3. Liga
Adler retten sich knapp, Panther beißen eiskalt zu
Auch der TuS 82 Opladen holt zum Auftakt wichtige Punkte gegen die Wölfe aus Menden. Der Leichlinger TV verliert bei den SGHS Dragons.

Ein hartes Stück Arbeit: Nick Braun und die HSG Krefeld Niederrhein taten sich zum Auftakt in die neue Saison gegen Aufsteiger TuSEM Essen II lange Zeit wirklich schwer. (Foto: Herbert Mölleken)

HSG Krefeld Niederrhein – TuSEM Essen II 33:30 (13:17). Am Ende zählten für die Krefelder nur die zwei Punkte. Die Mannschaft von Trainer Maik Pallach, die an sich selbst den Anspruch stellt, einer der Kandidaten im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga zu sein, tat sich gegen den Nachbarn und Klassen-Neuling lange schwer. „Wir wollten die Vorbereitung bestätigen, hatten aber in der ersten Halbzeit allein 17 Fehlwürfe. Was wir dann nach der Halbzeit mit zwei Gegentreffern in 13 Minuten gezeigt haben, war gut. Dass danach noch einmal Schlendrian eingekehrt ist, hat mir nicht gefallen. Am Ende war es heute ein großer Kampf und ein Arbeitssieg. Aber aller Anfang ist schwer und auch solche Punkte sind extrem wichtig“, fand Pallach.

Nach dem 4:4 (11.) nahmen die Essener zum ersten Mal das Heft des Handelns in die Hand und legten das 8:4 (15.) vor. Weil Alexander Telohe (mit zehn Treffern am Ende bester Werfer der Partie) kurz vor der Pause einen Doppelpack einstreute, ging es auch mit einem Vier-Tore-Vorsprung für TuSEM in die Kabine – 17:13. Nach dem Seitenwechsel erwischten dann aber die Eagles den deutlich besseren Start. Acht Treffer in Serie bedeuteten das 21:17 für die HSG (39.). Die Gäste gaben sich aber nicht geschlagen und waren mit dem 27:28 durch Jonas Kämper (54.) wieder auf einen Treffer dran. Kevin-Christopher Brüren (31:29/58.) und Merten Krings (32:29/59.) beseitigten dann aber die letzten Zweifel am Krefelder Erfolg. TuSEM-Coach Nelson Weisz war trotz der Niederlage zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Ich kann meiner Mannschaft nur ein Lob aussprechen. Gegen eine Top-Mannschaft der dritten Liga ein Spiel eng zu gestalten, hätten uns vorher wahrscheinlich eher Wenige zugetraut. Das gibt uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.“

HSG Krefeld Niederrhein: Bartmann, Hasenforther – Krings (9), Schnalle, Juric, Schneider (3), Noll (5), Hahn (2), Molz (1), Schulz (1), Braun (1), Brüren (6/4), Jagieniak (2), Obranovic (2), Mircic (1).

TuSEM Essen II: Fuchs, Borchert – Schenderlein (1), Neher, Kämper (4/1), Reidegeld (3), Scholten (1), Homscheid (3/1), Engels, Lewandowski (2), Sayin (2), Stumpf (1), J. Weisz (1), Buschhaus, Telohe (10), Ellwanger (2).

 

Bergische Panther – ESG Gensungen/Felsberg 31:17 (15:11). Die Panther sind der erste Tabellenführer der neuen Drittliga-Saison. Ein vor allem defensiv überzeugende Auftritt beschwerte der Mannschaft von Trainer Marcel Mutz einen klaren Erfolg gegen die Gäste aus Hessen. Dabei fanden die Hausherren erst mit leichten Anlaufschwierigkeiten nach dem 0:2 (4.) in die Partie. Über neun Minuten ohne Gegentreffer brachten zunächst die 4:2-Führung (10.). Stark präsentierte sich in dieser Phase Sven Jesussek, der bis zum 7:4 (16.) bereits vier Mal getroffen hatte. Auch von den Zeitstrafen gegen Moritz Görgen (17.) und Hendrik Heider (25.) ließen die Gastgeber sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern bauten ihren Vorsprung über das 10:6 (21.) weiter bis zum 14:9 (28.) aus. Mit der Pausensirene erzielte Justus Ueberholz das 15:11 und nur 28 Sekunden nach dem Wiederanpfiff legte Jens-Peter Reinarz das 16:11 nach.

Mit dem 20:12 durch Maximilian Weiß (38.) war Mutz‘ Mannschaft dann endgültig auf dem richtigen Weg zum Auftaktsieg, der in der Schlussphase auch nicht mehr in Gefahr geriet. Im Gegenteil: Auch nach dem 22:14 (42.) blieben die Panther konsequent und ein 4:0-Lauf brachte das 28:14 (53.). Mit seinem Doppelpack zum 30:16 (57.) und 31:16 (59.) besorgte Simon Schlösser den höchsten Vorsprung seines Teams. Dass die Gäste noch einmal zum 31:17-Endstand verkürzten (60.), tat der Freude im Bergischen aber keinen Abbruch. Dass die Tabellenführung dabei nur eine Momentaufnahme ist, dürfte jedem bei den Panthern klar sein. Für das erklärte Ziel, am Ende der Hauptrunde nicht zu den sechs Teams zu gehören, die gegen den Abstieg weiterspielen, sind die beiden Punkte allerdings bereits wertvoll. In einer Woche (12. September, 17 Uhr) kann Mutz‘ Team beim Aufsteiger TuSEM Essen II den nächsten Schritt angehen.

Bergische Panther: Eigenbrod, Conzen – Schuette (1), Reinarz (6/3), Görgen (2), Elverfeld, Schlösser (5), Korbmacher, Weiß (3), Padeken, Ueberholz (5), Heider (1), Jesussek (4), Wolter (4).

TuS 82 Opladen – SG Menden Sauerland Wölfe 24:22 (9:9). Die noch junge Drittliga-Geschichte des vor gut einem Jahr aufgestiegenen TuS 82 Opladen verläuft auch zu Beginn der Saison 2021/22 nicht ganz reibungslos. Nach der schwierigen vergangenen Serie hatte sich Opladen sehr auf das erste Heimspiel gefreut, doch aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Juni musste das Team von Trainer Fabrice Voigt sowohl in der Vorbereitung als auch für den Meisterschaftsstart ausweichen – jetzt in die Burscheider Schulberghalle. Die rund 100 Zuschauer, die gekommen waren, sahen dort eine sehr intensive Partie mit vor der Pause ständig wechselnden Führungen. Dabei fiel der erste Treffer des Abends erst nach fast fünf Minuten – 1:0 durch Maurice Meurer.

In der zweiten Halbzeit startete Opladen besser und holte sich mit dem 12:9 (34.) zum ersten Mal eine Drei-Tore-Führung. Übers 17:11 (44.) und 18:13 (46.) baute der TuS seinen Vorsprung aus, ohne dadurch bereits Ruhe zu haben – und die nie aufsteckenden Wölfe waren mit dem 21:22 (55.) wieder dran. In der turbulenten und für reichlich Gesprächsstoff sorgenden Schlussphase mit zwei Zeitstrafen gegen die SG innerhalb von fünf Sekunden (beide 55.) sowie einer dritten knapp eine Minute darauf (56.) gab es reichlich Platz. Den nutzte Yannick Nitzschmann, der die nun mit drei Mann mehr auf dem Feld stehenden Hausherren mit seinem 23:21 (57.) von der größten Not erlöste. Die Entscheidung fiel allerdings erst 26 Sekunden vor dem Ende mit dem 24:22 von Oliver Dasburg.

TuS 82 Opladen: Schmidt, Troegel – Bachler, Rachow, J. Sonnenberg, Meurer (3), Anger (1), Adams, Dittmer (5), Nitzschmann (5), Jagieniak (4), Dasburg (2/1), Boelken, M. Sonnenberg (4/1), Krefting, Rinke.

 

SGSH Dragons – Leichlinger TV 29:23 (16:9). Beim Saisonauftakt sprach auf den ersten Blick alles für die Gastgeber, denn die  Dragons konnten zuletzt in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga noch Spielpraxis sammeln, während sich die Gäste aus Leichlingen im Neu-Aufbau befinden. Nach knapp sechs Minuten schienen sich die Erwartungen auch zu erfüllen – 4:1 für Schalksmühle-Halver. Doch jetzt kam Leichlingen ebenfalls gut in die Partie. Eine erste Unterzahl überstand das Team von Trainer Lars Hepp ohne Gegentor und die folgende  erste Überzahl nutzte vor allem Routinier Valdas Novickis. Leichlingen erzielte den  Anschluss (13./4:5) und es entwickelte sich eine enge Partie, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte (22./8:10). Vier Tore in Folge für die Dragons sorgten nun allerdings für einen ersten deutlichen Vorsprung der Hausherren, denen klar die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte – 16:9 (30.).

Beachtlich aus Sicht der Gäste: Der Außenseiter fand ins Duell zurück, sodass sich ab dem 13:17 (35.) ein wechselvolles Duell mit Toren im Minutentakt entwickelte. Die Dragons hielten dabei trotz zweimaliger Unterzahl gut dagegen – und immer zumindest einen Drei-Tore-Vorsprung. Die Endphase des zweiten Durchgangs war später ein Spiegelbild des ersten, weil die Dragons nach dem 24:21 (47.) erneut überlegen waren und vier Mal in Folge zum entscheidenden 28:21 (55.) nachlegten.

Leichlinger TV: Stöcker, Ferne – Zulauf, Weiler, Taymaz, Novickis, F. Barwitzki (1), Kuebler (3), Schreibelmeyer (2), Bahn (2), M. Barwitzki (2), Speckmann, Blum, Mentges, Symmanek, Natzke (6).