Regionalliga Nordrhein
Alles für Korschenbroich: Remscheid und Bonn verlieren
Im Aufstiegskampf profitiert der TVK vom 29:33 der HGR in Rheinhausen und vom 22:30 der Bonner in Dinslaken. Aachen gewinnt mit 29:27 in Refrath/Hand.

Begeistert ist anders: Mit seinen Remscheidern ging Trainer Nelson Weisz in Rheinhausen leer aus – und aus eigener Kraft kann der Weg nicht mehr nach ganz oben führen. (Foto: Thomas Ellmann)

OSC Rheinhausen – HG Remscheid 33:29 (18:13). Die Remscheider, vor Kurzem noch mit guten bis sehr guten Chancen auf die Meisterschaft ausgestattet, scheinen sich gerade aus dem Kampf um den Titel und den Aufstieg zu verabschieden. Eine Woche nach dem knappen 30:31 gegen den gefährdeten Solinger Nachbarn Bergischer HC II (Zwölfter/15:25 Punkte) zog die Mannschaft von Trainer Nelson Weisz nun erneut gegen ein Team aus der unteren Hälfte den Kürzeren und hat dadurch zumindest vorerst den direkten Kontakt nach ganz oben verloren. Dort ist jetzt alleine der TV Korschenbroich zu Hause (27:13) und vor den Remscheidern (Vierter/24:14) liegen auch der TSV Bayer Dormagen II (26:14) sowie die TSV Bonn rrh. (25:15). HGR-Trainer Nelson Weisz wirkte später nicht völlig niedergeschlagen, sondern eher sachlich: „Wir tun uns schwer, ins Spiel reinzukommen. Wir mussten beide Halbrechte ersetzen, dann wird es natürlich ein bisschen schwierig. Dem Rückstand aus den ersten Minuten laufen wir das ganze Spiel hinterher und wir kommen dann nicht mehr für den Sieg in Frage. Der OSC gewinnt am Ende verdient.“ Ein winziger Hoffnungsschimmer beim Ermitteln der Chancen: Die Remscheider liegen zwar drei Zähler hinter dem TVK, sie haben aber den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich auf ihrer Seite (31:29, 32:31).

Die Niederlage der HGR ging alleine deshalb in Ordnung, weil sie über die 60 Minuten kein einziges Mal führte und nur zweimal ausgleichen konnte – 1:1 (4.), 2:2 (6.). Übers 6:2 (7.) und 10:6 (17.) erreichte Rheinhausen mit dem 14:8 (23.) sogar eine Sechs-Tore-Führung, auf die Remscheid mit einer Auszeit reagierte. Die produzierte zwar mit dem 10:14 (23.) eine leichte Besserung, doch nach einer Wende sah es anschließend weder beim 18:13 (30.) am Ende der ersten Halbzeit noch irgendwann im zweiten Durchgang aus – 17:24 (40.), 20:25 (42.). Rheinhausen brauchte anschließend bloß rund drei Minuten bis zum 28:20 (45.) und es brachte den Abend insgesamt ungefährdet nach Hause. Dass die Gäste aus dem Bergischen später auf 28:31 (56.) und 29:32 (57.) verkürzten, blieb eher Ergebniskosmetik – für die sich Remscheid ziemlich wenig kaufen konnte.

OSC Rheinhausen: Seemann, Borchert (1) – Milde (2), Eiker (3), Enders (1), Bekston, Wetteborn, Kauwetter (1), Zwarg (4), F. Büttner (6), Ranftler (4/4), Käsler (6), Feld (3), Hrustic (2).

HG Remscheid: Conzen, Mathes – Taymaz (7), Pflüger (2), Hertz, Stukalin (5/4), Handschke (2), Athanassoglou (5), Grewel, Rath (6), L. Sikic (1), A. Sikic (1).

 

MTV Rheinwacht Dinslaken – TSV Bonn rrh. 30:22 (14:10). Das war unter dem Strich für beide Seiten ein einschneidendes Erlebnis – für die Gastgeber, weil sie durch die beiden nicht unbedingt einzuplanenden Punkte ihre Situation im unteren Drittel doch deutlich verbesserten, und für die Bonner, weil sie ab jetzt mutmaßlich nicht mehr für eine tragende Rolle im Kampf um die Meisterschaft in Frage kommen. TSV-Coach Frank Berblinger zeigte sich entsprechend enttäuscht: „Der Endstand mit minus neun ist auch in der Höhe zu Recht zustandegekommen. Wir waren heute zu keiner Zeit ansatzweise in der Lage, entsprechend dagegenzuhalten. Das ist relativ schade und enttäuschend, da wir vor dem Spiel eine ganz gute Ausgangslage hatten, wir hätten weiter oben mit dranbleiben können. Jetzt wollen wir in zwei Heimspielen wieder in die Spur finden, am besten beide gewinnen.“ Dass die TSV, die vor einer Woche mit 24:29 gegen den dadurch an die  Spitze zurückgekehrten TV Korschenbroich (27:13) verloren hatte, trotzdem noch auf Rang drei steht (25:15), liegt auch an zum Teil überraschenden Niederlagen der Konkurrenz: Der Vierte HC Weiden (24:16) unterlag gegen den gefährdeten Bergischen HC II (Zwölfter/15:25), der Fünfte HG Remscheid (24:16) beim OSC Rheinhausen (Zehnter/19:21). Im Grunde war dieser 20. Spieltag vor allem eine Unterstützer-Runde für die Korschenbroicher, die nun in Sachen Aufstieg vor dem TSV Bayer Dormagen II führen (26:14) und jetzt mehr denn je alles in der eigenen Hand haben.

Bonn lag fest immer hinten und nur beim 4:4 (11.) ausnahmsweise gleichauf. Aus dem 4:8 (16.) konnte die TSV dann zwar das 7:9 (22.) machen, doch noch vor der Pause entglitt ihr die Partie – 7:13 (27.). Dass 10:14 (30.) am Ende der ersten Halbzeit schien noch ein paar Chancen auf mehr zu bieten, aber Dinslaken hatte ganz energisch was dagegen und übers 16:10 (35.) mit dem 19:11 (38.) auch wirkungsvolle Antworten auf Lager. Beim 14:23 (43.), 16:25 (48.) oder 21:30 (58.) drohte den Gästen sogar jeweils eine Niederlage mit einer zweistelligen Differenz, ehe mit dem 22:30 (60.) wenigstens dieses Thema vom Tisch war. Erkennbare Ursache für die schmerzhafte Pleite waren in Berblingers Augen vor allem die viel zu vielen Fehlwürfe (über 20) und die allgemein zu hohe Fehlerquote (ein Dutzend technische Fehler). „Nach der Pause haben wir versucht, mit einem siebten Feldspieler die extrem defensive Deckung von Dinslaken ein bisschen auseinanderzuziehen“, erklärte der TSV-Coach, „das ist uns nicht geglückt. Deckungsmäßig war es in der zweiten Halbzeit komplett nicht mehr das, was wir uns vorgenommen hatten.“ Der Plan der Bonner ist es, die nächsten beiden Heim-Aufgaben am Samstag und am 16. März wieder besser zu lösen: „Jetzt wollen wir gegen Rheinhausen und Remscheid wieder in die Spur finden, am besten beide Spiele gewinnen.“

MTV Rheinwacht Dinslaken: Bystron, Christmann – Rosendahl (1), Schriddels (1), Hoffmann (6), Sanders (5), Höffner (1), Lelgemann (1), Tuda (6/2), Krölls (2), Dreier (4), Reede (3), Kölsch.

TSV Bonn rrh.: Suthhof, Meißenburg – Krohn (2), Santen, Behr (1), Heitkötter (1), Wilhelms, Fischer (2), Worm (7/5), Windhorst (1), Bohrmann (3), Struif (4), Benninghoff-Lühl (1).

 

HSG Refrath/Hand – BTB Aachen 27:29 (12:17). Die Aachener machen das sehr geschickt. Sie vermeiden es, von überzogenen und ganz großen Zielen zu reden, sie lassen sich durch Rückschläge nicht vom Kurs abbringen und sie bleiben im Erfolgsfall realistisch. Das schließt offensichtlich gute Ergebnisse keineswegs aus und inzwischen hat das Team von Trainer Simon Breuer vier der vergangenen fünf Partien für sich entscheiden und sein eigenes Konto massiv auf jetzt 22:18 Punkte ausbauen können. „Alles in allem war es ein gutes Spiel von uns und insgesamt freuen wir uns, dass wir uns auf Platz sechs schieben konnten“, sagte Breuer, „momentan haben wir eine ganz gute Phase. Wir hoffen, dass wir das auch in die letzten Spiele der Saison mitnehmen können.“ Ganz schlecht ist im selben Zeitraum auch die Ausbeute der HSG nicht (5:5), aber mit dem Auftritt gegen die Aachener konnte Refraths Coach Kelvin Tacke herzlich wenig anfangen: „Die ersten 25 Minuten waren zum Vergessen. Die Einstellung stimmte nicht, das Rückzugsverhalten stimmte nicht, wir haben in der Abwehr nicht richtig zugepackt und wir hatten eine hohe Fehlwurf-Quote. Am Ende verlieren wir mit zwei – weil Aachen das ein Stück weit besser gemacht hat, das ein Stück weit mehr wollte. Der Kampfgeist war ein paar Prozent mehr.“ Gar nicht gut weg kamen für Tacke zudem die Unparteiischen: „Eine katastrophale Schiedsrichterleistung, von Anfang an gegen uns.“

Den erste Halbzeit setzten die Hausherren allerdings sehr alleine in den Sand und die 4:3-Führung (10.) löste sich innerhalb von etwas mehr als sechs Minuten durch einen 0:6-Lauf in Luft auf – 4:9 (17.). Aachen lag danach regelmäßig mit mindestens fünf Toren vorne und transportierte dieses Polster mit dem 17:12 (30.) auch in den zweiten Durchgang, indem beim 24:19 (46.) weiter alles nach einer klaren Sache für den BTB aussah. Auf der Zielgeraden fanden die Gäste schließlich immer die richtigen Antworten gegen aufkommende Hausherren: Aus dem 24:22 (51.) machte Aachen das 26:22 (53.), aus dem 26:24 (56.) das 28:24 (58.) und nach dem 28:26 (60.) gelang Noah Wudtke das entscheidende 29:26 (60.). Breuer atmete auf: „Wir haben übers ganze Spiel ordentlich bis gut verteidigt und am Ende auch zu Recht gewonnen. Wir waren in ein paar Situationen nicht so clever, um das Spiel früher zu entscheiden. Deswegen musste es noch mal richtig spannend werden.“ Kollege Tacke will vor allem die Leistung nach der Pause als positives Element mitnehmen: „Nach der Halbzeit haben wir uns Stück für Stück zurückgekämpft und dann haben wir unser richtiges Gesicht gesehen. Wir haben die zweite Halbzeit mit 15:12 gewonnen.“

HSG Refrath/Hand: Krämer, Kierdorf – Schallenberg (3), Faulhaber, Greffin (4), Geerkens (1), Hohenschon (4), Georgi (2), Speckmann (1), Asselborn, Merz (3), Mokris (4/3), Natzke (5/1), Capota.

BTB Aachen: Dosch, Schüler – Mattner (1), Jacobs (2/1), Oslender (2), Bökmann (2), Horn (1), Wudtke (8/3), Monteiro Pai (3), Kaesgen, Wagner, Panse, Schnalle (7), Bock (3).