3. Liga
Siege für LSC und Aldekerk, klare Pleite für die Eagles
Aufsteiger TVA kämpft sich zum 30:27 über LIT Tribe II. Longerich gewinnt gegen Dragons mit 30:25, Krefeld verliert überraschend mit 28:35 gegen Ahlen.

Wir wollen da durch: Christopher Tebyl blieb zwar gegen LIT ohne eigenen Treffer, konnte damit aber unter dem Strich ganz gut leben. (Foto: Herbert Mölleken)

TV Aldekerk – LIT 1912 II 30:27 (14:15). Alles gegeben, alles gewonnen: Aufsteiger Aldekerk hat den ersten Stresstest in der 3. Liga bestanden, denn die Mannschaft des spielenden Trainers Tim Gentges sicherte sich zum Auftakt zwei für den weiteren Saisonverlauf wichtige Punkte – nach denen es über weite Strecke ganz und gar nicht aussah. „Wir sind nicht ganz so gut reingekommen, das war alles ein bisschen behäbig. Da war uns LIT ein bisschen voraus. Nach der Halbzeit kommen wir raus und verschlafen die ersten Minuten“, fand Gentges, „da hat uns dann die brutale Realität der 3. Liga eingeholt. Nach der nächsten Auszeit sind wir deutlich besser ins Spiel gekommen und konnten die Angriffe der Gäste deutlich besser verteidigen. Unsere mentale Stärke und der Wille haben das Spiel entschieden.“ Was ein dicker Wermutstropfen war: Rückraumspieler Thomas Jentjens erlitt eine sehr wahrscheinlich schwere Knieverletzung (Diagnose noch offen).

Nach dem 1:0 (4.) von Jentjens begann für die Hausherren mit dem 1:1 (4.) und 1:2 (4.) das beständige Hinterherlaufen im Duell mit den Gästen aus Ostwestfalen, bei denen vor allem Sören Südmeier (zuletzt mit dem ASV Hamm-Westfalen in die Bundesliga aufgestiegen) und Marten Franke (beide insgesamt acht Treffer) den Ton angaben. Übers 2:6 (11.), 5:8 (15.) und 7:11 (19.) hatte Aldekerk alle Mühe, überhaupt dranzubleiben. Erst die Treffer von David Hansen (22.) und Marcel Görden (23./24.) zum 11:12-Anschluss ließen den Klassen-Neuling wieder hoffen, ehe Hansen (29.) und Sjuul Rutten (29.) sogar das 14:14 erzielten. Das 14:15 (30.) am Ende der ersten Halbzeit ließ dem TVA alle Optionen – die LIT allerdings schnell von der Tagesordnung nehmen wollte.

Mit dem 15:15 (32.) von Hansen glich Aldekerk zwar erneut aus – und lag kurz darauf plötzlich mit 16:21 (38.) hinten, was vor allem auf Franke (drei Tore) und Südmeier zurückzuführen war. Die direkt folgende Auszeit fiel dann auf ziemlich fruchtbaren Boden auf Resignation war spätestens ab diesem Zeitpunkt gar keine Option mehr. Beim Stande von 20:22 (43.) antwortete LIT mit einer eigenen Auszeit, die deutlich weniger effektiv ausfiel – 22:23 (48.), 24:24 (53.). Mit dem 25:24 (53.) von Görden hatten die Gastgeber vor der entscheidenden Schlussphase die Wende geschafft und sie fanden nun immer wieder die richtigen Antworten – 25:25 (54.), 26:25 (55.), 27:25 (55.), 28:26 (57.). Im Anschluss ans 30:27 (59.) von Rutten rief Gentges sein Team 46 Sekunden vor dem Ende noch einmal zur Besprechung zusammen. In erster Linie ging es darum, zur Ruhe zu mahnen – und vielleicht ein bisschen darum, den wenig später zu erwartenden Jubelorkan zu organisieren. „Am Ende des Tages haben wir verdient mit drei Toren gewonnen“, sagte der Alderkerker Coach, „wir haben immer an uns geglaubt und die Abwehr hat funktioniert.“ Ein dickes Lob hatte er zusätzlich für Jentjens-Ersatz Cedric Linden: „Er hat das überragend aufgefangen. Er deckt unfassbar gut und trifft vorne gute Entscheidungen. Wir haben einen ersten Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Da müssen jetzt noch ganz viele folgen.“

TV Aldekerk: Schoemackers, Keutmann – Jonas Mumme (2), Grützner, Görden (8), Plhak (2), Jentjens (1), van Hall, Gentges (3), Küsters (2), Hansen (3), Julian Mumme (3), Tebyl, Rutten (3), Linden (3).

HSG Krefeld Niederrhein – Ahlener SG 28:35 (14:18). Diesen Abend hatten sich die Eagles allgemein und besonders ihr neuer Trainer Mark Schmetz sicherlich ganz anders vorgestellt – obwohl sie in realistischer Einschätzung der Dinge davon ausgegangen waren, dass Ahlen ein starker Gegner und eine Herausforderung sein würde. Für den Versuch, am Ende der Saison einen der beiden Plätze für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zu belegen, war die Heimniederlage trotzdem und erst recht in dieser Höhe auf jeden Fall ein echter Rückschlag. Der als großer Meisterschafts-Rivale geltende TV Emsdetten, Absteiger aus der 2. Bundesliga, machte es parallel besser: Nach der Pause drehte die personell wohl am besten besetzte Mannschaft in der 3. Liga den 14:16-Rückstand beim ASV Hamm-Westfalen II um und gewann letztlich klar mit 34:26. Bei den Eagles war es unter dem Strich eine fatale Mischung aus zu vielen Fehlern in der Abwehr (ohne den nötigen Zugriff) und zu vielen ausgelassenen eigenen Chancen, die ein besseres Resultat verhinderten. „Ahlen hat verdient gewonnen. Wir haben ein paar Sachen nicht so gut gemacht“, meinte Schmetz, „wir waren eigentlich gut eingestellt und wussten, was auf uns zukommt. Vorne haben wir 15 bis 20 freie Bälle verworfen. Dann weißt du schon, dass du kein Spiel gewinnen kannst. Wir werden das analysieren und an den Fehlern arbeiten.“

HSG Krefeld Niederrhein: Bartmann, Hasenforther, König – Krings (9), Klasmann, Schneider (4), Noll (3/3), Braun (2), Claasen, Brüren (4/1), Kaysen, Jagieniak (2), Dommermuth (1), Obranovic, Bitzel, Mircic (3).

 

Longericher SC – SG Schalksmühle-Halver Dragons 30:25 (16:14). Die Basis für den insgesamt ungefährdeten Erfolg beim Start in die neue Saison legten die Longericher im Grunde schon vor der Pause, als sie aus dem 0:1 (2.) und 1:2 (3.) erst die 3:2-Führung (6.) machten und vom 3:3 (6.) über das 6:5 (11.) auf 9:5 (14.) wegzogen. Beim 13:7 (21.) und 14:8 (23.) deutete dann bereits alles auf einen Sieg des LSC über den Vorjahreszweiten in der damaligen Gruppe D hin. Schalksmühle konnte zwar bis zur Pause durch drei Treffer hintereinander vom 11:16 (27.) auf 14:16 (30.) verkürzen, die Hausherren allerdings im weiteren Verlauf nicht mehr entscheidend vom Weg zum Erfolg abbringen. „Wir haben eigentlich das ganze Spiel über Spielkontrolle, waren eigentlich das ganze Spiel vorne und haben dann ohne zu glänzen einen sicheren Sieg eingefahren“, fand LSC-Coach Chris Stark.

Longericher SC: Ruch, Inzenhofer, Kromberg – Peters, Zerwas (4), Pyszora (3), Richter (3), Thöne (1), Lincks, Wolf, Zimmermann (5), Schulz (11/4), Nolting (1), Rinke, Dahlke, Falkenreck (2).