißenburg, Czerwinski – Krohn (6), F. Hoffmann (8), Bullerjahn (5), Heitkötter, Fricke (1), Bitzer (1), Santen (2), Fischer, Sander (2), Kästner (2), Worm (4/1), Bohrmann (7).
Florian Benninghoff-Lühl (Trainer TSV Bonn rrh.): „Das war vor allem in der Deutlichkeit nicht zu erwarten. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigen wir in Ansätzen, dass wir uns gut absetzen können, wenn wir vorne konsequent spielen und hinten in unsere variable 6:0-Abwehr kommen. Wir haben aber einen krassen Bruch imAngriffsspiel, wo wir auch versuchen, mit vier Rückraumspielern zu agieren. Wir machen einfach viele technische Fehler, weswegen wir eine gute Ausgangsposition verspielen. In der zweiten Halbzeit steigern wir uns in der Abwehr extrem mit Tom Sander und Finn Hoffmann im Innenblock sowie einem überragenden Moritz Meißenburg, der reinkommt im Tor. Wir schaffen es in Überzahlsituationen oft, den Wurf direkt ins leere Tor zu landen, und wir können uns recht komfortabel absetzen. Wir freuen uns, weil wir es sehr, sehr lange nicht geschafft, hier was Zählbares mitzunehmen. Das war noch eines unserer Saisonziele.“