DHB-Pokal
„Erwachsener“ BHC steht im Achtelfinale
Bundesligist gewinnt in der dritten Runde beim Zweitligisten HSG Nordhorn-Lingen deutlich mit 35:27.

Tomas, bleib doch bei mir! Tatsächlich ist denkbar und möglich, dass es Julian Köster (hinten) und der VfL Gummersbach im Achtelfinale des DHB-Pokals in einem Bundesliga-Duell erneut mit Tomas Babak und dem Bergischen HC zu tun bekommen. (Foto: Thomas Wirczikowski)

Was liegt eigentlich zwischen dem Tabellen-Sechsten der 2. Bundesliga und dem Letzten in der höchsten deutschen Klasse? Auf den ersten Blick nicht viel, sondern eher nur ein paar Plätze. Und so hätte die Partie des aktuellen Bundesliga-Schlusslichts Bergischer HC bei der HSG Nordhorn-Lingen in der dritten Rundes des DHB-Pokals vielleicht tatsächlich so etwas wie Spannung bieten können – wenn sich die Mannschaft von Trainer Jamal Naji denn an die Theorie gehalten hätte. Rein praktisch dachte der BHC allerdings eher daran, von der ersten Minute an nicht das Geringste anbrennen zu lassen. Mit dem 1:0 (1.) von Frederik Ladefoged legten die Gäste direkt vor und sie mussten in der Folge nicht mal mehr einen Ausgleich hinnehmen, waren bereits nach der ersten Halbzeit ungefährdet und stellten am Ende auf dem Weg ins Achtelfinale einen 35:27 (19:12)-Sieg auf die Anzeigetafel. Najis Team war damit deutlich glücklicher als die Bundesliga-Konkurrenten HBW Balingen-Weilstetten (27:29 beim Zweitligisten TuS N-Lübbecke), TVB Stuttgart (25:26 gegen den Zweitligisten ThSV Eisenach) und TSV Hannover-Burgdorf (29:31 beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim). Und er war auch deutlich glücklicher als der Deutsche Meister THW Kiel, der mit seiner 31:32-Niederlage in eigener Halle gegen die HSG Wetzlar für die größte mögliche Überraschung sorgte – und nun im Lostopf fürs Achtelfinale am 12./13. Dezember fehlt (Auslosung am kommenden Montag). Vertreten sind dort neben dem BHC aus der 1. Bundesliga unter anderem der VfL Gummersbach (44:27 gegen den Drittliga-Aufsteiger Interaktiv.Handball) und aus der 2. Bundesliga TuSEM Essen (37:27 beim Regionalligisten HC Gelpe/Strombach).

Auf dem aus seiner Sicht richtigen Weg war der BHC grundsätzlich spätestens in der elften Minute mit der 8:3-Führung und in der Folge konnte der Erstligist die Partie ebenso sicher kontrollieren. Nach dem 19:11 (30.) am Ende der ersten Halbzeit stieg der Vorsprung mit dem 27:18 (43.) und 29:20 (47.) fast in einen zweistelligen Bereich, ehe der Favorit die restliche Viertelstunde ohne jede Gefahr über die Runden brachte – und dabei die Spielanteile zur Lastenreduzierung auch ohne die zusätzlich fehlenden Spielmacher Linus Arnesson (Oberschenkel) und Yannick Fraatz (Gehirnerschütterung) entsprechend verteilen konnte. Ein perfekter Abschluss: Am letzten Treffer waren der seit einigen Wochen zum Kader gehörende Ivo Santos aus der Regionalliga-Mannschaft des BHC und Leander Altena aus der A-Jugend beteiligt. Santos holte einen Siebenmeter heraus, Altena verwandelte den Strafwurf bei seinem Profi-Debüt zum 35:27-Endstand. Trainer Naji zeigte sich insgesamt völlig einverstanden: „Ich bin wirklich zufrieden – vor allem mit der ersten Halbzeit und da insbesondere mit den ersten 15 bis 20 Minuten. Für uns war es wichtig, dass wir in der Anfangsphase präsent waren, weil Nordhorn auch die Qualität hat, dass es ein enges Spiel wird, wenn sie anfangen, daran zu glauben. Ich fand den Anfang der zweiten Halbzeit etwas kritisch, weil Nordhorn direkt einen 2:0-Lauf hatte. Kommen Sie da noch mal ran, kann es für uns gefährlich werden. Aber wir haben es sehr erwachsen gelöst. Das ist bei uns auch nicht selbstverständlich in unserer aktuellen Lage, in der wir viele Spiele knapp verlieren. Deshalb bin ich sehr glücklich mit dem Sieg.“

 

HSG Nordhorn-Lingen – Bergischer HC 27:35 (12:19). xxxxx

Bergischer HC: Rudeck, Johannesson – Beyer (9/3), Persson (4) Nothdurft (4), Weck (1), M’Bengue (4), Ladefoged (5), Andersen (4), Babak (1), Morante Maldonado, Stutzke (1), Santos, Seesing (1), Altena (1/1).