Oberliga Mittelrhein
Schafft die glückliche Fortuna noch die Aufstiegsrunde?
Kölner haben nach 28:22 im Nachholspiel beim ASV SR Aachen den begehrten Platz acht direkt vor sich. Für den Pulheimer SC ist plötzlich sogar Rang zwei drin.

Applaus, Applaus: Torhüter-„Oldie“ Manfred Hoffmann (56) hält und hält und hält. Beim Sieg seiner Fortuna in Aachen war er mit starken Paraden mal wieder einer der wichtigen Eckpfeiler. (Foto: Thomas Schmidt)

Die nächsten Entscheidungen rücken näher in der Oberliga Mittelrhein, die sich mit zahlreichen Nachholspielen aus der Hinrunde/Normalrunde gerade in die Verlängerung begeben hat. Unstrittig ist seit einiger Zeit, dass der Erste HSG Refrath/Hand (25:1 Punkte) und der Zweite TSV Bayer Dormagen II (22:2) an der Aufstiegsrunde der besten acht Mannschaften teilnehmen. Dasselbe gilt für den Pulheimer SC (20:4), der nach einem 34:26 über den BTB Aachen II inzwischen auf dem dritten Tabellenplatz angekommen ist – und nun sogar die Chance hat, ganz vorne mitzumischen. Gewinnt das Team von Trainer Kelvin Tacke am Dienstagabend auch das Nachholspiel gegen Dormagen II, liegt es plötzlich gleichauf mit dem TSV Bayer. Außerdem wandert das Ergebnis mit in die Aufstiegsrunde, sodass es für beide um einiges geht. Das war auch im Nachholspiel des SC Fortuna Köln beim ASV SR Aachen so und die Kölner dürfen nach ihrem 28:22 weiter hoffen, am Ende ebenfalls oben dabei zu sein – anders als die Aachener (Zehnter/12:18 Punkte). Mit 13:13 Zählern ist die Fortuna als Neunter nicht mehr weit weg vom Achten SSV Nümbrecht (14:16), der nichts mehr für sein Konto tun kann. Köln hat dagegen noch die Nachholspiele am 19. Februar beim direkten Konkurrenten BTB Aachen II (Elfter/10:14) und in Pulheim (22. Februar) vor sich.

Die Fortuna wusste hinterher genau, wem sie die Basis für den 28:22-Sieg in Aachen zu verdanken hatte. „In der ersten Hälfte haben wir in den ersten Minuten nur schwer Zugriff in der Deckung bekommen, konnten aber dank eines überragenden Manfred Hoffmann im Kasten mit zwei Toren Vorsprung in die Halbzeit gehen“, fand der erleichterte Trainer Stephan Schulze, dessen Team sich allerdings mit einem klareren Vorsprung auch in der zweiten Halbzeit erst einmal Zeit ließ: Beim 16:14 (38.) war die Partie durchaus noch offen. Drei Treffer in Folge zum 19:14 (41.) sorgten dann für mehr Ruhe – und Aachen kam nicht mehr richtig gefährlich heran. Übers 21:16 (45.) und 24:19 (55.) behielten die glücklichen Kölner bis zum Schluss die Kontrolle. Schulz war zufrieden: „An der Verteilung der Tore sieht man, dass wir heute fast jeden Spieler einsetzen konnten und die Jungs mit 110 Prozent Leidenschaft gespielt haben. Jetzt konzentrieren wir uns auf die letzten beiden Spiele und werden sehen, ob es für die Aufstiegsrunde reicht. Mit der heutigen Leistung sollten weitere Punkte möglich sein.“ Kollege Cornelius Hesse wirkte in erster Linie traurig: „Dummes Spiel, dumme Niederlage. Die Verlegung kam wirklich schlecht für uns. Hätten wir am ursprünglichen Termin gespielt, hätten wir gewinnen können. Da waren wir in einem Flow. So geht Fortuna als durchaus verdienter Sieger vom Platz. Wir sind höchst bedient und aufgrund der Leistung folgerichtig in der Abstiegsrunde. Jetzt müssen wir zeigen, was wir für eine Mannschaft sind.“

In einer für die Vergabe der Plätze im Grunde bedeutungslosen Partie aus dem Tabellenkeller war das 22:21 für den bisherigen Letzten TK Nippes (5:23 Punkte) über das neue Schlusslicht SG GFC  Düren 99 (5:25) trotzdem wichtig – weil sich die Kontrahenten demnächst in der Abstiegsrunde wiedersehen und Nippes die beiden Zähler mitnimmt. Die Gäste schienen mit dem 15:11 (37.) schon auf einen klaren Sieg zuzusteuern, schoben jedoch eine Schwächephase ein und machten es im Verlauf der zweiten Halbzeit wieder spannend – 18:18 (52.), 21:21 (58.).  „Die Mannschaft hat den Sieg verdient, ganz klar“, fand TK-Trainer Frank Rösgen, „deutlicher hätte es aber nicht sein dürfen, denn das wäre angesichts der Dürener Leistung ungerecht gewesen. Wir freuen uns natürlich sehr über die Punkte, müssen aber auch kritisch unsere Chancenverwertung im Auge haben und weiter daran arbeiten.“ Torschütze zum letztlich entscheidenden 22:21 war Fritz Engels, der in der vorletzten Minute traf.

Kelvin Tacke, der Trainer des Pulheimer SC, nahm das 34:26 über den BTB Aachen II relativ gelassen zur Kenntnis – jedenfalls sah er keinen Grund, in Euphorie auszubrechen: „Insgesamt war es ein zähes Spiel, weil BTB alles versucht hat, das Tempo zu verschleppen. Sie haben jeden Angriff extrem lange gezogen – oft bis zum Zeitspiel. Wir waren dann immer mal wieder unkonzentriert und haben dadurch unnötige Tore zugelassen. In der zweiten Hälfte haben wir es hinten raus phasenweise mit mehr Tempo gespielt, auch im Angriff beweglicher agiert und total verdient gewonnen.“ Die Hornets gerieten zunächst mit 3:5 (9.) ins Hintertreffen, ehe sie sich einen Vorsprung erarbeiteten – 8:7 (16.), 13:9 (24.), 16:13 (30.). Nach der Pause stand der Sieger mit dem 24:16 (43.) früh fest und die letzte Viertelstunde war danach nur Formsache.

ASV SR Aachen – SC Fortuna Köln 22:28 (9:11).

ASV SR Aachen: Kleynen, Hombrecher – M. Monteiro Pai (7), Korsten (3/1), Happersberger (2/1), Durst (1), Kuchenbäcker, Schumacher, Fiedler (3), Rietz (1), Schartmann, Huckemann (3), Rudzinski, Bösel (2).

SC Fortuna Köln: Musacchio, Hoffmann – Künkele (2), Stutzki, Dickopf (4), Lammer (4), Stabauer (3/2), Kötzle (2), Bartke, Hofmann (1), Kruse, Gremmelspacher (6/2), Wilke (3), Feldmann (3).

 

Pulheimer SC – BTB Aachen II 34:26 (16:13). 

Pulheimer SC: O. Middel, T. Giesen – Heinen (1), Bartsch, Semeraro (1), Jacoby (4), J. Giesen (1), Jäckel (5/2), Hampel (2), Geerkens (4), T. Middell (8), Romberg, Mokris (4/3), Hüfken (4).

BTB Aachen II: M. Bourceau, Zaghloul – Sevenich (5/1), Herzog, Schmitz (6), Stief (2), Volmer (1), Poro (4/1), Herzog, Kruse (3), Röder (1), Lauber (2), Kusnierz-Glaz, Grimm (2).

 

SG GFC 99 Düren – TK Nippes 21:22 (9:10).

SG GFC 99 Düren:  J. Dürselen, F. Saus – Folsche, Beck, Becker (2), Kolbe, Risteski (11/3), Rügenberg (2), Hilgers (1), Engel, Cuscito (2), P. Saus (2), Kuchenbecker, Thielen (1).

TK Nippes: Sierau, Becker – Sauerbier, Engels (3), Lesch (1), Pohlig (3), Bredehorst, Kirschsieper, Bachter (5), Wäsch, Michael (2), Bieck, Duttle (3), Kinanah (5/3).