Oberliga Niederrhein
Borussia dreht erst in der zweiten Halbzeit auf
Der 32:20-Erfolg im Nachholspiel beim TSV Aufderhöhe war später ungefährdet. Titel-Kontrahent BHC II tritt bei der Unitas an. Unten suchen die Adler Königshof nach Sicherheit.

Der Kurs stimmt: Jonas Vonnahme, gegen Aufderhöhe vierfacher Torschütze, und Borussia Mönchengladbach haben weiter den Aufstieg in die Regionalliga im Blick. (Foto: Thomas Ellmann)

TSV Aufderhöhe – Borussia Mönchengladbach 20:32 (9:12). Der Titelkandidat hätte schon einen Erfolg mit 26 Toren Unterschied gebraucht, um den Spitzenreiter Bergischer HC II vom ersten Platz zu verdrängen. Dazu reichte es im Nachholspiel beim Vierten TSV Aufderhöhe zwar nicht, aber die Mannschaft von Trainer Ronny Rogawska erledigte die Aufgabe letztlich noch souverän und sicherte sich einen 32:20 (12:9)-Sieg. Die beiden nur durch das Torverhältnis voneinander getrennten Top-Teams stehen nun bei jeweils 10:0 Zählern – was sie gemeinsam deutlich vom Rest des Feldes abgrenzt. Der Dritte Unitas Haan (8:2), kürzlich 23:31-Verlierer gegen die Borussia, sowie der Vierte TV Geistenbeck und der Fünfte Aufderhöhe (beide 6:4) erheben bereits keine Ansprüche mehr auf einen der beiden Spitzenplätze.

Der Favorit aus Mönchengladbach beherrschte den Abend in Solingen aber keineswegs von der ersten Minute an. Nach dem 1:0 (2.) geriet die Borussia sogar in Rückstand – 1:3 (9.), 5:6 (14.). Die drei Treffer zum 8:6 (18.) brachten zwar die Wende, doch die Leistung blieb bis zum 12:9 (30.) am Ende der ersten Halbzeit sehr übersichtlich. Den zweiten Abschnitt gestaltete die Borussia allerdings zunehmend einseitig und spätestens mit dem 18:11 (39.) war das Spiel entschieden. Über den ersten zweistelligen Vorsprung beim 24:14 (49.) bewegte sich das Polster bis zum Schluss immer im Bereich von zehn Toren oder mehr. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr, sehr schwergetan, Geduld zu haben im Angriff“, fand Rogawska, „wir hatten viele technische Fehler und Bälle, die nicht angekommen sind. Wir wollten zu schnell zu viel. Darüber haben wir für die zweite Halbzeit gesprochen. Wir haben dann auch umgestellt und standen viel kompakter in der Abwehr. Der Unterschied war, dass wir jetzt im Angriffsspiel geduldiger und konsequenter waren.“ 

TSV Aufderhöhe: Stubila – Dungs, Hammacher, Isermann (1), Ickler (1), Felder (2/1), Wiese (1), Becker (5), Venedey, Dörner (2), Diehl, D. Richter (1), Sikic (4), Pepke (3).

Borussia Mönchengladbach: Hoffmann, Lyrmann – Ranftler, Aust (2), Prinz, Thomas (3), Panitz (5/3), Weis (6), Mergner (3), Bremges, Berner (6), Lipok (3), Akuinor, Vonnahme (4).

 

Mönchengladbach ist jetzt in der aus 13 Mannschaften bestehenden Oberliga Niederrhein am kommenden Wochenende spielfrei – und kann damit sehr sorgfältig beobachten, wozu der BHC II bei der Unitas in der Lage ist – die sich mindestens besser aus der Affäre ziehen will als gegen Mönchengladbach. Gewinnen die als Favorit geltenden Solinger, wäre gleichzeitig der Boden perfet bereitet fürs Spiel der Spiele in der Hinrunde: Am Freitag, 19. November, erwartet die Borussia den großen (und einzigen) Rivalen im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga in der Jahnhalle an der Volksgartenstraße. Das um eine Woche nach hinten verlegte Gipfeltreffen ist aller Voraussicht nach das erste von zwei Endspielen um den Aufstieg in die Regionalliga (Duell der Rückrunde am 11. März 2022 in Solingen). 

Im direkten Duell zwischen Geistenbeck und dem Sechsten TV Lobberich (5:3 Punkte) geht es vor allem darum, wer seine Position im sicheren Mittelfeld festigt. Beim TV Krefeld-Oppum (5:7) beginnt auf Rang sieben das breite Feld der Klubs, die ihren Blick eher nach unten richten – und die Krefelder haben jetzt gegen Aufderhöhe keine einfache Aufgabe vor sich. Als Favorit gilt dafür der Achte HSG Hiesfeld/Aldenrade (5:7), denn Schlusslicht TV Angermund hat noch immer ein leeres Konto (0:10) und ist mittlerweile der Abstiegskandidat Nummer eins.

Die DJK Adler Königshof (Zehnter/3:7), die zuletzt beim 26:26 gegen Hiesfeld einen Acht-Tore-Rückstand (48./17:25) ausgleichen konnte, würde liebend gerne den zweiten Saisonsieg holen – was beim Gastgeber VfB Homberg (Zwölfter/3:9) vermutlich auf viel Widerstand trifft, weil die Mannschaft von VfB-Trainer Sascha Thomas selbst um jeden Punkt verlegen ist. Der LTV Wuppertal (Elfter/3:9), der mit dem 28:24 in Geistenbeck seinen ersten Erfolg in dieser Saison schaffte, will am liebsten gegen Mettmann-Sport nachlegen (Neunter/4:6). Ob das gelingt, hängt nicht zuletzt von den Mettmannern ab, die wiederum nach der schmerzhaften 29:36-Pleite gegen Krefeld-Oppum auf Wiedergutmachung aus sein müssen.